Splitterbrötchen (CMLXX)

Was nicht jeder weiß: Die Russen haben auch versucht, Bundeskanzler Scholz in seinem Büro abzuhören. Der Versuch wurde nach zwei Wochen abgebrochen, weil die Agenten dachten, die Wanze wäre defekt. Tatsächlich hatte Scholz die ganze Zeit nichts gesagt.

Wie altern Rockstars? Generationenübergreifend.

Wenn ein Zug sterben will, wirft er sich vor Chuck Norris.

Die Heuchelei bei der Cannabis-Legalisierung ist dümmlich. Wer das Zeugs konsumieren möchte, bekommt es hierzulande ohne Probleme. Ein Beispiel: In der Nähe (eine gute Fahrradstunde bei zügiger Fahrt) meiner nordhessischen Heimatstadt Eschwege gab es einen Parkplatz, wo zweimal pro Woche Substanzen aufgeteilt und umgeladen wurden. Wenn man „zufällig“ vorbeischaute, bekam man – quasi als Belohnung für die erwartete Diskretion – etwas Shit zum Eigenverbrauch geschenkt. Es war ja genug da. Die Existenz dieses Parkplatzes war allgemein bekannt, die Location wurde nicht nur von „Insidern der Drogenszene“ weitergegeben. Das ist jetzt über fünfzig Jahre her. Möglicherweise wird der Parkplatz heute noch angefahren. Die Kriminalisierung von Cannabis ist absurd. Gesetze, für deren Einhaltung nicht gesorgt werden kann, sind sinnlos.

Seit 34 Jahren benutze ich Microsoft-Programme, seit 34 Jahren ist die in diese Anwendungen implementierte Idiotie nicht zu überbieten. Aus unerfindlichen Gründen hat One Drive die Bibliothek meines E-Book-Verwaltungsprogramms Calibre in seinen Dokumentenordner verschoben. Dort blockierte dann Defender hartnäckig den angeblich unautorisierten Zugriff (natürlich durch Calibre selbst) darauf und ließ sich auch nicht durch die Definition von Ausnahmen davon abbringen. Ich musste tatsächlich die Bibliothek händisch aus dem Dokumentenordner rauskopieren, um die Dinge wieder ans Laufen zu bringen.

Auf nebenan.de hat sich diese Woche jemand nach dem Standort des nächsten Luftschutzbunkers erkundigt. War das nun der übliche, merkbefreite nebenan-Knalldepp, oder war es ein Putin-Bot, der Stimmung machen sollte? Und kaum hab ich das geschrieben, meldet sich ein Pressesprecher der Bunkerbranche in der Morgenpost zu Wort und legt dar, dass wir mehr Bunker brauchen …

Unfotografierter kulinarischer Wochenhöhepunkt: Selbstgeklöppelter Tafelspitz mit Bratkartoffeln, Karfiol und Semmelkren. Der Trick für superzarten Tafelspitz: geringe Hitze (darf nur simmern, nicht kochen), lange Garzeit (3 Stunden).

Ich bin seit Jahren uneins mit der Herrenmode. Diese viel zu knapp geschnittenen Konfirmanden-Jöppchen sind unbequem und sehen beschissen aus. Ganz im Gegensatz zu solchen Anzügen.

Ich geb es ungern zu, aber Jack Black altert deutlich rasanter als ich:

Das stieß mir bei vielen Meinungsbeiträgen zum vorgestrigen Internationalen Frauentag recht sauer auf: Mit welcher Selbstverständlichkeit Qualitätsjournalistinnen und -journalisten von der Wirtschaft vorgegebene Lebens- und Arbeitsmodelle als erstrebenswert darstellen.

Nur ein Gedanke: Wenn der Veganismus sich auf breiter Front durchsetzt, dürfte das langfristig1 zum Aussterben der Menschheit führen. Man kommt nicht durch Nettigkeit gegenüber anderen Species an die Spitze der Nahrungskette, und man hält sich dort auch nicht, wenn man Rücksicht auf die Konkurrenz nimmt.

 

  1. Zugegeben, könnte viele tausend Jahre dauern, aber trotzdem…

8 Gedanken zu „Splitterbrötchen (CMLXX)

    • Einspruch abgewiesen. Nur weil es einmal eine – auch schauspielerisch recht begabte – Stil-Singularität gegeben hat, die alles tragen konnte, müssen nachfolgende Generationen nicht ausdauernd (diese knappen Schnitte werden einem ja seit Jahren aufgedrängt) mit unvorteilhafter, unbequemer Anzugmode gefoltert werden. Erst vor ein paar Wochen habe ich den Direktor eines 5-Sterne-Hotels kennengelernt, der sich in eine solche absonderliche Wurstpelle gezwängt hatte und tatsächlich glaubte, er wäre gut angezogen. Grant hätte den Schneider gewechselt, bevor der ihm eine solche Zumutung auch nur vorgeschlagen hätte.

  1. … mein Tipp:
    Gehe einfach mal in die Kleiderkammern der Sozialkaufhäuser — dann sucht man sich was Gutes, zu Großes aus — mitnehmen und beim Änderungsschneider deines Vertrauens danach zu einem sehr sozialen Kurs perfekt anpassen lassen.

    Gruß Jens

    • Danke für den Tipp, aber mir geht’s in erster Linie ums Prinzip. Ich sehe nicht ein, dass ich seit Jahren mit unvorteilhafter, unbequemer Herrenmode konfrontiert werde, wenn ich was von der Stange kaufen will.

  2. …und – nur um das modische Desaster zu komplettieren – bitte noch die Streichholzbeinchen mit auf Pelle geschnittenen Beinkleidern Marke „Hochwasser in Honecker-Blau“ schmücken und mit rehbraunen Slippern vollenden… ;-)

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