Was das?

Zum Ende der Netzecken-Pause bedanke ich mich bei allen Stammlesern, die geduldig gewartet haben, mit einem kleinen Ratespiel. Ursprünglich wollte ich ja meinen Urlaubsort raten lassen, aber da hätten Hande und Sebastian einen nachgerade unfairen Vorteil. Deshalb hab ich ein kleines Foto in meinem Stamm-Heurigen geschossen und frage: Was ist das für ein Teil?

Hmmmm...

Dem oder der ersten, die in den Kommentaren sagt, wofür dieses merkwürdige Objekt gut ist, schicke ich aus dem nächsten Seewinkel-Urlaub eine Postkarte. Der Rechtsweg ist – genau wie der Links- oder gar der Mittelweg – ausgeschlossen. Viel Spaß!

Splitterbrötchen (VI)

Drei Jugendliche an der Bushaltestelle:
A: „Ich geh noch mal schnell in den Supermarkt, soll ich was mitbringen?“
B: „Ja.“
A: „Was denn?“
C: „Wir haben Maoam und Gummibärchen, bring irgendwas mit! Aber renn, der Bus kommt gleich!“

Steht „Kragenspeck“ eigentlich mittlerweile auf der Liste der bedrohten Wörter?

Sehr staatserhaltend, dass die ARD Sandra Maischbergers fantastische Dokumentation über Helmut Schmidt erst um 22 Uhr 45 gesendet hat. Bei einer Ausstrahlung zur Primetime wäre vermutlich eine Revolution ausgebrochen. Die Bürgern hätten sofort den Unterschied zwischen einem echten Staatsmann und den Knallchargen und Hofschranzen erkannt, von denen sie zur Zeit regiert werden. Und dann wären sie auf die Barrikaden gegangen.

„Der Teufel trägt Prada“ auf DVD ausgeliehen. Eigentlich hätte es doch irgendwem während der Herstellung des Films auffallen müssen, dass die Geschichte vollkommen aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mrs. Streep kommt als Antagonistin hundertmal sympathischer rüber als die weinerliche, unerträglich tutige Protagonistin.

„Live Earth“ kapier ich nicht. Warum braucht man einen „Anlass“ für ein Rock-Konzert? Wird Musik besser, wenn man ein Anliegen hat? Warum ist es plötzlich anrüchig, nicht mehr und nicht weniger als die eigene Jugend zu feiern? „We are stardust. We are golden. We must get ourselves back to the garden.“ Danke, Mrs. Mitchell. Nach vierzig Jahren noch einmal Danke für die wunderbare Kühnheit und die magische Hybris dieser Worte.

100

Heute wäre mein Vater, Ernst Kurbjuhn, 100 Jahre alt geworden. Hätte ich – oder irgendjemand anders – ihm einmal gesagt, dass die Menschen 100 Jahre nach seiner Geburt zum Rauchen und Telefonieren auf die Straße gehen würden… Er hätte an meinem Verstand oder dem der ganzen Menschheit gezweifelt. Vollkommen zurecht, übrigens.

Überwiesen

Als die Deutsche Bundespost (Nein, nicht dieser Mobilfunkvertrag-Gratis-Girokonto-Schnäppchen-Hökerer namens „Post“, ich meine die DEUTSCHE! BUNDES! POST!) seinerzeit das ungeheuerliche Wagnis einging, die Zahlkarte abzuschaffen, dachten viele, dass durch diesen unüberlegten Schritt die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert werden könnte. Weit gefehlt. Die Lebensqualität der meisten Bürger hat seit und durch die Abschaffung der Zahlkarte dramatisch zugenommen.
Überweisung
Apropos Lebensqualität: Heute muss ich bereits am frühen Nachmittag das Büro verlassen. Weil ich zu meiner Orthopädin muss. Dort geh ich wegen meinem defekten Knie (Scheiß-Tennis) hin und gebe wg. Quartalsanfang eine Überweisung von meiner Hausärztin ab. Bei der Orthopädin hole ich mir eine Überweisung für die Jungs und Mädels mit dem Kernspintomographen ab, in dem ich Montag gelegen hab, um herauszufinden, was mit meinem Knie los ist. Da geh ich hin, geb die Überweisung ab und bekomme im Austausch meinen Befund vom letzten Montag, und den trage ich dann zurück zur Orthopädin. Ach ja, die Überweisung, die ich bei der Orthopädin abgegeben hab, hab ich gestern bei meiner Hausärztin abgeholt, wo ich wegen zu hohem Blutdruck in Behandlung bin.
Aber ich muss mich mittlerweile ernstlich fragen, wie mein Blutdruck Herrgottsakramentzefixhallelujaverdammtnochmalscheißglumpverreckts denn sinken soll, wenn grenzdebil-terroristische Vorschriften irgendwelcher defizitärer (!) Krankenkassen mich dazu zwingen, stundenlang Papiere durch die Gegend zu tragen, die in Zeiten moderner Kommunikation mindestens genauso überflüssig sind wie die kreuzdämliche Zahlkarte der DEUTSCHEN! BUNDES! POST!

Cruising

2 (mehr lohnt nicht) Fragen zur aktuellen Aufgeregtheit um Tom Cruise, Stauffenberg und den Bendlerblock:
1. Ist es wirklich so schwer, zwischen Schauspieler und Rolle zu unterscheiden?
2. Wäre es den debattierenden Schein-Intelligenzen tatsächlich lieber, Stauffenberg würde von einer talentfreien Knallcharge gespielt, die aber die richtige Religion und Gesinnung hat?

Kostenlos

Soeben schlug ein Presse-Newsletter in meiner Mailbox auf. Die Firma Vodafone berichtet von neuen, enorm günstigen DSL-Tarifen. Und die pfiffige Presseabteilung besagter Firma schafft es, auf knapp zwei großzügig gestalteten Din-A4-Seiten insgesamt dreizehn Mal das Wort „kostenlos“ unterzubringen. Ich neige mein Haupt vor der technischen Expertise dieser Firma. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass es irgendjemandem gelingen könnte, ein riesiges hölzernes Pferd in meine Mailbox zu friemeln. There ain’t no such thing like a free lunch.

Neues vom Freunde

Wohl dem, der Freunde hat. Dieser nennt mich seit Jahren einen guten solchen, und ich selber tue gleiches gern. Doch dann hört man plötzlich nichts mehr voneinander, erst 6 Monate lang, dann ist schon über ein Jahr vergangen. Kommt ja vor, man hat zu tun, die Termine!
Dann hat man selbst einen Termin, runder Geburtstag, selbstverständlich muss der Freund dabei sein! Ich rufe an, doch der geht nichts ans Telefon. Ich weiß, er hat es in der Hand gehalten, als es klingelte. Unmittelbar zuvor war noch besetzt. Doch er nimmt meinen Anruf nicht an und und ruft auch nicht zurück, trotz Bitte auf der Mailbox. Will er nicht mehr? Gibt doch keinen Anlass!
Man ist doch Freund, deshalb wird Mail geschickt und eingeladen. Und diesmal antwortet er, kann leider nicht kommen, schade, schade, die Termine! Doch bald würde man sich sehen, dass sei versprochen. Am Geburtstag selber vom teuren Freunde nichts, keine Mail, kein Anruf… die Termine offensichtlich! Doch eine Woche später: Elektronische Post, er mailt, dass er nächste Woche in Berlin sein wird, so dass wir meinen Geburtstag – zu dem er nach wie vor merkwürdig hartnäckig jegliche Gratulation verweigert – nachfeiern könnten. Es bleibt bei der Ankündigung. Wochen verstreichen. War er überhaupt in der Stadt? Und als ich kurz vor Silvester glaube, mich über gar nichts mehr wundern zu können, überrascht er mit neuerlicher Mail: In der ersten Januarwoche des Jahrs 07, da wird er nun ganz bestimmt in Berlin sein, da könne man sich endlich wieder in die Arme nehmen und den Geburtstag – diesbezügliche gute Wünsche muss ich auch nach dieser Mail weiterhin entbehren – endlich, endlich nachfeiern! Welch ein Glück! Überschäumende Freude!
Auf die in der ersten Januarwoche die – mittlerweile erwartete – Funkstille folgt. Sicher sind’s wieder die Termine!
Diesmal schweigt er bis letzte Woche. Da erreichen mich zwei Mails an einem Tag, beide vom teuren Freunde. Sensation! In der ersten Mail teilt er mir mit, dass er wegen einer Vertragsumstellung für 7 (ja, sieben!) Tage (ja, Tage!) eine neue Handynummer hat. Dann könne ich die alte wieder nutzen. Und in der zweiten Mail, bloße zwei Stunden später abgesandt, teilt er mir mit, dass die alte Nummer doch ab sofort schon wieder gelte.
Ist doch schön, dass er einen auf dem Laufenden hält. Bei all den Terminen!