Es reicht

Möglicherweise ist es ja wurscht, wer im Bellevue sitzt, den Grüß-August für diesen Staat macht und hin und wieder mal eine mehr oder weniger beeindruckende Rede hält. Der liebste Bundespräsident war mir nach wie vor Gustav Heinemann, dem ich für „Ich liebe nicht den Staat, ich liebe meine Frau.“ immer noch dankbar zu Füßen liege, aber auch diejenigen, von denen ich bei Amtsantritt dachte, sie würden Land und Amt empfindlich demolieren,  haben deutlich weniger Schaden angerichtet als angenommen.
Eigentlich könnte man also den von Frau Merkel vorgeschlagenen Herrn Wulff ruhig machen lassen, er wird schön blass aber dekorativ vor den Fotografen herumstehen, das sagen, was seine Spin-Doktoren für ihn ausgeklügelt haben und unseren Staatsgästen auch nach dem dritten Glas Sekt nicht auf die blankpolierten Schuhe reihern.
Trotzdem, Gauck wäre mir lieber. Nicht zuletzt, weil sich die Politiker-Riege mit Frau Merkel mittlerweile aufführt, als wäre dieser Staat ihr Privateigentum. Auch wenn es nur der Grüß-August ist, der Grüß-August ist das höchste Amt des Staates, und diese Herrschaften missbrauchen es für ihr kleinkariertes Pöstchengeschacher.
Ich weiß nicht, ob es angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung Sinn macht, für Gauck einzutreten bzw. ob es überhaupt Sinn macht, Sich von einer obskuren Homepage aus für den einen oder anderen Kandidaten stark zu machen, aber angesichts des unwürdigen Schauspiels, dass uns Merkel, Westerwelle und Co. (nicht erst) seit dem Köhler-Rücktritt bieten, reicht’s mir einfach. Irgendwas muss ich tun, um ganz bescheiden zu sagen: Die Art und Weise, wie diese Koalition mit diesem Land und seinen Ämtern umgeht, passt mir nicht. Es ist genug, Herrschaften.
Herr Gauck wird es sicherlich besser machen als Herr Wulff, nicht zuletzt, weil das nicht sonderlich schwer sein wird. Wer ähnlich denkt, wie ich, kann sich z. B. hier oder hier für Herrn Gauck als Bundespräsidenten stark machen. Ob es Sinn macht oder nicht, möge jeder für sich entscheiden.
Ich bitte um Verständnis für diesen eher binsenweisheitigen Besinnungsaufsatz, aber es musste mal sein.

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