Splitterbrötchen (CCII)

Das Wort der Woche verdanken wir Norbert Röttgen: „Begründungszugänge“ ist einfach brillant.

Auf dem zweiten Platz ist natürlich das während der Preliminarien des gestrigen Boxkampfs Sturm-Macklin geprägte „Bademantel-Problem“.

Ich mag nicht glauben, dass Peter Falk wirklich gestorben ist. Ich warte darauf, dass er mit den Worten „Beinahe hätte ich’s vergessen, ETWAS muss ich Sie noch fragen…“ wieder auftaucht.

Was qualifiziert Axel Schulz eigentlich zum Box-Experten? Dass er ein netter Kerl ist? Nette Kerle verstehen doch nichts vom Boxen.

 

Splitterbrötchen (CCI)

Erkenntnisse über das eigene Älterwerden schleichen sich nicht vorsichtig rein sondern springen einen unvorhergesehen an. Natürlich kann man das auch positiver ausdrückten: Ich hab endlich gelernt, mich selber zu erschrecken.

Wenn Spiegel-Online so weiter macht, wird es bald zu einem ähnlichen Ärgerns wie die BILD. Die EHEC-Schlagzeilen-Brüllerei dieser Woche, hinter der nur längst bekannte Banalitäten steckten, hatte mit niveuavollem Journalismus oder gar dem Mitteilen von Neuigkeiten ungefähr soviel zu tun wie ein Effjott-Wagner-Brief mit einem Kommentar zum Zeitgeschehen.

Erst heute, als ich jemanden anders sie gebrauchen hörte, habe ich bemerkt, dass sich die Wörter „Ortsgespräch“ und „Ferngespräch“ bereits vor längerer Zeit aus meinem aktiven Wortschatz verabschiedet haben.

Die Spam-Betreffzeile der Woche war „So gewinnen Sie im Lotto“. Nur folgerichtig war, dass der Absender dieser Mail eine „McCrazy GmbH“ war.

 

 

Splitterbrötchen (CC)

Die große Splitterbrötchen-Sause

Tausende Menschen haben sich zur Stunde in Berlin Kreuzberg vor meiner Wohnung versammelt und feiern die zweihundertste Ausgabe der Splitterbrötchen. Ich bin begeistert und gerührt.

Immer wenn ich „So doof kann eigentlich keiner sein!“ sage, kommt einer an, der haargenau so doof ist.

Spam-Betreff der Woche ist selbstverständlich „Penis Growth Free Trial“. Find ich gut, dass man nicht die Katze im Sack kaufen muss und in Ruhe probieren kann.

Die beste der Wahrheitsfindung dienende Zeugenaussage der Woche gelang selbstverständlich Bommi Baumann im Prozess gegen Verena Becker:
„Herr Baumann, nehmen Sie Drogen?“
„Ja.“
„Seit wann?“
„Ich nehme seit 1967 Opiate.“
„Ununterbrochen?“
„Nee. 1993 habe ich 15 Jahre lang gar nichts mehr genommen.“
„Und warum haben Sie mit Ihrem Drogenkonsum wieder begonnen?“
„Wegen meiner geringen Lebenserwartung habe ich mir gesagt, jetzt kommt es auch nicht mehr drauf an. Irgend’n Hobby hat schließlich ’n jeder.“1

Grundsätzliche Frage nach Beobachtung des ersten Fußballspiels in einem hochauflösenden TV-Format: Warum sollte man Hans-Hubert Vogts in HD betrachten wollen?

Ich danke den Splitterbrötchen-Lesern und Netzecken-Besuchern für Aufmerksamkeit, Geduld und Treue. Bis spätestens nächsten Sonntag!

  1. zitiert nach der taz

Splitterbrötchen (CXCIX)

Wirklich, Fa Daimler Benz? Ich brauche einen „Aufmerksamkeits-Assistenten“? Der mich auf die nächste Pause hinweist? Den brauche ich? Wirklich?

Das erste Hefeweizen nach einer 85-km-Radtour ist eine der größten Delikatessen dieser Welt.

Die sinn- und hilfreichste Mitteilung der Woche verdanke ich Fa. KabelDeutschland:
Und bei Fa. Groupon hat wohl ein Versicherungsvertreter seinen Koksbeutel liegen lassen. Oder wie anders lässt sich ein Angebot wie „Perfekter Start in den Herrentag mit Frühstück Breaky for Men and Friends im Café Checker“ erklären?

In den Kommentaren hat mich Carsten Sohn darauf hingewiesen, dass Google einem die arabischen Ziffern in römische Ziffern umrechnet, wenn man lieb bittet. Als ich das ausprobierte, stellte ich bestürzt fest, dass ich alle Splitterbrötchen ab Nr. 190 peinlicherweise mit falschen römischen Ziffern versehen hatte. Ich danke allen Lesern, die so sensibel waren, mich nicht auf diese Serie peinlicher – wie geht eigentlich des Plural von Fauxpas? Fauxpasse klingt eher nach einem französischen Schriftsteller – hinzuweisen. Dass es einfach niemand gemerkt hat, ist ja total unwahrscheinlich.