Ich hab ’ne Nase…

„Du, Chris, du kannst doch so gut Englisch…“
„Naja, ich komm durch.“
„Was ist’n das für ’ne Redewendung, was meint’n der Engländer, wenn er sagt: ‚I have a nose‘?“
„Wenn er was sagt?“
„I have a nose!“
„Ich hab ’ne Nase!“
„Nein, das kann nicht sein, das muss irgendeine Redewendung sein, das passt sonst nicht.“
„Wo passt das nicht?“
„In dieses Lied, von früher, in Eloise.“
„Da soll ‚I have a nose‘ drin vorkommen? Kann nicht sein.“
„Wenn ich’s dir doch sage…“
Nachgegooglet. Eloise-Lyrics gefunden.
„Sorry, keine Nase im ganzen Song.“
„Kann nicht sein, ich hab’s doch eben noch gehört. I have a nose, I hope she goes…“
„Nein. Es heißt: And heaven knows…“
„Sag ich doch.“

Über kurz oder Delon

Da regen sich ein paar Kollegen ganz gewaltig auf: „Yvonne Knatter Catterfeld soll Romy Schneider spielen! Geht doch nicht!“ Diese Ablehnung versteh ich nicht so ganz. Eine gewisse Ähnlichkeit ist ja vorhanden, und vielleicht haben die Filmproduzenten ja eine Möglichkeit gefunden, Talent auf Flaschen zu ziehen und per Injektionsspritze zu verabreichen, dann könnte dieser Besetzungscoup hinhauen.

Viel spannender finde ich hingegen die Frage, wer denn in diesem Film Alain Delon spielen soll, nachdem sich Wayne Carpendale durch schlechtes Beziehungs-Timing selbst um diese Paraderolle gebracht hat. Das dürfte nämlich gar nicht einfach werden, einer derart gedopten Frau Catterfeld Paroli zu bieten. Wenn man das Besetzungsgeschick der Produzenten in Betracht zieht („Da brauchen wir einen Kerl mit Statur!“), dann ist die erste Wahl sicherlich auf Ottfried Fischer gefallen. Das dürfte nun wegen Fischers Parkinson-Erkrankung problematisch werden, sicherlich denkt man bei Produzentens jetzt über Alternativen nach: „Wie alt ist der Delon jetzt? Hmmmm… dann könnte das doch der Jopie Heesters machen.“
Mein persönlicher Favorit wäre ja Delon selbst, aber da die Produzenten – genau wie bei Frau Catterfeld – auf Probeaufnahmen bestehen werden, wird da wohl nichts draus. So wird es letztendlich wohl Daniel Küblböck werden. Da passt dann diese Meldung des Tagesspiegel über Daniel Biasini, den Ex von Frau Schneider, voll ins Bild:

Romys letzter Ehemann, Daniel Biasini, soll von den Probeaufnahmen eine Gänsehaut bekommen haben.

Ja. Wer nicht?

Shit happens

Bis gestern hab ich immer gedacht, dass ich ziemlich gut koordiniert bin. Aber dann nahm ich diese Tomate zur Hand und ging zum Waschbecken, um sie zu waschen, und im Waschbecken lag noch ein Scheuerschwamm herum. Den nahm ich in die andere Hand, und Scheuerschwämme kann ich nicht in die Hand nehmen, ohne sie reflexhaft auszudrücken. Nuja.
Nachdem ich dann Hemd und Hose gewechselt hatte, stellte ich fest, dass Tomaten alle waren.

Splitterbrötchen (XXXIV)

Gestern war ich ca. zweieinhalb Stunden mit Bus und U-Bahn unterwegs, dabei habe ich gezwungenermaßen ca. eine Stunde lang unfreiwillig den Handy-Gesprächen meiner Mitfahrer gelauscht. Seit gestern bin ich der unverrückbaren Ansicht, dass nur eine sofortige Erhöhung der Mobilfunk-Gebühren um mehrere tausend Prozent eine Möglichkeit ist, so etwas wie Kommunikationshygiene zumindest ansatzweise wieder herzustellen.

Es scheint sich noch nicht überall in Deutschland herumgesprochen zu haben, dass man sich streiten kann, ohne den Gegner verletzen oder vernichten zu wollen.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Biathlon eine Nischensportart für Gebirgsjäger mit zuviel Tagesfreizeit war.

Erstaunlich, dass es Ronald Pofalla noch nicht einmal gelingt, einen Politiker glaubwürdig nachzuahmen.

Der Nudelhammer

Manche Koch-Trends krieg ich nur mit Verspätung mit. Ich hab vor ein paar Jahren aufgehört, Fresszeitschriften zu lesen, weil mir die meisten Rezepte zu fisselig wurden und ich eh meist frei Schnauze koche. Deshalb hab ich wohl diesen ganzen Pastasottokram verpennt oder nicht mitgekriegt, oder was. Gestern hab ich’s zum ersten Mal ausprobiert. Also Nudeln nicht in Wasser kochen, sondern so ’ne Handvoll Nudeln pro Nase (100 g vielleicht) nehmen, mit ’ner Schalotte in Olivenöl auf mittlerer Hitze unter Rühren anbraten, mit Hühnerbrühe ablöschen (so 200 ml auf 100 g Nudeln dürften hinkommen) und köcheln lassen, bis die Nudeln die Flüssigkeit aufgenommen haben und noch Biss haben. Dann noch ein bißchen Parmesan untergerührt…

Pastasotto

Das rockt! Eine echte Bereicherung des Pasta-Repertoires, und das war ja erst die Simpel-Variante. Ich hab schon ein paar ganz verwegene Ideen, unter anderem eine süße Variante, bei der man die Nudeln mit Apfelstücken anbrät, mit ordentlich Apfelwein (das wird Fressack freuen) und einem Schuß Sahne ablöscht, bißchen Zimt, vielleicht noch ein paar Rosinen dazu, garen lassen und dann mit Vanilleeis… Nuja, wenn das nächste Mal Gäste kommen, weiß ich, was es zum Dessert gibt.

Geistesblitz

Schild vom Friseur

Wie sind diese Friseure Haarstylisten nur   auf diesen ge-ni-a-len Firmennamen gekommen? Bestimmt haben sie eine Werbeagentur damit beauftragt, die nach einem tagelangen Brainstorming und einem knallharten Auswahlprozess schließlich diesen Kreativ-Hammer herausgehauen hat. Chapeau, das geht nicht besser!

Mensch, Fernseh-Kurti von den Sozis…

ich bin ja total beeindruckt, mit welcher Sensibilität Sie auf mögliche Befindlichkeiten anderer Nationen reagieren. Gerade heute erst haben Sie dem Intendanten des SWR geraten,   den Tatort am kommenden Sonntag aus dem Programm zu nehmen, weil in dem Film Dinge wie arrangierte Ehen, Ehrenmorde und das ganze Pipapo vorkommen, und die könnten unseren türkischen Freunden ein bißchen sauer aufstoßen. Deshalb wird auf gut pfälzisch auf die Freiheit der Kunst geschissen und Rücksicht geübt, um nur ja niemand zu vergrätzen.
Super Sache, Herr Beck! Bloß: das ist ja wohl erst die halbe Strecke. Am Sonntag macht im ZDF das „Traumschiff“ halt, nachdem es am Kilimandscharo vor Anker gegangen ist. Am Kilimandscharo! Das geht ja nun gar nicht. Am Kilimandscharo ist gerade Africa Cup, die Bafana Bafana ist ausgeschieden, und wir haben mit dem üblichen Dusel den Ösi zerniert. So dicke dürfen wir unsere Überlegenheit nicht raushängen lassen. Also ab zu Herrn Schächter, er soll die Traumschiff-Folge einmotten und irgendeine möglichst unverfängliche Pilcher-Schmonzette senden.
Aber es kommt ja noch schöner. Kabel1 sendet am Sonntag zum neundundummzichsten Mal „Big Trouble in Little China“. Sie dürfen diesem dahergelaufenen Nischensender nicht gestatten, das wirtschaftliche Binnenklima zwischen China und Deutschland durch diesen Krachbummfilm zu beeinträchtigen, in dem wieder und wieder die Schlitzis die Bösen sind. Kabel1 soll Bud Spencer und Terence Hill senden, von denen wissen noch nicht mal die Italiener, dass das Italiener sind,und werden sich hoffentlich nicht beschweren.
Das Schlimmste hab ich mir für den Schluss aufgehoben. Beck, Mann Gottes (Nein, Beckmann, Sie nicht!) suchen Sie um Himmelswillen sofort den Herrn de Posch von Sat1 auf. Der will am Sonntag um 19 Uhr 15 zwei Folgen von „Maddin in Love“ hintereinander senden. Eine ganze Stunde lang Maddin. Andere Nationen, die mit Humor und Geschmack gesegnet sind, könnten das als Vorbereitung eines Angriffskrieges empfinden. Das müssen Sie verhindern!
Tschö.
Der Chris

Bei Anne Will: Der wilde Keiser

Mönsch, Herr Keiser vom Nichtraucherverband Wiesbaden,

jetzt muss ich mich schon wieder an Sie wenden. Seit ich Sie vorgestern bei „Anne Will“ gesehen habe, bin ich noch begeisterter von Ihnen als vorher. Sie sind ja nicht nur ein äußerst versierter Nichtraucher, Sie sind ja obendrein noch Experte für alles, u. a. Ernährungsberatung, persönliche Freiheit und Meinungsäußerung. Insbesondere dieser kleine, feine Dialog, in dem Sie dem Kubicki von der FDP, der doch glatt Eltern entscheiden lassen will, was Ihre Kinder zu Essen bekommen, mal so richtig gesagt haben, wo’s lang geht.


Wolfgang Kubicki:
Ich möchte, dass die Eltern das entscheiden, aber nicht Sie. Oder andere Leute.


Horst Keiser:
Herr Kubicki, Sie wollen immer die Selbstentscheidung, aber das funktioniert doch nicht. Das funktioniert einfach nicht. Kommen Sie da doch endlich mal runter.

Super, Herr Keiser. Das ist doch endlich mal ein Standpunkt, mit dem jeder etwas anfangen kann. Was nicht funktioniert, wird einfach nicht mehr gemacht. Und damit, dass Menschen frei entscheiden können, was Sie tun oder lassen wollen, fangen wir gleich an. Das hat ja noch nie funktioniert, ganz besonders in diesem Land nicht.
Diese dämliche Entscheidungs- und Meinungsfreiheit wird einmal noch unser Untergang. Hier kann jeder dahergehen und einen vollkommen sinnfreien Verein wie die Nichtraucher-Initiative Wiesbaden gründen und anderen mit seinem Rumtrompeten gewaltig auf den Zeiger gehen. Das führt zu nichts, damit werden die gesellschaftlichen Zustände nicht verändert, das nervt nur ganz gewaltig. Also, Herr Keiser, kommen Sie da endlich mal runter. Machen Sie Ihren Laden und Ihre Klappe dicht. Beides funktioniert nun gar nicht.
Tschö.
Der Chris

Splitterbrötchen (XXXIII)

Normalerweise interessiert mich nicht die Bohne, was im Absender von Spam-Mails steht. Aber ein Name wie „Porfirio Leach“ ist natürlich fantastisch.

Dieter Kosslick kann nicht nur Festivals leiten, er kann auch dämlich fragenden Filmjournalisten die Welt erklären:
„Wie hat man sich den Stones-Auftritt vorzustellen: Landen sie im Privatjet in Tempelhof? Wird das Hotel de Rome gemietet?“ – „Sie kommen wohl nicht mit Easyjet und schlafen nicht im Backpacker-Hotel.“

Interessant, dass im TV-Werbespot der Weight Watchers keine übergewichtigen Menschen zu sehen sind.

„Fühlen Sie sich ganz wie zuhause!“ plärrt es mir aus einem Hotelprospekt entgegen. Aber haargenau das will ich doch nicht, wenn ich verreise.