Nibelungen-Digest

Das Deutsche Theater Berlin hat für den März 2010 Friedrich Hebbels „Die Nibelungen“ in der Regie von Michael Thalheimer angekündigt. Thalheimer ist bekannt für seinen beherzten Zugriff auf klassische Texte, die er auf das absolute Minimum zusammenzustreichen pflegt, so dass man eine Thalheimer-Inszenierung meist in deutlich unter zwei Stunden hinter sich gebracht hat, sogar ohne sie Türen schlagend vorzeitig verlassen zu müssen. Doch wie wird Thalheimer mit Hebbels dreiteiligem Monumentalwerk umgehen, das wegen seiner epochalen Länge für gewöhnlich an zwei Abenden aufgeführt wird?
Spiegel Online mutmaßt bereits, man könne sich auf die „kürzesten Nibelungen, die es je gab“ freuen. Und das ist noch untertrieben. Der Netzecke ist das komplette, von Thalheimer zusammengestrichene Textbuch zugespielt worden, dass ich im nachfolgenden zu Dokumentationszwecken ausdrücklich ungekürzt veröffentliche.

Die Nibelungen

Ein Trauerspiel in drei Abteilungen von Friedrich Hebbel

Vorspiel: Der gehörnte Siegfried

(komplett gestrichen)

1. Teil: Siegfrieds Tod

Am Königshof in Worms.

Siegfried:
Brunhild sollte kein Problem mehr sein. Und wenn sie doch Ärger macht, geht’s mir am Arsch vorbei. Unverwundbar, wie ich bin.

Hagen von Tronje:
Das werden wir noch sehen.

Ende.

2. Teil: Kriemhilds Rache

Am Königshof in Worms. Später. König Gunther liest einen Brief.

König Gunter:
Kriemhild lädt uns alle ein. Ist ja eigentlich nett, aber… vielleicht ist ja doch ein Haken dabei.

Hagen von Tronje:
Wir können ruhig hinfahren. Von einer Frau haben wir nichts zu fürchten.

König Gunther:
Wenn du meinst… Dann fahren wir. Ein Tapetenwechsel wird uns gut tun.

Ende.

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