WM-Agenda 2010 – Tag 18

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel:
Hihihi. Hohoho. Hähähä. Soweit meine klarsichtige Analyse des Englandspiels. Jetzt Argentinien. Die hauen wir wech. Hihihi. Hohoho. Hähähä.
Kurz ernsthaft: Ich fühlte mich stark an das Achtelfinale 1990 erinnert. Auch da haben wir geächzt, schon im Achtelfinale einen mordsdicken Brocken wie die Niederlande zu bekommen, und dann hatte man während der ganzen Partie nicht das Gefühl, dass das Match verloren gehen konnte. Okay, die Niederlande waren damals über ihren Zenith hinaus, und die Engländer waren nicht der starke Gegner, den ich erwarte habe, aber unsere Mannschaft hat beeindruckt. Wie 1990. Und wie 1990 kann’s weitergehen.
Und Argentinien? Gegen Mexico sahen wir 1 Abseitstor, 1 Treffer nach gröbstmöglichem Abspielfehler und 1 (brillanten) Sonntagsschuss. Es wird nicht einfach, aber sie sind machbar. Wir hauen sie wech.

Video des Tages:
Brasilien spielt, und- wie versprochen – „meine“ besten Brasilianer aller Zeiten, die Mannschaft, die nie Weltmeister wurde, aber für mich den schönsten Fußball aller Zeiten spielte.   Wenn Fußball zum Gedicht wird.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=zZxvYy5-ekI[/youtube]

Die heutigen Pflicht-Kick-Klicks:
Germany 4 – England 1 – Der Internet-Kommentarstream der BBC
Köster und Kirschneck von 11 Freunde (täglich)
Jens Weinreich (täglich)

Die Tipps des Tages:
Niederlande – Slowakei 3:1
Brasilien – Chile 2:1

Zitat des Tages:
„…und es gibt doch einen Fußballgott…“ Dieter Wockenfuß auf Facebook.

Revenge is a dish best served cold

Heute ist auf spektaktuläre und gleichzeitig unglaublich zarte, poetische Weise nach 44 endlosen Jahren die Gerechtigkeit in die Welt zurückgekehrt. 44 Jahre, nachdem England uns den verdienten Weltmeistertitel durch ein vollkommen irreguläres Tor entrissen hat (jaja, ich weiß, dass das Spiel 4:2 ausgegangen ist, dazu komme ich noch), haben wir heute die Engländer mit der höchsten Turnierniederlage ihrer WM-Geschichte aus dem laufenden Turnier entfernt. Dabei gab es eine Spielsituation, die in geradezu gespenstischer Weise an Hursts berüchtigley-Tor erinnerte. Mit drei kleinen, feinen Unterschieden.

  1. Es war ein klarer Treffer. Der von Lampard geschossene Ball setzte mindestens einen Meter hinter der Torlinie auf.
  2. Wieder war ein blinder Linienrichter am Werk. Er gab den hundertprozentig korrekten Treffer nicht.
  3. Der Treffer fiel nicht 15 Minuten vor Schluss der Verlängerung, sondern kurz vor Ende der ersten Halbzeit.

Und Punkt 3 ist der entscheidende. Unsere englischen Sportsfreunde hatten ausreichend Zeit, die ungerechte Entscheidung von Linien- und Schiedsrichter zu korrigieren, aber sie konnten es nicht. Das 4:1 (ich wiederhole gern, dass das die höchste Niederlage Englands bei einem WM-Turnier ist) ist trotz des zu Unrecht nicht gegebenen Treffers ein vollkommen korrektes Ergebnis, denn alle Treffer der deutschen Mannschaft (und natürlich das konzedierte Ehrentor) waren hundertprozentig regelgerecht, nicht so wie Hursts 4:2 in der Schlussminute des 66er Finales, das fiel, als bereits zahlreiche Zuschauer das Spielfeld stürmten und ebenfalls nicht hätte gewertet werden dürfen…
Aber genug davon.   Es ist vorbei. Nach 44 Jahren sind wir endlich und endgültig mit den Engländern quitt, das Wembley-Tor und die von ihm ausgelöste Final-Niederlage ist seit heute (sogar für mich) kein Thema mehr. Es ist jetzt endlich Geschichte.
Finally, we are at peace.

WM-Agenda 2010 – Tag 17

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel:
Endlich wieder England! Besonders nach der letzten Auflage dieses Klassikers, die ich bei gefühlten zwanzig Grad minus im Berliner Olympiastadion verfolgen durfte, und die einigermaßen blamabel verloren ging. Heute ist die Chance, diese Scharte auszuwetzen, und, wo wir beim Zurückdenken sind, fällt mir – leider – auch noch das letzte Pflichtspiel gegen unsere englischen Freunde ein, Wm-Quali 2002, die Schnade von München, das überaus schmerzhafte 1:5… also, allerhöchste Zeit für Wiedergutmachung, und das kriegen wir hin. Kein Platz für Zweifel. Verlieren ist keine Option!

Video des Tages:
Ich weiß, es ist peinlich, immer noch darauf herumzureiten. Ich weiß, es ist wurscht, ob der Ball drin war oder nicht, der Schiri (Dienst, du dämliche Pfeife!) hat auf Tor entschieden, und damit war es ein Tor.
Aber das ist mir Scheiß-egal, es ist immer noch eine himmelschreiende Ungerechtigkeit!

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HeXWEVXhdUo[/youtube]

Auf die Gefahr hin,   mich zu wiederholen. Nicht drin. Eindeutig. Kein Tor.

Die heutigen Pflicht-Kick-Klicks:
Die „Didi-Hamann-Bridge“
„The Hand of Götterdammerung followed by the Hand of God“ – wunderbares englisches Säbelrasseln
Köster und Kirschneck von 11 Freunde (täglich)
Jens Weinreich (täglich)

Die Tipps des Tages:
Deutschland-England 6:5 n. E. (was sonst?)
Argentinien-Mexico 3:0

Zitat des Tages:
“It’s like WWII. France surrendered early, US arrives at the last second and we’re left fighting Germany.“ Die BBC. Wer sonst?

Splitterbrötchen (CLIII) – WM-Special

Als Poet der Woche entpuppte sich Löw-Assistent Hansi Flick: „Jerome Boateng hat eine Gefährdung in der Wade.“

Italienischer Fußball in drei Worten. „Beleidigen durch verteidigen.“

Wenn’s beim Italiener lustig werden soll: Einfach mal ’ne Pizza Slovakia ordern.

Profi-Prognose Deutschland-England: Herr Üflüflü rockt das Turnier!

Jetzt geht’s ans Eingemachte, und Herr Üflüflü, Kreuzberger Zeitungshändler und von der FIFA gefürchteter Power-Prognostiker mischt mit. Jetzt schon mit gefühlten hundert Prozent Akkuratesse das Ergebnis von Deutschland-England? Kein Problem für Fußball-Genie Üflüflü:

Jetzt ist mit Verlängerung und Elfmeterschießen, nicht wahr? Dann ist Deutschland raus. Nach Elfmeterschießen.