WM 2010: So läuft das Turnier

Um meine sorgfältige Analyse der Expertenmeinungen empirisch zu untermauern und um Bundestrainer Joachim Löw Orientierung zu geben, habe ich das anstehende Turnier vorab schon mal durchgerechnet. Folgendes erwartet uns in den kommenden vier Wochen:

Gruppe A:
Südafrika – Mexiko 0:0
Uruguay – Frankreich 0:2
Südafrika : Uruguay 0:0
Frankreich – Mexiko 1:0
Mexiko – Uruguay 1:0
Frankreich – Südafrika 2:0
1. Frankreich 9
2. Mexiko 4
3. Südafrika 2
4. Uruguay 1

Gruppe B:
Südkorea – Griechenland 0:0
Argentinien – Nigeria 3:1
Argentinien – Südkorea 2:0
Griechenland – Nigeria 0:1
Nigeria – Südkorea 1:0
Griechenland – Argentinien 0:2
1. Argentinien 9
2. Nigeria 6
3. Südkorea 1
4. Griechenland 1

Gruppe C:
England – USA 1:1
Algerien – Slowenien 1:1
Slowenien – USA 1:0
England – Algerien 1:1
Slowenien – England 2:2
USA – Algerien 0:0
1. Slowenien 5
2. England 3
3. Algerien 3
4. USA 2

Gruppe D:
Serbien – Ghana 2:0
Deutschland – Australien 3:0 (Miro macht einen Hattrick, um es allen zu zeigen)
Deutschland – Serbien 2:0
Ghana – Australien 1:0
Ghana – Deutschland 0:1
Australien – Serbien 0:2
1. Deutschland 9
2. Serbien 6
3. Ghana 3
4. Australien 0

Gruppe E:
Niederlande – Dänemark 3:0
Japan – Kamerun 1:1
Niederlande – Japan 2:0
Kamerun – Dänemark 1:0
Dänemark – Japan 1:0
Kamerun – Niederlande 0:2
1. Niederlande 9
2. Kamerun 4
3. Dänemark 3
4. Japan 1

Gruppe F:
Italien – Paraguay 1:0
Neuseeland – Slowakei 0:3
Slowakei – Paraquay 2:1
Italien – Neuseeland 2:0
Slowakei – Italien 1:1
Paraquay – Neuseeland 1:1
1. Slowakei 7
2. Italien 7
3. Paraquay 1
4. Neuseeland 1

Gruppe G:
Elfenbeinküste – Portugal 1:1
Brasilien – Nordkorea 4:0
Brasilien – Elfenbeinküste 2:1
Portugal – Nordkorea 2:0
Portugal – Brasilien 1:2
Nordkorea – Elfenbeinküste 0:3
1. Brasilien 9
2. Elfenbeinküste 4
3. Portugal 4
4. Nordkorea 0

Gruppe H:
Honduras – Chile 0:1
Spanien – Schweiz 4:0
Chile – Schweiz 1:0
Spanien – Honduras 3:1
Chile – Spanien 0:2
Schweiz – Honduras 1:0
1. Spanien 9
2. Chile 6
3. Schweiz 3
4. Honduras 0

Achtelfinale
Frankreich – Nigeria 2:1
Slowenien – Serbien 1:2
Deutschland – England 6:5 n. E.
Argentinien – Mexiko 2:1
Niederlande – Italien 0:1
Brasilien – Chile 2:0
Slowakei – Kamerun 0:1
Spanien – Elfenbeinküste 1:0

Viertelfinale
Italien – Brasilien 0:2
Frankreich – Serbien 1:0
Argentinien – Deutschland 5:6 n. E.
Kamerun – Spanien 0:1

Halbfinale
Frankreich – Brasilien 0:2
Deutschland – Spanien 6:5 n. E.

Spiel um Platz 3
Frankreich – Spanien 0:3

Finale
Brasilien – Deutschland 2:3 (Miro macht einen Hattrick, um es nochmal allen zu zeigen)

So, zum Turnierverlauf sollte es nun keine offenen Fragen mehr geben. Und auch die Trainingspläne der deutschen Nationalmannschaft dürften vorgezeichnet sein: Mit Miro Hattrick üben, und mit dem Rest Elfmeter, lieber Herr Löw!

WM 2010: Das meinen die Experten

Am Tag vor Turnierbeginn habe ich eine handverlesene Expertenrunde um ihre Tipps gebeten. Im einzelnen äußerten sich

Herr Üflüflü, mein Zeitungshändler:
„Weltmeister wird Argentinien. Deutschland fliegt in der Vorrunde raus, wegen Ballack.“

Schwester Juliane, fußballerisches Mastermind der Praxis meiner Hausärztin:
„Es tut mir ja sehr leid, aber weiter als bis ins Viertelfinale kommen sie nicht.“

Mein Bruder   Matthias:
„Bei den Deutschen weiß man nie, sie können in der Vorrunde ausscheiden oder das Turnier gewinnen, aber diesmal sind sie nicht stark genug. Spanien oder Brasilien.“

Die geduldigste Gemahlin von allen:
„Wir kommen ins Halbfinale. Wer Weltmeister wird, darüber hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.“

Ich muss gestehen, dass ich höchst angenehm überrascht war, als ich die Expertenmeinungen hörte. Mit einem derart einstimmigen, positiven Votum hatte ich nicht gerechnet. Denn aus den Prognosen der Experten geht eins klar hervor: Deutschland wird Weltmeister!
Unsere Mannschaft war immer dann am stärksten, wenn sie von den Experten abgeschrieben worden war. Erinnern wir uns an die Statements der Fachleute 2006: die Vorrundengegner galten als unüberwindlich, bereits das Achtelfinale wäre ein Riesenerfolg gewesen… mit allem hatten die Experten gerechnet, nur nicht mti dem Sommermärchen!
Und 2002? Kein Pfifferling wurde auf Tante Käthes Rumpelfußballer gegeben, die davon vollkommen unbeeindruckt mit einem 8:0 gegen die Saudis eröffneten und bis ins Finale rumpelten.
Ich fasse zusammen: Nach sorgfältiger Analyse der Expertenurteile kann ruhigen Gewissens der vierte Stern für die deutsche Nationalmannschaft prognostiziert werden. Ich hab mich seit 4 Jahren nicht mehr so auf ein WM-Turnier gefreut!

Es reicht

Möglicherweise ist es ja wurscht, wer im Bellevue sitzt, den Grüß-August für diesen Staat macht und hin und wieder mal eine mehr oder weniger beeindruckende Rede hält. Der liebste Bundespräsident war mir nach wie vor Gustav Heinemann, dem ich für „Ich liebe nicht den Staat, ich liebe meine Frau.“ immer noch dankbar zu Füßen liege, aber auch diejenigen, von denen ich bei Amtsantritt dachte, sie würden Land und Amt empfindlich demolieren,   haben deutlich weniger Schaden angerichtet als angenommen.
Eigentlich könnte man also den von Frau Merkel vorgeschlagenen Herrn Wulff ruhig machen lassen, er wird schön blass aber dekorativ vor den Fotografen herumstehen, das sagen, was seine Spin-Doktoren für ihn ausgeklügelt haben und unseren Staatsgästen auch nach dem dritten Glas Sekt nicht auf die blankpolierten Schuhe reihern.
Trotzdem, Gauck wäre mir lieber. Nicht zuletzt, weil sich die Politiker-Riege mit Frau Merkel mittlerweile aufführt, als wäre dieser Staat ihr Privateigentum. Auch wenn es nur der Grüß-August ist, der Grüß-August ist das höchste Amt des Staates, und diese Herrschaften missbrauchen es für ihr kleinkariertes Pöstchengeschacher.
Ich weiß nicht, ob es angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung Sinn macht, für Gauck einzutreten bzw. ob es überhaupt Sinn macht, Sich von einer obskuren Homepage aus für den einen oder anderen Kandidaten stark zu machen, aber angesichts des unwürdigen Schauspiels, dass uns Merkel, Westerwelle und Co. (nicht erst) seit dem Köhler-Rücktritt bieten, reicht’s mir einfach. Irgendwas muss ich tun, um ganz bescheiden zu sagen: Die Art und Weise, wie diese Koalition mit diesem Land und seinen Ämtern umgeht, passt mir nicht. Es ist genug, Herrschaften.
Herr Gauck wird es sicherlich besser machen als Herr Wulff, nicht zuletzt, weil das nicht sonderlich schwer sein wird. Wer ähnlich denkt, wie ich, kann sich z. B. hier oder hier für Herrn Gauck als Bundespräsidenten stark machen. Ob es Sinn macht oder nicht, möge jeder für sich entscheiden.
Ich bitte um Verständnis für diesen eher binsenweisheitigen Besinnungsaufsatz, aber es musste mal sein.

Salat von gebratenem Spargel mit Parmaschinken und Orangengelee

Spargel mit Schinken etwas abgewandelt. Die Idee mit dem Orangengelee hab ich aus irgendeiner Zeitung aus irgendeinem Wartezimmer. Der zarte, nussige Spargel, der aromatische Schinken und das fein-säuerliche Gelee ergänzen sich ganz ausgezeichnet.

Salat von gebratenem Spargel
Für 6 Portionen als Vorspeise:
1,5 kg weißen Spargel
Frühlingszwiebeln
Schnittlauch
18 Scheiben Parmaschinken
6 Blatt Gelatine
ca. 5 Saftorangen
Walnuss-Öl
Zitronensaft
Puderzucker
Tomatenconcassée
Salz, Pfeffer, neutrales Öl, Butter
Gelatine einweichen, Orangen aus pressen, ½ l Saft abmessen und er hitzen, eingeweichte Gelatine gut ausdrücken und unter den erhitzten Saft rühren. Auf Eis kalt rühren, bis der Saft zu gelieren beginnt. Den Saft in eine flache, mit Klarsichtfolie ausgelegte Form gießen, im Kühlschrank fest werden las sen.
Den Spargel großzügig schälen, dicke Stangen gegebenenfalls halbieren oder vierteln, in 3 bis 4 cm lange Stücke schneiden, Köpfe beiseite legen. Frühlingszwiebeln (ohne Grün) in feine Ringe schneiden. Öl in einer großen Pfanne oder einem Wok erhitzen, Spargelstücke dazugeben, salzen, pfeffern, etwas Puderzucker dazugeben und unter Rühren braun braten. Nach ca. 3 Minuten die Spargelköpfe zugeben, in der letzten Minute die Frühlingszwiebeln. Etwas abkühlen lassen, mit Zi tronensaft, Walnuss-Öl und kleingeschnittenem Schnittlauch anmachen.
Das Orangengelee kleinhacken. Tomatenconcassée kurz in Butter ansautieren, salzen und pfeffern.
Den gebratenen Spargelsalat lauwarm mit je drei Scheiben Parmaschinken und einem Häufchen ge hackten Orangengelee und etwas Tomatenconcassé anrichten.
Mahlzeit!

Foto: Harald Effenberg

Splitterbrötchen (CL)

Die Amerikaner haben Konservative wie Clint Eastwood. Und wir haben Konservative wie Köhler, Koch, Wulff. Ach je…

Nichtsdestotrotz ist Horst Köhler für seinen Rücktritt zu danken.   Wir brauchen nun wirklich keinen Bundespräsident, der weniger Kritik verträgt als ein Fußballtrainer.

Wurde eigentlich schon mal ein Minister oder Kanzler oder Präsident wegen Meineid beim Amtseid belangt? Ich mein ja nur, wegen „Schaden vom deutschen Volk wenden“.

Das Zitat der Woche stammt vom Mann der Woche und das kann nur Argentiniens Ex-Weltmeistertrainer und derzeitiger „Generaldirektor“ der argentinischen Fußballnationalmannschaft Dr. Carlos Bilardo sein, dem wir für seine offenen Worte und einen tiefen Einblick in die sexuellen Präferenzen der „Seleccion“ zu Dank verpflichtet sind: „Wer das Tor im Finale macht, kann mich von hinten nehmen. Ich weiß schon, dass das weh tut und die Leute sagen, der ist verrückt. Mir doch egal, Hauptsache, wir werden Weltmeister.“

Wenn ich mich recht entsinne, hat Dieter Hildebrandt vor 40 Jahren Rainer Barzel den „großen, glatten Gott der Faltenlosigkeit mit eingehängter Zigarre genannt.“ So weit ich weiß, ist Christian Wulff Nichtraucher, ansonsten passt die Beschreibung.