Splitterbrötchen (CMLXXV)

Immer öfter beobachte ich Eltern oder Großeltern, die mit ihrem Otterngezücht hoffnungsvollem Nachwuchs in den Bus oder die U-Bahn steigen, als erstes nach einem Sitzplatz für die kurzhalsigen Ungeheuer ausschau halten und sich deren lautes Wehklagen anhören und Trost spenden, wenn keiner frei ist. Liebe Aufsichtsführende, bitte, denken Sie um. Kein gesunder junger Mensch wird durch ein paar Stunden Rumlaufen in der Großstadt so müde, dass er sich im ÖPNV setzen muss, ganz im Gegenteil. SIE sind diejenigen, die ermüden und Anspruch auf einen Sitzplatz haben. Ermutigen Sie also in Zukunft Ihre Schutzbefohlenen, nach einem Sitzplatz für Sie Ausschau zu halten und ihn – höflich, aber bestimmt – für Sie zu sichern. Erst, wenn Sie kommod Platz genommen haben, ist ein Sitzplatz für die von Ihnen zu beaufsichtigenden Kackbratzen überhaupt ein Thema! Wenn Sie in Zukunft erzieherisch derart handeln, schenken Sie der Welt aufmerksame, rücksichtsvolle und höfliche Kinder. Man wird es Ihnen danken, ich als erster.

Aufsehenerregender neuer Beitrag für meine die Grenzen der Aufmersamkeits-Ökonomie sprengende Fotoserie „Die beste, geduldigste Gemahlin von allen fotografiert Dinge“. Heute: einer eher durchschnittliche Creme Brulée.


Mit Kondomen ist man nicht automatisch auf der sicheren Seite. Ein Freund von mir trug eins, als er vom Ehemann seiner Freundin erschossen wurde.

Unfotografierter kulinarischer Wochenhöhepunkt: 3 Tapas im „Tapas España“. Gambas al ajillo, Chorizo in Weißweinsauce, Kartoffelkroketten mit Käse und Schinken (mit denen man hervorragend Wrißweinsauce und Olivenöl aufmoppen konnte).

Spannende Frage: Mit welcher Tastenkombination löst man bei einem Grablichtautomaten eigentlich die „Goldene Superserie“ mit Multi-Bonus und Triple-Joker aus?

Kultureller Wochenhöhepunkt war das Anschauen von Clooneys höchst gelungenem „Die Jungs im Boot“ im Stream (schon von dem dem Film zugrunde liegenden Buch war ich sehr angetan). Nach etwas zögerlichem Beginn wird das ganze zum höchst unterhaltsamen Feelgood-Sport-Film. Außerdem mag ich generell Filme, an deren Ende der Föhrer dumm aus der Wäsche schaut.

Weisheit der Woche: Gehacktes ist Gottes Entschuldigung für Salat.

Man schützt die Menschen nicht vor Unsinn, in dem man ihn verbietet, im Gegenteil. Nach einem Verbot macht dieses Schwachmatenzeugs dann als „geheime Wahrheit, die man nicht sagen darf“ erst richtig Karriere.

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