Splitterbrötchen (CCXI)

Mein Verhörer der Woche: „Da Vincis ‚Dame mit Hammelniere'“.

Möglicherweise ein älterer Spruch, ich hab ihn gestern erst gehört und mich weggeschmissen: Was will ich denn mit einem Sixpack, wenn ich ein Fass haben kann?

Ganz sensationell: Wolfram Siebecks Blog. Viel schärfer, pointierter und bissiger als das, was er in den letzten Jahren in der ZEIT geschrieben hat. Und bessere Themen wählt er auch.

Die Offenbarung der Woche: Am Asado-Kreuz gegrilltes Lamm und Spanferkel. Hab ich bei einem Lagerfeuerkochkurs bei Carsten Bothe kennengelernt. Zarter, saftiger, Quatsch: Besser geht nicht.  Mach ich demnächst was ausführliches drüber.

 

Splitterbrötchen (CCX)

In Naumburg gehört – ein wunderschönes Wort für einen Durchgang zwischen zwei Straßen: „Da gehen Sie da hinten einfach durch die Schlüppe…“

Das Zitat der Woche stammt von Regie-Genie Hans Neuenfels, der uns im ZEIT-Interview darüber aufklärte, wie das war, als er merkte, dass er zum Regisseur geboren war: „Ja, das war in einer Waschküche in Essen-Werden, als ich an der Folkwangschule studierte. Meine damalige Vermieterin arbeitete als Prostituierte, und eines Nachts beobachtete ich zwei Freier beim Onanieren.“

Dem Vernehmen nach soll Dietmar Hopp, Hoffenheim, ja irgendwas mit Software zu tun haben. Vermutlich war dieser Klapperatismus, mit dem er den Gästeblock in seinem Stadion beschallen ließ, nur ein Testlauf für ein zukunftweisendes Plug-In, mit dem man im Internet unliebsame User-Kommentare auspiepen kann.

 

Splitterbrötchen (CCIX)

Bei Twitter gesehen: „Noch 1 Jahr bis London 2012 – Unterstütze dein Lieblingsteam und fülle das Olympische Stadium mit Tweets“. Lieblingsteam bei Olympischen Spielen? Stadium? Mit Tweets füllen?

Ärgernis der Woche war – natürlich – der Alarmismus bei Spiegel-Online inkl. Börsen-Liveticker, der binnen zwei Stunden zwischen „Historischer Crash, Schwarzer Montag“ und „Dax macht Verluste wieder wett“ mäanderte.

Das Zitat der Woche stammt von Russell Brand(!): „If we don’t want our young people to tear apart our communities then don’t let people in power tear apart the values that hold our communities together.“

Duplizität der Ereignisse: Auch den Schwachfug der Woche fanden wir in einem Spiegel-Online-Liveticker, diesmal zum Bau der Berliner Mauer. 50 Jahre her? Kein Problem, vertickern wir trotzdem und nennen es „Historisches Live-Protokoll“. Herr, solltest du doch noch mal Hirn vom Himmel schmeißen wollen, Hamburg liegt  53 °  33 ?  N,  10 °  0 ?  O.

Einer der Menschen, die ich vorbehaltlos bewundere, ist David Crosby. Heute wird dieser ewig junge Mann unfassbare siebzig Jahre alt.

 

 

Splitterbrötchen (CCVIII)

Der liebe Bundesinnenminister Friedrich fordert das Ende der Anonymität im Internet. Ich wage nicht, ihn zu fragen, wie er das technisch und organisatorisch bewerkstelligen will, vor der Antwort fürchte ich mich ernsthaft. Statt sinnloser Fragem rufe ich ihm stattdessen zu: Weiter so! Als nächstes brauchen wir Einlasskontrollen bei Demonstrationen und die Ausweispflicht dortselbst. Die Demokratie ist kein rechtsfreier Raum, Sie Nasenpeter!

Ich sollte mich nicht darüber wundern, tue es aber trotzdem: Wie gering Politiker die eigene Glaubwürdigkeit schätzen.

Und dann war da noch dieses ungarische Duo in der Podersdorfer Grube, dass sich durch jede Menge Operettenmelodien geigte und cymbalte, um plötzlich und unvermittelt „Que sera“ zu intonieren. Hommage an Budapests große Diseuse Doris Dösz?

Möchte wer nach Google+? Mir gefällt’s da, und ich hab noch jede Menge Einladungen übrig.  Hier klicken, viel Spaß beim Einkreisen.