Splitterbrötchen (CLXXXIX)

Bisher war uns der Erfolg von Justin Bieber durchaus rätselhaft. Deshalb bedanken wir uns bei Udo Jürgens, der uns   mit Songtexten wie
“Die Welt ist eine Google
da bleibt gar nichts mehr geheim
ob Wohnung, Haus, ob Garten
jeder schaut da rein“
dessen Popularität erklärt. Dem jungen Mann werden die Fans also von maulenden Greisen geradezu in die Arme getrieben.

Da   recherchiert man akribisch alle ruder- und streckentaktischen Finessen im Vorfeld vom Boatrace Oxford-Cambridge, ist top-präpariert, und dann rudern die einen ganz einfach schneller als die anderen.

Béla Réthy kennt sich mit harten Nüssen aus: „Es dauert lange, bis man kasachische Mannschaften knackt.“

Alle Welt beklagt sich über lügende Politiker. Dann steuert einer wie Brüderle mannhaft dagegen, äußert sich mit brutalstmöglicher Ehrlichkeit, und dann ist es auch nicht recht. Da versteht man, dass manche Politiker resignieren und korrupt werden.

Splitterbrötchen (CLXXXVIII)

Die Menschen sorgen sich wegen der Strahlengefahr. Sushi essen sie schon jetzt nicht mehr, bald kaufen Sie keine Toyotas mehr und werfen die Mangas weg, nur um auf der sicheren Seite zu sein. Und wenn der Herrgott doch mal Hirn vom Himmel schmeißt, weichen sie geschmeidig aus, damit sie nicht getroffen werden.

Anfang der Woche dachte ich, es wären nur die durchknallenden Wurstfabrikanten, die ihren Wahnsinn in den Fußball tragen.   Jetzt haben sich aber überraschend die Automacher dazu gesellt. Wo soll das alles enden?

Man sollte das nicht mehr „Boxen“ nennen. „Vitali Klitschkos Faustkampf-Stadl“ wäre treffender.

Während ich dies schreibe, sehe ich einen Japan-Live-Ticker, einen Lybien-Live-Ticker und einen Klitschko-Live-Ticker. Vor soviel Aktualität kann man nur in die Knie gehen.

Splitterbrötchen (CLXXXVII)

Sarkozy könnte mit einem Schlag zum weltweit beliebtesten Politiker werden, wenn er die Pariser Gastronomie an die Kandare nimmt und endlich einen realistischen Bierpreis durchsetzt. 10 Euro für den Halben ist peinlicher Nepp, sonst nichts.

Man kann nur hoffen, das Colin Firth genug Geld beisammen hat, um sich zur Ruhe setzen zu können. Was will der Mann nach dieser sternstündigen Meisterleistung denn noch spielen?

Und Frau Merkel tut mal wieder so, als würde sie die Sorgen der Bürger ernst nehmen, will die deutschen KKWs checken lassen und irgendwann wird sie behaupten, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und den Fall als erledigt betrachten. Diese Dame ist das mit Abstand schlechteste Regierungsoberhaupt, das wir jemals hatten. Man sehnt sich tatsächlich beinahe nach einer Charaktermaske wie Kiesinger zurück.

Splitterbrötchen (CLXXXVI)

Keine Ahnung von Orthografie, die Wittenberger. Schreiben „Kranich“ mit C und zwomal a. Wie kann man nur.

Die Trash-Entdeckung der Woche verdanke ich Carsten Sohn, der mich auf „Es ist Mitternacht, John“ aufmerksam machte, eine   wahrlich atemberaubende Sprechgesang-CD von Dieter Thomas Heck. Eine Art Crossover von Johnny Hill und Europa-Kinder-Hörspiel. Etwas für fortgeschrittene Musikfreunde.

Die Dummbeutelei der Woche kommt aus einem Spammer-Laden namens „Havanna Lounge“: „Profitieren Sie von unserem perfekt aufeinander abgestimmten Entertainent Konzept!“

Und auch wenn’s jetzt mal nicht so läuft: Van Gaal ist der beste Bayern-Trainer seit langer, langer Zeit. Es wäre Unfug, plötzlich alles in Frage zu stellen.ManU ist ManU geworden, weil man Alex Ferguson über Jahrzehnte hinweg hat machen lassen. Barca ist Barca geworden, weil man über Jahrzehnte hinweg eine Philosophie implementierte. Van Gaal muss bleiben.