Irgendwas läuft hier schief

Vor ein paar Tagen habe ich hier einen Artikel gepostet, in dem ich mich über die Lebenszeit beklagte, die ich verschwendet hatte, um einen unserer Rechner in Netzwerk und Internet zu zwingen. Die Geschichte findet eine Fortsetzung.
Seit wir in unsere neue Wohnung in der Beckerstr. gezogen sind, vergisst unser Kabelanschluss gelegentlich, welche Sender er uns zeigen soll oder nicht. Dann zeigt er uns nur ARD, ZDF und arte und behauptet störrisch, dass er den Rest des Programmangebots nicht entschlüsseln kann.
Das Procedere ist dann immer das gleiche: Nach der Nummer der Smartcard suchen (hab ich irgendwo aufgeschrieben, damit ich sie nicht immer aus dem Fernseher ziehen muss, 0800-Nummer von Kabel Deutschland anrufen, Option „Alle Sender sind plötzlich verschlüsselt“ wählen, 12stellige Smartcardnummer über die Tastatur eingeben, Freischaltsignal abwarten, alles geht wieder. Ein Riesenspaß, besonders das Eingeben dieser Smartcardnummer.
Heute funktionierte das Freischaltsignal nicht, ich wurde mit einem Mitarbeiter verbunden, der es mit einem händischen Freischaltsignal versuchte, damit scheiterte und mich mit seiner Vorgesetzten verband, die mit ihrem Vorgesetzten-Freischaltsignal dann tatsächlich meinen Kabelanschluss wiederbelebte, sodass ich weiter niveaulosen Kram von RTL angucken kann. Die Vorgesetzte riet mir dann aber noch dringend, die Software meines Fernsehers zu aktualisieren, da sich die neueste Software von Kabel Deutschland nicht mit meinem Fernseher verstünde. Also kramte ich die Bedienungsanleitung meines noch kein Jahr alten Fernsehers raus, schlug nach, wie die Software zu aktualisieren ist und startete den entsprechenden…

Geht’s noch? Ich habe Geld für diesen Fernseher bezahlt. Ich zahle jeden Monat Geld an Kabel Deutschland, dafür dass ich schicke, niveaulose Fernsehprogramme anschauen kann. Wieso ist das mittlerweile selbstverständlich, dass ich bei der Lösung aller – von mir nicht verschuldeter – Probleme mit Hand anlegen bzw. sie mehr oder weniger im Alleingang lösen muss? Warum zahle ich Idiot auch noch Geld dafür, regelmäßig als Hobby-Fernsehmechaniker tätig zu werden?

Irgendwas läuft hier schief.

Splitterbrötchen (CCXLI)

Der Induktionsherd und ich rücken immer näher zusammen. Sympathisch, dass er viel leichter zu reinigen ist als der Gasherd. Saulus, Paulus, Schmaulus.

Den Schock der Woche erlitt ich bereits am vorigen Sonntag, direkt nach der Veröffentlichung der letzten Splitterbrötchen. Da sah ich Ingo Lenßen im Sport1-Doppelpass sitzen. Was machte Ingo in dieser Sendung? Hat er undercover ermittelt?

Gedanke beim Betrachten eines Schildes mit der Aufschrift „Reifenfachhandel“: Ist der Handel mit Reifenfächern wirklich so rentabel?

Der größte Luxus, den ein Mensch sich leisten kann, ist Eitelkeit. Die kann wirklich sehr teuer werden.

Ein dringender Rat an Fa. Google: Weiter an der Kernkompetenz arbeiten! Der erste Treffer einer Suche nach „Künstlerlokal Berlin“ liegt in Düsseldorf.

Es war zwar ein trauriger Anlass, aber da saß diese Woche plötzlich die ganze Tennis-Jugendmannschaft aus ’72 gemeinsam am Tisch. Und fast alle sind noch aktiv. Tennis lässt einen ein Leben lang nicht los.

 

Splitterbrötchen (CCXL)

Schluss mit dem Gejammer wg. Induktion. Habe diese Woche einige ausgiebige Koch-Sessions eingelegt und komme mittlerweile sehr gut klar. Die Unterschiede zu Gas beschränken sich auf die etwas längere Ankochzeit und die Abwesenheit der offenen Flamme. Die Reaktionsgeschwindigkeit und Präzision bei Temperaturänderungen ist beinahe identisch. Und darauf kommt’s ja an.

Wenn Fleisch von der Lammkeule übrig geblieben ist: Champignons anbraten, Frühlingszwiebeln in 1-cm-Stücken dazu, mit Wein und Fond /egal welchen) ablöschen, kurz einreduzieren, kleingeschnittenes Fleisch dazu, heiß werden lassen und mit einem Schuss Sahne und einem Gläschen Kapern vollenden. Geht rasend schnell und kommt gut.

Das Fleisch blieb übrigens von einer 8-Stunden-Keule übrig. Das Problem bei dieser Zubereitung sind immer die letzten drei Stunden: wie hält man diesen betörenden Duft aus, ohne sich vorzeitig an der Keule zu vergehen?

Die Aktion der Woche gelang mir, als ich ein Telefon über meine Teetasse hielt und versuchte, ihm durch mehrfaches Drücken der Hörertaste ein paar Süßstoff-Klötzchen zu entlocken.

Ärgerlich mal wieder bild.de: Wie kann man eine Klickstrecke der „zehn versoffensten Schriftsteller aller Zeiten“ basteln und Malcolm Lowry, F. Scott Fitzgerald sowie – vor allen Dingen – Dylan Thomas (dessen letzte Worte  „I just had 19 shots of whiskey, I think that’s a record.“ waren)  weglassen?

 

Warum lassen wir uns das gefallen?

Ein ganz normaler Abend in der neuen Wohnung. Die geduldigste Gemahlin von allen teilt mir mit, dass sie – wenn möglich – gern auf ein oder zwei Dateien zugreifen würde, die sich auf der Festplatte eines Rechners befinden, den ich noch nicht angeschlossen habe. „Sollte unproblematisch sein“, sage ich Idiot, stöpsele den Rechner an den Strom, schraube einen gerade greifbaren Samsung-Monitor dran und fahre hoch.
Klappt alles, jetzt muss das neue W-Lan eingerichtet werden, kein Problem, Netzwerkname, Passwort… er rödelt und rödelt, eingeschränkte Konnektivität, kein Internet. Kenn ich von XP, ein Neustart sollte es richten. Nach dem Neustart hat er das Passwort vergessen, kein Problem, wozu haben wir’s denn aufgeschrieben? Die Konnektivität ist immer noch eingeschränkt, ruhig bleiben, nochmal Neustart… diesmal hat er sich das Passwort gemerkt und kommt ins Internet. Alles klar.
Jetzt den Benutzer wechseln, damit die geduldigste Gemahlin von allen… nanu? Was das? Wieso hat er jetzt bei dieser Benutzerin noch die alten W-Lan-Daten drin und findet das eben für alle Benutzer eingerichtete Profil nicht? Nuja, richten wir das W-Lan für diesen Benutzer nocvhmal ein… Was soll jetzt das? Wieso lässt er mich das neue Passwort eingeben, aber nicht auf „Apply Changes“ klicken?? Vielleicht hilft hier auch ein Neustart?
Äh, nein, ich kann immer noch nicht auf „Apply Changes“ klicken, und diese Userin kommt nicht ins Internet. Wenn ich zum anderen User wechsele, funktioniert alles… sehr merkwürdig.
Ich mag jetzt nicht weiter vertiefen, dass der Samsung-Monitor plötzlich zu spinnen anfing und bei jedem Neustart und bei jedem User-Wechsel abstürzte und nur durch jeweils 1-minütiges Trennen vom Stromnetz zum Weitermachen bewegt werden wollte. Ich mag auch nicht weiter vertiefen, dass nur drei Neustarts und vier User-Wechsel nötig waren, bis der Rechner sein mysteriöses Gezicke aufgab und beide User problemlos ins Internet ließ. Vielleicht hätte ja jemand, der mehr von der Materie versteht, es schneller geschafft, dem amoklaufenden Elektonengehirn Manieren beizubringen. Vielleicht hätte es ja erfolgsversprechendere Strategien gegeben als ständiges stupides Neustarten 1.
Darum geht es aber nicht. Es geht darum, dass ich gerade wieder anderthalb Stunden Lebenszeit damit verbracht habe, um eine vollkommen simple, alltägliche Sache gebacken zu kriegen, die fünf, allerhöchstens zehn Minuten hätte dauern dürfen. Ich hätte in diesen vergeudeten 70, 80 Minuten gern etwas anderes, sinnvolleres gemacht.
Wir sollten uns das wirklich nicht länger gefallen lassen.

 

  1. Wobei ich das nicht glaube: Ich habe bisher noch jedes XP-Problem durch ständiges stupides Neustarten gelöst.

Splitterbrötchen (CCXXXIX)

Ein Umzug endet nicht. Man hört einfach irgendwann resigniert auf, auszupacken.

So etwas wie Menschenkenntnis existiert nicht. Die einzige Konstante ist grenzenloses Erstaunen, das manchmal sehr weh tut.

Kleiner Tipp für alle, die einen Umzug bewältigen müssen: immer ein sog. Multi-Tool (ausklappbare Zange inkl. Zusatz-Werkzeuge in den Griffen) in der Tasche oder am Gürtel haben. Es ersetzt kein richtiges Werkzeug, aber man hat immer was zu Kneifen, Schrauben oder Sonstwassen zur Hand.

Wenn mir jemand die Motive von Ex-Präsi Wulff erklären könnte, wäre ich sehr dankbar. Wie sich ein halbwegs intelligenter Mensch einen derartigen Spießrutenlauf wie diesen Zapfenstreich antun kann, ist mir ein komplettes Rätsel. Ist dem Mann wirklich das Gefühl für seine Außenwirkung komplett abhanden gekommen? Er muss es ja mal gehabt haben, sonst hätte er es in der Politik nicht so weit gebracht.

 

 

 

 

Splitterbrötchen (CCXXXVIII)

Friede-Now!

Die ständig wiederholte Antwort einer Kabel-Deutschland-Hotlinerin: „Ich würde das ja gerne veranlassen, aber ich komme nicht ins System.“ ließ mich die immer noch andauernde Aktualität Kafkas bewundern.

Michael Spreng weist daraufhin:  Gustav Heinemann hat, als seine Präsidentschaft endete, auf den Großen Zapfenstreich verzichtet und stattdessen eine Dampferfahrt auf dem Rhein gemacht. Was hatten wir damals für einen wundervollen Präsidenten!

Wo wir bei Gustav Heinemann sind, kann ich auch gleich mein Lieblingszitat von ihm anbringen: „Ich liebe nicht mein Vaterland, ich liebe meine Frau.“

Die neue Wohnung ist kulinarisch gesegnet: In unmittelbarer Nähe ein gehobener Gutbürgerlicher, ein sportiver Grieche, ein ebenfalls sportiver Australier mit Klasse-Wein, eine familiäre Trattoria, ein Italo-Jugo (Steinofen-Pizza und Potpourri-Platte!) und ein ganz bonfortionöser Riesen-Reichelt-Supermarkt. Und zwei Wochenmärkte in fußläufiger Entfernung, wo ich von Mittwoch bis Sonnabend einkaufen kann. Ich könnte zufriedener nicht sein.

Ich habe Romina Pawlicki in GooglePlus geblockt, mehrfach dem Google-Support als Spammerin gemeldet, und ihre Hinweise auf mich nicht die Bohne interessierende ebay-Auktionen mehrfach dem Spam-Filter mitgeteilt: trotzdem taucht die Dame immer wieder in meinem Posteingang (mit GooglePlus-Absender) auf. Ist das die offizielle Google-Spammerin oder was?