Splitterbrötchen (CCXCI)

Den weihnachtlichen Vogel (keine Gans!) schoss Fa. Sim-Buy ab, die mir am Heiligabend um 19 Uhr 44 via Mail preisreduzierte Lichterketten offerierte.

Zu geradezu sensationellen Erkenntnissen kamen Meike Laaf und Johannes Gernert von der taz, als sie superkritisch hinter Fa. amazon herrecherchierten: “  Amazon sammelt automatisch Daten von Wettbewerbern – Preise etwa – und  unterbietet sie.“ Unglaublicher Skandal!

Kulinarischer Höhepunkt der Weihnachtswoche war das elsässische Linsenragout nach Petra Hildebrandt. Das gabs an Heiligabend zu Mittag und hat uns so gut geschmeckt, dass wirs jetzt jedes Jahr an Heiligmittag essen wollen.

Und dabei fiel mir ein: viel zu selten elsässisch gekocht im letzten Jahr. Muss ich ändern. Könnte sehr zeitnah endlich mal wieder Coq au Riesling geben.

Die Entdeckung des Jahres kurz vor Jahresende: Trevanian. Keine Ahnung, wie ausgerechnet dieser Autor mir jahrzehntelang entgehen konnte. „Shibumi“ – ein ständig auf der Grenze zur Selbstparodie balancierender Thriller – ist ganz großes Tennis.

Und gleich eine Kostprobe der Trevanian-Weisheit: „Ratschläge nützen am meisten denen, die sie erteilen.“

 

Splitterbrötchen (CCXC)

Diese Woche ist’s passiert: eine CSU-Justizministerin lobte die „objektive“ Berichterstattung des SPIEGEL. Rudolf Augstein hätte daraufhin die halbe Redaktion gefeuert.

Allen Gesundheitsfanatikern ins Stammbuch, die angesichts von 30% Fett im Gänsefleisch cholesterinfreien Schaum vor dem Mund bekommen: schon mal die helle Flüssigkeit unten im Gänsebräter gesehen? Das ist das rausgebratene Fett. Das muss gar nicht auf dem Teller landen.

Zwei Super-Verleser an einem Tag: „Justizbeschädigte“ statt „Justizbeschäftigte“ und „Kulturwürste“ statt „Kulturwüste“. Facebook-Freundin Christina Striewski mutmaßte, ich hätte mich gar nicht verlesen sondern hätte etwas über den Streit um Suhrkamp gelesen.

Apropos Suhrkamp: Eigentlich erstaunlich, wie ein Verlag mit einer derartig bestückten Backlist nicht profitabel arbeiten kann.

Die Anschaffung der Woche tätigte die geduldigste, beste Gemahlin von allen und brachte einen Wasserfilter in die Beckerstraße. Hätte nicht gedacht, dass so ein Ding einen dermaßenen geschmacklichen Unterschied ausmachen kann.

Splitterbrötchen (CCLXXXIX)

Die römischen Ziffern für „289“ sehen nur beknackt und fehlerhaft aus, sind aber korrekt.

Wochenhöhepunkt war der hochamüsante Jahresrückblick der 11Freunde-Redaktion im Babylon-Kino. Fußball scheint nach wie vor Männersache zu sein, wie die Schlange eindrucksvoll dokumentierte, die sich zur Pause vor dem Herrenklo bildete.

Highlight des Höhepunkts: Koestners Analyse zu Tom Bartels‘ Kommentar des Schwedenspiels. „Beim 4:4 machte man sich ernsthaft Sorgen, dass Bartels sich mit seiner alten Wehrmachtspistole selbst richtet.“

Beim Anblick der Werbung für „esauvermietung.de“ mannhaft der Versuchung widerstanden, dort anzurufen und nachzufragen, ob man denn ein Auto für ein Linsengericht haben könne.

Am Montag wurde die London Bridge geöffnet, um ein fünfzig Fuß großes Gummi-Entchen durchzulassen. Ich bedanke mich erneut für die Gnade, in Zeiten von solcher Größe leben zu dürfen.

Notgedrungen bei einem Touri-Italiener in Mitte eingekehrt. Das Essen war äußerst durchschnittlich, aber der Service war dermaßen herzlich und gutgelaunt, dass wir tatsächlich erwägen, gelegentlich wieder reinzuschauen. Trotz der Küche.