Bassman’s Diary 6.12.2007 – Weniger ist mehr

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Gestern stand ich vor der Frage: Softwarezeugs zum Laufen bringen (ich hab mir drei dieser Programme runtergeladen, ich kann sie starten, ich kann einen Musikschnipsel einladen, aber ich kann nicht abspielen oder aufnehmen. Wenn ich play oder record klicke, passiert reineweg nüscht. Also doch mal F1 drücken? Niemals. F1 ist für Warmduscher und Plektrumverwender!) oder neuen Song draufschaffen. Da ich kein Plektrum verwende, fiel die Wahl auf einen neuen Song, und um einem Wunsch der besten, geduldigsten Gemahlin von allen zu entsprechen, sollte es „House of the Rising Sun“ sein. Also kurz mal auf beim bassmasta nachgeschaut…
Kann ja nicht sein. Unmöglich, das Chas Chandler nur eine Note pro Takt anschlägt… mal nachschauen… Doch. Ist tatsächlich so einfach. Chas Chandler war eben ein Könner. Der ist mit ganz wenigen Noten ausgekommen. Der hatte es nicht nötig, mit so vielen Noten rumzuprotzen wie der Angeber vom Porree-Lied.
Und ich hab schon wieder ’n Song drauf. Man kann gegen Minimalismus einiges sagen, aber bequem isser schon.

Bassman’s Diary 1.-5. 12. 2007 – Die GEMA schlägt zurück

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Eigentlich wollte ich ja heute von einigen bescheidenen Erfolgen auf der Bassgitarre („Pink Panther“ hört sich schon ziemlich gut an, „Sunshine of your love“ kann ich jetzt in zwei Versionen – eine unten, eine oben am Bassgitarren-Hals – und die ersten paar Takte vom Porreelied kann ich jetzt auswendig) und einigen unbescheidenen Misserfolgen im Wunderland der Musiksoftware berichten, aber dann hab ich doch tatsächlich Antwort von der GEMA bekommen. Nicht nur, dass hier bereitgestellte Übungssessions von mir auf der Bassgitarre GEMA-pflichtig wären und die Taschen der Bürokratie und des Querflöten-Zausels (ich bleib dabei, Achim!), Herr R. von der Bezirksdirektion Berlin hjat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich auch GEMA bezahlen müsste, wenn ich hier Youtube-Videos einstelle. Deshalb gibt’s das Porree-Lied im letzten Tagebucheintrag nur noch als Link, und dem Herrn R. von der GEMA hab ich geantwortet:

Sehr geehrter Herr R.,
ich bedanke mich für Ihre ausführliche Antwort auf meine Anfrage.
Am 3 Dec 2007 um 18:18 hat R. geschrieben:
> Falls Sie sich für die weitere Nutzung von geschütztem Repertoire
> entschliessen, bitten wir um Rücksendung des Fragebogens
> in den nächsten 14 Tagen.
Danke, aber nein, danke. Da Sie – oder ein Mitarbeiter – ja auf meiner Seite waren, wissen Sie, dass es eine rein private Homepage ist. Den Server mit diesem MySQL-Zeugs muss ich schon bezahlen, GEMA-Gebühren würden mein Budget endgültig sprengen. Ich habe daher Jethro Tull mit dem Porree-Lied entfernt.
Wissen Sie, dieses Porree-Lied… Ich hab’s mir damals als LP gekauft, ich hab’s mir vor 15 Jahren als CD gekauft, ich zahl Rundfunkgebühren, ich weiß gar nicht, wie oft ich für das Porree-Lied schon bezahlt hab. Und jetzt soll ich nochmal bezahlen, weil ich es einigen Menschen vorspielen möchte, die sich auf meine Homepage verirren.
Nu ja. Mich wundert gar nix mehr. Wenn ich morgen beim Fleischer meines Vertrauens zwei Bockwürste kaufen und die zum Abendessen für die geduldigste Gemahlin und mich erhitze, die meiner Frau zugedachte Wurst auf einen mit einem Klacks Senf verzierten Teller lege und ihr einen „Guten Appetit“ wünsche, dann klingelt’s vermutlich an der Tür, und der Fleischer will die Wurst noch mal bezahlt haben, weil ich sie nicht selber esse.
Danke für Ihre Mühe, beste Grüße
Chris „Bassman“ Kurbjuhn

Neuer Bondscoach

Jetzt kommt’s dicke für das sympathische kleine Deichvolk, das immer wieder an den eigenen (zu?) hohen fußballerischen Ansprüchen zu scheitern pflegt: Van Basten schmeißt hin:

Schock für die Niederlande: Bondscoach Marco van Basten wird seinen bis 2008 gültigen Vertrag nicht verlängern. Nach der EM muss der niederländische Verband einen neuen Trainer suchen.

Der Königlich-Niederländische Fußballverband sollte endlich einmal Größe zeigen und dringend benötigte Impulse aus anderen Fußball-Kulturen aufnehmen. Ich weiß jetzt nicht, was „Zaunpfahl“ und „winken“ auf holländisch heißt, deshalb geradheraus: Lothar Matthäus wäre frei.

Lotto-Sozialismus

Ähm… Effjott… sagen Sie mal… kann man eigentlich nachträglich in der BILD-Zeitung radieren? Insbesondere die Stelle in Ihrer Kolumne, in der Sie schreiben…

Den 43-Millionen-Jackpot sollte kein einzelner gewinnen. Wohlstand für alle, das wäre das Glück.

Wäre vielleicht gut für Sie, wenn Sie diese Sätze irgendwie entfernen könnten. Ich meine, Sie können das nicht wissen, Sie sind kein Freund dickleibiger Bücher, und Promi-Udo, ihr Spezi aus der Paris-Bar auch nicht, Sie haben mit Sicherheit beide noch nie davon gehört… es gab da vor hundertfünfzig Jahren mal zwei Typen, zwielichtige Gestalten, trugen Bärte wie diese APO-Krakeeler, einer von beiden war zwar Unternehmer, wäre aber trotzdem kein Tennis-Partner für Sie gewesen… also, diese beiden Typen haben sich damals für ziemlich genau dieses Gedankengut stark gemacht, das Sie heute in Ihrer Kolumne vertreten… vielleicht schlagen Sie ja mal im Redaktions-Brockhaus unter „Marx“ und „Engels“ nach, nee, geht ja nicht, die Seiten werden ja bei Springer traditionsgemäß entfernt und in den Giftschrank gelegt… nu ja, Kai läßt Ihnen das bestimmt durchgehen, aber wenn Friede rauskriegt, was Sie hier geschrieben haben, ich fürchte, die wird fuchsteufelswild… Mensch, Effjott, machen Sie was, wir wollen doch beide nicht, dass Ihre Kolumne ab nächste Woche „Post von Matussek“ heißt, oder?

Der Weg zum Titel

Spätestens gestern hat die heiße Phase der Vorbereitung auf die EM 2008 begonnen. Als langjähriger Fan der deutschen Nationalmannschaft kann ich da natürlich nicht abseits stehen. Ab heute gibt’s in der Netzecke eine eigene EM-Kategorie, und ich habe unserem Herrn Löw ein wenig Arbeit abgenommen und den Turnierverlauf mal durchgerechnet. „Im Weltfussball gibt es keine Geheimnisse mehr“ hat der Firlefranz schon in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts orakelt, und er hatte recht. „Man kann jeden Gegner ausrechnen“ ist meine Devise. Also, Jogi, jetzt bist du am Zug!

Gruppe A
Schweiz – Tschechien 1:3
Portugal – Türkei 2:1
Tschechien – Portugal 1:1
Schweiz – Türkei 0:0
Schweiz – Portugal 0:2
Tschechien – Türkei 1:3

1. Tschechien
2. Portugal
3. Türkei
4. Schweiz

Gruppe B
Österreich – Kroatien 0:3
Deutschland – Polen 1:0 (Olli Neuville wieder in der 92.)
Kroatien – Deutschland 0:2 (Eins Miro, eins Micha Ballack)
Österreich – Polen 0:2
Österreich – Deutschland 0:12 (Miro macht zwei Hattricks, der Rest ergibt sich)
Polen – Kroatien 1:2

1. Deutschland
2. Kroatien
3. Polen
4. Österreich

Gruppe C
Rumänien – Frankreich 1:2
Niederlande – Italien 0:0
Italien – Rumänien 1:0
Niederlande Frankreich 0:1
Niederlande – Rumänien 3:1
Frankreich – Italien 1:1

1. Frankreich
2. Italien
3. Niederlande
4. Rumänien

Gruppe D
Spanien – Russland 2:1
Griechenland – Schweden 0:1
Schweden – Spanien 0:2
Griechenland – Russland 1:0
Griechenland – Spanien 0:1
Russland – Schweden 1:1

1. Spanien
2. Schweden
3. Griechenland
4. Russland

Viertelfinale
Tschechien – Kroatien 2:1
Deutschland – Portugal 3:0 (Micha Ballack, zwomal Miro)
Frankreich – Schweden 2:0
Spanien – Italien 0:1

Halbfinale
Tschechien – Deutschland 0:2 (Schweini und Miro)
Frankreich – Italien 6:5 nach Elfmeterschießen

Finale
Deutschland – Frankreich 1:0 (macht Micha Ballack kurz vor Abpfiff der Verlängerung, wenn sich alle schon auf Elfmeterschießen gefreut haben. Spaßbremse.)

Splitterbrötchen (XXIV)

Kennt eigentlich noch jemand „Joint Venture“? Haben schöne Texte gemacht, wie zum Beispiel:

Jahrelang hab ich meine Depressionen durchgeschleppt,
Jetzt geht’s mir besser, denn ich habe ein Rezept:
Immer wenn’s mich umhaut und mir schwindet der Humor,
Dann stell ich mir Politiker beim Ficken vor.

Es dauert ungefähr drei Tage, bis man wieder Tagesschau gucken kann, ohne dass sehr bizarre Bilder vor dem geistigen Auge auftauchen.

Wie schafft es eigentlich die Online-Ausgabe des Tagesspiegel, dermaßen kreuzdämliche Leserbriefschrieber dauerhaft an sich zu binden?

Was man so über die potentiellen Aust-Nachfolger beim SPIEGEL liest: Das sind Menschen, die „Einfluss“ haben oder eine „Hausmacht“ oder die sich „geschickt vernetzen“ können… Von Dingen wie Inhalten und Konzepten liest man nix. Und es wundert einen auch nicht mehr.

Irgendwie wiederholt sich das: Von Ottmar Hitzfeld trainierte Bayernmannschaften starten spielerisch furios in die Saison, beginnen nach 6 Wochen, den Faden zu verlieren und spätestens nach 3 Monaten ist jeder Spielfreude dahin. Ist Ottmar wirklich so eine Spaßbremse?

Nicht alles, was ungelenk formuliert ist, ist auch ungelenk gedacht.

Glauben die Grünen wirklich, dass es Wähler gibt, die gern gegängelt werden möchten?