Spamomenal!

Es gibt Ideen, die liegen gleichzeitig so nah und doch so fern, dass man sich fragt, warum man da nicht selber drauf gekommen ist. Und kaum hat man das gedacht, klopft man sich selbst auf die Schulter, eben weil man diese Gelegenheit ausgelassen hat, die eigenen bizarren Ideen einer Weltöffentlichkeit zu präsentieren.
Ein junger Mann aus Nebraska kennt jedoch keine solche Scheu und keine falsche Scham. Und er mag Spam, die angelsächsische Frühstücksfleischvariante, die Namenspatin der unerwünschten Elektro-Post. Und da dieser Tage die ultimative Frühstücksfleisch-Bibel „The Book of Spam“ erscheinen wird, hat der junge Mann beschlossen, 30 Tage lang zu jeder Mahlzeit Frühstücksfleisch zu sich zu nehmen und dokumentiert das minutiös und mit zahlreichen Abbildungen in einem Blog.
Überraschenderweise entpuppt sich der junge Mann jedoch als erfindungsreicher Nachwuchs-Gourmet. „Büchse auf, Spam auf den Teller, runter damit!“ ist nicht. Die Aktion läuft seit einer Woche (also haben wir noch 23 Days of Spam vor uns!) und schon hat er seine wachsende Fan-Gemeinde unter anderem mit Spam Burritos, Fettucine mit Spam (Spamucine) und Spam Pizza verblüfft und begeistert. Sein heutiger „Spamburger“ (neben Spam kommen gegrillte Ananasringe, Paprikastreifen und mit Knoblauch getunter Senf zur Anwendung!) könnte zu einem Meilenstein der Schleuderküche werden.
Hier geht’s zu den 30 Days of Spam. Nur für Menschen mit starken Nerven und Mägen.
Sollte sich übrigens ein Sponsor interessieren, ich wäre jederzeit bereit, eine ähnliche Aktion mit Austern durchzuziehen. Ich mag Austern!

Splitterbrötchen (VII)

Ein Pärchen sitzt eng umschlungen mir gegenüber in der U-Bahn. Er ist eine durchaus imposante Erscheinung, um die dreißig, Kahlkopf, Schnauzbart, Lederweste, die sich vor dem respektablen Brauereifriedhof nicht mehr schließen lässt, Lederarmband, Tattoos auf den Armen und drei Totenkopf-Ringe an der rechten Hand, in der er eine Bierbüchse hält. Plötzlich sagt er mit tiefer Ernsthaftigkeit zu seiner Freundin: „Ich glaube, dein Vater hat mich vom ersten Moment an nicht gemocht.“ Mich hat’s vom Sitz gerissen.

Apropos Büchsenbier… Was ist eigentlich mit dem Dosenpfand? Warum ist das Abendland nicht untergegangen, als er nicht abgeschafft wurde? Warum regt sich niemand mehr auf?

Was mich immer wieder verwirrt: die urdeutsche Eigenart, einen Salat als Beilage zu einem warmen Hauptgericht zu essen. Ich habe noch keine Kombination gekostet, der eine gewisse kulinarische Logik innegewohnt hätte. Gegen einen Salat als eigenständiges Gericht oder als eigenen Gang eines Menüs ist ja wirklich nichts einzuwenden, aber warum ich etwas Warmes zusammen mit etwas Kaltem essen soll, konnte mir noch niemand schlüssig erklären bzw. schmackhaft machen.

Mysterium des Alltags: Seit ca. 3 Monaten habe ich bei jedem Supermarkt-Besuch vergessen, Frischhaltefolie zu verkaufen. Dabei habe ich gar nichts gegen Frischhaltefolie. Aber ich kann nichts machen. Ob ich spontan einkaufen gehe oder mit vorbereiteter Einkaufsliste: Sowie ich ein Geschäft betrete, in dem ich Frischhaltefolie kaufen könnte, vergesse ich, dass ich sie kaufen will. Mittlerweile habe ich gelernt, ohne Frischhaltefolie auszukommen. Geht (überraschenderweise?) ziemlich gut.

Gestern, Sonnabend Abend, in der RBB-Abendschau (sinngemäß zitiert): „Wieder ist in Berlin ein volltrunkener Jugendlicher ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der hilflose Jugendliche wurde von Passanten auf der Warschauer Brücke entdeckt. Um wen es sich handelt und wie viel er getrunken hat, ist nicht bekannt.“ Es ist ziemlich einfach geworden, ins Fernsehen zu kommen.

In eigener Sache: Kommentare in der Netzecke

Nachdem einem hochgeschätzten Netzecken-Stammgast ein längerer Kommentar in den Orkus gegangen ist, habe ich jetzt erst mal das bisherige Anti-Spam-Plugin deaktiviert und probiere es mit einem neuen, das ohne Captchas (diese merkwürdigen Buchstaben zum Eintippen) auskommt. Ich hoffe, dass es klappt. Danke fürs Verständnis, sorry für die Unannehmlichkeiten.

Wieso der Pfifferling Pfifferling heißt…

Ich bin eine faule Sau. Wenn man eine fisselige, stumpfsinnige, nervtötende Arbeit wie das Putzen von Pfifferlingen vermeiden kann, dann mach ich das. Und seit ich vor ein paar Jahren vom Mehlwasser-Trick gehört hatte, wurden auch keine Pfifferlinge mehr geputzt. Paar Esslöffel Mehl in eine große Schüssel voll Wasser rühren, Pfifferllinge – lediglich von den fauligen Stellen befreit – reingeschmissen, bisschen mit den Händen durcheinandergewirbelt, abgegossen, abgebraust, fertig. Funktioniert super. Und dass man Pilze nicht waschen soll, weil das den Geschmack verwässert… geschenkt! Wer will wegen dem bißchen Geschmack stundenlang an den Pilzchen rumfriemeln?
Doch dann hab ich irgendwann mal gelesen, warum die Pfifferlinge Pfifferlinge heißen. Weil sie nämlich pfeifen sollen, wenn man sie im heißen Fett umwendet. Quatsch, dachte ich. Urban legend. Meine Pfifferlinge zischen und spratzeln im heißen Fett, gepfiffen wird nicht in meiner Pfanne sondern bei Hertha BSC!

Und dann waren vorgestern beim Supermarkt gegenüber Pfifferlinge im Angebot, die groß, schön und schon ziemlich sauber waren. Und die geduldigste Gemahlin von allen machte ihrem Beinamen alle Ehre und schabte allen Schmutz so gründlich von den Pfifferlingen, dass es keinen Sinn gemacht hätte, die Pilze noch im Mehlwasser zu baden. Und so wanderten sie furztrocken ins heiße Fett zu Speck und Zwiebel…

Pfifferling

Und dann pfiffen sie tatsächlich. Erst dachte ich, dass ich meinen Ohren nicht trauen kann, aber aus meiner Pfanne heraus pfiff es mich an. Nicht laut und gellend wie in der Fankurve, eher hoch und leise quietschend, aber es pfiff. Und als ich sie wendete, legten sie noch ein Dezibelchen zu und hörten erst auf, als sie gar waren. Und irgendwie schienen sie mir einen Tick aromatischer zu sein als sonst. Aber das kann ich mir auch eingebildet haben. Sonst würde ich ja hinfort nur noch trocken geputzte Pfifferlinge essen wollen. Und das möchte ich meiner lieben Frau nicht zumuten. Weil ich selber so ein fauler Sack bin.