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Gelüftet

„Es gibt im Welt-Fußball keine Geheimnisse mehr“, hat Franz Beckenbauer schon vor 25 Jahren erkannt, und er hat spätestens seit heute recht. Denn heute ist eine der letzten Bastionen sportlichen Geheimniskrämerei gefallen, ein wackerer Kolumnist hat das Geheimnis der fußballerischen Überlegenheit Brasiliens gelüftet:

Die Worte „wacker“ und „Kolumnist“ in einem Satz? Damit kann doch nur Effjott Wagner gemeint sein? Richtig. Heute hat er wacker (sic!) wie immer kolumniert (sic!!):

Brasilien ist ein unglaubliches Land. Regenwälder, Buchten, Fischerboote und irgendwo ist ein Ball. „

Natürlich! Deshalb sind sie so unglaublich heiß aufs Spiel: ein riesiges Land, Millionen Quadratkilometer, Zilliarden Einwohner und nur ein Ball…

Der Schalk in Effjott

Wenn man etwas über einen längeren Zeitraum hinweg tut, dann fragt man sich früher oder später: „Warum mach ich das eigentlich?“ Ich zum Beispiel schreib seit bald zwei Jahren gelegentlich über das, was ihnen so einfällt durch Unachtsamkeit aus dem Hirnkastl herausfällt, und da fragen früher oder später nicht nur die Freunde, da fragt man sich selbst: „Warum les ich jeden Tag den Quatsch, den der Effjott schreibt?“ Nach sekundenkurzem Nachdenken kann ich die einleuchtende Antwort „Es ist die Freude an der reinen Idiotie gepaart mit der Bewunderung für den mit Könnerschaft herbeigeführten Sprachunfall.“ geben. Wer anders als Sie, chér Effjott, käme z.B. auf den Gedanken, das komplexe Verhältnis zwischen Wolfgang Clement und der nordrheinwestfälischen SPD so auf den Punkt zu bringen:

Er soll seine eigenen Kleider auffressen, mit offenem Mund „Hilfe“ schreien. Das also hat die NRW-SPD für Wolfgang Clement beschlossen.

Wenn ich mit geschlossenem Mund „Bravo!“ schreien könnte, würde ich es jetzt tun, aber da ich das nicht kann, öffne ich ihn zu diesem Behufe (wie Sie es für Wolfgang Clement beschlossen haben) und applaudiere Ihnen mit ganzer Stimme. Und das Tolle an Ihnen und Ihren Kolumnen ist ja, dass Sie das gar nicht Ernst meinen. Sie schreiben diesen Quatsch hin und lachen selber am lautesten über den Unfug, den Sie gerade verzapft haben, wie zum Beispiel über diese bezaubernde Miniatur über die Essgewohnheiten von Sozialdemokraten:

Ich würde ihm meine Tür öffnen. Ich würde dem hungernden Clement Buletten, Fleischwurst, Bier und alles geben, was ein SPDler gerne isst.

Gottseidank, dass Sie das nicht Ernst meinen, Effjott. Oder? Effjott? Effjohott?

[tags]Effjott, Wagner, Pubertätsgefängnis, Irrenschreiber, Gehirnmißbrauch, Flashback, Ungeheuer![/tags]

Kurz vor Olympia: Effjott im Olymp

Das gelingt nur den größten unter den großen Autoren Schriftstellern Welt-Dichtern: Sätze schreiben, an denen sie sofort erkannt werden. Ein paar Worte nur, scheinbar achtlos dahin geworfen, und schon ruft der Leser unwillkürlich „Das ist doch Hemingway! Thomas Mann! Dylan Thomas!“
Seit heute, lieber Effjott, gehören Sie endgültig zu diesen Unsterblichen, mit 12 Wörtern Kleinodien, aufgereiht wie Perlen an einer Schnur der Sinnlosigkeit, unbeeinträchtigt von Grammatik und Einsicht, poetisch für sich selber stehend, lediglich auf sich selbst und ihren Autor verweisend:

Von Lungenkrebs zerfressene Männer sagten mir, dass die Eckkneipe ihr Schönstes war.

Nobody does it better.

[tags]Effjott, Wagner, Gehirnmissbrauch, Denkschwurbel, Sprachterrorismus, Ungeheuer![/tags]

Kopfrechnen und Handarbeit

Effjott, alte Nase, war ja ganz schön ruhig um Sie geworden in den letzten Wochen und Monaten, aber heute haben Sie mit einer gewagten Links-Rechts-Kombination ein fulminantes Comeback eingeleitet:

Vor 25 Jahren stellte IBM den ersten Personalcomputer vor und George Lucas faszinierte die Welt mit seiner „Star Wars“-Trilogie. Etwas Erregenderes, Neuartigeres, Unerwarteteres lässt sich heute gar nicht denken. Bei „Star Wars“ ist es die Fantasie zu grenzenlosen, gottartigen Extremen aufzubrechen.

Ähm… kann ja sein, dass Ihnen der mit einem Laserschwert herumfuchtelnde Alec Guinness im Verbund mit einem Raumschiffe lenkenden Menschenaffen als „gottartiges Extrem“ vorkommt (ist wohl gestern mit Udo wieder spät geworden?), aber der erste Star Wars Film erschien vor 31 Jahren, nicht vor 25. Hätten Ihnen die Stinker von der BILD-Redaktion ruhig sagen können. Keine Ahnung, warum die Sie boykottieren und Ihnen Grammatik-Auffahrunfälle wie diesen durchgehen lassen:

Beim Computer ist es, das manuelle Zeitalter zu verlassen.

Aber jetzt hab ich wenigstens endlich kapiert, warum Sie mit Elektronengehirnen nicht zurande kommen. Sie versuchen immer noch, die Dinger wie in einem 50er-Jahre-SF-Film mit der Kraft Ihrer Gedanken zu lenken. Klappt nicht. Schauen Sie doch mal auf Ihren Schreibtisch. Irgendwo vor Ihnen liegt ein flacher, rechteckiger Kasten mit vielen Tasten, auf denen sich Buchstaben, Zahlen und so Zeugs befinden. Das nennt man eine Tastatur. Wenn Sie die manuell bedienen (auch wenn’s Ihnen als Rückschritt erscheinen muss), klappt’s auch mit dem Elektronengehirn. Willkommen im Zeitalter der Maschinenmenschen.
[tags]Effjott, Denkschwurbel, Gehirnmissbrauch, Ungeheuer![/tags]