Splitterbrötchen (CXL)

Das Wort der Woche schuf Daniele Dell’Agli in einem Artikel für Welt-Online: „konsenssedierte Öffentlichkeit“.

Die Sprachtölpelei der Woche schenkte uns Tom Buhrow, als er Wolfgang Wagner als „langjährigsten Intendanten“ bezeichnete.

Und das Produkt der Woche ist selbstverständlich der mir von mehreren verdienstvollen Spammern ans Herz gelegte „Orgasmuskaugummi für die Frau“. Seit ich von dieser bahnbrechenden Novität gehört habe, sinniere ich, was wohl das entsprechende Produkt für den Herrn sein könnte. Vermutlich etwas mit „eingebauter Torgarantie“.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Schalke das Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern nicht mit 0:1 sondern mit 3:8 verloren hat.


Splitterbrötchen CXXXIX)

Die Uni Potsdam zieht eine Praktikums-Börse auf und nennt das „Career Service“. Jetzt bleibt wohl nur noch der bewaffnete Kampf.

Die Entdeckung der Woche – das Faktorsche Gesetz: “Jede neue Generation gibt der Welt das Gefühl der Normalität zurück.“

Immer wieder verblüffend: Dass manchen Menschen das Geldverdienen so verblüffend schwer fällt, während es anderen so verblüffend einfach gelingt.

In den USA ist im Jahre 2009 die Zahl der Schönheitsoperationen um 17 Prozent zurückgegangen. Niemand konnte ahnen, wie schlimm die Wirtschaftskrise uns alle treffen würde.

Zu den meisten Mitgliedern des derzeitigen Kabinetts fallen mir nur noch Formulierungen ein, die justitiabel wären. Mangelnde Kreativität? Geistige Hartleibigkeit auf Grund langjährigem Querulantentums? Oder sind doch die Kabinettsmitglieder schuld?

Splitterbrötchen (CXXXVIII)

Die abstruse Geschäftsidee der Woche: Eine App fürs iPhone, die es Schauspielern ermöglicht, sich mit Hilfe eines Malprogramms zu schminken.

Idee für eine Sitcom: Fröhliche Mittelmeer-Famile hat alle Hände voll zu tun, den durchgeknallten Opa auf Kurs zu halten. Arbeitstitel: „Die Gaddafis“.

Bloß weil etwas ungeordnet ist, ist es noch lange nicht anarchistisch.

Schaukelstühle und Geisterbahnen sind beinahe vollkommen aus unserem Leben verschwunden. Ein Riesenverlust.

Astoria

Hier war es in den letzten Wochen wieder einmal noch ruhiger als sonst, weil ich in Richtung Bühne ausgerückt bin. Ich hatte die Gelegenheit, bei einem meiner absoluten Lieblingsstücke Regie zu führen: „Astoria“ von Jura Soyfer.

„Astoria“ erzählt die Geschichte von der Gründung eines fiktiven Staats während einer Weltwirtschaftskrise. Gerissene Betrüger und Geschäftemacher füllen sich die Taschen mit dem Geld, dass die Menschen für den Traum von einer besseren Welt ausgeben. „Astoria“ ist eine einmalige Mischung aus Welttheater und Tingeltangel, aus Drama und Kabarett, aus Show und Agitprop.

Astoria wird von den Schülern der 12. Klasse der Emil Molt Schule gespielt. Die Aufführungen sind am 11., 12. und 13. März jeweils um 19 Uhr 30, sie dauern ca. 90 pausenlose Minuten. Ich freu mich über jeden Menschen, der den Weg in den Süden Berlins findet, um „Astoria“ anzuschauen.

Zur Aufführung von Astoria gibt es eine Myspace-Seite und einen wunderbaren,   von Charlotte Dösch gestalteten Trailer:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ro1zL1Fa8Lg[/youtube]

Splitterbrötchen (CXXXVII)

Das Ärgernis der Woche: Kai Diekmanns Hasenfüßigkeit. Warum mussten wir auf die naheliegende, offensichtliche BILD-Headline „Affäre Amerell – DFB macht hinten dicht“ verzichten?

Der Spam-Betreff der Woche: „Jetzt für wenig Geld an tausend Orten gleichzeitig sein.“

Erkenntnis der Woche: Die Namen von Schauspielern aus Filmen, die älter als zehn, zwanzig Jahre sind, hab ich   sofort parat. Nach den Namen von Schauspielern aus aktuellen Filmen muss ich grübeln. Oh weh.