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Soso, wir drohen damit, unbeteiligten Dritten wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, um die Interessen unserer Klientel durchzusetzen. Bsirske wird immer mafiöser.
Archiv des Monats: Mai 2007
links for 2007-05-04
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Da habt ihr euren Demokraten!
Jugendvorstellung
Mitte der sechziger Jahre. als ich acht, neun Jahre alt war, fing ich an, alleine ins Kino zu gehen. Immer in die Jugendvorstellung. Die war samstags und sonntags um 14 oder 15 Uhr in Eschwege in der „Palette“ und im „Corso“, da kam man für 1 DM (später hat’s 1,50 DM gekostet) in die „Rasierloge“. So hießen die beiden vorderen Reihen, weil man da das Kinn ziemlich hoch halten mußte, um den Film sehen zu können. Machte nix, wenns dunkel wurde und die Platzanweiserin aus dem Saal ging, konnte man sich sowieso nach hinten setzen, mehr als 10, 20 Leute waren nie in der Jugendvorstellung.
Konnte sein, dass das an den Filmen lag, die da gespielt wurden. In Palette und Corso gab’s Edeltrash vom feinsten, 20 Jahre bevor der Trash erfunden wurde. Fast sämtliche Tarzan-Filme hab ich da gesehen, jede Menge Western mit dem legendären Fuzzy, unglaublich lieblos zusammengestückelte Laurel & Hardy-Kompilationen und natürlich jede Menge Sandalenfilme.
Irgendwann hab ich aufgehört, mich in die hinteren Reihen zu verkrümeln, wenn’s dunkel wurde. Im Kino muss man vorne sitzen, um die volle Breitseite abzubekommen.
Jahrelang hab ich keine einzige Jugendvorstellung ausgelassen, und einer war fast genauso oft dabei wie ich. Der ist letzten Montag gestorben. Gordon Scott war Tarzan, Maciste, Zorro, Buffalo Bill…
Schade.
Sind Aktien der Sex alternder Männer?
Wenn ich in die Spamfilter meiner Mail-Accounts gucke, beschleicht mich ein höchst merkwürdiges Gefühl: Seit ein paar Wochen bekomme ich nur noch dämliche Aktienspams. Nix mehr nackte Nachbarin, nix mehr Porno mit den kroatischen Schlampen, keien PEnisverlängerung (jetzt auch per Software!), nix mehr Viagra und Cialis. Ich meine damit nicht „weniger“ Spam dieser Art, ich meine überhaupt gar nix mehr, nullkommajosef, zero, zilch, nada. Wie abgeschnitten. Einerseits ist es ja wirklich ganz schön, dass deise Belästigung sich nachlässt bzw. aufgehört hat, aber… Wie kommen die Spammer zu der verstörenden Ansicht, dass ich mich sexuell aufgegeben habe und nur noch für den Finanzmarkt interessiere?
links for 2007-05-02
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Schöner Artikel über Effjott, den Gaga-König
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Spannend. Wie geht das weiter?
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Eyh, SPON; im Jahr des Herrn 2007 noch mit dem Nickelbrillen-Klischee zu kommen, ist aber voll retro!
Dicker Hund: BILD vergisst dümmsten Hund
Bildblog: Die 10 dümmsten Hunde werden 13
Nachdem „Bild“ bereits vorgestern auf der Titelseite „die 10 klügsten Hunderassen“ präsentiert hatte (wir berichteten), gibt es heute auf der letzten Seite ein weiteres Hunderanking.
Danke an Bildblog für diesen wertvollen Hinweis. Natürlich habe ich mich sofort über die dämlichsten Köter-Rassen informiert, musste jedoch schockiert feststellen, dass der allerdümmste Hund fehlt, obwohl er BILD-Chef Kai Diekmann offenbar bestens bekannt ist: der Agendasetter.
Gehirnschwurbel nach Zeitungslektüre
Manchmal bemerke ich so ein ganz merkwürdiges Sausen im Kopf, nachdem ich die Tageszeitungen gelesen, habe, als habe sich die ganze Welt inklusive meines Gehirns verschwurbelt nur mit dem einen Ziel, nämlich ein Gefühl äußerster Ratlosigkeit bei mir zu bewirken. Heute ist so ein Tag. Da lese ich überall von Krawallen in Kreuzberg, und gleich danach, dass es der Polizei gelungen ist, alle zwanzig Krawallurheber zu verhaften. Zwanzig? Ich hab jetzt gerade die Zahlen nicht parat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass an einem durchschnittlichen Vatertag oder einem durchschnittlichen Silvester in Berlin nicht viel weniger oder eher mehr als zwanzig Leute verhaftet werden, weil sie ausfällig geworden sind. Da frage ich mich, warum eigentlich niemand von den „traditionellen Berliner Silvesterkrawallen“ schreibt? Und im Kulturteil vom Tagesspiegel steht ein Artikel über die Verleihung eines Theaterpreises in Höhe von dreißigtausend Öcken, den man Peter Zadek nicht verliehen hat, weil er nicht zur Preisverleihung kommen wollte konnte. Weil er nämlich einen Schauspieler umbesetzen muss, und die Premiere der Aufführung, für die er ihn umbesetzt, ist schon in sieben Wochen, und da läuft ihm die Zeit davon, und deshalb hat der Zadek jetzt einen Anwalt beauftragt, der ihm das Preisgeld gerichtlich erstreiten soll, weil in den Statuten nirgends steht, dass man den Schotter persönlich abholen muss, um preiswürdig zu sein. Und direkt daneben druckt der Tagesspiegel einen Artikel über das Erscheinen eines bislang unveröffentlichten Buchs von Gisela Elsner, die sich vor 15 Jahren umgebracht hat, weil sie die Existenzangst und das Fehlen jeglicher Akzeptanz im Kulturbetrieb nicht mehr ausgehalten hat, und ich frage mich, ist das Nebeneinandersetzen ausgerechnet dieser beiden Artikel nun Absicht, Zynismus oder Gedankenlosigkeit, und dann sehe ich die Anzeige von irgendeinem Geizbilligbrüllmarkt, der mir für nur 199 Öcken ein Autoradio verkaufen will, dessen Display 4096 Farben hat, und ich versuche verzweifelt einen Grund zu finden, warum ein Radio 4096 Farben braucht, um mir den Sender anzuzeigen, und alles wird immer schwurbeliger bis wieder diese Stimme zu hören ist, diese gleichzeitig verstörende und beruhigende Stimme in meinem Schädel, die aus dem Auge des Schwurbels heraus dröhnt: „Laß nach, Chris! Die Welt versteht dich nicht, und du verstehst die Welt nicht. So hat jeder seins.“
Ach ja. Bin schon gespannt, was morgen in der Zeitung steht.