Schlagwort-Archive: Tiefsinn

Splitterbrötchen (XLIX)

Hinreißender „Alter Sack kann es noch“-Film: der neue Indiana Jones. Ärgerlich, mit welcher Kenntnislosigkeit einige Filmkritiker vor diesem mit Zitaten und kernigen One-Linern vollgestopften Action-Spaß versagt haben.

Erstaunlich, dass es weder CDU noch SPD klar zu sein scheint, dass es der Mehrheit der von Ihnen regierten Bürger ziemlich wurscht sein dürfte, wer an Silvester den Grüßaugust macht.

Apropos SPD: man kann immer etwas falsch machen. Die Menschen verzeihen einem das sogar. Man muss nur den Fehler eingestehen und es ab sofort anders, idealerweise besser machen. Was ist eigentlich so schwer, SPD? Das zu begreifen, das umzusetzen, oder gar beides?

Dieter Bohlen soll gesagt haben, dass er sogar ein Pfund Hackfleisch in die Charts bringen kann. Dass ist das überzeugendste Konzept für einen Eurovision-Song-Contest-Beitrag, das ich seit Jahren gehört habe.

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Splitterbrötchen (XLVII)

Früher war die Welt einfach: Wenn ein Mensch zu einem Mülleimer ging, wollte er etwas wegwerfen. Jetzt ist die Welt komplizierter geworden: immer mehr Menschen nähern sich Mülleimern, um etwas herauszuholen. Es ist eine Schande.

Blick in die Kristallkugel: Wenn Gattuso in der nächsten Saison tatsächlich für die Bayern spielt, wird er in der ersten Saisonhälfte mindestens dreimal vom Platz fliegen. Der Firlefranz wird bei Premiere „Jo mei, der Gennaro…“ sagen, Wurst-Uli wird der Konkurrenz die Schuld geben („Das ist nachgerade perfide, wie die Stürmer sich zwischen Gattuso und den Ball werfen. Der kann ja gar nicht anders, als sie zu treten!“), und der Findensienichtauch-Kalle wird die Situation in seiner weltmännischen Art auf den Punkt bringen: „Die deutschen Schiedsrichter müssen sich erst noch an Gattusos Spielweise gewöhnen.“

Manchmal glaubt man, dass die Welt einem gehört. Dass das ein Irrtum ist, merkt man, wenn sie einem wieder weggenommen wird.

Die Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ist ein richtiges Karriere-Sprungbrett. Ist es nicht toll, wie die Kandidaten der letzten Staffel immer noch die Schlagzeilen beherrschen?

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Splitterbrötchen (XLVI)

Willi, Wuppi und Wudy… das sind tatsächlich Dinge, die man in Supermarkt oder Bäckerei erwerben und angeblich essen kann. Ich werde nie erfahren, wie das Zeugs schmeckt. Ich kann nicht „Einen Schoko-Wuppi, bitte“ oder „Ich nehm einen mit Käse überbackenen Willi“ sagen, ohne mir unerträglich dämlich vorzukommen.

Was wirklich nervt, sind Leute, die Fragen stellen, weil sie glauben, irgendwas fragen zu müssen. Ohne etwas wissen zu wollen.

„Zeitversetztes Fernsehen“ wird mir gerade als neuestes Trumpfas von T-Online angepriesen. Das ist natürlich der Wahnsinn. Davon träume ich von Kindesbeinen an. Lieber wäre es mir allerdings, wenn die Marketing-Deppen, die diesen idiotischen Begriff erfunden haben, nicht auf Zeit sondern auf Dauer versetzt würden.

Die gewissenlosen Dummschwatz-Profiteure von McKinsey warnen davor, dass die Mittelschicht hierzulande verfällt. Aha. Die gleichen Leute, die jahrelang den Stellenabbau als Allheilmittel für jedes wirtschaftliche Problem gepredigt haben, bemerken plötzlich, dass es volkswirtschaftliche Probleme gibt, wenn man einer größeren Menge Leute die Arbeit wegnimmt. Ein Verfall von Firmen wie McKinsey könnte das Problem schlagartig lösen.

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Splitterbrötchen (XLV)

Im Supermarkt einen Fehlkauf getätigt. Welcher grenzdebile Vollspaten ist nur auf die Idee gekommen, auf eine Packung, die 40 Müllbeutel mit je 20 Litern Inhalt enthält, eine riesengroße 40 zu drucken?

Ein Satz wie „Rufen Sie an und gewinnen Sie ein schickes Auto!“ (Sat1, Donnerstag abend) ist weder inhaltlich noch literarisch zu toppen.

In Minden gesehen – genialer Name für eine Boutique: „Bonnie sucht Kleid“.

Warum finden so viele Menschen Essen vom Buffet so toll? Mir was durcheinander auf den Teller packen kann ich auch zuhause.

Ein Service, den ich nicht mehr missen möchte: Der Celebrity-Deathbeeper.

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Splitterbrötchen (XLIV)

Verleser der Woche: Bei „Dichter Rauch legt Buenos Aires lahm“ fragte ich mich tatsächlich ein Weilchen, was dieser Herr Rauch wohl gedichtet haben mag, um eine Großstadt lahmlegen zu können.

Wer hat eigentlich erfunden, dass man sich ständig neu erfinden muss?

Warum glaubt Fa. Bauhaus, dass es mich am Samstagabend während des Pokalfinales interessiert, dass ihr neuer Katalog da ist?

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Splitterbrötchen (XLIII)

Natürlich bin ich ein Gegner jeder Zensur. Aber diese unerträglich kitschigen, unbeholfenen Sprüche auf Kondolenz-Karten würde ich sofort verbieten lassen.

Zum Kotzen: Willi Lemkes selbstgefälliges, an den Fakten vorbeigehendes Gelaber im Sportstudio. Wieso dieser eitle Floskel-Daherbeter von einem Großteil der Presse hartnäckig als Sympath gefeiert wird, entgeht mir komplett.

Wenn Jogi Löw genug Cojones hat, ruft er Olli Kahn an und fragt ihn, ob er im Juni ein paar Wochen Zeit hat.

Mit jedem Rezept, das Peter Wagner sonntäglich auf Spiegel ONLINE veröffentlicht, werden meine Zweifel größer, ob der Mann schon mal eine Küche von innen gesehen hat. Wer Hobbyköchen empfiehlt, ihren Backofen auf 83 Grad einzustellen, Lachsbonbons zu drehen oder durch ein Haarsieb passierte Meerrettichraspel in einen „Thermo-Whip“ zu füllen, ist ein snobistischer Sadist oder weiß nicht, wovon er schreibt. Vermutlich ist beides der Fall.

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Splitterbrötchen (XLII)

Banale Sätzen werden nicht dadurch wichtig, dass man sie aufschreibt.

Kluge Menschen haben es hierzulande immer schwerer. Weil die Deppen Kompetenz und Bildung als Bedrohung empfinden.

Einem Spiegel-Online-Artikel entnehme ich, dass Naomi Campbell eine Drogenberaterin hatte (wurde natürlich verprügelt). Warum gönne ich mir nicht einen Wein-Coach?

Warum um Himmels Willen entschließen sich nur noch Kleinbürger zur linken Gesinnung?

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Splitterbrötchen (XLI)

Nichts gegen Gastronomen, die sich gegen das – in meinen Augen Bürger beleidigend bevormundende – Rauchverbot wehren. Allein die beinahe ausschließlich vorgebrachten wirtschaftlichen Argumente („Wir können das Rauchverbot nicht einhalten, unsere Umsätze gehen zu stark zurück!“) irritieren mich. Nehmen wir mal an, ich wäre ein Auftragskiller. Nette Menschen informieren mich dahingehend, dass meine berufliche Tätigkeit illegal ist. Ich erschrecke und höre damit auf, meine Mitmenschen ins Jenseits zu schicken. Nach einigen Wochen stelle ich fest, dass meine Umsätze zurückgehen, und mit eben dieser Begründung nehme ich meine Geschäftstätigkeit wieder auf…

Wenn man bei einem Umzug Kisten trägt und plötzlich nimmt ein junger Mensch einem die Kiste mit den Worten „Die ist zu schwer für dich.“ weg… au weh. Blödes Gefühl.

Ich will wirklich nicht kleinlich sein, aber mich würde wirklich eine überzeugende Begründung interessieren, warum ich Wurstpellen und Käserinden bezahlen muss, die grundsätzlich mit abgewogen werden, obwohl ich sie nicht esse.

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Splitterbrötchen (XL)

Mittelmaß macht ein Geräusch. Es greint.

Ich gucke House wegen House, aber Monk wegen Stottlemeyer.

Wer kennt eigentlich noch Carlo Schmid? Warum zitiert niemand mehr Carlo Schmid? Könnte es an der simplen Erkenntnis liegen, dass man große Vorbilder, die man nicht annähernd erreicht, besser totschweigt, um keine peinlichen Vergleiche zu provozieren?

Talent ist ein Versprechen, dass oft nicht gehalten wird.

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Splitterbrötchen (XXXIX)

Im Hof des Mietshaus, in dem wir wohnen, stehen heute zehn Fahrräder mehr als zu Beginn des Streiks im ÖPNV. Irgendwie glaub ich nicht, dass alle dieser Fahrradfahrer wieder Bus fahren werden. Könnte sein, dass ver.di der BVG doch ziemlich geschadet hat.

Das waren schöne Filme, in denen eine Prügelei noch als gesellschaftlich akzeptabler Zeitvertreib angesehen wurde. Und wo sind eigentlich die Auto-Verfolgungsjagden geblieben, bei denen richtig Material zerdeppert wurde?

Gerade im Radio gehört, dass man bei der BVG berät, wie man den Fahrbetrieb wieder anlaufen lassen kann. Hm. Eigentlich sollte doch so ein Plan nach zehn Tagen Streik fixfertig in der Schublade liegen. Erinnert irgendwie an das „Ministerium für gesamtdeutsche Fragen“, das seinerzeit vom Fall der Mauer auf dem linken Fuß erwischt wurde.

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