Tücken der Abstimmung…

Vor einer Woche habe ich die Netzecken-Besucher gebeten, an der Entscheidung mitzuwirken, ob ich mit Kollege Impermeabile eine Karriere als Bassgitarrist wagen soll oder nicht. Und dies ist als Endergebnis dabei rausgekommen:

Ohne irgendjemand kritisieren zu wollen, aber mit diesem Ergebnis (12:12) kann ich letztlich nichts anfangen. Um es ganz deutlich zu sagen: Genau genommen bin ich keinen Schritt weiter als letzte Woche.
Dabei brauchen wir gerade jetzt Planungssicherheit. Impermeabile hat bereits einen Manager engagiert, der die Hotelzimmer bucht, die ich demolieren soll, wenn wir irgendwann mal (ich muss ja erstmal spielen lernen) auf Welttournee sind. Und wenn es jetzt doch nichts wird mit der Tournee, erheben manche Hotels Stornogebühren, und dann stehen Impermeabile und Olaf, der Manager, da. Und nehmen hinterher noch mich in Regress. Das ist doch kein Zustand!
Und die Zeit drängt. Ich werde bald 51, da brauch ich Klarheit über meine Zukunft. Deshalb geht die neue Umfrage nur bis Sonntag. Und weil die Netzecken-Besucher offenbar genauso entscheidungsunfähig sind wie ich, bitte ich sie jetzt nur darum, zu entscheiden, wie ich mich entscheiden soll. Keine Panik, hört sich komplizierter an, als es ist. Einfach irgendwo draufklicken. Rock on!

Splitterbrötchen (XIX)

Das Wort der Woche kreierte der Tagesspiegel, als er den Marktführer im Bereich Terrassenstrahler als „Heizpilz-Platzhirsch“ bezeichnete.

Nach dem überaus aufschlußreichen Auftritt bei Beckmann frage ich mich: Warum macht Mireille Mathieu nicht das, wofür sie offensichtlich prädestiniert ist? Reklame für Aufputschmittel.

Schön wär’s, wenn der Ottmar die Schweizer Nationalmannschaft übernähme und der Wurst-Uli uns den Mourinho kaufen würde. Dann wäre endlich Schluss mit diesem zerknirschten Wohlwollen, das einem als Bayern-Fan zur Zeit entgegenschlägt: „Diese Saison spielt ihr ja wirklich recht gut.“ Mit Mourinho könnte man endlich wieder Arschloch sein.

Bertie & Jeeves & Minnie

Als Wochenendclip habe ich diesmal eine kleine, feine Perle ausgegraben. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ging’s den britischen TV-Zuschauern richtig gut. Die kamen in den Genuss einer der komischsten Serien, die jemals produziert wurden: „Jeeves & Wooster“, eine Dramatisierung der Jeeves-Romane von P.G. Wodehouse, für mich nach wie vor amtierender Weltmeister der Hochkomik. Bertie Wooster, der leicht vertrottelte Adlige, der von einer Kalamität in die andere gerät, wurde von Hugh Laurie gespielt, Jeeves von keinem geringeren als Stephen Fry. Ausgezeichnete Bücher und zwei begnadete Komödianten, vollendetes, inspiriertes Handwerk. Wer perfektes Timing erleben möchte, nach dem man die Braunschweiger Cäsium-Uhr stellen könnte, erfreue sich an Bertie und Jeeves, wie sie „Minnie the Moocher“ singen. Viel Spaß.
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Sag mir, wo die Raucher sind…

Morgens am Nollendorfplatz steig ich immer vom Bus in die U-Bahn, und wenn ich an der Fußgängerampel stehe, sehe ich die Raucher aus dem U-Bahnhof kommen, die sich hastig eine Zigarette anstecken. Es sind in den letzten Jahren deutlich mehr „Outdoor-Raucher“ geworden, kein Wunder, in diesem ärmlichen Land, wo alles und jedes reglementiert werden muss, gibt es ja kaum noch Orte, wo drinnen geraucht werden darf.
Okay, mich betrifft es nicht mehr, ich hab vor fünf Jahren den Absprung geschafft, aber heute ist mir etwas sehr merkwürdiges aufgefallen: Ich habe kaum noch Raucher in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich glaube nicht, dass das an mir liegt, denn ich bin keinesfalls zum militanten Nichtraucher mutiert. Wer möchte, darf mir jederzeit die Bude zuquarzen, hab ich kein Problem mit, man kann ja schließlich lüften. Auch befinde ich mich nicht auf einem Kreuzzug gegen den Nikotingenuss und versuche jeden Raucher, den ich erblicke, zum Aufhören zu bewegen. Ich bin – glaube ich – mehr oder weniger der gleiche, der ich vor fünf Jahren war, nur einfach minus Zigaretten. Tatsächlich haben aber sehr viele, beinahe alle Raucher, die ich vor fünf Jahren noch regelmäßig getroffen habe, peu à peu den Kontakt zu mir einschlafen lassen.
Woran mag das liegen? Hab ich mich doch stark verändert, ohne es zu merken? Ertragen meine rauchenden Freunde es nicht, einem gegenüber zu sitzen, der „vom Glauben“ abgefallen ist? Oder ist es einfach bloß Zufall, und es steckt nix dahinter?

Ein Angebot, das man vielleicht nicht ablehnen kann

Kollege Impermeabile setzt mich massiv unter Druck: Ich soll hier alles stehen und liegen lassen, mir einen Bass besorgen und damit rumrumpeln, während Impermeabile die Hanika traktiert. Normalerweise würde ich einen solchen Vorschlag mir nichts, dir nichts abbügeln, für eine Absage gibt es zahlreiche gute Argumente (keine Zeit, Blutdruck zu hoch, außerdem kann ich überhaupt nicht Bass spielen), aaaaaber… zufällig bin ich auf die Seite Musicdiscount 24 gestößen, wo man einen äußerst preisgünstigen Einsteiger-Bass-Set anbietet. Und die dort abgedruckte Produktbeschreibung

Anstatt immer nur Musik zu hören, kannst Du selbst ein Instrument spielen! Wie wär’s? Lade Deine Freunde zu einer Session ein, gründe eine Band, schreibe eigene Songs, werde bekannt, gib Interviews und fahre einen Luxussportwagen. Natürlich brauchst Du spätestens dann auch Bodyguards, die Dich vor den unzähligen, kreischender Fans beschützen …
Nimm Deinen Bass und leg los – Deine Fans warten schon.

hat (Vorsicht, Metapher!) eine Saite in mir zum Klingen gebracht. Impermeabile hat mit

Nur das Saufen und Koksen überlassen wir den anderen.

diese Saite leider sofort wieder zum Verstummen gebracht, aber trotzdem…
Kurz und gut, bevor das wieder eine endlose „Soll ich… Soll ich nicht“-Arie wird, lasse ich die Netzecken-Gäste abstimmen. Der angefügte Poll läuft eine Woche, dann werde ich mich dem Abstimmungsergebnis beugen und zum Bass greifen oder die Finger davon lassen.

Splitterbrötchen (XVIII)

Es gab gab mal einen Konsens, dass Qualität an sich grundsätzlich wichtig ist. Irgendwann während der letzten zehn Jahre ist dieser Konsens aufgegeben worden.

Dass Problem ist nicht, dass ein paar Jugendliche sich besaufen. Das Problem ist, dass diese Jugendlichen ihre hilflosen Kumpels auf der Straße liegen lassen, anstatt sie nach Hause zu bringen.

Vielversprechender Titel für einen trendigen, in Schottland angesiedelten Frauenroman: Die Kettenraucherin von Loch Lomond.

Wenn man älter wird, scheinen einem immer mehr Menschen zu begegnen, die ein wenig verwirrt und ein wenig ängstlich aussehen. Werden es tatsächlich mehr, oder bekommt man nur einen Blick für seinesgleichen?

Sollte Jürgen Schrempp einen Autor suchen, der seine Biographie verfasst, wäre Tommy Jaud die logische Wahl.

Wunderbar: dtv legt Carlo Manzoni endlich neu auf. Im Januar 2008 erscheint „Der Finger im Revolverlauf“.

Die Rückkehr der glorreichen Alko-Cops

Die unglaubliche Erfolgstory der vom Tagesspiegel auf unnachahmlich ulkige Art „Alko-Cops“ getauften Süffel-Kontrolettis geht weiter. In einem heute erschienenen Artikel wird anschaulich geschildert, wie diese Rächer der Enterbten, Beschützer von Witwen und Waisen zu allem entschlossenen Beamten in Zukunft abseits aller bürokratischen Hemmnisse ihren dreckigen Job, der dennoch getan werden muss, erledigen werden:

Die bezirklichen Ordnungsämter sollen gemeinsam mit der Polizei jetzt verstärkt nachts auf Streife gehen. Der Hauptpersonalrat hat gestern über eine Änderung der bisherigen Rahmenarbeitszeit von 6 bis 22 Uhr beraten. „Wir werden darüber verhandeln. Ausnahmen können nach 22 Uhr gemacht werden. Es soll aber nicht die Regel werden“, sagte Benita Hanke vom Hauptpersonalrat …
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hatte, wie berichtet, vergangenen Freitag eine erste gemeinsame Kontrolle von Ordnungsamt und der Polizei in vier Gaststätten durchgeführt. Auch andere Bezirke wie Mitte und Steglitz-Zehlendorf haben schon einmal Ordnungsamtsmitarbeiter nach 22 Uhr auf Streife geschickt.

Bevor die Alko-Cops ihre nächste Kneipentour Reise ins Ungewisse unternehmen, sollten sie, um ihre Effizienz zu steigern und ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, unbedingt mit einer Spezialausrüstung, bestehend aus je

    1 kugelfestem Cocktail-Schirmchen
    1 abwaschbarem Skat-Spiel
    1 lustigem Papierhütchen (Tarnung!)

ausgestattet werden. Vielleicht schaffen sie dann fünf statt vier Kneipen.