Ob das nicht „Sippenhaft“ wäre, fragen einige Journalisten angesichts der Abreise von Frau Drygalla. Und ob das nicht Privatsache sei, dass sie mutmaßlich einen Neonazi zum Freund hat. Nuja, da stellen wir uns doch einfach mal vor, ein junges Mädchen kommt mit Adolf Hitler am Arm nach Hause und bittet ihre Eltern, das Politische außen vor zu lassen. Privat wäre er ja ganz nett. Diese kleine Imagination sollte alle offenen Fragen beantworten.
Anders verhält es sich mit Herrschaften, die banale, der Lebenserhaltung dienende Tätigkeiten des Alltags wie Einkaufen oder Essen zu politischen Taten raufstilisieren möchten. Eine solche Einstellung legt die Latte für erfolgreiches politisches Engagement auf eine erstaunlich niedrige Höhe. Und postuliert gleichzeitig, dass ein gehobenes Einkommen und ausreichend freie Zeit (beides notwendig für die Beschaffungpolitisch korrdekter Lebensmittel) Grundvoraussetzungen für politisches Handeln sind.
Weiters: Wie sind Politiker zu beurteilen, die wirklich etwas bewegt haben, jedoch ihren Einkaufswagen politisch unkorrekt befüllten? Müssen wir unsere Meinung z. B. über Mathma Gandhi revidieren, wenn wir erfahren sollten 1, dass der Mann gerne an die Stopfleber ging, wenn niemand guckte?
Wobei der Einkaufskorb von Frau Merkel sehr sympathisch sein dürfte. ICh bin ihr schon des öfteren in den Galeries Lafayette begegnet, die Dame weiß, was gut ist.
Abschließend die Erkenntnis der Woche: Ich kenne tatsächlich niemanden, der Sir Michael Caine nicht mag.
- Wass Gott verhüten möge! ↩
