Splitterbrötchen (CXXXVI)

Meine schlagfertige Antwort de Woche: „Hast du einen Generalschlüssel?“ – „Tut mir leid, ich war nicht beim Bund.“

Für einen Sauhaufen braucht es weder Erfahrung noch Können. Die Fähigkeit, einen Sauhaufen zu formieren, ist angeboren.

Nach Jahren des Suchens und Probierens endlich das Beilagenproblem beim  40-Zehen-Knoblauchhuhn  gelöst: Curry-Wirsing passt ganz wunderbar.

Splitterbrötchen (CXXXV)

Erfreut lese ich, dass die katholische Kirche vor ca. zwei Jahren John Lennon vergeben hat, dass er vor über vierzig Jahren gesagt hat, die Beatles seien jetzt populärer als Christus. Sollte der Papst das Lennon nicht persönlich sagen?

Die Tiger-Woods-Pressekonferenz war ein Höhepunkt (Wortwitz!) für Freunde bizarren Entertainments. Aber: reicht uns diese Entschuldigung aus? Sollte er sich nicht noch eine Aktion einfallen lassen, die uns endgültig von seiner tiefempfundenen Reue überzeugt? So was wie: eine Million Dollar pro Cocktailkellnerin für Haiti spenden?

Die Poesie der Woche hörte ich in einer ZDF-Olympia-Übertragung: „Man sieht sehr schön, wie steil sich das Gelände hinab bewegt.“

Apropos Poesie: die Spammer dichten immer besser. Diese Woche erfreute Gertraud Albright mit „im Moment erstreben wir Ihnen ein Hauch ganz besonders hinzuhalten“.

Splitterbrötchen (CXXXIV)

Das Telefonat der Woche führte ich mit einem Roboter, der sich als „Carmen Götz“ vorstellte. Carmen fragte mich: „Spreche ich mit Familie Brschwschwschk?“ Ich blieb die Antwort schuldig.

Die Ursache der ganzen Aufregung um Helene Hegemanns   sogenanntes Plagiat besteht darin, dass die Menschen, die sich gerade so furchtbar aufregen, keine Ahnung vom Handwerk des Schreibens haben. Und an literaturgeschichtlichen Kenntnissen mangelt es ebenfalls gewaltig.

Dass in der deutschen Hauptstadt die Logistik zur Schnee- und Eisbeseitigung schlechter funktioniert als in hinterwäldlerischen Alpengemeinden, muss man widerwillig akzeptieren. Das ist mangelnde Erfahrung. Die Unfähigkeit bzw. der Unwillen einiger Menschen und Institutionen, sich an das an sich vollkommen normale Winterwetter anzupassen, ist allerdings höchst erstaunlich.

Und natürlich erstaunt es immer wieder, wie wenig Politiker von den Lebensumständen der Menschen wissen, die sie regieren.

 

Geheimer Binsendienst

Mensch, Frau Aigner,

ich weiß, dass Jahr ist noch jung, sicherlich kommt in 2010 noch einiges auf uns zu, aber im Rennen um den blödsinnigsten Satz des Jahres haben Sie dermaßen granatenmäßig vorgelegt, dass es extrem schwierig bis komplett unmöglich sein wird, ihre absolute Top-Fehlleistung bis Jahresende zu toppen. Sie haben sich – was Ihr gutes Recht ist – über Google und sein Streetview aufgeregt und empfinden die Tatsache, dass Google Straßen und Häuser fotografiert und die Bilder veröffentlichen möchte, als „millionenfache Verletzung der Privatsphäre“. Okay, kann man drüber reden. Ist ein Ansatz.
Aber jetzt verraten Sie mir doch bitte, liebe Frau Aigner, wie der Satz „Kein Geheimdienst dieser Welt würde so ungeniert auf Bilderjagd gehen.“ sich aus Ihrem Kleinhirn (sic!) durch das Gehege Ihrer Zähne ins Freie kämpfen konnte. Frau Aigner, was ist ein Geheimdienst? Da stellen wir uns mal ganz dumm und sagen, ein Geheimdienst ist ein Dienst, der im Geheimen seiner Tätigkeit nachgeht. Die fotografieren fremde Häuser eher heimlich…
streetview.jpgWie? Verstehen Sie nicht? Dann gucken Sie sich doch einfach mal das Bild links an. Das zeigt eins der Autos, mit denen Fa. Google die bösen Fotos macht. Und jetzt überlegen Sie mal ganz doll, liebe Frau Aigner: Würde ein Geheimdienst, der böse Fotos machen will, so ein Auto verwenden? Natürlich nicht! Geheimdienste benutzen ausschließlich Fahrzeuge der Fa. Aston Martin mit eingebauten Maschinengewehren und Schleudersitz!
Und deshalb nehmen Sie jetzt sicherlich diesen bescheuertst möglichen Vergleich mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns zurück? Nein? Tun Sie nicht? Aber warum denn? Weil Google kein Geheimdienst ist, und deshalb auch andere Autos fahren darf? Aber warum haben Sie dann diesen Vergleich… lassen wir das. Ich glaube, mein Gehirn platzt gleich. Ich möchte mich ausruhen.

Tschö, der Chris

Foto: Eelke de Blouw

Splitterbrötchen (CXXIII)

Unfassbar, wie spießig ausgerechnet die jungen Menschen zu sein scheinen, die Popstars werden wollen.

Wer hätte denn gedacht, dass es ausgerechnet der DFB sein würde,   der das Shakespeare’sche Königsdrama ins 21. Jahrhundert bringt?

Die E-Mail der Woche kam von Roxanne Delarose, die mir unter dem schönen Betreff „Es ist Unwahrscheinlich Einfach bei uns zu Kaufen“ schrieb: „Hier prasentiert sind nicht teuere, aber echte und voellige Produkte der Software. Die Software auf allen europaischen Sprachen, fuer Windows und Macintosh vorherbestimmt. Nur bezahlen und auslasten. Die koennen Sie momentan bekommen.“

Was hat die Bundesregierung eigentlich daran gehindert, diese ominöse Steuersünder-CD heimlich, still und leise – z. B. über Mittelsmänner – zu erwerben? Oder, andersrum gefragt, von was möchte die Bundesregierung ablenken, indem sie einen offensichtlichen Akt der Hehlerei an die große Glocke hängt?