Splitterbrötchen (DCCCLXXXVII)

Seit ich einmal an einem „Kongress deutscher Theaterautoren“ teilgenommen und dabei vor beinahe allen anderen Kongressteilnehmern komplett den Respekt verloren habe, meide ich Berufsverbände und ihre Veranstaltungen wie der Teufel das Weihwasser. Deniz Yücel scheint jetzt eine ähnliche Entscheidung getroffen zu haben.

Große Freude, als nach einem Zoom-Update auf meinem etwas betagten Rechner plötzlich die virtuellen Hintergründe funktionierten.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war das wunderbare Knoblauch-Steak im Hugo.am Stadtpark WIlmersdorf, zu dem die liebe Nichte eingeladen hatte.

Aus der taz: „Das Theater Basel … führt bewusst weniger Inszenierungen pro Spielzeit auf. Damit werden nicht nur längere Probenprozesse ermöglicht, sondern auch die zur Selbstorganisation notwendigen Räume geschaffen, so Jörg Pohl, Mitglied des Basler Leitungsteams.“ Warum spart man die lästigen Aufführungen nicht gleich ganz ein? Dann könnte man sich endlich voll auf die Selbstorganisation konzentrieren und müsste keinerlei Rücksicht auf die sowieso ausbleibenden Zuschauer nehmen. Win-Win-Situation!

Die große Freude über die Zoom-Hintergründe wurde etwas getrübt: Ich musste feststellen, dass keiner meiner 12 Kursteilnehmer mit Rick Blaines Gin-Joint etwas anfangen konnte. Mein Lieblingsfilm ist endgültig museal geworden.

 

Splitterbrötchen (DCCCLXXXVI)

Was nicht jeder weiß: Das Restaurant „Fine Dining“ im Binzer Strandhotel Rugard ist nach der Rügener Küchenpionierin Feline „Fine“ Dining benannt, die u. a. als erste auf die bahnbrechende Idee kam, Sülze mit Bratkartoffeln zu kombinieren und Remoulade dazu zu reichen.

Strandbar. Grauburgunder. Aufs Meer und die Brücke gucken. Schön. Binz.

Der Tweet der Woche, habe sehr gelacht:

Je mehr Energie man darauf verwendet, andere Leute misszuverstehen, desto unattraktiver wird man für potenzielle Arbeitgeber. Dies nur mal so als Anregung für gewisse Social-Media-User.

Wir haben wunderbare acht Tage in Binz verbracht, demzufolge war es extrem schwierig, einen kulinarischen Wochenhöhepunkt auszuwählen. Nach hartem Ringen ist es der Dorsch unter der Kartoffelkruste auf Spitzkohlcreme geworden, serviert in der Strandhalle, einem der angenehmsten Lokale unter der Sonne.


Ich denke, es ist unmöglich, ein besseres Lead-In zu schreiben.

Splitterbrötchen (DCCCLXXXV)

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die Splitterbrötchen-Ausgaben immer länger werden? Tjaha, im Alter wird man geschwätzig, freuen Sie sich darauf!

Understatement ist eine Kunst, die niemand so souverän beherrscht wie unser Jürgen Klopp. Bentley-Kopstützen im Opel Corsa, da muss man erst mal drauf kommen!

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war Spargel mit Bozner Sauce1 und hintergründigem Lachs.

Zu Elon Musks Twitter-Übernahme hat Gulligast alles gesagt, was zu sagen ist:

Seit einer Weile versuche ich, mich an einen offenen Brief zu erinnern, in dem etwas halbwegs Vernünftiges gestanden hätte, bisher vergeblich. Besonders wenn Schauspieler mitunterzeichnet haben, ist Misstrauen angebracht. Die unterschreiben grundsätzlich alles, könnte ja ein Vertrag oder eine Autogrammpostkarte sein.

Von Twitter geht keine Gefahr für die Demokratie aus, eher von Journalisten, die nicht müde werden, das wüste Gekeile dort zum Spiegelbild der öffentlichen Meinung zu erklären.

Nach der Headline „Warum der Gurkenschwamm-Deal wirklich platzte“ nicht weitergelesen. Unkenntnis kann auch eine Gnade sein.

Sensationeller Neuzugang zu meiner Kollektion „Die geduldigste, beste Gemahlin von allen fotografiert Dinge“: Fischsuppe!

Eine Frage hätte ich aber doch noch zur Musk-Übernahme: Kann ich mein Twitterkonto in Zukunft an allen Ladesäulen aufladen, oder kommen ab der Übernahme nur noch die Supercharger von Tesla in Frage?

 

Splitterbrötchen (DCCCLXXXIV)

Wer ohne Knall ist, werfe die erste Tüte!

Unerfreulicher Nebeneffekt des Alters: Räusche sind nicht mehr jederzeit machbar, da der Körper die dazu notwendigen Rauschmittel nicht mehr in ausreichender Menge verträgt.

„Bitte, geben Sie eine künstlerische Selbsteinschätzung: Hätte François Truffaut Sie eher geküsst oder eher geschlagen?“

Der kulinarische Wochenhöhepunkt blieb unfotografiert, es war eine Portion Beelitzer Spargel mit Bozner Sauce, die ich zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal gemacht hab: Eier hart kochen, Eigelbe mit Senf, etwas Essig, Brühe und Raps- oder Sonnenblumenöl cremig rühren, mit dem kleingehackten Eiweiß und reichlich Schnittlauch vermengen, fertig.

Runner-Up waren grundsolide Bratwürste im Schwetzinger Brauhaus „Zum Ritter“. Für meinen Geschmack hätten sie zwar deutlich gröber sein dürfen, aber zusammen mit dem schön milden Sauerkraut und einem ganz ausgezeichneten Chardonnay aus der Pfalz war das doch eine sehr angenehme Mahlzeit.

Wenn die ältere Generation zusammensitzt: Sind es wirklich dauernd die anderen, die sich falsch erinnern?

Der Tweet der Woche bereicherte meine kleine spontane Meisterfeier (der dauert vielleicht einen Moment):

Comedy-Idee über einen Wrestling-Star, der sich nach diversen zum Teil selbstverschuldeten Rückschlägen als Toilettenmann durchschlagen muss. In der ersten Folge gelingt es Dwayne „The John“ Rockson… nein, besser doch nicht.

Augenscheinlich befinden wir uns mitten in einer Generaldebilmachung.

Auf den Post über meinen Kirchenaustritt habe ich u. a. bei Facebook und Twitter einiges an Feedback erhalten. Meine Annahme, dass Kirchenaustritte fast nie wegen Glaubensfragen, sondern meist wegen Fehlleistungen des Bodenpersonals erfolgen, wurde bestätigt.

Die New York Times hat jetzt einen Chefredakteur, der damit überfordert ist, an einem Schreibtisch zu sitzen?

Vereinsaustritt 1972

Meine Mutter war katholisch, mein Vater evangelisch. Als sie 1939 heirateten, wurde meine Mutter exkommuniziert.

Einmal im Jahr erhielt meine Mutter Besuch von einem katholischen Priester, mit dem sie jeweils ein langes Gespräch führte. Irgendwann hab ich mal aus Neugierde gelauscht. Da hörte ich, wie der Priester meiner Mutter erklärte, dass sie vor dem Fegefeuer sowieso nicht mehr zu retten sei, weil sie einen evangelischen Mann geheiratet und zugelassen habe, dass ihre Kinder evangelisch getauft worden waren. Aber er würde versuchen, für die Kinder zu beten, damit sie vielleicht irgendwann auf den rechten Weg fänden. Das wäre aber nur möglich, wenn meine Mutter der katholischen Kirche etwas spendete, natürlich keine kleine Summe. Und nachdem er das Schicksal ihrer Kinder im Fegefeuer in wortwörtlich glühenden Farben ausgemalt hatte, erhielt er seine Spende. Wenn er endlich gegangen war, weinte meine Mutter meist ziemlich heftig.

Als ich dann älter wurde, lernte ich nach und nach die evangelischen Pfarrer meiner Heimatstadt kennen. Ich habe jeden von ihnen gefragt, wie er denn die Praktiken seines katholischen Berufskollegen beurteilt. Jeder dieser Pfarrer hatte ein gewisses Verständnis für dessen Vorgehensweise, „Mischehen“1 würden derartige Probleme eben mit sich bringen.

Ich bin dann zum frühestmöglichen Zeitpunkt, mit 16, aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Glaubensfragen haben bei meinem Austritt keinerlei Rolle gespielt, ich wollte einfach mit Menschen, die ein derart widerliches Verhalten gutheißen, nicht in einem Verein sein. Bisher habe ich keinen Grund gefunden, meine damalige Entscheidung in Zweifel zu ziehen. Man muss ja nur die Zeitung aufschlagen bzw. das Internet bemühen, um zu sehen, dass Heuchelei und Gier nach wie vor die Kernkompetenz der großen Kirchen in Deutschland sind.

Alles richtig gemacht, damals, 1972. Wenn’s ein Fegefeuer gibt, dann hocken die Schwarzröcke drin.

Splitterbrötchen (DCCCLXXXIII)

Nein, „Wir dürfen vier Jahre lang machen, was wir wollen“ ist eben nicht Demokratie!

Ist der Kanzler so weit abgetaucht, dass die Terroristen ihn gar nicht mehr auf dem Schirm hatten und deshalb die Entführung des Gesundheitsministers planten?

Offengestanden habe ich von einer Fa. namens Ankerkraut und ihrem angeblichen Kultstatus erst gehört, als die Leute sich bei Twitter über sie erregten. Werde wohl doch alt.

„Können wir irgendwas machen, um unsere Müslibecher etwas aufzupeppen? Die wirken so laaaangweilig…“ – „Salamischeibchen obendrauf?“

Apropos Altern: Das ist auch so eine Sache, über die man wirklich erst kompetent reden kann, wenn man begonnen hat, eigene Erfahrungen1 damit zu machen.

Was nicht jeder weiß: Camembert heißt auf Französisch keinesfalls „peigne-ours“.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war schlichtes Gyros mit Pommes und Tsatsiki, ein Comfort-Foof-Klassiker, im Medusa am Perelsplatz. Tatsächlich hatte ich seit ca. Anderthalb Jahren keinen Gyros mehr gegessen, weil unser Lieblingsgrieche, das „Pigasos“ gegenüber, wohl endgültig als Covid-Kollateralschaden gelten muss. Der (wohl ehemalige) Wirt Tolli beteuert zwar gelegentlich seinen festen Willen zur Wiedereröffnung, aber anscheinend ermöglicht ihm sein in den letzten zwei Jahren aufgebautes zweites Standbein ein stressfreieres Leben als die Gastronomie. Es sei ihm gegönnt.

Tja, je länger man einen Schatten werden lässt, desto mehr Anlauf muss man nehmen, um drüber zu springen. Wird immer schwieriger, und irgendwann scheint’s gar nicht mehr zu gehen.

Der Tweet der Woche. Die sarkastischen Antworten darauf sind auch nicht übel.

Wenn die Angst vor der nächsten anstehenden Wahl zur Leitlinie der Politik wird, können sowohl Regierende als auch Regierte eigentlich einpacken.

Insider wissen, was kommt: In der Endphase der Probenzeit wird man im Schlosspark Theater an enttäuschenden Vorverkaufszahlen merken, dass die für dieses Projekt offensichtlich angepeilte Zielgruppe 80plus wegen Virus-, Kriegs- und Inflationsangst von einem Theaterbesuch abzusehen gedenkt. In einem gewagten Publicity-Stunt generiert Frau Grothum (87) Aufmerksamkeit für die Premiere, indem sie Herrn Blanco (84) eines MeToo-Vergehens beschuldigt. Es folgt ein Shitstorm gegen Blanco auf Twitter und Faceboook. Intendant Hallervorden kündigt an, kurzfristig schwarz geschminkt die Rolle von Herrn Blanco zu übernehmen. Ein weiterer, noch gewaltigerer Shitstorm gegen Hallervordens Blackfacing lässt Blanco vom Täter zum Opfer werden und spült ihn zurück ins Ensemble. Hallervorden feuert den komplett unbeteiligten Peter Bause und übernimmt die Rolle des Monsieur Claude, für die er sich nicht schminken muss. Bei der Premiere stellt sich heraus, dass Herr Blanco leider keine Zeit gefunden hat, seinen Text zu lernen: Er improvisiert sich mit durchaus fantasievollen Variationen von „Woohoohoo! Pattapattapatta!“ durch den Abend. Frau Grothum beschließt, in schnippischer Sturheit auf ihr korrektes Stichwort zu warten. Da es nicht fällt, schläft sie schließlich auf offener Bühne ein. Theater-Veteran Hallervorden rettet den Abend, in dem er mit sich selbst alte Didi-Sketche spielt. Nach einem letzten „Palim, Palim“ fällt der Vorhang, ohne dass Fragen offen bleiben.

 

Splitterbrötchen (DCCCLXXXII)

Nicht die Impfpflicht ist gescheitert, arrogante Politiker haben eine absehbare Bauchlandung hingelegt. In zwei Jahren kommoden Durchregierens mithilfe einer von der Verfassung (aus guten Gründen, wie man jetzt sieht) nicht vorgesehenen Ministerpräsidentenkonferenz, haben Scholz, Lauterbach und Co. offenbar einfache, parlamentarische Gepflogenheiten vergessen. Wer ein Gesetz vom Parlament verabschiedet haben möchte, muss für eine Mehrheit sorgen. Wir müssen wohl wieder mehr Demokratie üben.

In Friedenau wird die Abschaffung der Maskenpflicht konsequent ignoriert. In alle Geschäften, in denen ich diese Woche eingekauft habe, trugen 99 Prozent von Kunden und Belegschaft, Maske. Find ich gut. Zumal ich jetzt seit zwei Jahren von Erkältungskrankheiten aller Art verschont geblieben bin. Das ist eine erhebliche Steigerung meiner Lebensqualität.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war unser Erstbesuch in der „Hafenküche“ an der Rummelsburger Bucht, ein sehr empfehlenswertes Wohlfühllokal mit ausgezeichneter Küche. Die beste, geduldigste Gemahlin von allen, die unseren Ausflug finanzierte, gönnte sich das vermutlich beste Schweinekotelette der Stadt vom Grill, ich erfreute mich an Parmesanhuhn mit Traubensauce und Blumenkohl. In ein paar Wochen, wenn man draußen sitzen kann, werden wir wiederkommen.

Patentrezepte sind üblicherweise niemals patent.

Beim Rennen um den Tweet der Woche konnte niemand diesem Meisterwerk das Wasser reichen.

Unsere derzeitige fantastische Abendunterhaltung: perfekt gemachter Brit-Kitsch vom Allerfeinsten. Ich will nicht unbedingt sagen, dass dieses Remake besser als die ursprüngliche Serie ist, aaaaber… Entscheidend ist Siegfried. Robert Hardy schien unüberwindbar, aber Samuel West hat in der aktuellen Staffel zumindest gleichgezogen. Wäre ich nicht schon Teetrinker, diese Serie würde mich zu einem machen.

Der Weg von Friedenau nach Rummelsburg war lang: Mit der BVG brauchten wir eine Stunde hin und eine zurück, und begegneten dabei gefühlt Milliarden von Menschen. Wir staunten: Was wollen denn die vielen Leute hier?. Auch Großstadt muss wieder geübt werden..

Splitterbrötchen (DCCCLXXXI)

Immer, wenn ich die Werbung für die „Postcode Lotterie“ höre, denke ich unwillkürlich: „Wer will denn so etwas gewinnen?“ Entschuldigung.

Ich hab lange nicht mehr so über einen Tweet gelacht wie über diesen:

Es ist meist eine gute Idee, auch den Politikern zu misstrauen, die sich ehrlich geben. Denen besonders.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren diese Short Ribs aus dem Backofen, die ich für Freunde gemacht habe, 3 Stunden bei niedriger Hitze unter Folie geschmort, dann mit selbstgeklöppelter Barbecuesauce noch ein Stündchen karamellisiert.

Und angespargelt haben wir auch. Am 1. April stellte ich auf dem Weg zum Supermarkt überrascht & erfreut fest, dass unser Lieblingsspargelstand in der Feuerbachstraße den Geschäftsbetrieb bereits aufgenommen hatte. Stangenspargel bewegte sich noch in astronomischen Preishöhen, aber 1 Kilo geschälten Bruchspargel gab’s zum erträglichen Preis. Der wanderte in die Pfanne, als Beilage zum Chuck-Eye-Steak.

Ich musste googlen, um herauszubekommen, was ein Chuck-Eye-Steak eigentlich ist. Dabei erfuhr ich, dass es in den USA als das „Rib-Eye-Steak des kleinen Mannes“ bezeichnet wird, und war beglückt.

Warum man darstellenden Künstlern, die nicht immer mit Klugheit und Weitblick gesegnet sind, politische Statements abzwingt, ist mir ein komplettes Rätsel. Singen die jeweils andere Töne, wenn sie sich zur einen oder anderen Seite bekannt haben? Werden entsprechend unterschiedliche Tempi dirigiert, andere Texte auf der Bühne gesprochen?

In der Splitterbrötchen-Ausgabe der vorigen Woche habe ich leider verabsäumt, auf ein historisches Ereignis hinzuweisen. Am 25. März d. J. habe ich Jutta Ditfurth zugestimmt. Ich hätte das niemals für möglich gehalten, aber da Frau Ditfurth „Es gibt keine Kultur ohne Aneignung.“ getwittert hat, konnte ich nicht anders.

Seit 5 Wochen freue ich auf den jeweils nächsten Freitag, weil da die nächste Folge der 2. Staffel von „Picard“ online geht. Allerdings hat diese 2. Staffel auch das hermetischste Serienkonzept, das ich kenne. Wer Staffel 1 nicht gesehen hat, über keine detaillierten Kenntnisse der Grundmotive von TNG verfügt und keine große Affinität zu „Star Trek IV“ hat, dürfte diesem Angebot recht hilflos gegenüberstehen.

Splitterbrötchen (DCCCLXXX)

Es gibt IMMER eine bequemere Lösung.

Vielleicht kann mir ja einer der Splitterbrötchen-Leser helfen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum man ausgerechnet einen Lakritz-Likör(!) mit gerade mal 21,5 Volumenprozent nach einer vor fast 50 Jahren von Clint Eastwood verkörperten, moralisch und politisch zweifelhaften Filmfigur benennt, und dann auch noch ein Bild auf die Pulle klatscht, dass nichts, aber auch gar nichts mit dieser Filmfigur zu tun hat. Kann mir irgendjemand erklären, was das soll?

Zündende Wortwitze helfen durch schwere Zeiten.

„Wir werden sie noch sehr vermissen“ alberten  politische Kommentatoren in den letzten Wochen von Angela Merkels Kanzlerinnenschaft in Mikrofone und Tastaturen. Jetzt, wo sie in den Talkshows bereits anfangen, sich mit einem Atomkrieg zu arrangieren1, müsste die Sehnsucht nach mutmaßlich besonnener Zurückhaltung aus dem Hause Merkel am größten sein. Ist sie aber nicht. Aus Gründen.

Gestern recherchierte die beste, geduldigste Gemahlin von allen einem Erinnerungsbuch hinterher, dass wir vor 15 Jahren gemeinsam realisiert haben (Sie hat’s zusammen mit dem sich Erinnernden geschrieben, ich hab’s rausgebracht): Bei den üblichen antiquarischen Verdächtigen kostet es mittlerweile fast das Doppelte des damaligen Ladenpreises. Bedanken Sie sich für diese Preissteigerungen bei allen Buchhändlern, die auf Nachfragen nach dem Buch lügnerisch „Nicht erhältlich.“ – „Gibt es nicht.“ – „Kann man nicht bestellen.“ geantwortet haben.

Cem Basman ist gestorben. Jeder, der irgendwie gebloggt hat, kannte ihn. Ich auch, ein bisschen, via Qype damals, wo er auch mitgemischt hat. Man verlor sich dann aus den Augen, auch, weil er sich aus der Online-Welt zurückgezogen hat. Herr Buddenbohm hat sehr schön nachgerufen.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren eine für Berliner Verhältnisse2 geradezu sensationelle, hausgemachte frische Bratwurst im Steglitzer Groschenkeller.

Die Plätze zwei und drei wurden in der heimischen Küche vergeben, einmal für ein ohne Firlefanz gebratenes unfotografiertes Flanksteak, zum anderen für einen in der Pfanne fruchtig karamellisierten3 Seidentofu mit Curry-Kokos-Gemüse.

Bitte, nehmen Sie die folgende Warnung ernst, ich kann das hundertprozentig bestätigen.

Fantastische Werte beim diesjährigen Checkup. Habe mir spontan bei amazon ein Stethoskop bestellt. Bin jetzt Gesundheitsexperte und Wunderheiler. Anfragen der Privatsender bitte an meine Agentur.

Splitterbrötchen (DCCCLXXIX)

Anfang der Woche hat Alexa mich aufgefordert, sie zu fragen, ob Otter schwitzen. Was weiß man eigentlich über Drogenprobleme bei KIs?

Fast alles, was einem 20 Jahre später nicht peinlich sein muss, ist gut.

Ein Tweet von erschütternder Klarheit und Wahrheit, wie ich aus Erfahrung bestätigen kann:

Den Bundestagsabgeordneten kann man mangelnde Empathie und Stillosigkeit vorwerfen, aber nicht, dass sie zur Tagesordnung übergegangen sind. Das ist doch die Aufgabe eines Parlaments.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war der Besuch des Schöneberger Gsthauses „Renger-Patzsch“, das sich spontan mit angenehmer Wirtshaus-Optik, ausgezeichneter Küche, schönen, bezahlbaren offenen Weinen (es gibt Elsässer Riesling!) und freundlich-humorvollem Service in die erlesenen Top Five unserer Lieblingsrestaurants boxte. Zur Vorspeise teilten wir uns ein Meeresfrüchte-Risotto, zum Hauptgang trennten sich unsere Wege. Die geduldigste, beste Gemahlin von allen, die den Gasthausbesuch großzügig finanziert hatte, erfreute sich an ausgezeichneten Kalbsnierchen in Senfsauce, ich austriasierte mit außen wunderbar knusprigen, innen schön cremigen Kaspressknödeln auf Gemüse-Rahmsauce.

Beim Nachtisch entdeckte ich eine nur auf den ersten Blick exotische, in Wahrheit sich genial ergänzende Kombination: eine Scheibe Brie de Meaux mit einer Kugel Portwein-Eis. Herrlich.

Sollte wirklich das Gelingen bzw. dessen Möglichkeit Maßstab politischen Handelns sein?

Die Lektüre-Empfehlung der Woche: taz-Interview mit Nicole Henneberg, der Herausgeberin von Gabriele Tergit. Ich habe mittlerweile alles gelesen, was von Frau Tergit erhältlich ist. Die Beschäftigung mit ihrem Werk und ihrer Vita ist außergewöhnlich bereichernd.

Silvio Berlusconi besitzt 25 Prozent von ProSieben/Sat1 und hat den Laden noch nicht in „Bunga Bunga TV“ umbenannt? Was ist los, ist der Cavaliere außer Form?