Rieslingkarnickel

Ein narrensicheres Essen, bei dem nix schiefgehen kann: Das Karnickel in Riesling.
Rieslingkarnickel
Für 4 Karnickel-Fans braucht man 4 Kaninchenkeulen (oder ein ganzes Karnickel, in Einzelteile zerlegt), ein paar Schalotten, zwei oder drei Handvoll Champignons, anständigen Riesling, Creme Fraiche, Thymian, Salz, Pfeffer, Butter, Olivenöl. In einem Schmortopf erhitzt man Olivenöl und Butter und brät bei mittlerer Hitze die Karnickelkeulen langsam an. Wenn sie schön goldbraun sind – was bei der von mir bewußt niedrig gewählten Anbrat-Temperatur schon mal zehn bis fünfzehn Minuten dauern kann – nimmt man sie kurz aus dem Schmortopf raus, kippt das überschüssige Fett weg und schwitzt die kleingeschnittenen Schalotten an. Während des langen Anbratens hatte man auch Zeit, die Champignons blättrig zu schneiden, und so gibt man sie jetzt zu den Schalotten, brät an und löscht mit Riesling ab (ungefähr soviel, dass die Kaninchenteile hinterher zweifingerbreit im Wein liegen), kocht auf, kocht etwas ein und gibt ein oder zwei Löffel Creme Fraiche und die Kaninchenkeulen dazu. Salzen, pfeffern, thymianen und die Hitze auf ganz klein stellen. Karnickel in Riesling ist ein Schmorgericht, und das Geheimnis eines gelungenen Schmorgerichts ist die geringe Hitze. Die Flüssigkeit, in der die Keulen garen, sollte gerade eben simmern, auf keinen Fall kochen. Also nicht blubbern, sondern nur hin und wieder blubbsen.
Deckel drauf und das war’s. Wie lang es jetzt noch dauert, hängt von der Größe der Kaninchenkeulen ab. Irgendwas zwischen dreißig und sechzig Minuten wird hinkommen, und wenn die Hitze nicht zu hoch ist, ist es egal, ob das Karnickel zehn Minuten länger schmort. Das Fleisch wird eventuell etwas weicher und tropft vom Knochen runter, so what?
Mit lecker gebutterten Nudeln und einem wuchtigen Riesling (Elsass, Pfalz) auf den Tisch bringen. Wenn’s noch Gemüse geben soll: Rosenkohl. Oder Wirsing. Ohne viel Firlefanz. Mahlzeit!
Und: Wenn jetzt jemand, der genauso gerne Kochbücher liest wie ich, ruft: Das ist ja wie Coq au Riesling, bloß mit Karnickel statt Huhn, der hat natürlich recht. Ich mag’s mit Kaninchen lieber. Weil Kaninchen so ’ne schöne Sauce macht. Einfach durch Schmoren. Ohne dass man was machen muss.

[tags]Kochen, Kaninchen, Riesling[/tags]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.