Meine lieben, kurz vor Turnierbeginn erstaunlich dünnhäutigen italienischen Freunde,
was muss ich da heute im Tagesspiegel lesen? Ihr habt was gegen die Mediamarkt-Spots, in denen Olli Dittrich einen Italiener spielt? Aber warum denn nur?
Dieser „Toni“ ist das Abziehbild eines Italieners: braun gebrannt, Sonnenbrille, Goldkettchen, brusthaarig wie ein Braunbär. „Toni“ wird gespielt vom Comedian Olli Dittrich für die aktuelle Werbung der Elektronik-Kette Media Markt. Die angeblich größten Unterschiede zwischen Deutschen und Italienern bringt „Toni“ in einem einzigen Spruch unter: „Die Deutsche kaufe Lappetoppe, die Italiener kaufe Schiedsrichter.“ Das war zu viel. Mehrere italienische Zeitungen schimpften über die Werbung, die in Italien selbst nicht läuft. „Wenn es darum geht, den typischen Italiener darzustellen, benutzen die Deutschen Stereotype von anno dazumal!“, stellt die „Repubblica“ fest.
Achso, weil es ein Klischee von anno dazumal ist. Wann war noch mal dieser Calcio-Skandal, als Juventus Turin reihenweise Schiris gekauft hat und deswegen in die zweite Liga versetzt wurde? Das war doch 2006, wenn ich mich nicht irre. Dann hat die Squadra Azurra ja ihren letzten WM-Titel auch anno dazumal gewonnen. Hätte ich nicht gedacht, dass das schon so lange her ist. Schön, dass wir das geklärt haben.
das könnt ausgerechnet Ihr nicht bringen, mir einfach so eine Karte mit einer solchen Selbstbeschreibung in den Kasten zu werfen. Ganz ohne Vorwarnung.
das Leben ist schon ein Scheißstress, einen Artikel nach dem anderen muss man raushauen, da weiß das Hirn manchmal nicht mehr, was die Hände so schreiben und dann kommt sowas dabei raus:
Die Kurzgeschichtensammlung „Octopussy“ (erschienen 1966) versammelte die bisher letzten Bond-Abenteuer aus der Feder seines Erfinders Ian Fleming, der 1964 gestorben war. Viele Autoren versuchten sich in den folgenden Jahrzehnten an Weiterführungen, „Devil May Care“ ist jedoch der erste offizielle Folgeband in der Reihe der Agententhriller.
Wenn man nur 5 Sekunden Zeit gehabt hätte, hätte man ja mal bei Fa. Google „James Bond Novels“ eingeben können. Oder einfach gleich auf den entsprechenden Wikipedia-Eintrag gehen. Und herausfinden, dass „Devil May Care“ nicht der erste offizielle Folgeband ist. Sondern der zweiundzwanzigste. Wenn man die neueren „Romane nach dem Film“ NICHT mitrechnet.
Mensch, Effjott, was ist denn nur geschehen? Es lief doch so gut in den letzten Wochen. Da haben Sie ruhig und ausgeglichen kolumniert, den wirklich schlimmen Klöpsen sind sie geradezu meisterhaft ausgewichen, dass sogar Ihr Wärter Kai Diekmann nichts an Ihnen aussetzen konnte. Und dann… Irgendwas muss passiert sein. Hat die Putzfrau Ihre Fluppen stibitzt? Sind Ihnen die Froschpillen ausgegangen? War der Kellner in der Paris-Bar wieder böse zu Ihnen? Wie konnte dieser Satz
Ich denke, dass der König von Deutschland von allen Deutschen gewählt werden sollte.
Ihrer stählernen Feder entfleuchen?
Effjohott! Was war nochmal der Unterschied zwischen Demokratie und Monarchie? Ja, genau, in der einen wird gewählt und in der anderen nicht. Und in welcher wird nicht gewählt? Nein, falsch, es war die andere. Doch, doch. Nein, da hat Udo Walz sie angeschwindelt. Die Queen ist NICHT von den Engländern gewählt worden.
Hinreißender „Alter Sack kann es noch“-Film: der neue Indiana Jones. Ärgerlich, mit welcher Kenntnislosigkeit einige Filmkritiker vor diesem mit Zitaten und kernigen One-Linern vollgestopften Action-Spaß versagt haben.
Erstaunlich, dass es weder CDU noch SPD klar zu sein scheint, dass es der Mehrheit der von Ihnen regierten Bürger ziemlich wurscht sein dürfte, wer an Silvester den Grüßaugust macht.
Apropos SPD: man kann immer etwas falsch machen. Die Menschen verzeihen einem das sogar. Man muss nur den Fehler eingestehen und es ab sofort anders, idealerweise besser machen. Was ist eigentlich so schwer, SPD? Das zu begreifen, das umzusetzen, oder gar beides?
Dieter Bohlen soll gesagt haben, dass er sogar ein Pfund Hackfleisch in die Charts bringen kann. Dass ist das überzeugendste Konzept für einen Eurovision-Song-Contest-Beitrag, das ich seit Jahren gehört habe.
Von einer ganz, ganz großen Delikatesse ist die Rede: von der Bratwurst. Bevor ich jetzt zum Wahnsinnigen erklärt werde: mit Bratwurst meine ich natürlich nicht das, was in 99 Prozent alles Imbissbuden des deutschsprachigen Raums als „Bratwurst“ bezeichnet wird. Ein Verwendungszweck für diese fett-triefenden Holzkohlen-Brennstäbe, die dort verkauft werden, muss noch gefunden werden, denn Essen kann man derlei Zeugs sicherlich nicht, es sei denn, man erwägt die Eröffnung einer eigenen Sodbrennerei oder möchte seinen Gaumen mal wieder so richtig abhärten.
Insbesondere Berlin konnte ich bis vor wenigen Tagen nur als Bratwurst-Diaspora bezeichnen. Das, was in den Vitrinen selbst renommierter Berliner Fleischer lag und liegt, treibt jemandem, der mit den unvergleichlichen frischen, ungebrühten Bratwürsten Nordhessens großgeworden ist und seine erste solche auf einem traditionellen Schlachtekohl angemessen bekam, Tränen des Zorns und der Verzweiflung in die Augen. Doch damit ist jetzt Schluss.
Ein Ritter in schimmernder Rüstung hat die Berliner Wurst-Dämonen besiegt und bietet jetzt Berlins beste Bratwurst an, und zwar so, wie es sich für eine richtige Bratwurst gehört: frisch, grob und ungebrüht. Der Mann hinter der Wurst ist natürlich niemand anderes als der hier in der Netzecke schon mehrfach mit Ehrfurcht erwähnte Fleischer Marcus Benser, der Neuköllner Protein-Papst, den viele wegen seiner mehrfach preisgekrönten Hausspezialität auch als Blutwurstritter kennen. Nun, ab sofort ist er auch noch der Bratwurstritter, denn das, was da als „frische, ungebrühte Bratwurst“ bei ihm über den Tresen geht, ist schlicht und einfach eine der größten Delikatessen, die man für kleiens Geld in Berlin zu kaufen bekommt.
Mir schmeckt die ritterliche Bratleiste zur Zeit mit einer Art burgenländischem Kohlrabigemüse am besten, das ich mit dem Bratensatz der Bratwurst auf Höchstleistung tune.
Pro Nase 2 grobe, ungebrühte Bratwürste, 2 kleine oder 1 großen Kohlrabi, geschält und gewürfelt, 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Tomatenmark, Paprikapulver (scharf und/oder edelsüß, nach Gusto), 1 Tomate, etwas Weißwein, 1 Esslöffel saure Sahne.
Die Bratwürste einstechen, eine Eisenpfanne auf mittlere Hitze bringen und die Bratwürste einlegen. Langsam (!) gar braten, dabei gelegentlich wenden. In einer zweiten Pfanne kleingehackte Zwiebeln und Knoblauch in etwas Butter angehen lassen, Kohlrabiwürfel dazugeben, großzügig Paprikapulver und etwa 1 Esslöffel Tomatenmark zugeben, kurz durchdünsten und mit wenig Weißwein oder Brühe ablöschen, entkernte kleingeschnittene Tomate zugeben, auf kleiner Hitze garziehen lassen. Wenn die Bratwürste fertig sind (15-20 Minuten), dieselben aus der Pfanne nehmen, das ausgetretene Fett wegschütten, den Bratensaft mit ganz wenig Wasser ablöschen und unter das Kohlrabigemüse rühren. Saure Sahne auf den Tisch stellen, davon ein Löffelchen unter das Gemüse rühren und reinhauen.
bedeutsamsten Sportereignis, das jemals auf Schweizer Boden durchgeführt wurde
erklärt SPIEGEL ONLINE die anstehende Fußball-Europameisterschaft.
Nun ja. Nichts gegen das anstehende Turnier, aber… ähm… muss ich denn wirklich die Fußballrechercheure, die das übermächtige Spiegelarchiv hinter sich wissen, daran erinnern, dass die wunderträchtige Stadt Bern in der Schweiz liegt? Nur mal so bedeutungshalber?