{"id":10,"date":"2006-09-16T17:08:04","date_gmt":"2006-09-16T15:08:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wordpress\/?p=10"},"modified":"2006-09-16T17:08:04","modified_gmt":"2006-09-16T15:08:04","slug":"kurs-wie-man-beim-tennis-bescheist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/kurs-wie-man-beim-tennis-bescheist\/","title":{"rendered":"Kurs: Wie man beim Tennis beschei\u00dft"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Warum offensichtliches Beschei\u00dfen nichts bringt.<\/strong><br \/>\nJeder Tennisspieler kennt den \u201cMoment der Versuchung&#8220;. Meist tritt er bei einem engen Match auf, m\u00f6glicherweise sogar bei einem \u201cBig Point&#8220;. Der Gegner setzt einen unter Druck, man bringt die B\u00e4lle gerade noch so zur\u00fcck, der Druck wird immer st\u00e4rker und schlie\u00dflich setzt das eklige Monster auf der anderen Seite zum Winner an. Der Ball zischt longline die Linie runter, man kommt nie und nimmer mehr dran, der Ball wird lang, immer l\u00e4nger&#8230; Schwein gehabt! Der geht ins Aus! Und dann kratzt das Dreckding doch noch knapp die Linie&#8230; aber einen Abdruck macht er nicht. Und wenn ich den Ball jetzt einfach ausgebe?<br \/>\nTun Sie&#8217;s nicht. Ihr Gegner wei\u00df, da\u00df Sie beschissen haben. Nur \u00e4u\u00dferst unerfahrene Spieler lassen sich von derartigen Unsportlichkeiten aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Sie bauen durch solche Aktionen den Gegner auf, der sofort merkt: \u201cAha! Ich bin klar besser, der D\u00f6del wei\u00df sich nicht mehr anders zu helfen. Das Match hab ich im Sack.&#8220; Und noch schlimmer: Sie wissen, da\u00df Sie beschissen haben. Sie wissen, da\u00df Sie Ihrem Gegner anders nicht beikommen k\u00f6nnen. Das macht Sie w\u00fctend und nicht ihn. Und wenn Sie w\u00fctend werden, wird Ihr Spiel schlechter, nicht seins. Sie werden erneut beschei\u00dfen m\u00fcssen, Ihr Gegner wird sp\u00e4testens nach der dritten offensichtlichen Fehlentscheidung \u2013 zu Recht \u2013 einen Schiedsrichter verlangen,   und dann sind Sie allein mit Ihrer Ohnmacht und Ihrer Wut. Sie sehen: Durch solche Aktionen erreichen Sie gar nichts, au\u00dfer da\u00df nach einer Weile niemand mehr mit Ihnen spielt. Warum also zu solchen Mitteln greifen? Es gibt zahlreiche andere \u2013 vollkommen legale \u2013 Methoden, starke oder schwache Gegner aus dem Rhythmus zu bringen&#8230;<\/p>\n<p><strong>2. Hilfe! Ich mu\u00df gegen einen saustarken Gegner spielen!<\/strong><br \/>\nDie Clubmeisterschaften stehen unmittelbar bevor, die H\u00e4lfte der 1. Mannschaft ist in Urlaub und Sie rechnen sich Chancen aus, endlich einmal die zweite oder gar die dritte Runde zu erreichen. Frohgemut gehen Sie zum Clubhaus, um die Auslosung zu studieren&#8230; und die d\u00e4mliche Frau des Volltrottels von Zeugwart hat Sie in der 1. Runde Ihrem Angstgegner zugelost. Der Kerl steht in der Rangliste 5 Pl\u00e4tze \u00fcber Ihnen, Sie haben zigmal gegen ihn verloren, Ihre Chancen sind so gro\u00df wie die eines Schneeballs im Hochofen&#8230; Stop! Wenn Sie so an die Sache herangehen, haben Sie das Match in der Tat bereits verloren. Betrachten Sie das Match von der Warte Ihres Gegners. Der freut sich, da\u00df er in der 1. Runde einen leichten Gegner zugelost bekommen hat. Ihr Gegner wird das bevorstehende Match auf die leichte Schulter nehmen und keinen weiteren Gedanken verschwenden au\u00dfer: \u201cDen? Den schlag ich sowieso!&#8220; Hier liegt Ihre Chance. Bereiten Sie sich professionell auf dieses Match vor. Setzen Sie sich gem\u00fctlich in den Sessel und lassen Sie die letzten Matches gegen Ihren Gegner Revue passieren. Wie hat er seine Punkte gegen Sie gemacht? Wie hat er Sie dazu gebracht, Fehler zu machen? H\u00e4tten Sie diese Fehler vermeiden k\u00f6nnen? Haben Sie Gelegenheiten verpa\u00dft, Ihn zu Fehlern zu zwingen? Wo liegen die Schw\u00e4chen Ihres Gegners? K\u00f6nnen Sie aus diesen Schw\u00e4chen Kapital schlagen? Entwerfen Sie einen konkreten Spielplan, wie Sie \u2013 theoretisch \u2013 den \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner bezwingen k\u00f6nnten. Vereinbaren Sie ein freundschaftliches Match gegen einen anderen Spieler und versuchen Sie, diesen Spielplan durchzuziehen. Trainieren Sie diesen Spielplan. Nehmen Sie eventuell eine oder zwei Trainerstunden. Arbeiten Sie mit dem Trainer an den Schl\u00e4gen, die Sie brauchen, um diesen Spielplan durchzuziehen.<br \/>\nJetzt sind Sie bereit f\u00fcr Ihren Gegner. Verabreden Sie sich mit Ihm f\u00fcr \u2013 sagen wir \u2013 17 Uhr. Sie kommen sp\u00e4testens um 15 Uhr 30 auf die Anlage. Machen Sie sich gr\u00fcndlich warm, auch wenn Sie das sonst nicht tun. Schlagen Sie sich \u2013 mit einem Freund oder mit einem Trainer \u2013 eine halbe Stunde lang locker ein. Spielen Sie anschlie\u00dfend einen lockeren Satz. Ziehen Sie dabei Ihren Spielplan durch. Anschlie\u00dfend gehen Sie unter die Dusche, ziehen sich frische Tennis-Sachen an, steigen in Ihr Auto, und fahren ein paar mal um den Block, so da\u00df Sie 5 Minuten zu sp\u00e4t kommen. Machen Sie einen abgehetzten Eindruck. Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Gegner daf\u00fcr, da\u00df Sie wegen beruflichem oder privatem Stre\u00df zu sp\u00e4t gekommen sind. Stapeln Sie tief. Sagen Sie ihm, da\u00df Sie das Match \u201cnur schnell hinter sich&#8220; bringen wollen. Schlagen Sie vor, das Einschlagen abzuk\u00fcrzen oder ganz darauf zu verzichten (\u201cIch verlier ja sowieso&#8230;&#8220;). Wenn Ihr Gegner sich trotzdem einschlagen will, machen Sie beim Einschlagen ABSICHTLICH einige Fehler. Schlagen Sie abwechselnd absichtlich ins Netz bzw. ins Aus. Einerseits wird ihr Gegner denken, da\u00df Sie nicht gut drauf sind, andererseits ist das eine sehr gute Methode, sich auf eine gute L\u00e4nge einzupendeln. Wenn schlie\u00dflich das Match beginnt, wird Ihr Gegner \u00e4u\u00dferst siegessicher sein. Er schl\u00e4gt sie \u201csowieso&#8220;; und au\u00dferdem haben Sie offensichtlich auch noch einen schlechten Tag erwischt. In Wirklichkeit k\u00f6nnen Sie siegessicher sein: Sie haben sich gut vorbereitet, Ihr Gegner \u00fcberhaupt nicht. Sie wissen, was Sie erwartet, er nicht. Wenn es Ihnen jetzt gelingt, Ihren Spielplan durchzuziehen und Ihn unter Druck zu setzen, dann mu\u00df er schon sehr, sehr gut sein, um \u00fcberhaupt zu merken, was hier abgeht. M\u00f6glicherweise haben Sie ihn schon \u201cim Sack&#8220;, bevor er \u00fcberhaupt merkt, da\u00df er in Schwierigkeiten ist.<br \/>\nDiese TSHG-Methode (Tief Stapeln, Hoch Gewinnen) funktioniert nat\u00fcrlich nur bei Gegnern, die Sie gut kennen. Sollten Sie gegen einen starken Gegner spielen m\u00fcssen, gegen den Sie bisher selten oder gar nicht gespielt haben, kann auch die umgekehrte Methode von Erfolg gekr\u00f6nt sein: Bereiten Sie sich ebenso gewissenhaft vor, aber verbreiten Sie im Vorfeld des Matches ungebremstes Selbstvertrauen. Klopfen Sie Ihrem zuk\u00fcnftigen Gegner g\u00f6nnerhaft auf die Schulter, erz\u00e4hlen Sie von Ihrer k\u00fcrzlichen \u2013 selbstverst\u00e4ndlich mit zahlreichen Triumphen verbundenen \u2013 Leistungsexplosion und \u00e4u\u00dfern Sie die Hoffnung, da\u00df es f\u00fcr ihn nicht allzu bitter wird. Schlie\u00dfen Sie (in H\u00f6rweite Ihres Gegners) mit Ihren Freunden diverse Wetten ab, in denen es nur um die H\u00f6he Ihres Sieges geht. Am Tag des Matches selbst verfahren Sie ebenfalls wie bei der oben beschriebenen TSHG-Methode (gr\u00fcndlich vorbereiten, zu sp\u00e4t kommen etc.), aber nat\u00fcrlich mit dem Unterschied, da\u00df Sie vor Selbstvertrauen nur so strotzen. Kommentieren Sie beim Einschlagen unbedingt g\u00f6nnerhaft die Schl\u00e4ge Ihres Gegners (\u201cGar nicht schlecht!&#8220; \u2013 \u201cNa bitte, es wird doch!&#8220;)! Nach dem Einschlagen, kurz bevor das Match beginnt, z\u00fccken Sie Ihr Handy, rufen irgendwen an und best\u00e4tigen einen Termin in einer Stunde (\u201cSo wie&#8217;s aussteht, schaff ich das dicke!&#8220;). Wenn Sie bis jetzt alles richtig gemacht, hat Ihr Gegner entweder v\u00f6llig unbegr\u00fcndeten Respekt vor Ihnen, oder er steht kurz vor einem Wutanfall. Beides kann Ihnen auf dem Platz einen ziemlichen psychologischen Vorteil bringen, aber Vorsicht! Bei dieser Methode m\u00fcssen Sie ziemlich schnell ziemlich deutlich f\u00fchren. Wenn Ihr Gegner merkt, da\u00df Sie nur geblufft haben, wird&#8217;s meistens ganz schnell zappenduster&#8230;<\/p>\n<p><strong>3. Um Gotteswillen! Der trifft ja heute alles!<\/strong><br \/>\nAuch diese Situation kennen Sie sicherlich zur Gen\u00fcge: Ihrem Gegner gelingt einfach alles. Seine Aufschl\u00e4ge donnern unerreichbar in die Ecken, seine Stops tropfen direkt hinter dem Netz ab, und selbst Notb\u00e4lle bringt er irgendwie so zur\u00fcck, da\u00df Sie gerade eben nicht mehr drankommen. Wenn Sie jetzt denken: \u201cHeute ist eben nichts mehr f\u00fcr mich drin&#8230;&#8220;, dann k\u00f6nnen Sie tats\u00e4chlich aufgeben. Sie m\u00fcssen verhindern, da\u00df Ihr Gegner auf diesem Niveau weiterspielt. Und das k\u00f6nnen Sie nur, indem Sie Ihn dazu bringen, nachzudenken.<br \/>\na) Loben Sie ihn tot!<br \/>\nMachen Sie ihm beim Seitenwechsel Komplimente \u00fcber seinen st\u00e4rksten Schlag: \u201cMein Gott, hast du eine R\u00fcckhand! F\u00fcr solch eine R\u00fcckhand w\u00fcrde ich t\u00f6ten!&#8220; Er wird \u2013 zu recht \u2013 sehr stolz auf seine R\u00fcckhand sein und \u2013 hoffentlich! \u2013 bei seiner n\u00e4chsten, leichten R\u00fcckhand etwas mehr, vielleicht sogar zuviel riskieren. Das Ding geht ins Netz, er wird ein wenig irritiert sein, vielleicht noch eine leichte R\u00fcckhand verschlagen&#8230; und auf einmal ist seine st\u00e4rkste Waffe weg. Sie sind wieder im Match.<br \/>\nb) Sagen Sie eine absurde Unwahrheit!<br \/>\nNehmen wir an, Ihr Gegner hetzt Sie von einer Ecke des Platzes in die andere. W\u00e4hrend Sie mit hochrotem Kopf und vernehmlich hechelnd die Seiten wechseln, sagen Sie: \u201cDas l\u00e4uft ja heute \u00fcberhaupt nicht bei mir. Naja, wenigstens forderst Du mich l\u00e4uferisch nicht allzusehr. Wenn ich jetzt auch noch in die Ecken rennen m\u00fc\u00dfte&#8230;&#8220; Im schlechtesten Fall werden Sie das Spiel sowieso verlieren. Im g\u00fcnstigsten Fall wird Ihr Gegner dar\u00fcber nachdenken, was Sie mit diesem abstrusen Mumpitz eigentlich gemeint haben, Fehler machen und Sie \u2013 vielleicht \u2013 zur\u00fcck ins Match bringen.<br \/>\nc) Die Plaudertasche<br \/>\nWenn alle Ihre Versuche nichts fruchten, Ihren Gegner zum Nachdenken \u00fcber sein Spiel zu bewegen, m\u00fcssen Sie eben versuchen, ihn auf tennisfremde gedankliche Wege zu bringen. Fangen Sie bei der Wechselpause an, \u00fcber Gott und die Welt zu schwafeln! Quallen Sie ihn voll! Knabbern Sie ihm ein Ohr ab! Erz\u00e4hlen Sie ellenlange Witze ohne Pointe! Holen Sie Ihre Brieftasche hervor und zeigen Sie ihm verwackelte Fotos Ihrer Kinder! Machen Sie ihn mit den Feinheiten des Bierdeckelsammelns vertraut! Der Mann mu\u00df vor dem n\u00e4chsten Seitenwechsel zittern!<br \/>\nd) Das ganze Leben ist ein Quiz.<br \/>\nEine besonders heimt\u00fcckische Variante der Plaudertasche ist das Quiz. Stellen Sie Ihrem Gegner beim Seitenwechsel eine ganz harmlose Frage, f\u00fcr deren Beantwortung er ein Weilchen in seinem Ged\u00e4chtnis herumkramen mu\u00df, beispielsweise: \u201cSag mal, gestern im Clubhaus tauchte die Frage auf, gegen wen Boris Becker 1985 in Wimbledon im Halbfinale gewonnen hat&#8230;&#8220; Wenn er \u201cMoment, ich hab&#8217;s gleich!&#8220; sagt, geh\u00f6rt der n\u00e4chste Punkt Ihnen. Im unpassendsten Moment des n\u00e4chsten Ballwechsels wird ihm \u201cAnders Jarryd!&#8220; durch den Kopf schie\u00dfen, und er wird unweigerlich einen Fehler machen. Jetzt nicht nachlassen! Nachlegen! \u201cWo wir gerade beim Thema sind, gegen wen hat Micha Stich eigentlich damals die ATP-WM gewonnen?&#8220; Um sein auf Hochtouren laufendes Ged\u00e4chtnis wieder in den Griff zu bekommen, mu\u00df Ihr Gegner schon ein wahrer Zen-K\u00fcnstler sein&#8230;<\/p>\n<p><strong>4. Gegen einen Gesunden habe ich noch nie gewonnen&#8230;<\/strong><br \/>\nDie folgende Methode habe ich auf die harte Tour kennengelernt. Ich spielte gegen einen st\u00e4rkeren Gegner, hatte aber einen guten Tag erwischt. Meine B\u00e4lle hatten eine gute L\u00e4nge, ich konnte ihn \u00fcber die R\u00fcckhand unter Druck setzen, ins Laufen bringen und schlie\u00dflich mit Geduld den Punkt herausspielen. Den 1. Satz hatte ich 6:4 gewonnen, im 2. Satz lag ich schnell mit einem Break vor, alles sah gut aus, als mein Gegner einen l\u00e4ngeren Ballwechsel pl\u00f6tzlich unterbrach, sich an den Oberschenkel griff und zur Bank humpelte. Er kramte in seiner Tennistasche herum, f\u00f6rderte eine Tube Salbe zutage, schmierte seinen Oberschenkel ein und legte sich einen Tape-Verband an. Ich fragte besorgt (1. Fehler) nach, ob er wirklich weiterspielen wolle. Er machte eine abwehrende Handbewegung, murmelte etwas von einer \u201calten Geschichte&#8220;, die ihm \u201cgelegentlich zu schaffen macht&#8220;, und humpelte schmerzverzerrten Gesichts zur\u00fcck an die Grundlinie. W\u00e4hrend des n\u00e4chsten Spiels lief er nach mehreren B\u00e4llen nicht mehr, griff sich mehrere Male an den Oberschenkel und jammerte vor sich hin. Er begann mir leid zu tun (2. Fehler). Trotzdem gewann ich auch dieses Spiel. Ich f\u00fchlte mich immer noch sehr sicher (3. Fehler). Beim Seitenwechsel erkundigte ich mich erneut nach seiner Verletzung (4. Fehler). Er zuckte mit den Schultern und meinte, es \u201cf\u00fcr ein paar Schl\u00e4ge noch mal probieren&#8220; zu wollen. Mir wurde die ganze Sache peinlich (5. Fehler), und ich schaltete einen Gang zur\u00fcck (6. und entscheidender Fehler). Ich begann daraufhin (logisch) Fehler zu machen und verlor die n\u00e4chsten beiden Spiele. Nun war ich entschlossen, die Sache zu beenden und versuchte, wieder \u201cvolle Pulle&#8220; zu gehen. Zu meiner grenzenlosen \u00dcberraschung trat bei dem Schwerverletzten urpl\u00f6tzlich eine Wunderheilung ein, er lief wieder wie ein Hase, nahm mir den 2. Satz und schlie\u00dflich ganz locker (weil ich begann, mich schwarz zu \u00e4rgern) das Match ab. Diese Methode habe ich seitdem in unz\u00e4hligen Variationen immer wieder erlebt. Da brachte einem Spieler seine Mutter (geniales Man\u00f6ver!) Medikamente auf den Platz, da wurde pl\u00f6tzlich ein Blutdruckme\u00dfger\u00e4t aus der Tennistasche geholt, das ging (ungelogen!) bis zum Simulieren einer Herzattacke vor dem gegnerischen Matchball. Ignorieren Sie deshalb grunds\u00e4tzlich Verletzungen oder anderen Wehwehchen Ihres Gegners! Wenn&#8217;s nicht geht, soll er aufgeben. Wenn er sich zum Aufschlag oder Return an die Grundlinie begibt, ist er genauso fit wie Pete Sampras, auch (oder gerade) wenn seine Frau lautstark jammernd am Handy h\u00e4ngt und seinem Hausarzt seine erh\u00f6hte Pulsfrequenz durchtelefoniert.<br \/>\nEine absolut meisterhafte Variante dieser Mitleidstour kenne ich leider nur vom H\u00f6rensagen: vor Beginn eines Forderungsspiels teilte der allgemein als chancenlos eingestufte Geforderte seinem Gegner mit, er habe dieses Match eigentlich kampflos aufgeben wollen. Am gestrigen Abend habe Ihm n\u00e4mlich seine Frau nach langj\u00e4hriger, gl\u00fccklicher Ehe offenbart, da\u00df sie ihn wegen seines besten Freundes verlassen werde. Er sei daher eigentlich nicht in der Lage, zu spielen, aber \u201cvielleicht bringt&#8217;s mich ja auf andere Gedanken&#8220;. Sein zutiefst ersch\u00fctterter Gegner brachte selbstverst\u00e4ndlich keinen geraden Ball mehr \u00fcbers Netz. Mu\u00df ich noch erw\u00e4hnen, da\u00df die angeblich schn\u00f6de Gattin eine Stunde sp\u00e4ter im Clubhaus auftauchte, um ihrem Gemahl mit K\u00fc\u00dfchenlinksk\u00fc\u00dfchenrechts zu seinem 6:0, 6:1 zu gratulieren? Kann man diese Geschichte glauben? Aber ja. Tennisspielern ist alles zuzutrauen.<\/p>\n<p><strong>5. Im Notfall bleibt nur der Griff in den Giftschrank.<\/strong><br \/>\nSicherlich haben Sie es schon gemerkt: W\u00e4hrend man meine ersten Ratschl\u00e4ge noch unter die Rubrik \u201cschlitzohriges Verhalten&#8220; einordnen konnte, sind wir mittlerweile bereits tief in \u2013 ich formuliere bewu\u00dft besch\u00f6nigend \u2013 einer Art sportlicher Grauzone. In seltensten F\u00e4llen kann es notwendig werden, sogar diese Grauzone zu verlassen und sich ganz der dunklen Seite der Macht hinzugeben. Machen wir uns nichts vor: wenn Sie mit Ihrer Mannschaft Verbandsspiele bestreiten, z\u00e4hlt im Kampf um Auf- oder Abstieg jeder Punkt. Und wenn&#8217;s eng wird, wird auch Ihr Gegner nicht zimperlich sein. Wenn&#8217;s ganz eng wird, probieren Sie folgendes:<br \/>\na) Die Thomas-Muster-Variante<br \/>\nWenn&#8217;s f\u00fcr ihn nicht so gut lief, hat der \u201cAlpen-Boris&#8220; seinem verdutzten Gegner beim Seitenwechsel schon mal ein gepflegtes \u201cSchleich Di, Du Oasch, Di moach i nieda!&#8220; entgegengedonnert. Wenn der Gegner daraufhin verdattert und verunsichert zur Grundlinie schlich (\u201cWas hat der gegen mich?&#8220;), hatte Herr Muster sein Ziel bereits erreicht. Die n\u00e4chsten zwei, drei Punkte hat er gemacht&#8230; Im Verein sollte man mit flagranten Beleidigungen jedoch eher vorsichtig sein. Einem Profi kann es schlie\u00dflich ziemlich egal sein, ob er beliebt ist oder nicht. Die anderen k\u00f6nnen sich ja nicht weigern. gegen ihn zu spielen&#8230; Spieler, die selbst nicht genug Mumm f\u00fcr \u201cMuster-haftes&#8220; Rowdytum haben, rekrutieren zu diesem Zweck \u00fcbrigens gern Verwandte und Bekannte. In H\u00f6rweite wird dann schon mal ein guter Freund postiert, der im geeigneten Moment lautstarke Zweifel z.B. am Lebenswandel der Mutter des Gegners \u00e4u\u00dfert.<br \/>\nb) Pardon, mein Fehler!<br \/>\nSie schlagen Ihren 1. Aufschlag mit hundertachtzig auf die R\u00fcckhand Ihres Gegners. Der haut Ihnen Ihren Superservice als unerreichbaren Return um die Ohren. Erkennen Sie die sportliche Leistung Ihres Gegners an? Quatsch! Geben Sie sich selbst einen Fu\u00dffehler und bestehen Sie darauf, einen 2. Aufschlag zu machen. Ihr Gegner kann nichts dagegen tun (au\u00dfer einen Schiedsrichter verlangen), wird dar\u00fcber aber derma\u00dfen w\u00fctend werden, da\u00df er ein paar unforced errors produzieren wird.<br \/>\nc) Der falsche Aufschlag<br \/>\nSie bereiten sich zum 1. Aufschlag vor. Sie stehen an der Grundlinie, fixieren zum letzten Mal Ihren Gegner, lassen den Ball noch einmal auftippen&#8230; Halt! Irgendwas scheint mit dem Ball nicht zu stimmen. Sie ziehen die Stirn in Falten, lassen den Ball nochmals auftippen, sch\u00fctteln ihn ein wenig neben Ihrem Ohr (rasselt da vielleicht was drin?), schlie\u00dflich zucken Sie ratlos mit den Schultern und spielen ihn Ihrem Gegner von unten ins Aufschlagfeld zu. W\u00e4hrend er den Ball mit der Hand auff\u00e4ngt und zu untersuchen beginnt, sagen Sie seelenruhig \u201c15 : 0&#8243; und beginnen, sich auf Ihren n\u00e4chsten Aufschlag vorzubereiten.<br \/>\nd) Die Rollstuhl-Nummer<br \/>\nDiese \u201eMutter aller \u00fcblen Tricks\u201c hat mir ein Tennisfreund aus Niedersachsen zugemailt. Zu Ausw\u00e4rtsspielen, wo sie der gegnerischen Mannschaft noch unbekannt sind, f\u00e4hrt diese Mannschaft n\u00e4mlich prinzipiell zu siebt. Der 7. Mannschaftsteilnehmer wird allerdings scheinbar nicht eingreifen k\u00f6nnen, der sitzt im Rollstuhl und wird von einem anderen, drahtigen, au\u00dfergew\u00f6hnlich fitten Mannschaftsmitglied r\u00fchrend umsorgt. Dem Gegner wird mit mitleidigem Kopfsch\u00fctteln klar gemacht, dass der im Rollstuhl sitzende trotz dieses \u201efurchtbaren Unfalls\u201c gerne \u201edabei sein\u201c m\u00f6chte. Nun, die ersten Einzel sind gespielt, die 2, die 4, die 6 sind durch. Es wird Zeit, dass die Nummer 1 auf den Platz geht. Ahnen Sie&#8217;s? Aber klar, der Typ im Rollstuhl springt auf, t\u00e4nzelt auf den Platz und schie\u00dft seinem v\u00f6llig fassungslosen Gegner die B\u00e4lle um die Ohren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Warum offensichtliches Beschei\u00dfen nichts bringt. Jeder Tennisspieler kennt den \u201cMoment der Versuchung&#8220;. Meist tritt er bei einem engen Match auf, m\u00f6glicherweise sogar bei einem \u201cBig Point&#8220;. Der Gegner setzt einen unter Druck, man bringt die B\u00e4lle gerade noch so &hellip; <a href=\"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/kurs-wie-man-beim-tennis-bescheist\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-10","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spocht"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chris-kurbjuhn.de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}