Die Alternativen, die man immer hat, sind Verzweiflung und Ehrgeiz. Wenn eine von beiden fehlt, wird’s kritisch.
Was ich von all denen, die bei Opel nach „geordneter Planinsolvenz“ schreien, gern wüsste: Würden sie ein Auto mit mehrjähriger Garantie von einem (geplant) insolventen Konzern kaufen?
Wenn die Wirtschaft die Politik zur Hilfe ruft, beschleicht mich ein ungutes Gefühl: Da wird die nächste Runde eingeläutet, in der die Korrumpels die Deppen über den Tisch zu ziehen versuchen.
Jubiläen begeht man am besten, indem man zur Tagesordnung übergeht.
Warum Klinsmann wg. Kruzifix-Fotomontage gegen die taz geklagt hat: „Was sage ich da meinen Kindern, wenn die in der Schule darauf angesprochen werden? Die verstehen das doch nicht.“ Wenn er wegen allem, was seine Kinder nicht verstehen, zum Kadi rennt, bekommt er ganz schön zu tun.
Wie schaffen Frauen es, sich die Haare so hochzustecken, dass man denkt, ein Kanonenschlag habe ein Spatzennest verwüstet?
Den Satz der Woche, möglicherweise des Jahres, vielleicht des Jahrzehnts oder tatsächlich sogar einen Generationen-Erklärungs-Satz verdanken wir Harry Rowohlt: „Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer.“ Danke.
habt ihr in Eurem Riesen-Unternehmen wirklich niemanden, der halbwegs was von gutem Essen versteht? Der vielleicht mal ’ne Kochlehre angefangen hat und euch nach zwei, drei Tagen Warenkunde hätte sagen können, dass es Zitronen und Limetten, aber keine Limonen gibt? Der ein bißchen recherchiert hätte, bevor ihr solch einen Schwachsinn auf eure Packungen druckt?
Wie? Mit Zitrusfrüchten habt ihr nix am Hut? Eure Kernkompetenz sind Kartoffeln, und zwar ausschließlich besonders dicke? Das erklärt natürlich alles. Dann will ich nix gesagt haben.
Beobachtung in der öffentlichen Grünanlage: Gegenüber Nordic Walkern, Radfahrern, Joggern, Powerwalkern etc. bilden klassische Spaziergänger mittlerweile die Minderheit.
Es können deutlich weniger Menschen halbwegs gut grillen als halbwegs gut kochen.
Könnte sein, dass eine „Generation Casting Show“ auf uns zukommt: In den letzten Wochen sind mir ein paar junge Menschen begegnet, die ernsthaft zu glauben schienen, ein einmaliger Talentbeweis würde genügen, um durch den Rest des Lebens durchgecoacht zu werden.
Diese Woche im Supermarkt gesehen: „Bio-Bolognese-Fix“. Das Ende der Fahnenstange kommt in Sicht, das war es dann wohl mit der Zivilisation.
Der Bank-Werbespot mit Dettmar Cramer ist gleichzeitig anrührend und erstaunlich cool.
Herrlicher Speisekartenfund in der nordhessischen Gastronomie: „Vitello Tornado“
Politiker halten die Menschen, von denen sie gewählt werden, augenscheinlich für doof. Menschen, die widerwillig noch zur Wahl gehen, halten Politiker für doof. Mexican Standoff.
Es ist ja sonst nicht meine Art, auf die nächstbeste Soapbox zu klettern, aber in diesem Fall…
Liebe Netzecken-Besucher, wer, wie ich, der Ansicht ist, dass die Politiker, die uns regieren, immer öfter über Dinge entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben und ebenso oft die Wirklichkeit mit Wahlkampf verwechseln, der sollte sich vielleicht die Zeit nehmen, und diese Petition gegen die schwachsinnigen, unkontrollierten Internet-Sperrlisten unterzeichnen. Okay, die Prozedur ist etwas umständlich, und die Seite ist fast so langsam wie qype, es ist unwahrscheinlich, dass sich tatsächlich etwas ändert, aber vielleicht hat ja der Allmächtige doch Erbarmen und wirft etwas Hirn über dem Reichstag ab.
Zutaten für ca. 12 Portionen:
Biskuit:
100 g Mehl, 4 Eier, 90 g Zucker, 35 g Butter, 1 Esslöffel Kakaopulver
Bayrisch Creme:
125 g Zucker, 4 Eigelb, 1 Vanilleschote, ½ l Milch, 3/8 l Schlagsahne, 7 Blatt Gelatine
Karamelsirup:
3 EL Kristallzucker, 3/8 l Wasser, 4 cl Rum
Garnitur:
Schokoladensauce (Zartbitterschokolade schmelzen, mit etwas Sahne verrühren), frisch geriebene Haselnüsse, in Rum eingelegte Rosinen, halb steif geschlagene Sahne
Zubereitung:
Biskuit:
Eier trennen, Eiweß mit einer Prise Zucker steif schlagen, Eigelb mit dem Zucker 5 Minuten lang sehr cremig schlagen (Handrührgerät), Mehl vorsichtig einmischen, geschmolzene Butter und Eiweiß unterheben. Teig in zwei Hälften teilen, die eine Hälfte mit dem Kakaopulver dunkel färben. Backblech mit Backpapier auslegen, beide Teigegetrennt drauf schütten, gleichmäßig glatt streichen und bei 250 Grad ca. 7 Minuten backen. Blech auf ein Kuchengitter stürzen, Backpapier abziehen, nach dem Abkühlen gegebenenfalls dunkle Ränder abschneiden.
Bayrisch Creme:
Gelatine einweichen, Milch mit aufgeschlitzter Vanilleschote und Zucker langsam erhitzen (wenn nicht vanillig genug, mit Vanillezucker nachhelfen), die Eigelbe dazugeben und zur Rose abziehen (erhitzen, bis die Masse dick wird). Etwas abkühlen lassen und die ausgedrückte Gelatine unterrühren. Die Sahne steif schlagen und unterheben, wenn die Masse fest zu werden beginnt.
Karamelsirup:
Zucker in einer Pfanne karamelisieren lassen, mit Wasser und Rum ablöschen, 5 Minuten zu Sirup kochen lassen.
In eine passende Schüssel etwas Creme geben, eine Schicht hellen Biskuit darauflegen. Mit Rumsirup beträufeln, Creme darübergeben. Nun mit abwechselnd dunklem und hellen Biskuit fortfahren. 4 Schichten müssen es sein. Mit Folie abdecken und mindestens 4 Stunden kühl stellen.
Anrichten:
Mit zwei Löffeln Nockerln aus der Biskuit-Pudding-Masse stechen und auf Dessertteller geben. Mit Sahne überziehen und mit geriebenen Nüssen, Rumrosinen und Schokoladensauce garnieren.
Anmerkungen:
Zum ersten Mal gegessen hab ich Somloer Nockerln im Gasthaus zur Dankbarkeit in Podersdorf am Neusiedlersee. Somloer Nockerln gibt’s im Burgenland in beinahe jedem Lokal, allerdings nicht in der Qualität wie in der Dankbarkeit. Meist wird Vanillepudding und fertiger Biskuitteig verwendet.
Und den Biskuitteig selbst zu machen ist wirklich Quatsch. Ich hab das nur aus Eitelkeit gemacht, weil ich kein Fertigzeugs verwenden wollte, wenn ich für die Profis koche. Angesichts der Tatsache, dass der Teig mit Sirup getränkt wird und mit der Creme im Kühlschrank durchzieht, dürften aber selbst die sich schwer tun, den Unterschied zu schmecken.
Das gleiche gilt für die Bayrisch Creme. Die macht das Ganze zwar etwas feiner und delikater, aber in den meisten burgenländischen Gasthäusern wird Vanillepudding verwendet. Schmeckt auch ganz ausgezeichnet.
Beim „Wettkochen“ hatte ich natürlich nicht die Zeit, alles gemächlich abkühlen zu lassen und die Masse 4 Stunden lang in der Kühlung zu lassen. Ich hab den Biskuitteig daher recht dünn auf dem Blech verstrichen und nur 4 bis 5 Minuten gebacken. So kühlte er schneller ab, war aber auch dünn. Eigentlich zu dünn. Aber interessanterweise plustert sich der Biskuitteig beim Durchziehen auf (keine Ahnung woran das liegt), so dass über diesen Umweg das Rezept wieder ins Lot kam.
Wegen Zeitnot hab ich die Bayrisch Creme direkt auf der großen Flamme abgezogen, anstatt auf kleiner oder gar im Wasserbad. Geht ganz gut. Rühren, bis die Masse einem „entgegenkommt“, dann sofort im Eiswürfelbad weiterrühren, dabei die Gelatine nicht vergessen. Alles in allem hat es ca. 45 Minuten gedauert, bis wir die Nockerlmasse in der Kühlung hatten. Serviert wurde sie viereinhalb Stunden nach dem Startschuss, das hat fürs Durchziehen und Festwerden locker gelangt.
Dill habe ich immer für ein völlig überschätztes Gewürz gehalten. Ein Gericht, an dem Dill dran ist, ist verloren, weil es nur nach Dill schmeckt. Es wird hingegen interessant, wenn man den Dill mit ebenbürtigen Gegnern konfrontiert: z.B. ist Knoblauch, Ingwer und Dill eine geniale Kombination.
Für den Titel „Relevanteste Zeitung der Woche“ qualifizierte sich wieder mal der Tagesspiegel mit der Pulitzerpreis-verdächtigen Headline „Jugendlicher sitzt betrunken auf Schulklo“.
Schöner Satz von Christian Rach: „Man muss sauber anfangen und sauber aufhören.“