Worte mit Händen

Post von Wagner: Lieber Trauer-Redner Wulff, – Bild.T-Online.de
Sie Trauer-Redner Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen, können nun beweisen, dass Ihre Worte Hände haben.

Effjott, Sie müssen jetzt ganz stark sein. Es gibt keine Worte mit Händen. Die Hände, die manchmal (nicht am Telefon!) zu sehen sind, wenn Sie Wörter hören, gehören zu den Menschen, die diese Worte aussprechen. Wörter ohne ohne Hände nennt man Sprache. Schwieriges Thema für Sie. vertiefen wir besser nicht. Nix für ungut!

Was erlaube Harms?

Zu meinem Entsetzen musste ich soeben feststellen, dass Kirsten „Rückgrat“ Harms, Intendantin der Deutschen Oper Berlin, heute Abend tatsächlich Giacomo Puccinis „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ in prominenter Besetzung aufführen lassen will. Mit ist ein vollkommenes Rätsel, warum Frau Harms diese Oper, deren Titel allein schon jedem gestandenen Islamisten das Blut in den Adern gefrieren läßt, nicht abgesetzt hat.
Wenn man allerdings den Spielplan der nächsten Tage betrachtet, stehen einem angesichts Frau Harms‘ Gedanken- und Verantwortungslosigkeit der muslimischen Gedankenwelt gegenüber die Haare zu Berge: Neben der sattsam bekannten „Zauberflöte“ des notorisch antimuslimischen Tendenz-Tonsetzers Mozart werden in provozierender Weise Werke wie „La Sonnambula“ oder gar „Manon Lescaut“ auf die Charlottenburger Opernbühne gebracht, eindeutige Provokationssingspiele antiislamistischem Inhalts, mit denen der zum Scheitern verurteilte Versuch unternommen wird, das traditionelle Frauenbild der muslimischen Kultur zu unterhöhlen.

Es wird wohl eher Minuten denn Stunden dauern, bis Frau Harms die Fragwürdigkeit ihres Tuns erkennt. Ohne den aktuellen Gefährdungsanalysen von LKA, BKA und der Feuerwehrleitzentrale Charlottenburg/Wilmersdorf vorgreifen zu wollen: Es scheint fraglich, ob die Situation mit der Absetzung der provokatorischen Singspiele tatsächlich noch entschärft werden kann. Mutige Vordenker u.a. aus der Sparkommission des Finanzsenators glauben ohnehin, dass nur noch eine komplette Schließung der Deutschen Oper die Sicherheit von Sängern, Publikum und Berliner Haushalt garantieren kann.
Und wo wir schon mal beim Schließen sind: Um die Ecke von der Deutschen Oper befindet sich eine nur mühsam als Restaurant, getarnte Begegnungsstätte von Provokateuren, deren Speisekarte allein schon genügt, dem aufrechten Muslim Scham- und Zornesröte ins Gesicht zu treiben.

Rückgratlose Weichtiere

Die Deutsche Oper in Berlin hat Mozarts Oper „Idomeneo“ vom Spielplan genommen. Man befürchtete, dass islamistische Kreise an der Neuenfels-Inszenierung Anstoß nehmen könnten und beruft sich auf eine Analyse des LKA, wonach Zuschauer und Mitarbeiter der Oper akut gefährdet gewesen wären. Im Spiegel ließt sich das etwas anders…

Mozart und Mohammed: Bundesregierung kritisiert Opernabsetzung in Berlin – Kultur – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
Nach Angaben eines Polizeisprechers ergab die Gefährdungsanalyse, dass bei Aufführungen mit Szenen dieser Art, „Störungen nicht auszuschließen“ sind. Konkrete Hinweise auf drohende Gefahren lägen jedoch nicht vor, fügte der Sprecher hinzu. Der Oper sei auch nicht empfohlen worden, das Stück vom Spielplan zu nehmen.

Um Himmelswillen! Wir müssen das Stück vom Spielplan nehmen. Jemand könnte „Buh“ rufen!

Das ganze erinnert mich fatal an 1977, „Deutschland im Herbst“, als einige Theater „Die Gerechten“ von Camus vom Spielplan strichen, aus Angst, „anecken“ zu können.

Man kann von anderen Menschen weder Rückgrat noch Mut einfordern. Wohl aber – in Maßen – intelligentes Handeln. Das Absetzen von Idomeneo ist – wie damals das Absetzen der „Gerechten“ – einfach nur dumm. Wen interessiert ein Theater, dem die Freiheit der Kunst und der Meinungsäußerung, die Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs so wenig gilt, dass es sich in vorauseilendem Gehorsam selber knebelt?

Lammhaxen in Rotwein

Es gibt Rezepte, die sind so simpel, einfach, narrensicher und gleichzeitig so lecker, dass sie letztendlich unveränderbar sind. Dieses Rezept für in Rotwein geschmorte Lammhaxen etwa. Pro Nase braucht man 2 kleine oder eine mittelgroße Lammhaxe. Bei insgesamt 4 Portionen dann noch 1 größere Zwiebel, eine Möhre, eine Lauchstange, 1 Stück Sellerie und mindestens 2 Knoblauchzehen, alles geputzt und kleingewürfelt. Und Rotwein, eher säuerliche denn fruchtig, denn Säure macht Appetit und hilft der Sauce auf die Hufe! Im großen Schmortopf wird Olivenöl heißgemacht, die Lammhaxen werden hineingelegt und langsam bei höchstens mittlerer Hitze goldbraun angebraten, was schon mal 15 bis 20 Minuten dauern kann. Dann werden die Haxen kurz außerhalb des Topfes zwischengelagert, das kleingewürfelte Wurzelwerk wird im Restfett angebraten, eine ordentliche Portion Tomatenmark mit angeröstet, es wird gesalzen und gepfeffert und mit einem Glas Rotwein abgelöscht. Wenn dieses fast verkocht ist, werden die erst jetzt gesalzenen und gepfefferten Lammhaxen dazugesetzt, weiterer Rotwein wird angegossen (die Haxen sollen nur ein Fußbad nehmen, nicht schwimmen), die Hitze heruntergedreht und der Deckel auf den Topf gesetzt. Wenn der Deckel richtig dicht schließt und der Wein im Topf nur gerade so eben simmert, war’s das. Man hat jetzt zwei Stunden (Lammhaxen aus der Markeinekehalle) bis zweieinhalb Stunden (Lammhaxen vom Bio-Markt in der Reichsstr.) Kochpause. Wer einen Aktivitätsanfall im linken Knie hat, kann die Haxen gelegentlich wenden, muß aber nicht sein. Irgendwann sind sie so weich, dass das Fleisch gerade eben noch nicht vom Knochen fällt, dann gibt’s Essen! Haxen auf die Teller, kurz den Pürierstab in die Sauce gehalten und die Küchenwand eingesaut, Sauce über die Haxen kippen und Mahlzeit!
Und immer, wenn ich Lammhaxen kaufe, denke ich, man müßte mal was anderes probieren. Vielleicht in Weißwein mit Safran und mehr Knoblauch? Oder auf einer Ratatouille? Oder vielleicht mal kochen? Separat erzeugte helle Knoblauchsauce dazu? Und in 99% der Fälle schmor ich sie doch wieder in Rotwein. Vielleicht werde ich alt.

Herr P.

Bei Herrn P. habe ich meinen ersten Versicherungsvertrag abgeschlossen. Das ist mehr als 25 Jahre her. Eines Tages stand Herr P. vor meiner Tür, stellte sich als Vertreter einer großen deutschen Versicherungsgesellschaft vor und fragte mich, ob ich eine Unfallversicherung hätte. Natürlich hatte ich keine, und ich wollte auch keine, aber der Zufall wollte es, das wenige Tage vor Herrn P.s Erscheinen bei mir eingebrochen worden war (Uhr, Marantz-Verstärker, Super-8-Kamera weg). Ein solcher Einbruch führt zu einer schiefen Gemütslage, die sich durch den Abschluß einer Hausratversicherung begradigen läßt. Also kaufte ich Herrn P. eine Hausratversicherung ab, die sich als voller Erfolg erwiesen hat. Seitdem ist bei mir nicht mehr eingebrochen worden.
Von da ab tauchte Herr P. einmal im Jahr bei mir auf. Meistens rief er in der Vorweihnachtszeit an, um sich anzukündigen, und kam dann mit einem kleinen Präsent an, „damit Sie mich nicht vergessen“. Im ersten Jahr brachte er zwei Cinzano-Fläschchen (Rosso und Bianco) mit. Meinen leicht entgeisterten Gesichtsausdruck deutete Herr P. durchaus richtig und brachte von Stund an ein Fläschchen besseren Weines mit, anfangs Cabernet, nachdem wir uns besser kennengelernt hatten mal einen Shiraz oder einen Pinot noir. Die Flasche köpften wir meist umgehend, und wenn meine liebe Frau uns Gesellschaft leistete, mußte meist noch eine aus meinen Beständen dran glauben. Manchmal verkaufte mir Herr P. bei diesen vorweihnachtlichen Treffen en passant noch eine Versicherung (Haftpflicht, Unfall denn doch) oder verbesserte die Deckungssumme einer bestehenden, doch meistens unterhielten wir uns über Gott und die Welt und verstanden uns bestens.
Manchmal tauchte Herr P. außer der Reihe mit einem guten Tropfen auf. Dann wußte ich, dass die große deutsche Versicherungsgesellschaft die Beiträge erhöhen würde, und Herr P. dies seinen Stammkunden schmackhaft machen wollte, damit ihnen nicht böse Worte wie „Sonderkündigungsrecht“ oder „Wechsel zu einer preiswerteren Gesellschaft“ durch die Köpfe zu schwirren begannen.
Es waren immer äußerst angenehme Stunden mit Herrn P., nicht zuletzt, weil sein Horizont nicht bei seinen Policen endete. Herr P. fröhnte dem Reitsport und liebte das Kabarett, sang selber gelegentlich zur Gitarre und hatte eine unersättliche Neugier auf alles, was mit darstellender Kunst zu tun hatte. Wir verstanden uns meist prächtig.
Vor drei Jahren ist Herr P. in Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger ist ein Herr L., den ich einmal kurz zu Gesicht bekommen habe, als er bei mir im Büro vorbeischaute und einen halbherzigen Versuch unternahm, mir eine vermögensbildende Maßnahme aufzuschwatzen.
Vor zwei Wochen erhielt ich einen Brief von der großen deutschen Versicherungsgesellschaft, für die Herr P. ein Leben lang tätig war. Sie wollten mir die Beiträge für die erste Versicherung erhöhen, die ich vor mehr als 25 Jahren bei Herrn P. abgeschlossen hatte. Ich machte umgehend von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und wechselte zu einer preiswerteren Gesellschaft. Eine Woche später erhielt ich ein Schreiben der großen deutschen Versicherungsgesellschaft, in dem man in dürren Worten meine Kündigung akzeptierte.
Herr P. hätte das niemals zugelassen. Herr P. hätte mich mit Anekdoten, Gesangseinlagen und Cinzano-Fläschchen bombardiert, er hätte alles getan, damit ich sein Kunde bleibe. Aber Herr P. ist ja nicht mehr modern. Die große deutsche Versicherungsgesellschaft will Global Player werden. Da interessieren die Menschen und ihre Schicksale nicht mehr, und deshalb hat man auch gleich ein paar tausend Arbeitsplätze gestrichen, nachdem man im letzten Geschäftsjahr einen Profit von mehreren Milliarden Euro eingefahren hat.
Hört mal, ihr Knalldeppen aus den Türmen in Treptow! Hört mal her! Ja, ich weiß, dass ihr für Ansichten wie meine nur ein müdes Lächeln habt. Aber komischerweise… es hat richtig Spaß gemacht, einen Vertrag mit einem miesen, menschenverachtenden Laden wie dem euren zu kündigen. Fühle mich blendend seitdem! Und wenn noch ein paar Menschen drauf kommen, wieviel Spaß es macht, euch Grützköppen mit euren Idiotenwetten kein Geld mehr zu geben… Ihr werdet kein Global Player. Ihr richtet gerade euren Laden zugrunde. Ihr habt Unrecht. Herr P. hat recht: Versicherungen haben was mit Menschen zu tun.

Die Urmöhre

Die UrmöhreGestern lagen im Bio-Supermarkt schwarze Möhren rum. Der daneben liegende Reklamewisch behauptete zwar, sie wären violett, aber für mich sahen sie schwarz aus. Wenn man sie aufschneidet, kommt die bekannte Möhrenfarbe zum Vorschein. Laut besagtem Reklamewisch handelt es sich um eine Kreuzung aus einer schwarzen Ur-Möhre und moderner Karotte, die von einer Firma mit dem schönen Namen BetaSweet vermarktet wird.
Ich hab mir einen Bund gegriffen, weil es erstens Kalbsgeschnetzeltes gab, zu dem ein schönes Möhrengemüse immer eine Option ist. Und weil ich immer auf der Suche nach Möhren mit Geschmack bin, denn das, was im normalen Supermarktregal ein Möhrendasein fristet, schmeckt bestenfalls nach Nichts, meistens jedoch nach muffigem Nichts. Nicht so diese Urmöhre. Nach Hause getragen, gewaschen, gescheibelt (man braucht sie nicht zu schälen), ein Zwiebelchen in Butter angedünstet, Möhren dazu, bißchen Brühe, bißchen Sahne… keinen Zucker! Diese Urmöhren sind schon von Hause aus recht süß, so dass man sich die bei den Normalmöhren zwingende Zuckerbeigabe schenken kann. Also nur Salz, Pfeffer, nach 10 Minuten bißchen Petersilie…
Was soll ich sagen? Das Geschnetzelte spielte nur die zweite Geige. Diese Möhren sind schlichtweg sensationell. Morgen mach ich sie wieder. Dicke Empfehlung.

Schilder

Es gibt einige Dinge, die wir in Deutschland ziemlich gut können: die sog. „deutschen Tugenden“ pflegen, einen kampfbetonten Fußball spielen und positive Menschen und Dinge kleinreden, um nur ein paar zu nennen.
Dem stehen einige Dinge entgegen, die wir in Deutschland weniger gut können: die Dinge etwas leichter nehmen, sich zu körperlichen Genüssen bekennen und nicht immer gleich grundsätzlich werden, um nur ein paar zu nennen.
Und es gibt etwas, das wir hierzulande überhaupt nicht können: Schilder beschriften. Augenscheinlich setzt der geringe Raum, den ein Schild bietet, und der damit verbundene Zwang, sich möglichst kurz zu fassen, uns Deutsche in einen unerträglichen Formulierungsstress. Wie anders lassen sich Rohrkrepierer wie

„Aus Sicherheitsgründen muss das Garagentor nach Gebrauch geschlossen gehalten werden!“

(statt: „Bitte Garagentor zumachen!“, gesehen in der Charlottenburger Halmstraße) erklären?
Die Beschränkung auf das Wesentliche scheint für uns eine absolut unüberwindliche Hürde zu sein. Selbst wenn Sie gelingt… gelingt sie wiederum nicht. Diesen Haiku unter den mißratenen Schildern fand ich vor einem Autoteilezubehörladen in der Urbanstraße in Kreuzberg:

„Alle Verschleißteile am Lager!“

Das Schild des heutigen Tages erblickte ich soeben auf dem Weg zur Arbeit vor dem Ladengeschäft eines Mobilfunkbetreibers.
Schild des Tages

Liebe Funkfritzen! Wenn ihr mir schon irgendeinen Quatsch verscheuern wollt, dann muss ich wenigstens eine kleine Chance haben, zu verstehen, um was für einen Quatsch es sich eigentlich handelt. Bitte! Vom Festnetz soll ich wen oder was wohin wechseln? Wie hoch ist die Ablösesumme? Und warum muss man kein Deutsch mehr können, wenn man Telefone verkauft?

Bond ist britisch!

Verwirrenderweise schreibt die Kaltmamsell am heutigen Tage, dass sie Bond-Filme in der deutschen Synchronisation bevorzugt. Hier muß ich energisch widersprechen.
Nur ein Beispiel: Am Anfang von Goldfinger – vor 42 Jahren gedreht und für mich immer noch der beste Bond aller Zeiten – wirft Commander Bond einen bad guy in die Badewanne, der daraufhin eine Pistole zückt. Der waffenlose Bond scheint geliefert, doch es gelingt ihm, in letzter Sekunde eine Lampe (oder war es eine Heizsonne?) in die Badewanne zu werfen, worauf die Opposition unappetitlich verschmurgelt.
Bond auf deutsch: „Widerlich. Einfach widerlich.“ Ist ganz okay.
Bond auf englisch (in Connerys un-nach-ahm-lichen Tonfall): „Shocking! Positively shocking!“ Ein Brüller, der mich aus dem Stuhl katapultiert hat.
Commander Bond was, is and will ever be very british!

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