WM-Agenda 2010 – Tag 21

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel:
Übermorgen ist Argentinien. Argentinien! Diego und Bastian drehen gewaltig am Rad und versuchen, das Match zum Klassiker hochzusterilisieren (Bruno). Ist es aber irgendwie nicht. Woran liegt’s?
Bisher gab es drei „echte“ Duelle, das Finale 86, das Finale 90 und das Viertelfinale 2006. Und alle Matches waren relativ klare Geschichten.
86 waren die Argentinier die klar stärkere Elf. Der „Suppenkasper“ (Uli) hatte sich mit einer „Gurkentruppe“ (auch uli) und diversen taktischen Meisterleistungen (Das Halbfinale gegen Frankreich, die gerade die besten Brasilianer aller Zeiten ausgeschaltet hatten!) ins Finale gemogelt, und da war Endstation. Obwohl, wenn die Gurkentruppe auf den Suppenkasper gehört und nach dem Ausgleich hinten dicht gemacht hätte… vielleicht hätten wir die Argentinier beschwindeln können… egal, 86 waren sie besser, 86 waren sie die besten der Welt.
Wie wir 1990. Okay, der Elfer gegen Ruii war vielleicht eine Konzessionsentscheidung, dafür hätte der Schiri kurz zuvor beim Foul gegen Auge Elfer pfeifen MÜSSEN, so what? Wenn ich mich recht entsinne hat Bodo keinen einzigen Torschuss halten müssen, am Schluss fehlten den Argentiniern zwei Feldspieler, wie hätten sie das je gewinnen wollen?
2006 hatten sie schon gewonnen. Wir waren sowas von aus dem Match draußen, und dann nimmt ihr Coach seine besten Leute vom Platz. Ausgleich, Elfmeterschießen, Glückssache. Und wieder kein Grund, sich zu beschweren. Okay, hinterher gab’s ein paar Rustikalitäten, Torsten ist für nix ein Spiel gesperrt worden, aber das schieb ich eher den FIFA-Betonköppen in die Schuhe als den Argentiniern. Wir haben keinen Knies mit denen.
Aber „klassische“ Rivalitäten entstehen nun mal durch Knies, durch Matches mit ungerechtem oder wenigstens zweifelhaftem Ausgang. Die „Freundschaft“ mit England begann 66, die mit Italien 1970 mit dem Jahrhundertspiel und einer vollkommen indiskutablen Schiedsrichterleistung des Mexikaners Yamasaki, dem ich für sein korruptes Danebengepfeife noch heute die Pest an den Hals wünsche.
Aber bei den deutsch-argentinischen Duellen gab es bisher – wie gesagt – keinerlei Anlass für solches, echtes Drama. Deshalb müssen sich Diego, Basti und die versammelte Journaille so ins Zeug legen. Zur Zeit ist es nur ein vorraussichtlich spannendes, entscheidendes Match, bei dem es um das Erreichen des Halbfinales geht. Mehr ist noch nicht. Noch nicht.

Video des Tages:
Zweiter spielfreier Tag. Was soll man da machen? Vielleicht mal wieder raus, in die freie Natur? Vögel beobachten. Schwalben…

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=i-apigHJC3I[/youtube]

Die heutigen Pflicht-Kick-Klicks:
Das Rätsel Maradona – schöner Artikel aus dem Hamburger Abendblatt
Fußball-WM aleikum: Deutschland-England auf arabisch, vonner taz
Köster und Kirschneck von 11 Freunde (täglich)
Jens Weinreich (täglich)

Zitat des Tages:
„Eine dominierende Mannschaft könnte Brasilien so sehr unter Druck setzen, dass die hängenden Stürmer überhaupt nicht mehr nach vorne kommen und wir dadurch kaum Torchancen bekommen.“ Im Tagesspiegel verrät Pelé die Taktik gegen Brasilien.

4 Gedanken zu „WM-Agenda 2010 – Tag 21

  1. Brillante Idee, nur: warum Freundschaftsspiel? Dein Kommentar hat mich wie ein Blitzschlag getroffen und mir die Augen geöffnet: Was der WM seit Jahrzehnten fehlt, ist eine Trostrunde! Die jeweils dritten und vierten der Vorrunde ermitteln in einem eigenen K.O.-System einen Trostrundensieger, der einen eigenen Pokal erhält!

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