Einige Menschen fragen sich, warum bei einer derzeit auf RTL ausgestrahlten TV-Show so viele Menschen einen Künstler telefonisch unterstützen, der vorher eher durch zwielichtiges moralisches Verhalten aufgefallen ist. Die Antwort ist einfach: die Menschen „voten“ für diesen Mann, weil er unbestreitbar Charisma hat, der Rest ist ihnen egal. Und Charisma hat nichts mit Moral, Ethik oder ähnlichem Gedöns zu tun. Charisma – wie übrigens auch Talent – verteilt der liebe Gott bei Geburt nach dem Zufallsprinzip. Falls Ihnen das ein Trost ist: Darüber haben sich schon sehr viele Menschen geärgert.
Banausiger geht’s wohl nicht: Dem Vernehmen nach hat sich JD Vance sein eigenes Essen nach Italien mitgebracht. Nach ITALIEN!
Apropos „Winterspiele in Italien“: Seien Sie auf der Hut, auch wenn Sie sich nicht für Stoppuhren, die vor Winterlandschaften herunterticken, interessieren. Traditionell nutzen Politiker gern die durch sportliche Großereignisse verursachte Ablenkung der Öffentlichkeit, um ihren Bürgern ein Maximum an Sauereien unterzujubeln. Schauen Sie also lieber Merz auf die Finger. als Vinzenz Geiger auf die Skispitzen!
Verspätete Antwort an den geschätzten Kollegen Rose: Du setzt voraus, dass man sich aussuchen kann, von welcher Mannschaft man Fan wird bzw. bleibt. Das stimmt so nicht: You don’t pick the team, the team picks you!
Falls es jemanden interessiert: FC Bayern München picked me on May 31st, 1967. Vorher waren die Bayern für mich irgendso ein Club mit zugegebenermaßen höchstklassigen Spielern, aber dann hat mich dieses mitreißende, für die damaligen Bayern vollkommen untypische Kampfspiel aus den Socken Stutzen gehauen. Und als „Bulle“ Roth dann in der Verlängerung dieses vorweggenommene Thomas-Müller-Tor reinhaute, war und bin ich Fan bis zum heutigen Tag. Wobei der Preis, den man als Bayern-Fan bezahlen muss, durchaus kein geringer ist: Vor allen Dingen in der Erinnerung wiegen die epischen Niederlagen (Porto, Barcelona, das vermaledeite „Finale dahoam“) viel schwerer als die Triumphe … Doch. Isso.
„Fan bis zum heutigen Tag“.
… ich bin überzeugt davon, dass es auch Menschen gibt, die einem Verein die Treue aufkündigen.
Natürlich gibt es die. Das funktioniert aber nur, wenn es tatsächlich ein emotionaler Akt ist. Vor ein paar Jahren, als der FCB diesen infamen, idiotischen Werbevertrag mit Qatar abschloss, haben einige Fans, die ich via Social Media kannte, versucht, deswegen mit dem Verein zu brechen: Vereinsaustritt, Blog dichtgemacht etc. Rationale Entscheidung. Ein paar Wochen lang war Ruhe, dann standen fast alle wieder in der Twitter-Südkurve und haben mitgefiebert, die emotionale Bindung war zu stark. Du musst wirklich von deinem Verein als Ganzes zutiefst enttäuscht sein, um die emotionale Fan-Bindung auflösen zu können. Eventis haben’s da deutlich leichter …
… OK, danke für die Erläuterung.
Ich hab mit meinem Verein einfach nur unverschämtes Glück gehabt.
sag, wie geht es dir?
Mäßig.
shit. Halt den Kopf oben.
Gibt es Neuigkeiten? Ich lese Kondolenzwünsche auf Facebook? Bin arg irritiert.
Ja, leider gibt es traurige Neuigkeiten: Chris Kurbjuhn, mein Ehemann, mein bester Freund und Partner ist gestorben.
Wenn ich dazu in der Lage bin, melde ich mich wieder. Bis auf Weiteres bleibt die Netzecke geöffnet.
Liebe Gabi,
das tut mir so leid! Ich mag es kaum glauben, dass es so schnell zu Ende gehen konnte.
Die Liebe und den Respekt Ihnen gegenüber war immer zu spüren und es wird sehr schwer für Sie sein, ihn nicht mehr bei sich zu haben. Gerne würde ich Ihnen Trost spenden. Ich hoffe, Sie haben eine liebevolle Begleitung in dieser schlimmen Zeit.
Mit traurigen Gruß
Doko
Liebe Gabi,
ich melde mich noch einmal mit großem Beileid bei Dir. Es wäre schön zu erfahren, auf welchem Friedhof Christopher beigesetzt wurde. Gerne möchte ich Blumen bringen.
Sei ganz herzlich gegrüßt
Hallo Doko,
wer immer Du bist: Bitte melde Dich über Chris‘ oder meine Mailadresse oder melde Dich hier mit Deinem Klarnamen. Ich weiß nicht, wer Du bist, also möchte ich Dir zunächst nicht antworten. Ich bitte um Verständnis.
Beste Grüße
Gaby
Liebe Gaby,
Danke für die Antwort. Ich habe nun an die Mailadresse aus dem Impressum der Netzecke geschrieben.
Ihre Daten habe ich nicht. Ich hoffe, die Mailadresse ist noch aktiv und Sie können zugreifen.
Seien Sie nochmals gegrüßt
Viel zu selten habe ich Chris in seiner Netzecke besucht. Ich kannte ihn aus der Berliner Inselzeit – und ich sehe ihn vor mir, wie er mit seiner wunderbaren Idee in der Pflügerstraße auftauchte. Verdammt lang her, aber zur richtigen Zeit, im richtigen Moment. Wir waren ein kleines Theaterchen in Neukölln, auf Kante genäht – und er kam nicht mit großen Worten, sondern mit Haltung und einem großartigen Text – »Rotes Koma«. Seiner Frau wünsche ich viel Kraft, mit der Trauer umzugehen.
Heute hauen wir die Madridlenen aus dem Stadion, lieber Chris. Hoffe ich zumindest. Also bitte mal kurz die Finger von der Ahle Wurst lassen und die Daumen zusammen mit dem Fußballgott dort oben drücken.
Vermisse Sie.
Liebe Gaby,
jeden Tag denke ich an Christopher,
dein Uwe