Anti-Islamismus

Gerade auf Kabel 1 den Anfang von Mel Brooks Robin-Hood-Parodie gesehen. Ich verstehe nicht, warum sich unsere islamistischen Freunde wegen Papst Benedikt so aufregen. Offenbar sind ihnen die ersten zwanzig Minuten dieses Films aus dem Jahr 1993 komplett entgangen. Schade eigentlich. Der Papst ist lange nicht so komisch wie Mel Brooks. Und bei weitem nicht so anti-islamistisch. In den ersten 20 Minuten. Dann läßt der Film leider nach. Wie jeder Papst.

Damals in Bebra

In einem Gastbeitrag beim Hotelblogger wird sehr anschaulich von einem Hotelgast erzählt, der sich auf der Toilette verirrt hat.
Das erinnert mich an eine Geschichte, die sich vor ca. dreißig Jahren in einem Hotel in Bebra zugetragen hat. Dort übernachteten ein paar junge Tennisspieler, die tierisch stolz darauf waren, zum ersten Mal bei den nordhessischen Jugendmeisterschaften teilnehmen zu können. Einer von ihnen war zeitig schlafen gegangen, weil er am nächsten Morgen ziemlich früh sein erstes Match zu bestreiten hatte. Vor Aufregung konnte er aber trotzdem nicht einschlafen, und so war er noch wach, als es nachts gegen eins an seine Tür klopfte. Er öffnete und sah den Jugendwart seines Clubs vor sich stehen, in durchaus beklagenswertem Zustand. Und besagter Jungendwart richtete das Wort an ihn: „Sach ma, könnte ich heute mal in deinem Zimmer schlafen? Versteh mich bitte nicht falsch, ich würd ja bei mir auf dem Zimmer schlafen, aber… ich versteh das nicht… drei Klos, drei Waschbecken, aber kein Bett!“

Warum hier ab sofort gebloggt wird

Seit 6 Jahren steht die Netzecke als meine private Homepage im Internet. Meistens hatte ich – leider – viel zu wenig Zeit, mich um die Pflege dieser Seite zu kümmern, und deshalb hat sie einige Zeit lang auf den Betrachter einen hoffnungslos veralteten und verwilderten Eindruck gemacht.
Vor gut einem halben Jahr habe ich die Seite verschlankt, optisch etwas aufgemöbelt und versucht, ihr einen etwas „zeitloseren“ Charakter zu geben… keine wirklich befriedigende Lösung, wie ich gern zugebe. In etwa gleichzeitig habe ich die Bloggerei für mich entdeckt. In einem kleinen Spaßblog habe ich ein paar Witze notiert und meiner Obsession für die bizarre Gedankenwelt Effjott Wagners freien Lauf gelassen. Das hat Spaß gemacht, und so habe ich dann angefangen, ein zweites Blog über das Kreative Schreiben zu schreiben, mit dem ich eine kleine, treue Leserschaft gewinnen konnte.
Das alles begann, mir richtig Spaß zu machen. Nur meine Homepage machte mir überhaupt keinen Spaß mehr. Und meinen Besuchern offenbar auch nicht mehr, denn in den letzten paar Monaten haben sogar die Spammer mein Gästebuch ignoriert. Absolut unhaltbarer Zustand!
Okay, der langen Rede kurzer Sinn: Blog macht Spaß, olle Homepage nicht, also mache ich mit sofortiger Wirkung „Ungeheuer!“ zu und blogge hier weiter. Ab sofort gibt es also hier „Das Beste aus Politik, Wirtschaft, Sport und Wissenschaft“, und wenn es von meiner Arbeit bei den Biographen, dem Autorenbüro meiner lieben Frau Gaby Sikorski, oder vom MyStory Verlag Interessantes oder Skurriles zu berichten gib, werde ich es auch hier zum Besten geben.
Die alten Texte meiner Homepage habe ich als Blogeinträge gespeichert und – auf vielfachen Wunsch – die Kochrezepte, die ich zwischenzeitlich rausgeschmissen hatte – wieder reingenommen. Vielleicht kommt ja demnächst das eine oder andere Rezept dazu.
Wenn sich die ein oder andere rege Diskussion ergeben sollte, würde mich das sehr freuen. Ich entschuldige mich bereits jetzt für die zahllosen Fehler, die einem technischen Depp wie mir mit dem schnaubenden Ungetüm WordPress unterlaufen werden und bin dankbar für jeden Tipp! Ich hoffe, dass wir in Zukunft viel Spaß miteinander haben werden.

Kürschenauflauf

Für 6 Personen benötigen Sie: 6 altbackene Brötchen, 3 Eier, ¼ Liter Milch, 3 Eßlöffel Zucker, 2 Eßlöffel Mehl, 3 Eßlöffel feingemahlene Mandeln, 1 kg Kirschen, Zimt, Butter, Mehl und Zucker (zum Ausstreuen der Form). Die Kirschen entsteinen. Die Milch erhitzen, die in Scheiben geschnittenen Brötchen darin quellen lassen. Die Eier trennen, Eiweß zu steifem Schnee schlagen. Die eingeweichten Brötchen mit den 2 Eßlöffel Zucker, den 2 Eßlöffel Mehl, den Eigelb, den Mandeln und Zimt nach Geschmack gründlich vermischen. Die Kirschen untermischen und schließlich die steifgeschlagenen Eiweiß unterheben. Eine Auflaufform buttern, mit etwas Mehl und Zucker ausstreuen, die Masse hineingeben, mit Butterflocken belegen und bei 140 bis 160 Grad 45 Minuten backen. Selbstverständlich können Sie auch Kirschen aus dem Glas verwenden, diese jedoch gut abtropfen lassen. Und das eine oder andere Gläschen Kirschwasser in der Masse würde zwar bei nordhessischen Traditionalisten entgeistertes Kopfschütteln hervorrufen, den Geschmack des Auflaufs jedoch gewißlich bereichern.

Dippehase

Für 6 Personen benötigen Sie: 1 Wildhasen, in Teile zerlegt (ersatzweise die entsprechende Menge Hasenkeulen oder Schlegel), 750g Schweinenacken, 2 Zwiebeln, 150g Roggenbrot, 2 bis 4 Eßlöffel Johannisbeergelee, 1 Flasche trockenen Rotwein, Nelken, Lorbeer, Salz und Pfeffer sowie Brotteig (vom Bäcker oder Fertigbackmischung) zum Verschließen des Schmortopfes. Den Schweinenacken würfeln, zusammen mit den Hasenteilen portionsweise anbraten, jeweils mit Salz und Pfeffer würzen, mit den in dünne Scheiben geschnittenen Zwiebeln; Lorbeer und Nelken nach Gusto in einen schweren Schmortopf schichten. Den Johannisbeergelee darüber löffeln. Rotwein mit dem feingeriebenen Roggenbrot aufkochen und in den Schmortopf gießen. Deckel auf den Topf, mit Brotteig verschließen und bei 180 Grad –ca. 2 Stunden in den Ofen tun. Dazu Rotkohl, Kartoffelklöße, und ein schöner Rotwein. Und – bitte – machen Sie den Topf erst bei Tisch auf. Die Duftwolke, die einem entgegenkommt, wenn man – mühsam – den Teig weggehebelt hat, ist wirklich einmalig.

Weckewerk

Jetzt wird’s ein wenig rustikal. Für 6 Personen benötigen Sie: 250g altbackenes Weißbrot oder Brötchen, 1 Liter Bouillon, 750g Fleischreste vom Schwein (gekocht, mit Schwarten auch Reste vom Schweinebraten sind möglich, ebenso Gehacktes vom Schwein, jeweils mit gekochten Schwarten), 250g Zwiebeln, Majoran, Kümmel, Salz und Pfeffer. Die Brotreste in der Bouillon quellen lassen, Fleisch nebst Schwarten und Zwiebeln durch den Wolf drehen, alles in die Bouillon geben, mit Kümmel, Majoran, Salz und Pfeffer abschmecken und unter ständigem Rühren zu einer festen Masse verkochen. Entweder so zu Pellkartoffeln reichen, oder im Kühlschrank erkalten lassen, Scheiben von der Masse abschneiden und in der Pfanne braten. In Nordhessen wird das Weckewerk gelegentlich vor dem Braten noch paniert, was angesichts der ohnehin gegebenen Fettigkeit des Gerichts durchaus atemberaubend sein kann. Trinken Sie dazu Bier, ein Wein verbietet sich angesichts des nach wenigen Gabeln dringend benötigten klaren Schnapses. Übrigens: falls Sie den Aufwand scheuen, suchen Sie einen nordhessischen Fleischer auf. Bei ihm gibt’s Weckewerk fertig in Gläsern.

Sauerkrautauflauf mit Blutwurst

Für 4 Personen benötigen Sie: 1 kg Sauerkraut, 1 Zwiebel, 1 kg mehligkochende Kartoffeln, 500g Blutwurst, die sich zum Braten eignet, ¼ Liter Milch, ¼ Liter Schmand, etwas Bouillon, Butter, Wacholderbeeren, Lorbeer, Muskatnuß, Salz, Pfeffer. Die Zwiebel schälen und kleinschneiden, in Butter andünsten, das Sauerkraut hinzugeben, ebenfalls durchdünsten, mit Wacholderbeeren, Lorbeer, Salz und Pfeffer würzen, etwas Bouillon angießen und ca. 20 Minuten dünsten lassen. Die Blutwurst pellen, in Stücke schneiden und in wenig Butter kurz anbraten. Die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser sehr weichkochen. Abgießen, ausdampfen lassen, mit dem Kartoffelstampfer zermusen und erhitzte Milch, Schmand und nicht zuwenig Butter einarbeiten, sodaß ein geschmeidiges Kartoffelpüree entsteht, das mit frisch geriebener Muskatnuß, Salz und Pfeffer abgeschmeckt wird. Eine Auflaufform buttern, das Sauerkraut hineingeben, darauf die gebratenen Blutwurststücke legen –und alles mit dem Kartoffelpüree bedecken. Im Ofen 40 bis 60 Minuten bei 180 Grad backen. Wer dazu einen schönen Riesling aufmacht, weiß, was gut ist.

Spanisch Fricco

Für 4 Personen benötigen Sie: 500g zartes Kalbfleisch, 1 kg festkochende Kartoffeln, 3 große Zwiebeln, ½ Liter Schmand, ¼ Liter Bouillon, Butter, Muskatnuß, Salz und Pfeffer. Das Fleisch in Würfel schneiden, Kartoffeln und Zwiebeln schälen, in möglichst dünne Scheiben schneiden. Eine Puddingform ausbuttern, Schichtweise Kartoffeln, Zwiebeln, Fleisch einfüllen, dabei jede Schicht mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuß würzen. Den Schmand mit der Bouillon geschmeidig rühren und in die Puddingform geben. Im Wasserbad 2 bis 2 ½ Stunden kochen. Zum Servieren in eine Schüssel stürzen. Als Beilage wird in Nordhessen meist ein Salat gereicht, den ich gern weglasse. Zum einen, weil ich die deutsche Manie, kaltes und warmes gleichzeitig zu essen, immer noch nicht verstehe, zum anderen, weil mir der Essig am Salat den Geschmack des Grauburgunders versaut, den ich gern zu diesem Essen trinke.
Übrigens ist dies nur eine von zahlreichen Rezepturen aus der Gegend um Eschwege, wo dieses Gericht herkommt. Die Zutaten variieren dort von Ortschaft zu Ortschaft. Es wird mit Rindfleisch zubereitet, mit halb Rind, halb Schwein, und gelegentlich sogar mit Lamm. Auch wird gelegentlich mit Lorbeer und/oder Nelken gewürzt. Das kann man alles ausprobieren. Gänzlich unnordhessisch, aber sehr schmackhaft ist es, in Scheiben geschnittene Champignons oder (noch besser) ein oder zwei Handvoll Pfifferlinge mit in die Puddingform zu geben.

Krautshäuptchen

Für 4 Personen benötigen Sie: 2 bis 3 Pfund Weißkohl (netto), 1 Pfund Gehacktes vom Schwein, 2 altbackene Brötchen, 2 Eier, Butter, Semmelbrösel, Senf, Salz, Pfeffer und evtl. etwas Kümmel. Die Brötchen in Wasser einweichen, gut ausdrücken, mit dem Gehackten, etwas Senf, den beiden Eiern, Salz und Pfeffer zu einer durchaus feuchten Masse vermengen. Den (selbstverständlich entstrunkten) Weißkohl in nicht zu feine Streifen schneiden und in reichlich gesalzenem Wasser 5 bis 10 Minuten blanchieren, bis die Weißkohlstreifen geschmeidig sind. Abgießen und auskühlen lassen. Mit der Fleischmasse vermengen. Eine Puddingform großzügig ausbuttern, mit Semmelbröseln ausstreuen und die Masse einfüllen. Puddingform verschließen und im Wasserbad ca. ca. 90 Minuten kochen lassen. Puddingform etwas abkühlen lassen, und dann die Krautshäuptchen auf eine Servierplatte stürzen. In Scheiben geschnitten zu mehligen Salzkartoffeln und viel Senfsauce servieren. Es ist übrigens nicht verkehrt, die Krautshäuptchen-Scheiben noch einmal in eine Pfanne zu werfen und von beiden Seiten goldbraun zu braten. Ebenso ist es geschmacklich hochinteressant, der Weißkohl-Fleischmasse etwas Kümmel zuzusetzen, was jedoch gewisse bei reichlichem Genuß dieser Mahlzeit unangenehme Dinge mit der Atmosphäre anstellt…
Schließlich kann man die Krautshäuptchen auch ohne Puddingform als Auflauf im Ofen zubereiten: einfach in eine gefettete Auflaufform tun und bei 180 Grad ca. 1 Stunde backen. Dazu am Besten ein Bier, oder ein kräftiger Landwein, der angesichts der Senfsauce nicht in die Knie geht.

Rinderroulade von der Scholle

Für 2 Portionen benötigen Sie: 4 Schollenfilets, 2 Möhren, 2 Zwiebeln, 2 kleine Gewürzgürkchen, 1 Stück Sellerie, 1 Stange Lauch (nur das Weiße), 50g geräucherter, durchwachsener Speck, 300ml Fischfond, 1 Glas trockenen, nicht zu schweren Rotwein, 1 Schuß süße Sahne, Butter, Senf, Salz, Pfeffer. 1 Zwiebel, 1 Möhre, die Gewürzgürkchen und den Speck feinschneiden. In etwas Butter weichdünsten. Die Schollenfilets salzen und pfeffern, auf einer Seite mit Senf bestreichen, die Zwiebel-Speck-Möhren-Gürkchen-Mischung darauf verteilen, die Filets aufrollen und mit einem Zahnstocher feststecken. Das restliche Gemüse kleinschneiden, in Butter andünsten, mit Fischfond und Rotwein ablöschen und weichkochen. Salzen und pfeffern. Die Schollen-Rouladen einlegen und bei milder Hitze 6-10 Minuten (hängt von der Dicke der Rouladen ab) garziehen (nicht kochen) lassen. Schollen-Rouladen herausnehmen und warmstellen. Das Gemüse mit dem Pürierstab in der Flüssigkeit pürieren, die Sauce aufkochen lassen, mit einem Schuß Sahne vollenden, abschmecken und zu den Schollen-Rouladen reichen. Dazu Kartoffelpüree und – vielleicht – ein lauwarmer Salat vom blanchierten Rotkohl mit Walnußkernen.

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen