Schlagwort-Archive: Tiefsinn

Splitterbrötchen (XXXV)

Naive Journalisten: Glauben die wirklich, dass ein katholischer Erzbischof über die Abschaffung des Zölibats nachdenkt? Das ist doch nicht Robert Zollitzsch, das ist Matthias Richling. Auch wenn er ein wenig zugenommen hat, ich hab ihn sofort erkannt.

Höhepunkt der Woche: Elmar Gunsch (!) am Dienstag Abend als Testosteronbombe bei Sandra Maischberger!.

Mit jedem Tag, den ich älter werde, verstehe ich diese Welt ein bißchen weniger.

Vorgestern geborgt bekommen, gestern durchgelesen, heute weiter empfohlen: Rob Sheffield’s „Love is a Mix Tape„. Wer Pop-Literatur und traurige Schnulzen mag, kann zur Zeit nichts besseres tun, als dieses Buch zur Hand nehmen. Danke, Kirsten!

Interessant, dass alle Welt sich über Senator Sarrazins Zynismus aufregt, wenn er einen Speiseplan für Hartz IV-Empfänger zusammenstellt. Dass er Dreckszeug wie Billigst-Bratwurst und -Leberkäse vom Discounter mit „ausgewogener Ernährung“ verwechselt, fällt augenscheinlich niemandem auf.

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Splitterbrötchen (XXXIV)

Gestern war ich ca. zweieinhalb Stunden mit Bus und U-Bahn unterwegs, dabei habe ich gezwungenermaßen ca. eine Stunde lang unfreiwillig den Handy-Gesprächen meiner Mitfahrer gelauscht. Seit gestern bin ich der unverrückbaren Ansicht, dass nur eine sofortige Erhöhung der Mobilfunk-Gebühren um mehrere tausend Prozent eine Möglichkeit ist, so etwas wie Kommunikationshygiene zumindest ansatzweise wieder herzustellen.

Es scheint sich noch nicht überall in Deutschland herumgesprochen zu haben, dass man sich streiten kann, ohne den Gegner verletzen oder vernichten zu wollen.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Biathlon eine Nischensportart für Gebirgsjäger mit zuviel Tagesfreizeit war.

Erstaunlich, dass es Ronald Pofalla noch nicht einmal gelingt, einen Politiker glaubwürdig nachzuahmen.

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Splitterbrötchen (XXXIII)

Normalerweise interessiert mich nicht die Bohne, was im Absender von Spam-Mails steht. Aber ein Name wie „Porfirio Leach“ ist natürlich fantastisch.

Dieter Kosslick kann nicht nur Festivals leiten, er kann auch dämlich fragenden Filmjournalisten die Welt erklären:
„Wie hat man sich den Stones-Auftritt vorzustellen: Landen sie im Privatjet in Tempelhof? Wird das Hotel de Rome gemietet?“ – „Sie kommen wohl nicht mit Easyjet und schlafen nicht im Backpacker-Hotel.“

Interessant, dass im TV-Werbespot der Weight Watchers keine übergewichtigen Menschen zu sehen sind.

„Fühlen Sie sich ganz wie zuhause!“ plärrt es mir aus einem Hotelprospekt entgegen. Aber haargenau das will ich doch nicht, wenn ich verreise.


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Splitterbrötchen (XXXII)

Einmalig, wie Vogts Nigeria runterrockt. Die Jungs vom Nigerianischen Fußballverband müssen langsam glauben, dass dieser Trainer ihnen in einem hölzernen Pferd geliefert wurde.

Das Internet besteht aus Millionen kleiner Fenster, in die Millionen Menschen hineinsehen, um dem Leben beim Vergehen zuzugucken.

In der U-Bahn sehe ich immer mehr Menschen, die minutenlang schweigend in ihre Handys hinein horchen. Was machen die? Hören die sich besonders liebgewordene Mailbox-Nachrichten immer wieder an?

Manchmal erschrecke ich ob der Naivität von Zeitungsschlagzeilen: „Börsenhändler zockte mit 50 Milliarden Euro“. Warum soll so ein Mann nicht das machen, was in seiner Job-Beschreibung steht?

Titelidee für die Memoiren von Markus Maria Profitlich: „An den Haaren herbeigezogen“.

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Splitterbrötchen (XXXI)

Letzte Woche träumte ich zum ersten Mal in meinem Leben davon, in der deutschen Fußballnationalmannschaft zu stehen und im Finale um die Fußballweltmeisterschaft zu spielen. Als ich endlich den Pokal in Händen hielt, kamen natürlich Heerscharen von Gratulanten auf mich zu… die mich alle dazu beglückwünschten, dass es mir endlich gelungen wäre, diesen Traum zu träumen.

Warum um alles in der Welt regt sich dieselbe über das Cruise-Video auf? Dass er Scientology-Mitglied ist und haufenweise dummes Zeug labert ist doch weiß Gott nichts neues.

Die SPD ist die einzige Partei Deutschlands, die sich aus jeder, aber auch wirklich jeder Lage selber ins Knie zu schießen kann.


Waren das Zeiten, als man nur den Schallplattenbesitz eines Mannes durchsehen musste, um Rückschlüsse auf seine Gesinnung ziehen zu können.

 

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