Splitterbrötchen (CCCXVI)

Frau Merkel wurde missverstanden. Sie hat das Internet nicht als „Neuland“ bezeichnet, sondern mit einer Neuland-Fleischerei verglichen, in der es nur gute, vollwertige und gesunde Angebote gibt.

Man kann inhaltliche Probleme nicht mit technischen Mitteln lösen. Trotzdem versuchen es die Menschen immer wieder.

Unsere Justizministerin war „entsetzt“, als sie im Guardian über das britische Abhörprogramm las. Ich war entsetzt, als ich das erfuhr, denn das kann nur bedeuten, dass unsere Geheimdienste die Justizministerin nicht von ihren Erkenntnissen informieren. Denn unsere Dienste haben doch mit Sicherheit schon längst herausgefunden, was die Briten so treiben? Ja?

Oder wurde Frau Leutheuser-Schnarrenberger am Ende auch von Jan Ullrichs Doping-Beichte unerwartet wie ein Schock getroffen?

Wenn Menschen von etwas beseelt werden, verlieren sie zuallererst ihren Humor.

Und: Der Mensch gewöhnt sich tatsächlich an ALLES. Statt Cayenne-Pfeffer verwende ich seit Jahren getrocknete Chili-Schoten, die ich zwischen den Fingern zerbrösel. Meistens vergess ich, mir hinterher gründlich die Finger abzuspülen, fass mir dann irgendwann ins Auge und… am Anfang hab ich noch Veits-Tänze aufgeführt, mir die Kontaktlinsen rausgerissen usw. Mittlerweile blinzle ich zweimal und gut ist.

Das letzte, was ich gebrauchen kann, ist eine unter Scolari wiedererstarkte Seleção. Was, bitteschön, ist so schwierig an Unter-dem-Druck-des-fanatischen-eigenen-Publikums-einknicken-und-abkacken?

 

 

 

Ein Gedanke zu „Splitterbrötchen (CCCXVI)

  1. Ja, genau. Das mit der „Neuland-Fleischerei“ hatte ich auch schon als Bild im Kopf. Wo es festsaß, bis mich die Campagneros des Agitprop mit anderem versuchten zu infiltrieren. Neuland gilt aber vermutlich nur in Berlin-Brandenburg als Qualitätszugewinn im fetten Bauchspeck des Berliner Speckgürtels. Insofern ein Berolinismus. Vermutlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert