Im Orbit

Post von Wagner – Bild.T-Online.de:
Liebe kann man nicht kaufen, ein Klischee. Ein Geschenk kann man auch nicht kaufen. Tausende von Weihnachtsgeschenk-Verzweifelte sind meine Brüder. Was für ein Filmtitel – das letzte Geschenk.

Hallo, Effjott! Das mag jetzt für Sie wie ein Schock kommen, aber seit ein paar tausend Jahren hat sich – zuerst beim Geschichten Erzählen, später dann beim Schreiben – eine kleine Usance durchgesetzt, nämlich, dass der jeweils nächste Satz sich auf den vorigen bezieht. Das hilft vielen Lesern, einen Text zu verstehen, das meinen Sie doch auch… Nein? Effjott, es geht beim Schreiben um das Herstellen von Zusammenhängen, um das Verbinden verschiedener Ideen… Finden Sie nicht. Im Gegenteil. Einfach Augen zu und druff. Gut, dann will ich nichts gesagt haben.
Viel Spaß noch in der erdnahen Umlaufbahn!

Der Billard-Experte

Äh, Firma Nivea? Das ist ja wirklich ganz doll, dass Ihr euch jetzt einen „Hair Care Experten“ zugelegt habt. Kann man immer gebrauchen, so einen Typen, besonders, wenn man in Eurer Branche (zur Erinnerung: Kosmetik und Pflegemittel) tätig ist. Cleverer Schachzug, wirklich, Glückwunsch. Eine Frage bewegt mich aber doch. Als ihr Stefan Schilling gecastet habt, was habt ihr da getrunken, geraucht, eingepfiffen? Muss ja ein Hammerzeuch gewesen sein! Krieg ich was ab?
Auf Seite 4 gefunden, danke für den Tipp!

Kartoffel-Quark-Auflauf

Ein Rezept, das die geduldigste Gemahlin von allen in die erfolgreiche Beziehung mitgebracht hat: Kartoffelquarkauflauf. Für vier Personen braucht man 1 kg gekochte Pellkartoffeln, 500g Magerquark 1/8 Liter süße Sahne, 3 Eier, ca. 80g Butter, 250g Schinkenspeck, Salz, Pfeffer und so viel Schnittlauch, wie die Haushaltskasse erlaubt und noch etwas Butter für die Auflaufform. Der Quark wird mit der Sahne, den Eiern und der zimmerwarmen Butter geschmeidig gerührt, vorsichtig gesalzen (Schinkenspeck), mutig gepfeffert und verschwenderisch mit kleingeschnittenem Schnittlauch durchsetzt. Die Kartoffeln werden gepellt und in Scheiben geschnitten, mit dem in Würfel geschnittenen Schinkenspeck vermischt, in eine gebutterte Auflaufform verfrachtet, mit dem Quarkgemisch übergossen und bei ca. 160 bis 180 Grad für 40 Minuten in den Ofen verfrachtet. Gelegentlich nachsehen, Hitze gegebenenfalls herunterdrehen, der Auflauf ist in Bestform, wenn die Eier den Guss nicht stocken lassen, sondern zu cremiger Konsistenz verhelfen.

Kartoffel-Quark-Auflauf

Trotz – oder gerade – wegen seiner Einfachheit ist dieses Teil bei uns ein Dauerbrenner. Und das Rezept hat eine Besonderheit: Man kann es nicht verbessern. Alle Versuche, diesen Auflauf durch kleine oder große Veränderungen zu verbessern, sind krachend gescheitert: Mehr Sahne machte ihn zu mächtig, Creme Fraiche statt Sahne machte ihn zu vornehm und der Versuch, das ganze mit Krabben in eine eher norddeutsche Richtung zu drehen, war letztlich interessant, führte jedoch zu einem vollkommen anderen Gericht. Schon ziemlich bald habe ich also gelernt, meinen Küchenaktionismus an anderen Gerichten als diesem auszutoben. Dieser Vierklang aus Kartoffeln, Schinkenspeck, Eierquarksahne und Schnittlauch ist in sich perfekt und gefestigt, wie die Beziehung zur geduldigsten Gemahlin von allen. Besser geht’s nicht!

Der Wagner Code

Post von Wagner: Liebe Gierige – Bild.T-Online.de:
Ein gierkranker Mensch ist nicht seelisch interessiert.

Sätze wie dieser haben Ihren Ruhm begründet, Effjott: Knallhart, auf den Punkt und vollkommen unverständlich. Ist das letztendlich Ihr Erfolgsgeheimnis? Dass Sie tagtäglich Millionen von Lesern erreichen, von denen kein einziger weiß, was Sie eigentlich meinen? Nu ja. Klingt plausibel.

Was sind das für Kerle?

Action-Schocker „Apocalypto“: Plagiatsvorwurf gegen Mel Gibson – Kultur – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:
Ein Detail der Verfolgungsjagd im Film kam den Kritikern besonders bekannt vor. Sie meinten, ähnliches schon 1993 bei „Auf der Flucht“ gesehen zu haben. Harrison Ford als Dr. Richard Kimble entkommt seinen Verfolgern dort auf gleiche Weise wie es Jaguarpfote es in „Apocalypto“ versucht: Beide springen während einer Verfolgungsjagd nach kurzem Zögern einen tosenden Wasserfall hinab.

Vor Dr. Kimble sind aber schon u. a. anno 1969 Butch Cassidy und Sundance Kid gesprungen… Ich bin mir jetzt einen Tick unsicher, wär sich „auf der Flucht mal schnell einen Wasserfall runterspringen“ hat urheberrechtlich schützen lassen. Und was sind das für Kerle, die bei SPON einen derartigen Schwachsinnsartikel online gehen lassen?

Schweinerei

Warum wir die Schweinerei so nennen, weiß bei uns kein Schwein mehr. Auf alle Fälle hab ich das Rezept mal bei Biolek gesehen, hab’s ein wenig abgewandelt, und wenn wir Leute einladen, für die ich’s schon mal gemacht habe, fragen die immer: „Macht ihr wieder diese leckere Vorspeise mit den Feigen?“ Aber gerne!
Pro Nase braucht’s ein oder zwei getrocknete Feigen und ein, zwei oder drei Garnelenschwänze (je nach Größe), ein paar dünne Scheiben rohen Schinken (gern Serrano oder Parma, muss aber nicht) sowie Olivenöl, Senf und Zitronensaft. Aus den letzteren 3 Zutaten rührt man eine nicht zu säuerliche Marinade und legt darin die (selbstverständlich entpanzerten) Garnelenschwänze und die getrockneten Feigen (wenn Stiel zu hart, abzwacken) ein paar Stunden ein (Kühlschrank). Wenn man das Marinieren in einen Gefrierbeutel verlegt, braucht man nicht viel Marinade. Anschließend das Zeugs abtropfen lassen (Marinade auffangen), Garnelen und Feigen mit Schinken umwickeln und in der Pfanne in etwas Olivenöl knusprig braten. Mit der restlichen Marinade bekleckern und mit einem Büschel Salat und etwas Weißbrot servieren. Mahlzeit!

Schreibehaft?

Post von Wagner – Bild.T-Online.de:

Wenn ich Richter wäre, würde ich in diesem Prozess nicht nur den Angeklagten zur Höchststrafe verurteilen, sondern auch die „Süddeutsche Zeitung“ zu mindestens sechs Wochen Schreibehaft.

Schreibehaft? Absolut origineller Gedanke, der nur von einem irrlichternden Brausekopf wie Ihnen stammen kann, Effjott, Kompliment! Aber… was genau, bitte, haben wir uns darunter vorzustellen? Wollen Sie die Kollegen von der SZ einsperren und dazu zwingen, täglich mindestens eine Kolumne zu schreiben, auch wenn ihnen gar nichts einfällt und nur die wirrsten Gedanken in ihrem Hirnkastl Kabolz schießen? Das wäre ja dann genau wie…
Nein. Das kann nicht sein.

Besser als Clooney!

Bild.T-Online.de:
Hollywood-Star George Clooney (45) plagt das Zipperlein. In einem Interview mit dem US-Magazin „Newsweek“ schilderte er sein Problem recht plastisch: „Wenn ich morgens aufwache und mir tun die Knie weh, denke ich bloß: Ich bin 45!“

Mir tut morgens beim Aufwachen auch das Knie weh. Und ich kann denken: „Ich bin 50.“ Das sind 5 mehr. 5 mehr als Clooney! Eat this, George…

Chris Barber grüßt Eschwege

1971 war’s, als in meiner Heimatstadt Eschwege die Stadthalle fertig gebaut worden war, ein damals ultramoderner Mehrzweckbau mit Hotel, Restaurant und riesengroßem (800 Plätze!) Veranstaltungssaal von allerdings schon damals durchaus gewöhnungsbedürftiger Optik. Eine verblüffend hoch angesetzte Fensterfront, die nur zur Hälfte von äußerst farbenfrohen… Gardinen in futuristischem 70er-Jahre Design verdeckt wurde, sorgte für reichlich Gesprächsstoff in der Perle der Hessischen Schweiz.
Nichtsdestoweniger, der Kulturbund musste seine Veranstaltungen nun endlich nicht mehr in der Turnhalle der Struthschule durchziehen, sondern hatte ein eigenes, luxuriöses Domizil. Wenn auch mit diesen… Gardinen. Das war aber egal, denn die Veranstaltungen waren ja abends. Da war’s dunkel, und da sah man die… Gardinen nicht. Wie dem auch sei, jetzt konnte der Kulturbund mehr Veranstaltungen pro Jahr organisieren, und endlich, endlich etwas für die Eschweger Jugend tun. Und deshalb gab es gleich nach der feierlichen Eröffnung ein Konzert mit einer richtigen Band, mit der Chris Barber Jazz and Blues Band. Äh, ja, doch. Chris Barber. Der war damals schon über 40, und er spielte Cordhosen-Jazz. Möglicherweise lag der Eschweger Kulturbund seinerzeit ein klitzekleines bißchen daneben, was den Zeitgeist anbelangte, aber das war der Jugend letztlich egal. Die Musik war laut, und sie kam weder von einem Schulorchester noch von einem Spielmannszug, also war die Stadthalle pickepackevoll, und alle waren sich einig, dass die… Gardinen in der festlichen Dunkelheit praktisch gar nicht zu sehen waren und somit auch nicht störten. Die Band begann pünktlich, und auch wenn es Cordhosen-Jazz war, es war wenigstens fetziger Cordhosen-Jazz. Die Band spielte 3 starke Nummern am Stück, und dann trat Chris Barber persönlich ans Mikrofon, um uns zu begrüßen. Uns stockte der Atem. Chris Barber spricht zu uns! Was würde er sagen? Etwas persönliches? Oder würde er nur einen auswendig gelernten, xmal runtergenudelten Begrüßungstext runterleiern? Barber, ganz routinierter Profi, lächelte gut gelaunt ins Publikum, ließ seinen Blick über die hypermoderne Stadthallenarchitektur schweifen, bekam große Augen und sagte: „Ooooh… lovely shutouts you’ve got.“