Splitterbrötchen (CCXXXVII)

Die letzten Splitterbrötchen aus der Großbeerenstraße.

Im Tagesspiegel von heute steht ein recht lesenswertes Interview mit Peter Kraus. Er lässt den arroganten alten Sack raushängen. Scheint ein ganz netter Kerl zu sein.

Und ebenfalls im Tagesspiegel fand sich das Zitat der Woche. Steve McQueen zu einem Polizisten, der ihn wegen Alkohol am Steuer festnahm: „Hallo, ich bin Steve McQueen, und ich verbringe eine tolle Zeit in Ihrer wertlosen kleinen Stadt.“

Freudiger Moment beim Einpacken: die verloren geglaubten Schindelschwinger-Comics wiedergefunden. Gut gealtert, nach wie vor gran-di-oses Zeugs.

Solange man Dreck nicht scheut, nicht in Panik gerät und über eine gewisse Leidensfähgikeit verfügt, macht ein Umzug richtig Spaß.

Beim Einpacken kommt es auf das richtige Knowhow an. Z. B. gehen Sektgläser nicht kaputt, wenn man sie ausschließlich in Zeitungspapier einwickelt, das dem Wirtschaftsteil entnommen wurde.

Die nächsten Splitterbrötchen werden aus Friedenau geliefert.

 

Splitterbrötchen (CCXXXVI)

Der ideale Bundespräsident wäre ein nicht dogmatisch denkender Mensch, der sich unerschrocken in alle möglichen Dinge einmischt, sich nicht scheut, neben Erhellendem auch mal was Törichtes zu sagen und der Integration eher lebt als davon redet. Ja, doch. Joschka Fischer wäre ein idealer Bundespräsident. Aber er will ja nicht.

Noch acht Tage bis zum Umzug. Die neue Adresse (Beckerstr. 10) ist jetzt schon ganz fantastisch. Sie ermöglicht mir, Dinge wie „Beckerstraße. Mit E. Wie Boris.“ zu sagen.

Wunderbares Zitat aus „Cincinnati Kid und der Poker-König“:  „Was du bezahlt hast, war der Zuschauerpreis. Unterricht kostet extra.“

Ich hätte schwören können, dass die Stimme, die „Bitte haben Sie einen Augenblick Geduld, unsere Beraterplätze sind immer noch besetzt.“ sagt, NICHT vom Band gekommen ist.

Und dann hat Sender Vox noch eine Doku über die „wahre Geschichte der Spione“ angekündigt. Ich weiß nicht, was sie gezeigt haben, aber die wahre Geschichte war es sicherlich nicht. Die ist doch geheim.

 

Splitterbrötchen (CCXXXV)

Fa. Groupon entschloss sich, die vorübergehend eingestellten Bauarbeiten am Babel Tower wieder aufzunehmen und begeisterte mit der Sprachverschwurbelung „Italian Cuisine“.

Seit Wochen, Monaten, Jahren gibt es Diskussionen um (durchaus notwendige) Reformen des Urheberrechts. Was allen Debatten gemeinsam ist: kaum ein Urheber erhebt in ihnen die Stimme.

Ich bedanke mich für alle Vorschläge meine eingebrannten Topfböden betreffend: Chemie und Scheuern hab ich ausprobiert, es wird auf Abschleifen rauslaufen.

Spam-Betreff der Woche war: „Ich packe meine GRATIS Sporttasche und nehme meine neue Hose mit, Herr Kurbjuhn!“

Diese ganzen sinnfreien Rücktrittsdiskussionen um ein eh nur mit Repräsentationsaufgaben betrautes Staatsoberhaupt könnten wir uns mit der Wiedereinführung der Monarchie ruckfrei schenken. Also: Wulff adeln oder die Hohenzollern zurückholen? Ich bin für Foffi!

Und hoffentlich kommen endlich diese Casting-Shows aus der Mode. Ich kann gar nicht sagen, wie unangenehm es mir ist, junge Menschen, die eigentlich aufmüpfig jede althergebrachte Autorität in Frage stellen sollten, gläubig an den Lippen irgendwelcher Oberlehrer hängen zu sehen.

 

Splitterbrötchen (CCXXXIV)

Kulinarischer Hit der Woche war Rosenkohl mit Schokoladensauce (zum ohne Firlefanz gebratenen Schweinsrücken) nach einem Rezept von Petra Hildebrandt. Hätte nicht gedacht, wie gut Rosenkohl und Bitterschokolade zusammengehen. Kommt ins Repertoire.

Okay, „Killing of a Chinese Bookie“ fand ich furchtbar. Vor allen Dingen langweilig. Aber „Ganz normal verrückt“ war grandios, ich bin Bukowski-Verehrer. Und „Opening Night“ ist einer der besten Filme über das Theater überhaupt. Verdammt schade, dass Ben Gazzara tot ist.

Ein Problem, mit dem ich mich herumschlage und bei dem mir die Netzecken-Besucher vielleicht helfen können: Anlässlich des bevorstehenden Umzugs wechsele ich von Gas auf Induktion. Notwendige neue Töpfe anzuschaffen ist kein Problem, aber ich möchte mich ungern von meinen beiden Doufeus1  trennen, doch die offenen Gasflammen haben eine gewisse Patina in die Topfböden gebrannt, mit der ich mir das neue Kochfeld nicht einsauen will. Weiß jemand eine andere Methode, die Böden sauber zu kriegen, als stundenlanges Scheuern mit Stahlwolle?

 

  1. schwere, gusseiserne Schmortöpfe, die besten der Welt!

Profis allenthalben

Es ist immer wieder eine Freude, zu sehen, mit welch akribischer Sorgfalt die Online-Redaktion des Tagesspiegel Fotos zur Bebilderung ihrer Artikel aussucht und aufbereitet.  Da merkt man gleich: Hier arbeiten detailversessene Profis, die nichts dem Zufall überlassen.

Und die Endkontrolle scheint auch nicht von schlechten Eltern zu sein.