So schön wird 2008

Also, ich fand 2007 war ein totales Super-Jahr, weil wir den Scheiß-Rauchern endlich gezeigt haben, wo’s lang geht. Nur noch bis heut abend dürfen die wild in der Gegend rumquarzen und in den Kneipen die Luft verpesten, aber dann ist endlich Schluss. Okay, auf der Straße und bei sich zu Hause dürfen sie noch, aber diese Probleme werden wir nächstes Jahr angehen. Ich bin auf alle Fälle scheiß-froh, dass ab sofort in den Kneipen nicht mehr geraucht werden darf. Ich geh zwar grundsätzlich nicht in Lokale, in denen Alkohol ausgeschenkt wird, aber der Gedanke, dass irgendwo irgendwer etwas macht, was ihm Spaß macht und mir nicht, ist für mich absolut unerträglich.
Apropos Alkohol. Das mit den Rauchern kann ja wohl erst der Anfang gewesen sein. Was ist denn mit diesen Säufern? Heute erst hab ich in der Zeitung gelesen, dass die Folgeschäden des Alkoholismus viel gravierender sind als die des Rauchens. Das kann doch nicht sein, dass ich – ich trink nur Wasser und Kräutertee, vielleicht mal einen Sauerkrautsaft – über die Krankenkassenbeiträge die Zirrhose-Behandlungen und Sucht-Therapien für die Süffel mit bezahle. Da muss der Gesetzgeber tätig werden, überhaupt, wenn in den Kneipen nicht mehr geraucht wird, da steht dann ja der Alkoholdunst im Raum, vielleicht ist der ja auch schädlich, wenn man ihn einatmet. Wehret den Anfängen!
Apropos Krankenkassenbeiträge. Was ist eigentlich mit den Dicken? Wenn ich mir die so angucke, frag ich mich vollkommen zurecht, warum unsereins eigentlich diese astronomischen Krankenkassengebühren zahlen muss. Um den Dicken ihre Blutdrucksenkungen, Kreislauftherapien und Abmagerungskuren zu finanzieren? Das muss nun wirklich nicht sein, da könnte man mit einer entsprechenden Gesetzgebeung dagegensteuern, wie bei den Rauchern… wenn die Dicken nicht mehr dick sein dürfen, dann brauchen in den ganzen Kaufhäusern auch die Übergrößen nicht mehr angeboten werden. Dann werden die Klamotten billiger, weil wir den vielen Stoff für die Übergrößen nicht mehr mitbezahlen müssen.
Überhaupt, das fällt einem richtig auf, wenn man sich mal diese alten Filme anguckt (Müssen die bescheuert gewesen sein, die Dinger in Schwarzweiß zu drehen, Farbe ist doch viel besser!): Wie unordentlich die Menschen da aussehen. Alle durcheinander, Dicke, Dünne, Raucher, Nichtraucher, Trinker, Abstinenzler, Große, Kleine, Hübsche, Hässliche… alles wild durcheinander, da blickt man überhaupt nicht durch. Die einzigen, die man in den alten Filmen sofort erkennt, sind die Deutschen. Die sehen alle ordentlich aus. Weil sie Uniformen tragen.
Ich freu mich auf 2008.

Splitterbrötchen (XXVIII)

SpOn kürt Harald Schmidt zu einem der Verlierer des Jahres. Schlecht gezielt. Nicht Schmidt, sondern seine Autoren scheinen mir das Problem zu sein.

Ähnliches beim Sidekick – Der einzige Vorwurf, den man Pocher machen kann: er unterfordert seine Autoren. Er verlangt nur Pointen, wo er sich eine Persönlichkeit schreiben lassen sollte.

Die größte historische Errungenschaft der deutschen Demokratie ist sicherlich, dass deutsche Politiker mittlerweile vollkommen erfolgsunabhängig arbeiten können.

Vehemente Proteste erreichten mich, weil ich in den Splitterbrötchen (XXVI) einige Anhänger des SC Freiburg bzw. von Mainz 05 als „Pseudo-Intellektuelle“ bezeichnet habe. Gern bestätige ich daher den Anhängern beider Vereine, dass sie entweder schwerintellektuell oder überhaupt nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt sind.

Eckkneipen-Tourismus

Da läuft der Vize-Präsident des Hotel-und Gaststättenverbandes Sturm gegen das kommenden Rauchverbot:

„Die Berliner Eckkneipenkultur mit Bier, Korn und Kippe wird kaputt gemacht“, klagt bereits Dehoga-Vize-Präsident Richter. Das schade auch dem Tourismus.

Da hat er sicherlich recht. Die Millionen und Abermillionen Touristen, die täglich in unsere Stadt einfallen um in traditionsreichen Etablissements wie „Zur gemütlichen Ecke bei Hella und Heinz“ oder „Zur kleinen Kneipe“ die Fudschis in sich hineinzuschmettern und den Einheimischen beim Philosophieren zu lauschen, werden der Hauptstadt von nun an die kalte Schulter zeigen. Ein mindestens so schwerer Schlag für die Eckkneipenkultur wie damals, als die EU-Verordnung Nr. 852 unser geliebtes Sol-Ei aus dem Hungerturm verbannte. Da hat die Dehoga aber noch nachgerade dröhnend geschwiegen. Haben Sol-Eier keine Lobby?

Kritikerschelte

Mensch, Frau Tillmann vom Tagesspiegel,
das versteh ich jetzt nicht, wieso sie heute im im Filmjahresrückblick von

Günter Rohrbachs Kritikerschelte anlässlich des Misserfolgs von Tom Tykwers „Das Parfum“

schreiben. Der Streifen hatte doch hierzulande über 5 Millionen Zuschauer, wie kommen Sie auf Misserfolg? Und Rohrbach hat doch die Kritiker nicht wegen eines angeblichen Misserfolgs gescholten, sondern weil sie versucht haben, den höchst erfolgreichen Streifen zum Flop herunter zu schreiben…
Ach so. Jetzt hab ich’s kapiert. Sie sind immer noch auf Kurs. Dann will ich nix gesagt haben.
Tschö,
der Chris

Nachweihnachtlicher Dank

Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den vielen hundert lieben Menschen, die mir in den letzten Wochen die ganzen Emails geschrieben haben, die unfehlbar mit dem Satz „Lieber Herr Kurbjuhn, Weihnachten steht vor der Tür…“ oder „Lieber Herr Kurbjuhn, Weihnachten ist da…“ begannen. Wäre ich von diesen vielen aufmerksamen Menschen nicht immer wieder darauf hingewiesen worden, ich hätte Weihnachten wohl glatt verpasst!
Aber nächstes Jahr lasst ihr euch was neues einfallen, ihr Schnarchnasen, ja?

Ein Glas ist nicht genug

Fressack beobachtet mit Erstaunen, dass seine Gäste immer öfter das Mineralwasser im Glas vor sich verdunsten lassen, anstatt sich in bester Feierlaune den einen oder anderen Schoppen zu gönnen.
Zeit für ein Geständnis: Ich bekenne mich schuldig. Auch bei mir kommt’s immer öfter vor, dass ich ein Glas Wein über die ganze Zeit strecke, die ich in einem Restaurant verbringe, und den Durst vorwiegend mit Wasser lösche. Hier in Berlin – vor allen Dingen im Bereich der mittleren bis gerade mal soeben angehobenen Gastronomie – hat sich meiner Ansicht nach ein Missverhältnis zwischen den Preisen für Wein und Essen etabliert. Das fiel mir beim erstaunten Nachrechnen einiger Restaurantrechnungen auf: da stellte ich nämlich konsterniert fest, dass ich für die begleitenden Getränke genauso viel oder gar mehr gezahlt habe als fürs Essen, ohne dass ich etwas besonderes im Glas gehabt hätte oder auch nur in die Nähe eines Rauschs geraten wäre.
Eine Vorspeise geteilt, zwei Hauptgerichte, ein Nachtisch für die geduldigste Gemahlin von allen, da komm ich mit 30 bis 35 bis allerhöchstens 40 Euro hin, das freut, aber 4 Gläser eines plörrigen Chateau de Schwurbel à 6 bis 7,50 plus eine große Pulle Mineralwasser zum gleichen Preis… heißahoppsa, die Freude ist dahin. Jaja, ich weiß, das ist eine Mischkalkulation, das, was die Küche raus gibt, müsste eigentlich viel teurer sein, das holt sich der pfiffige Gastronom eben über die Getränke wieder rein.
Find ich aber nicht pfiffig. Erstens zahl ich lieber direkt und nicht über den Mixer, und zweitens möchte ich nicht mein Essen durch die Überbezahlung zweifelhaften Weins subventionieren. Dann meldet sich nämlich mein innerer Geizkragen zu Wort: „Mensch, Chris, trink langsamer. Ein Glas zum Essen reicht. Das Geld, was du hier sparst, kannst du im Weinladen um die Ecke für einen 02er Schwurbolo oder eine 96er Crianza Schwurbenillo anlegen, da kostet die ganze Flasche nur etwas mehr als ein Glas dieser Plörre und schmeckt hundertmal besser…“
Und wenn mein innerer Geizkragen mal angefangen hat, mich zuzuquallen, dann ist er kaum zum Schweigen zu bringen. Hinterher hör ich noch auf den. Dann bleib ich am Ende ganz zu Hause hocken, brutzel mir was zusammen und entkorke meine Schnäppchen, die ich mir durch Lokal-Abstinenz zusammengespart habe. Und merke dann gar nicht mehr, wenn um die Ecke endlich mal ein Laden aufmacht, in dem fair und ehrlich kalkuliert wird. Und in dem es Spaß macht, „noch einen allerletzten“ zu trinken.
Genauso ein Lokal scheint übrigens Fressack zu haben. Wenn ich da endlich mal aufschlage, werde ich’s sicherlich nicht bei einem Schoppen bewenden lassen. Braucht nicht irgendwer in Frankfurt ein paar Texte? ’n Drehbuch? Irgendwas? Schreibe auf Zuruf!

Splitterbrötchen (XXVII)

Dem nächsten Fernsehkoch, der mir zeigt, wie man Orangen filiert, ramme ich das Office-Messer in die Wampe. Ich kann’s nicht mehr sehen!

Wunderbares Micha-Skibbe-Zitat bei Trainer Baade:

Wenn es darum geht, noch Butter aufs Brot zu bekommen, sind wir nicht in der Lage, mehr mitzunehmen als Erfahrung.

Man kann beim Sport nicht gewinnen, wenn man den Gegner falsch einschätzt.

Beim Surfen entdeckt: eine Universal-Fernbedienung für 400 Euro, die ich über meinen PC konfigurieren muss. Nun ja, für 400 Euro möchte ich eigentlich nicht noch selbst Hand anlegen müssen.

Was verwirrt: Nicht, dass Menschen korrupt sind, sondern wie pissig die Summen sind, für die sie sich verkaufen. Muss ein tolles Gefühl sein, sich bestechen zu lassen.

Das Tagebuch des Herrn Klink und die Probleme mit meiner Sidebar

Die Netzecke gibt’s jetzt über ein Jahr, und über ein Jahr lang war ich mit der Einteilung der Sidebar (das ist wo im Browser rechts ist) sehr zufrieden, aber jetzt habe ich ein Problem. Ein Problem namens Klink, Vincent Klink.
Die Links in meiner Sidebar habe ich aufgeteilt in Freunde, die wo nicht bloggen (sinnigerweise unter „Freunde“ katalogisiert), und in Freunde und Menschen, die bloggen und deren Blogs ich regelmäßig lese (Ja, richtig geraten, die stehen unter „Lieblingsblogs“).
Wo soll ich aber nun Herrn Klink hinstecken? Herr Klink führt nämlich ein Internet-Tagebuch, das beinahe ein Blog ist. Er schreibt dort auf, was ihm beim Kochen so durch den Kopf schießt, und das ist höchst amüsant, lesenswert und hat zumindest mein Wissen über die Feinheiten des Kochens deutlich bereichert.
Der Herr Klink nimmt für sein Tagebuch aber keine Blogsoftware, sondern „pfriemelt“ (O-Ton) seine Homepage selbst zusammen, folglich gibt’s keinen RSS-Feed und keine Kommentarfunktion (die sicherlich zu hunderten auflaufenden Kommentare kann er sich auch rein zeitlich nicht antun), folglich schreibt der Herr Klink also keinen Blog, und so kann ich ihn nicht unter „Lieblingsblogs“ kategorisieren, obwohl ich ihn regelmäßig und mit großer Freude lese. Unter „Freunde“ kann ich ihn auch nicht einsortieren, denn der Herr Klink kennt mich ja nicht und hat sicherlich keinerlei Interesse an derart einseitig erklärten Freundschaften.
Nichtsdestotrotz, wer sich fürs Kochen oder die Gastronomie interessiert, sollte mal die Website von Herrn Klinks Restaurants ansteuern. In der dortigen Sidebar (die wo bei Herrn Klink links ist) wird auf Tagebuch geklickt, dann kann man Jahr und Monat anwählen. Wirklich schön zu lesen.
Für meine Sidebar habe ich eine vorläufig-salomonische Lösung gewählt.

Argumentationshilfe

Dolles Argument
Das Dingen haben wir da, weil wir heute nachmittag ein paar Fotos für ein Buchcover („Colt Concertos – Das Kompendium der Western-Komponisten“ von Michael Stemmer, kommt im Frühjahr 2008 raus) schießen machen. Erstaunlich, wie groß und schwer so ein Teil ist. Wie man das abfeuern kann, ohne sich das Handgelenk zu brechen, ist mir ein Rätsel.
Andererseits verleiht es den eigenen Worten ein schönes Gewicht, wenn man es vor sich auf dem Schreibtisch liegen hat. Die Gesprächspartner scheinen einen Tick aufmerksamer zu sein.