In Erinnerung an Chris oder Splitterbrötchen (MLXIII)


Chris Kurbjuhn ist im März nach schwerer Krankheit verstorben. Dieses Blog wird nicht mehr weitergeführt, bleibt aber als Erinnerung an ihn und sein Schaffen bestehen.

Der betonflüsterer, ein langjähriger Weggefährte im Blog-Universum, hat Worte gefunden, die Chris wunderbar beschreiben. Auch Johanna Jackie Baier erinnert sich. Mit freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir diese Nachrufe hier an zentraler Stelle. Darunter haben wir weitere Trauerbekundungen verlinkt.


Der Text von betonflüsterer:

Der Tod ist und bleibt ein dummes Arschloch. Chris Kurbjuhn ist gestorben. Verleger. Theatermann. Blogger. Väterlicher Freund.

Er riet mir 2012, mit bloggen anzufangen, als ein Bewertungsportal namens Qype, auf dem wir uns Restaurants rezensierend gegenseitig kommentierten, mir immer wieder wegen der Beschwerden die Beiträge verstümmelte.

Er hat mich nicht nur einmal auf seinem erfolgreichen, nie toxischen Blog Männer unter sich schreiben lassen, bevor ich überhaupt an einen eigenen Blog gedacht hatte.

Ich habe oft Texte mit der Frage im Kopf geschrieben, was Chris wohl nach dem Upload von ihnen halten wird.

Er schlug mir mal ein Buch vor und bot Unterstützung an, was ich abgelehnt habe, um anonym bleiben zu können.

Chris konnte mit dem derzeitigen Ungeist wenig anfangen. Er hat abweichende Standpunkte ausgehalten, ohne je einen Nervenzusammenbruch zu erleiden, wenn jemand nicht seiner Meinung war. Chris war noch ganz alte Schule. Leben. Leben lassen. Jeder darf was sagen, wenn er was sagen will. Das Ausmaß seiner Gelassenheit und seiner Resilienz hätte ich gerne gehabt.

Er hat den von ihm gerne und regelmäßig bewitzelten Chuck Norris um wenige Tage überlebt, woraus er in den nächsten Splitterbrötchen sicher einen Kalauer gebastelt hätte.

// Chris Kurbjuhn hat Chuck Norris um ein paar Tage überlebt. Er wollte Chuck Zeit geben, die Lounge vorzubereiten. //

Chris hätte den Kalauer besser hingekriegt als ich.

Er wird mir fehlen. Ich wünschte, ich hätte ihn mal persönlich getroffen. Die Nachricht von seinem Tod trifft mich sehr.

Da ich weder an Himmel, Engel, Harfen noch Wolken glaube, auf denen er jetzt sitzt und weise nickend gütig zu uns herunter schaut, sage ich nur danke. Dein Weiterleben geschieht für mich durch das, was du geschrieben hast, die kulinarischen Ratschläge, deine Freundlichkeit und deine Integrität. Danke für alles und der besten und geduldigsten Gemahlin der Welt, der er jetzt nicht mehr die fotografierenden Hände fotografieren kann, wünsche ich viel Kraft.

Ich bin mir sicher, er hätte vehement verlangt, dass wir weitermachen, also machen wir weiter.


Der ursprüngliche Beitrag erschien auf: https://betonfluesterer.wordpress.com/2026/03/25/splitterbroetchen-mlxiii/


Der Text von Johanna Jackie Baier:

Wenn ich an die Anfangszeit meines transsexuellen Coming-out zurückdenke, so bleibt mir immer die Großzügigkeit und – ja: Herzenswärme vor Augen, mit der mich seinerzeit Gaby Sikorski und Chris Kurbjuhn in ihren *Salon* (wenn man so sagen darf) einluden. Ob in privaten Angelegenheiten oder in beruflichen Schwierigkeiten – von denen es (eben wegen der vertrackten Transsexualität) mehr als genug gab: in ihrer Wohnung an der Staßenecke mit der Haltestelle des 19er Busses hatte ich immer eine Anlaufstelle für emotionale und kreative Belange; mit der Ausnahme vielleicht, wenn große Ereignisse wie eine Fußball-Europameisterschaft es erforderten, daß der Sikorski-Kurbjuhn‘sche Salon zur Tribüne für die Fernsehübertragungen der Spiele der Nationalmannschaft ummöbliert wurde, die man oft von Chris Kurbjuhn aus dem off kundig kommentiert bekam.

Später, als sie dann aus der Wohnung an der Haltestelle des 19er Busses wegzogen, haben wir uns leider aus den Augen verloren, was nicht zuletzt auch mit dem unaufhaltsamen Siegeszug der „sozialen Medien“ seit den Nullerjahren zu tun hat, die den persönlichen Kontakt zugunsten der Online-Verfügbarkeit immer weiter in den Hintergrund drängten.

Ich habe Chris und Gaby vieles zu verdanken. Nicht nur halfen sie mir, meine kreativen Arbeiten und Ziele nicht aus den Augen zu verlieren; wir versuchten sogar, gemeinsam ein paar Projekte anzustoßen – die freilich meist im Frühstadium, aber nie an uns! – scheiterten.

Was ich ihnen vor allem anderen danke, ist, daß ich in dem und durch den persönlichen Kontakt, den wir pflegten, ein Gefühl für mein damals noch „neues Selbst“ entwickeln konnte; dafür, daß es sich lohnen könnte, überhaupt da zu sein. Man mag dies für ein bißchen wenig halten. Aber ohne dies wäre alles nichts gewesen.

Jetzt ist Chris Kurbjuhn gestorben.
Ich vermisse ihn.


Der ursprüngliche Beitrag erschien auf:

https://www.facebook.com/kurbjuhn/posts/10242063232737747


Weitere Nachrufe und Erwähnungen finden sich hier (meldet uns gern weitere):

 

 

Splitterbrötchen (MLXII)

Einige Menschen fragen sich, warum bei einer derzeit auf RTL ausgestrahlten TV-Show so viele Menschen einen Künstler telefonisch unterstützen, der vorher eher durch zwielichtiges moralisches Verhalten aufgefallen ist. Die Antwort ist einfach: die Menschen „voten“ für diesen Mann, weil er unbestreitbar Charisma hat, der Rest ist ihnen egal. Und Charisma hat nichts mit Moral, Ethik oder ähnlichem Gedöns zu tun. Charisma – wie übrigens auch Talent – verteilt der liebe Gott bei Geburt nach dem Zufallsprinzip. Falls Ihnen das ein Trost ist: Darüber haben sich schon sehr viele Menschen geärgert.

Banausiger geht’s wohl nicht: Dem Vernehmen nach hat sich JD Vance sein eigenes Essen nach Italien mitgebracht. Nach ITALIEN!

Apropos „Winterspiele in Italien“: Seien Sie auf der Hut, auch wenn Sie sich nicht für Stoppuhren, die vor Winterlandschaften herunterticken, interessieren. Traditionell nutzen Politiker gern die durch sportliche Großereignisse verursachte Ablenkung der Öffentlichkeit, um ihren Bürgern ein Maximum an Sauereien unterzujubeln. Schauen Sie also lieber Merz auf die Finger. als Vinzenz Geiger auf die Skispitzen!

Verspätete Antwort an den geschätzten Kollegen Rose: Du setzt voraus, dass man sich aussuchen kann, von welcher Mannschaft man Fan wird bzw. bleibt. Das stimmt so nicht: You don’t pick the team, the team picks you!

Falls es jemanden interessiert: FC Bayern München picked me on May 31st, 1967. Vorher waren die Bayern für mich irgendso ein Club mit zugegebenermaßen höchstklassigen Spielern, aber dann hat mich dieses mitreißende, für die damaligen Bayern vollkommen untypische Kampfspiel aus den Socken Stutzen gehauen. Und als „Bulle“ Roth dann in der Verlängerung dieses vorweggenommene Thomas-Müller-Tor reinhaute, war und bin ich Fan bis zum heutigen Tag. Wobei der Preis, den man als Bayern-Fan bezahlen muss, durchaus kein geringer ist: Vor allen Dingen in der Erinnerung wiegen die epischen Niederlagen (Porto, Barcelona, das vermaledeite „Finale dahoam“) viel schwerer als die Triumphe … Doch. Isso.

Splitterbrötchen (MLXI)

„Ich finde in diesem Kulturgebiet alles schäbig, wackelig, unkomfortabel und unter meinem Lebensniveau.“ Thomas Mann über Frankreich.

Ohne Strick aus der praktischen Kollektion „sui cidal“ verlässt man nicht das Haus, wenn es zuende gehen soll. Dank praktischem Aufhänger können Sie mit Strick aus der Serie „sui cidal“ stilvoll abgehen, wann und wo Sie wollen. Pfiffige Sparfüchse, die von allem und jedem die Schnauze voll haben, erhalten mit dem Gutschein-Code „Regrette rien“ 20 % Rabatt auf alle Produkte der Serie (Artikel vom Umtausch ausgeschlossen).

An Berliner Gymnasien sollen die lieben Schneeflöcklein Faust jetzt in einfacher Sprache lesen dürfen. Ohne jetzt hier den  Bildungsbürger raushängen lassen zu wollen: Wenn man dem Geheimen Rat die Sprache nimmt, nimmt man ihm alles. Dann geht’s nur noch darum, die Schulstunde „irgendwie lesend“ zu verbringen und jede Herausforderung der lieben Kleinen zu vermeiden. So schwer ist Fausteins nun auch wieder nicht, als dass jemand, der etwas namens „Hochschulreife“ anstrebt, nicht nach 20 Seiten in denen entsprechenden Lesefluss gekommen wäre und das letztlich recht einfache, holzschnittartige Stück nicht bewältigen könnte. 

Wer für die o. g. Schüler insgeheim Sympathien hegt, wird sich jetzt erschrecken: Thomas Mann ist vor 75 Jahren gestorben, d.h. seine Werke sind gemeinfrei. Bei Amazon gibt’s schon ein paar elektrische Gesamtausgaben für unter zwei, ja, sogar unter einem Euro (bei ca. 7500 Seiten ist das ein gewaltiger „bang for the buck“). Wenn man – wie ich – den dauerironischen Bandwurrmsätzen einiges abgewinnen kann, sollte man zuschlagen, Buddenbrooks, Krull, der Zauberberg und einige Novellen und Essays können richtig Spaß machen. Von „Joseph und seine Brüder“ würde ich mit jedoch sehr eine stark gekürzte Ausgabe in einfacher Sprache wünschen … Nur Spaß! Nur Spaß!

Ich wusste, dass da ein Trick bei ist, wenn die über 100 Meter weit springen.

Wem bisher der Draht zu Mann fehlte, könnte sich mit Florian Illies‘ „Wenn die  Sonne untergeht – die Manns in Sanary“ einen legen. Mann- Veräppelung bei gleichzeitig größtmöglicher Mann-Verehrung – in diesem von Heinrich Breloer begründeten Genre ist Illies ab sofort  die unangreifbare Numero Uno.

Es ist durchaus möglich, Max Stiegl auf Insta oder Facebook nicht zu folgen, es wäre aber sinnlos. 

Splitterbrötchen (MLX)

In beinahe letzter Sekunde ist SpOn aus dem Tiefschlaf erwacht und hat die Headline des Jahres 2025 geliefert.

Nach knapp zwei Staffeln bin ich von der vielgerühmten „Ted Lasso“-Sitcom bei Apple TV doch eher unterwältigt. Eine Horde Figuren, die mit eingefrorenem Dauergrinsens stets bemüht ist, „das Richtige“ zu tun, wirkt auf mich eher enervierend als unterhaltsam.

Augenscheinlich kann man Kreuzfahrten jetzt auf „Boutique-Schiffen“ absolvieren. Was habe ich mir darunter vorzustellen? Werde ich dort, statt in einer Kabine zu schlafen, in einer Pimkie-Filiale an den Kleiderständer gehängt?

Venezuela hat wirklich Pech. Erst scheitern sie wegen eines Spiels an der Quali für die WM 2026, und dann werden sie auch noch vom Friedenspreisträger der FIFA bombardiert.1

Hinter einer Bezahlschranke empfiehlt der Tagesspiegel „wichtige Bücher„. So ’n Quatsch hab ich nie gelesen und auf diese Weise viel Geld gespart. Ich lese seit über 60 Jahren nur Bücher, die mich interessieren, und fahre ganz gut damit,

Lauchgemüse ist wirklich nicht ohne.

Dies und mehr zum unergründlichen Thema „Porree“ bei Herrn Rau.

 

 

 

Splitterbrötchen (MLIX)

Wir brauchen mehr Feiertage, an denen Politiker sich ausschließlich ihren Familien widmen. Auch wenn das nur zu PR-Zwecken geschieht, die dadurch entstehende Stille ist wirklich wohltuend.

So ordnet Fa, Google die Weihnachtsgrüße von Fa. Allianz ein. Ich halte beide Firmen für alles andere als vertrauenswürdig, trotzdem bin ich in dieser Sache ganz bei Fa. Google und hab den Quatsch als Spam gemeldet.

Ratlosigkeit angesichts eines neuen Werbespots von Fa. ebay, in dem eine Ramschhökerin sich darüber freut, dass sie ihren wertlosen Müll während einer laufenden Filmvorstellung verticken kann. Soll ich mich jetzt mehr über die Kulturlosigkeit der Denkkräppel ärgern, die sich diesen Unfug ausgedacht haben, oder sollte mein gerechter Zorn die gehirnamputierten Banausen treffen, die ihn durchgewunken haben?

Die Weihnachtfeiertagsabende mit Dauerbingen vom neu angeschafften Apple TV verbracht, Bisheriger Favorit ist erstaunlicherweise nicht „Slow Horses“, sondern die ultrafrische „Remnick“-Serie, ein erfreulich bizarrer Mix aus „Homeland“, „Rambo und „Con-Air“.

Auch wenn man ein Arschloch ist, muss man sich noch lange nicht wie eins aufführen.

Splitterbrötchen (MLVIII)

Neuerung: Die Splitterbrötchen erscheinen ab sofort unregelmäßig. Ich hab keine Ahnung, ob ich den sonntäglichen Rhythmus durchhalten kann, deshalb haue ich sie raus, wenn sich genug Material angesammelt hat. Die Alternative wäre, in Schweigen zu verfallen, und das ist nicht unbedingt so mein Ding.

Bestens unterhalten wurde ich vom neuen Xavier-Kieffer-Krimi „Verhängnisvoller Champagner“, auch wenn der Handlungsstrang um Leo, den Stolz der argentinischen Küche, unbefriedigenderweise nicht auserzählt wurde. Ansonsten stimmte Mal wieder alles: Atmosphäre, penible Recherche und das schön zwischen Rasanz und Luxemburger Gelassenheit changierende Tempo.

Ich schaue mir jedes Jahr den gleichen Film an. Gleiche Handlung, gleiche Action, gleicher Hauptdarsteller (okay, der Name der Rolle und der Filmtitel wird von Film zu Film geändert, vermutlich ein Zugeständnis an den Zeitgeist).

Im Januar ist wieder Kino-Time. Wird erstaunlicherweise nicht langweilig, macht sogar Spaß.

Es war dann soweit: Alter und Krankheit haben die Anschaffung eines Gehstocks notwendig gemacht. Ich freue mich schon auf den Moment, in dem ich als durchgeknallter Wut-Rentner meine erste Motorhaube attackieren werde.

Chuck Norris kennt zwei Rudi Völlers.

Ich habe in der TV-App meines Handys die Senderbelegung geändert, und zwar genau in dem Moment, als ein Spieler von RB Leipzig ein Handspiel beging. Ist meine neue Senderbelegung jetzt wegen des begangenen Foulspiels ungültig? Sollte ich vielleicht mal im Kölner Keller anrufen, oder melden die sich bei mir?

Splitterbrötchen (MLVII)

„Soweit ich weiß, reicht es nicht aus, mit unbewegtem Gesicht zu lügen. Jeder, der beim Poker ein schlechtes Blatt hat, kriegt das hin. Die eine Möglichkeit, richtig zu lügen, ist kunstvoll die Wahrheit zu sagen, aber nicht die ganze. Bei der anderen Möglichkeit muss man auch die Wahrheit sagen, es ist aber schwieriger: Sag die Wahrheit, vielleicht sogar die ganze Wahrheit, aber tu das ohne jede Überzeugung, sodass deine Zuhörer denken, dass du lügst.“ Robert A. Heinlein

Wenn im Fernsehen nur noch Sachen laufen, die Sie schon kennen oder die Sie nicht mögen, liegt’s vielleicht nicht am Programmdirektor, sondern an Ihnen.

Skepsis kann Lebensqualität kosten. Ich tippe seit Montag auf einer preiswerten ergonomischen Tastatur und frage mich seitdem, warum ich so ein Teil nicht schon viel früher angeschafft habe. Nach zwei Stunden Ein- und Umgewöhnung (Profi-Tipp:Augen zumachen!) tippt sich’s ungeheuer bequem und entspannt.

Thriller-Freunden empfehle ich dringend Andreas Pflügers schon in den letzten Splitterbrötchen erwähnten Roman „Kälter“. Das ist ein handwerklich perfekter Thriller, spannend, atmosphärisch dicht und mit einem einigermaßen unvergesslichen Personal ausgestattet. Ich kenne keinen besseren deutschen Thriller.

Erstaunliche Folge der Künstlichen Unintelligenz: Schüler halten ihnen präseentierte echte Kunstwerke für KI-Fakes, weil „ein Mensch kann so etwas nicht schaffen.“

Die 6. Staffel vom „letzten Bullen“ fertig angeschaut. Die Stärken und Schwächen der 1. bis 4. Staffel tauchen wieder auf2, die Schwächen fallen einem jedoch wegen der billigen Machart besonders auf. Die mehrfach verwendeten Locations, das Polizeirevier, dass eine notdürftig umgebaute Feuerwache ist, die Billig-Instrumental-Mucke statt der ollen Hits, die das Geschehen süffisant konterkarierten,,, so charmebolzig kann Henning Baum gar nicht agieren, um diese uncharmante Billigheimer-Produktion wieder wettzumachen. Ärgerliche Sache, auch wenn ein paar schöne Momente dabei sind.

Splitterbrötchen (MLVI)

Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit ist bereits am 6. Oktober Ralf Gregan gestorben. Wir verdanken Gregan unter anderem eine der unterschätztesten deutschen Filmkomödien überhaupt, „Darf ich Sie zur Mutter machen? (Mehrmals täglich)“3

… sowie die Regie bei dem Film mit dem besten deutschen Filmtitel aller Zeiten, „Die goldene Banane von Bad Porno„.

Und was, Fa. amazon, habe ich mir unter „Level up deine Gaming-Ausrüstung“ vorzustellen?

Seh’n Se, det is Berlin!

Un ditte is die deutsche Wirtschaft.

Kultureller Wochenhöhepunkt waren die auf prime gestreamten ersten Folgen der neuen Staffel vom „Letzten Bullen“.

Die guten Nachrichten zuerst: sie waren um Längen besser als die unsägliche 5. Staffel und der Kinofilm. Brisgaus dumme Sprüche wie „Haben Sie dir ein Kotelett aufs Hirn getackert?“ oder „Was kommt als nächstes? Adiletten mit weißen Socken?“ bringen mich immer noch zum Lachen. Uschi, Kringge, Meisner und Ferchert sind nach wie vor dabei und in Bestform. Die schlechten Nachrichten: Auch die Grobschlächtigkeiten sind geblieben, man hätte vieles eleganter machen können. Und kein „Wild One“ im Vorspann. Das geht gar nicht.

Auf der Rasierklinge geritten und diesmal keinen Süßkram für Halloween-Kinder 4 besorgt. Folgerichtig hätten eigentlich welche auftauchen müssen, taten sie aber nicht. Ich nehme an, es lag an der unter heftig helikopterierenden Eltern5 geführten Diskussion „Darf ich meine Kinder an den Türen fremder Menschen klingeln lassen?“

Aktuelle Lektüre ist „Kälter“ von Andreas Pflüger. Ich hab die Hälfte hinter mir. Wenn er das Niveau hält (wovon ich ausgehe, auch wenn 2. Thrillerhälften zum tückischsten Aufgabengebiet eines Autors gehören6), ist ihm tatsächlich der beste deutsche Thriller aller Zeiten gelungen.

Herrgottnochmal, so lange ihr euch in spitzfindige Debatten verstrickt, anstatt die Dinge zum Besseren zu verändern, wird die AfD immer stärker werden. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein.