Splitterbrötchen (DXCII)

So. Nachdem ich beschlossen habe, in Zukunft den Mexiko-Platz weiträumig zu umfahren und alle meine Chick-Corea-CDs zerbrochen habe, geht es mir fast wieder gut.

Trotzdem ärgerlich: Ich hatte für den Fall eines Sieges gegen Südkorea einen unglaublichen Joke vorbereitet, den ich jetzt natürlich nicht mehr verwenden kann. Trotzdem, so viel sei verraten: Die ganze Sache hätte mit asiatischer Küche zu tun gehabt. Und ein lustiger Vertausch zwischen „Ente kross“ und „Ente Kroos“ hätte bei der Pointenvergabe eine entscheidende Rolle gespielt. Wirklich schade, dieser Witz wäre der Hammer geworden. Davon bin ich überzeugt.

Ärgerlich auch, dass so viele Menschen immer wegducken, wenn Hirn vom Himmel geworfen wird.

Kohlekommission – ich bin mir ganz sicher, dass das so ein Gremium im Finanzministerium ist.

Und jetzt bauen wir Lager für „Asylbewerber“ und nennen sie „kontrollierte Zentren“ (kein Scheiß). Es war ein langer Weg, den wir da im Kreis gelaufen sind. Merkt denn hier keiner mehr etwas?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Ein Wildkräutersalat mit Grill-Kirschtomate als Beilage zum Pfifferlingssüppchen in der Weinwirtschaft in Potsdam.

Eine durchaus rührende „Note of Berlin“ behauptet, dass Berlin Theater und Komödie am Kurfürstendamm nie vergessen wird. Ich bin da etwas skeptisch. Freie Volksbühne in der Schaperstr., Hansa-Theater, Berliner Kammerspiele, Tribüne – wer erinnert sich denn noch an diese Häuser? Doch nur noch alte Säcke wie ich, die an ein paar dieser Läden mal gearbeitet haben. Letztlich müsste das ja nicht schlimm sein, Neues entsteht oft erst, wenn man Altes aufgibt. Aber: Das ehemalige Publikum dieser Häuser ist in der Zuschauer-Statistik der anderen Theater nicht aufgetaucht. Wenn „ihr“ Theater dicht macht, bleiben die Leute also zuhause. Theaterschließungen vernichten Publikum.

Vielleicht können wir tatsächlich nicht alle Menschen, die in Not sind, bei uns aufnehmen. Aber was spricht dagegen, beim Versuch, das zu tun, zu scheitern?

Was ich gern mal erklärt bekäme: Warum hierzulande die Briegels immer einen Vertrauensvorschuss bekommen und den Özils grundsätzlich mit Misstrauen begegnet wird. Nein, das ist keine Fußballfrage.

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