Splitterbrötchen (DCCCVI)

Was nicht jeder weiß: Der berühmte Superheld „Elevator Man“ hat schon in seiner Jugend unter dem Namen „Liftboy“ gegen das Verbrechen gekämpft.

Bestürzende Kontext.Werbung: „Werde Präsident und gewinne den 3. Weltkrieg! Spiele kostenlos!“ Möglicherweise hat Donald Trump sich genau auf diese Anzeige gemeldet…

Fantastisch: An der Haustür ein Paket angenommen. Von da direkt wieder an den Rechner gegangen. Und die E-Mail, die mir mitteilte, dass mein Paket geliefert worden ist, war schon vor mir da! Fortschritt mir rasender Geschwindigkeit!

Am letzten Sonntag holte ein eher durchschnittlicher „Tatort“ aus Wien hierzulande mehr Zuschauer als ein parallel ausgestrahltes Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft. Die „Nations League“ scheint noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein.

Den kulinarischen Wochenhöhepunkt habe ich vergessen zu fotografieren: Klassischer Tafelspitz aus eigener Herstellung mit Röstkartoffeln, Rahmspinat und Semmelkren. Zum Trost gibt’s den Runner-Up: Pfifferlinge mit Rührei, die man mir im Zehlendorfer Hof auf den Teller gepackt hat.

Franz Beckenbauer ist 75 Jahre alt geworden. Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen: Ich durfte diesem begnadeten Techniker und Strategen von 1975 bis 1977 im Stadion zusehen. Ich habe nie einen eleganteren, kompletteren Spieler gesehen.

Die Sehnsucht nach angenehm gestalteten gastronomischen Innenräumen (fier das „Fellini“ in der Crellestr.) wächst.

Falls jemand bei unserem Bundesliga-Tippspiel mitmachen möchte: Hier geht’s lang. Aber schnell, „Doppelpass“ fängt gleich an.

Mrs. Peel, Sie durften nicht gehen. Sie werden doch noch gebraucht!

 

Splitterbrötchen (DCCCV)

„Q, was empfehlen Sie 007, um den feindlichen Agenten im Parterre auszuschalten?“ – „Ein Erdgeschoss.“

Über den Checkpoint-Newsletter vom Tagesspiegel bekomme ich täglich einen Post des Projekts @wasihrnichtseht zu sehen: Schwarze Menschen berichten über den Alltagsrassismus, den sie hierzulande täglich erleben. Mein Eindruck ist zwiespältig. Verharmlost man nicht gerade den Rassismus, wenn man jede Diskriminierung, jede Gedankenlosigkeit und jeden danebengegangen Scherz zu Rassismus umdefiniert? Wenn plötzlich alle zu potenziellen Rassisten gemacht werden, können sich die tatsächlichen Arschlöcher ganz prima verstecken.

Zwei kulinarische Wochenhöhepunkte. Nummer 1 eröffnete die Woche am Sonntagabend, ein geplättetes Huhn, ohne Umschweife mit Knoblauch, Gemüse und griechischem Olivenöl eine Stunde lang1 im Ofen gebraten. Nummer 2 war ein neues, wild-großporiges Brot von Bäcker Junge, der „Sylter Genusslaib“. Trotz des dämlichen Namens sehr empfehlenswert.

Auf Twitter macht ich bei einer Art Orakel mit. Die ersten drei Worte, die man aus diesem Buchstabensalat herauspickt, sollen das Jahr 2021 für den Teilnehmenden definieren. Nun, 2021 wird für mich englisch und durch Wine, Fury und Butter definiert. Das könnt spannend werden.

Manche derben Kalauer erschließen dem geneigten Publikum ihr lyrisches Potenzial erst nach einigen Augenblicken. Lautes Vorlesen hilft.

Als ob es keinen linken Populismus gäbe.

Und hier noch schnell das Interview der Woche:

 

Apropos derbe: Über Quelle Internet erfahre ich,dass Detlef D.Soost wohl einen Podcast herausgibt, der „SoostDasLeben“ heißt. Ein derartiger Grad von Schmerzfreiheit kann eigentlich nur mit chemischen Mitteln erreicht werden.

Splitterbrötchen (DCCCIV)

Hätte Sartre Social Media noch kennengelernt, hätte er mit Sicherheit differenziert und „Die Hölle, das ist die Friedenau-Online-Gruppe auf Facebook“ geschrieben.

Kultureller Wochenhöhepunkt Nr. 1 war das Streamen von Chazelles Weltraum-Oper „Aufbruch zum Mond“ mit Gosling als Neil Armstrong. Hab mich schwarz geärgert, dieses Bildergewitter nicht im Kino angesehen zu haben. Und war erstaunt, dass der Film Armstrongs Religiosität beinahe komplett ausgespart hat.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine perfekt gegrillte und filetierte Dorade im La Marianna.

In diesem – in Gänze lesenswerten –  Artikel liefert Cory Doctorow eine interessante Erklärung für den Erfolg der auch abstrusesten Verschwörungstheorien: „What if the trauma of living through real conspiracies all around us — conspiracies among wealthy people, their lobbyists, and lawmakers to bury inconvenient facts and evidence of wrongdoing (these conspiracies are commonly known as “corruption”) — is making people vulnerable to conspiracy theories?“

Alles will wohl überlegt sein, sogar der Kauf eines Nasenhaarschneiders.

Kultureller Wochenhöhepunkt Nr. 2 war das Nachholen von „Atomic Blonde“ im TV, einer herrlichen, sehr stylishen Agenten-Alberei. Und ein Berlin-Film!

Der Tweet der Woche stammt von Macaulay Culkin.

Kultureller Wochenhöhepunkt Nr. 3 war die Lektüre von Sam Wassons „The Big Goodbye„, eine Art „Making of“ von „Chinatown“. Ich kenne wenige Bücher, in denen der kreative Prozess als Gemeinschaftsleistung so gut beschrieben wird.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Polizei beim Auflösen von linken und rechten Demonstrationen ein wenig differenziert.

Splitterbrötchen (DCCCIII)

Das Ausschalten aktuell nicht benötigter Leuchtmittel ist auch ein schönes Hobby.

Wenn man merkt, dass Themen, über die man gerade nachdenkt, immer seltener im öffentlichen Diskurs auftauchen… wird man dann älter, schrullig oder beides?

Zur Vorbereitung auf das heutige Champions-League-Finale habe sich seit Donnerstag früh meinen Tee aus dem FCB-Becher1 getrunken. Ich habe also das meine getan, jetzt ist die Mannschaft gefordert!

Wenn zwei Parteipolitiker gegeneinander um ein Mandat kandidieren, dann ist das etwas vollkommen Normales. Der Zirkus, den Tagesspiegel und Co. da gerade veranstalten, ist so bizarr wie dämlich.

Kulinarisch war die Woche französisch geprägt, am Geburtstag der besten, geduldigsten Gemahlin von allen gab’s Steak Frites im Hugo, zwei Tage später erlebten wir den kulinarischen Wochenhöhepunkt im „Pastis“ in Friedenau, einen tollen Viergang, mit Krabbencocktail als Amuse Bouche, getrüffelter Artischockencreme…

,,,gebratenem Wolfsbarschfilet an Risotto, Perlhuhnbrust mit Pfifferlingen und Mangoldflan und einem Himbeer-Schoko-Nougat-Tartelett, perfekt gemachte, authentische Brasserieküche. Uns ging’s gut.

Ein Interview mit Laschet gesehen. Der Mann kommt rüber wie ein Hoteldirektor, der weiß, das sein Laden Scheiße ist, aber trotzdem versucht, Zimmer zu verkaufen.

Aus der ungeliebten Abteilung „Corona hat vielleicht auch gute Seiten“: Durch die von den Kontaktbeschränkungen verursachte Bewegungslosigkeit bin ich meine Achillessehnen-Beschwerden tatsächlich komplett losgeworden.

Eins meiner immer wieder gelesenen Lieblingsbücher, einer meiner Lieblingsfilme, jetzt evendöll eine neue Lieblingsserie? Auf alle Fälle scheint im Oktober das Disney-Plus-Abo fällig zu werden.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass irgendjemand jemals auf die Idee käme, mich als „Aktivisten“ zu bezeichnen: Das letzte, was du sehen wirst, wird das Mündungsfeuer meiner Pumpgun sein, Baby.

Leseempfehlung: New Yorks prekäre Zukunft nach Corona. Ich bin nicht ganz so pessimistisch. Die immensen Selbstheilungskräfte dieser großartigen Stadt werden immer wieder unterschätzt.

Apropos großartige Stadt, apropos französisch…

 

 

Splitterbrötchen (DCCCII)

Der Duden hat „Niethose“ gestrichen. Das versteh ich ja noch, das sagt ja niemand mehr. Aber „Hackenporsche“? Sagt wirklich niemand mehr „Hackenporsche“?

Rüdiger Rudolph erklärte auf Twitter faktenorientiert und präzise das Ferienende: „Ich möchte die Kultusministerien und den Senat für Bildung in Schutz nehmen. Für mich kam als Schüler das Ende der Sommerferien auch immer überraschend. #Schulstart #Schuloeffnung

Schockierende Erkenntnis beim umpfzichsten Anschauen von „Der Clou“1: Niemand benutzt mehr das schöne Wort „Schießeisen2„. Warum wird derzeit auf dieses treffliche(!) Wort verzichtet, ohne einen adäquaten Ersatz geschaffen zu haben?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein „Guilty Pleasure“, eine mit Weichkäse3 gefüllte Pleskavica im Dalmacija in der Feuerbachstr.Nach Foodie-Snob-Maßstäben vermutlich eine Katastrophe, aber der Kombination aus rohen Zwiebeln, zermanschten Pommes und heißem ausgetretenem Bouletten-Fett kann und will ich nicht widerstehen. Boah, war das lecker! Bald wieder!

Schöne Lese-und-Versteh-Herausforderung: „Dragonerareal“.

Wie nennt man eigentlich eine männliche Schreckschraube? Schreckschrauber?

Jedes Jahr nehme ich mir vor, weniger Wein zu kaufen. Das klappt erstaunlich gut, denn ich kaufe immer nur ganz wenig mehr Wein als im Vorjahr. Maximal ein bis zwei Kisten. Keinesfalls mehr als fünf. Höchstens sieben. Oder acht.

Eine genaue sporthistorische Untersuchung und Analyse der Wirkungsmacht des Assistenztrainers bei der WM 2014 ist überfällig.

Stimmungsaufheller gefällig?

Splitterbrötchen (DCCCI)

Der Lentsch ist ein perfider Mensch. Jetzt hat er mich auch noch zum Etikettentrinker gemacht.

Wer Lisa Eckhart Antisemitismus unterstellt, wird auch Helmut Qualtinger für einen Nazi halten.

Ich muss Fa. Google dankbar sein für diese Dokumentation des aktuellen geistigen Volksvermögens. Da Christian Drosten angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle die Bevölkerung zum Mitdenken aufgefordert hat, sind wir wohl verloren.

Kulinarischer und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war ein schöner Abend mit Freunden im Friedenauer „Miteinander„. Speise- und Weinkarte hätten zwar ruhig ein paar österreichische Positionen mehr vertragen, aber mein Hauptgericht (ZIegenkäseschnitzel mit Beilagenänderung) hat ausgezeichnet geschmeckt, der Blaufränkisch stand gut im Glas und der Service hatte soviel Humor, dass ich meinen Spaß hatte. Mehr braucht’s doch nicht, um mir einen schönen Abend zu bereiten.

Verblüffende Erkenntnis: Ich muss heilfroh sein, dass ich seit Jahren nicht mehr für Theater und Kabarett schreibe und dass meine alten Sachen nicht mehr gespielt werden. Ich käme vermutlich aus dem Shitstorm gar nicht mehr heraus.

 

Podersdorf 2020

Jetzt gibt’s wieder – wie jedes Jahr – ein paar Bilder aus Podersdorf, dem weltweit einzigen Ort, an dem ich mich so wohl fühle wie in Berlin. Und ein wenig entspannter.

Ein besonderes Vergnügen: Nach langen Monaten mal wieder an der Bar sitzen dürfen.

Seit bald zwanzig Jahren lassen wir uns einmal im Jahr in Podersdorf blicken, aber diesmal hab ich zum ersten Mal das Wahrzeichen des Ortes fotografiert, die Windmühle.

Meiner erfolgreichen Bilderserie „Die geduldigste Gemahlin von allen fotografiert Dinge“ konnte ich um ein Prachtexemplar erweitern. Diesmal fotografiert sie einen Corona-Abstandhalter.

Wie jedes Jahr haben wir bei Julius Steiner die neuen Weine probiert. Dabei durften wir schon den neuen Rohrwolf kosten, der erst in ein paar Wochen auf Flaschen gezogen wird. Der Rohrwolf ist ein „sur lie“ (auf der Hefe) ausgebauter, im Barrique gelagerter Chardonnay, ein in jeder Hinsicht kraftvolles, mächtiges Gewächs. Jetzt schon ein Lieblingswein der nächsten Jahre.

Müssen wir uns um unsere Rennrodel-Nationalmannschaft Sorgen machen? Was wollen die bei 35 Grad im topfebenen Seewinkel? Warum werden unsere wackeren Wintersportler nicht mit aktuellen Kalendern und funktionierenden Navis ausgestattet?

Der Lieblingsort im Lieblingsort: der Garten der Podersdorfer Weinstuben. Geöffnet jeweils von Mittwoch bis Sonntag. Also waren wir regelmäßig von Mittwoch bis Sonntag da.

Unter solche Fotos schrieb man früher immer „ohne Worte“. Das lass ich lieber. Es stehen ja schon welche drauf.

Ich bin kein Kirchgänger. Aber in der alten Dorfkirche sitz ich jedes Jahr ein Weilchen.

Unser Mittwochs-Ritual: Admiral Knoll bittet ans Glas, Weinverkostung auf dem Schlammloch.

Man kennt mich in Podersdorf.

Erste Amtshandlung nach Rückkehr: Anbringen des amtlichen burgenländischen Kühlschrank-Magneten.

Podersdorfer Mahlzeiten 2020

Was gab’s denn dieses Jahr in Podersdorf zu essen?

Speckbrot, natürlich. Hier das beim Großmata, der den urigsten Garten in Podersdorf hat. Und einen guten Welschriesling. Speckbrot und Welschriesling ist eine Kombination, die im Himmel erschaffen wurde. Also im Seewinkel.

Den besten Welschriesling gab’s bei Familie Lentsch, in den Podersdorfer Weinstuben, die aber aus unerfindlichen Gründen kein Speckbrot auf der Karte hat.

Dafür gibt’s da den Schafskäse vom Hautzinger aus Tadten (mit Salat, Birnen und Nüssen). Der Hautzinger macht übrigens den besten Schafskäse der Welt.

Der schmeckt auch warm, zum Beispiel im Zucchini-Mantel, in der Herlinde.

Mit Antipasti aus dem Seewinkel begannen wir beim Seewirt Karner.

Anschließend gab’s dort das beste Cordon Bleu des Jahres.

Nur knapp geschlagen landete das Cordon Bleu aus Jupps Bierstüberl auf Platz 2.

Dafür gab’s beim Jupp das beste Schnitzel, das war natürlich vom Mangalitza-Schwein.

Und einen sensationellen, noch lauwarmen Zwetschgenkuchen nach Rezept der geschätzten Großmutter gab’s beim Jupp ebenfalls.

Bisher war’s ein bisschen fleischlastig, zur Abwechslung haben wir uns natürlich immer mal wieder Fisch auf die Teller packen lassen. Zum Beispiel perfekt gebratene Forelle beim Seewirt…

…oder eins meiner Lieblingsgerichte, das ich mir jedes Jahr wieder gönne, der auf der Haut gebratene Zander mit zitrischem Risotto im Seehof Gisch. Und nein, der Zander wurde nicht zu lange zu heiß gebraten. Das Weiße ist kein ausgetretenes Eiweiß, das ist knoblauchsatt aufgeschäumte Butter.

Burgenländisch üppig:die Fischplatte für 2 in der Herlinde (Teilansicht).

Ein Podersdorfer Klassiker: die gebackenen Zanderstreifen auf Blattsalat im Gasthof Kummer.

Es war wieder ziemlich heiß in Podersdorf. In unserer letzten Urlaubswoche erreichte das Thermometer täglich weit über 30 Grad, da wollte man nicht immer was Warmes essen. Stattdessen gab’s Blunzen1 in Tschistis Holzapfel

Nationalparkwürstel mit Speck in den Podersdorfer Weinstuben…

… wo’s auch Bauchspeck mit Bohnenpüree und fermentiertem, herrlich säuerlichem Kürbis gab.

Und dann war da noch der geräucherte Karpfen im Laterndlkeller, wo sie auch…

… ein herausragendes Speckbrot draufhaben.

Das Beste kommt, wie immer, zum Schluss: die drei Gänge, die ich dieses Jahr in meinem Lieblingsrestaurant, dem Gasthaus zur Dankbarkeit genießen durfte. Als erstes kam ein sensationeller Salat mit gebackenem Kalbskopf aus der Küche.

Es folgte schlicht der beste Rinderschmorbraten meines Lebens (mit Serviettenknödel und Dillbohnen in Sahne).

Zum Schluss gab’s, wie jedes Jahr, Blauschimmelkäse mit einer Beerenauslese, diesmal eine rote von außergewöhnlicher Wucht. Die Vorfreude auf 2021 begann.

 

Splitterbrötchen (DCCC)

Selbst für Insider ist der Ort, an dem die beste geduldigste Gemahlin von allen und ich in diesem Jahr unseren Urlaub verbrachten, praktisch nicht zu erraten.

Okay, einen kleinen Hinweis gebe ich: Have Speckbrot, will travel.

Wenig Erstaunen über die Corona-Demonstranten in Berlin. Dass Menschen Demonstrationen ausschließlich zur Selbstvergewisserung benutzen ist ja nun nichts neues. „Bürger, lass das glotzen sein, komm zu uns und reih dich ein!“ ist so was von  1970. Aber, wo wir bei 1970 sind: Damals hätte man eine erkleckliche Menge Drogen benötigt, um die Wirklichkeit dermaßen effektiv ausblenden zu können wie die Covidioten gestern.

Unverhoffte Inspiration für eine Grabstein-Inschrift.

Auf Twitter habe ich mich sehr über eine Idee von Judah Friedlander gefreut: „‚Wer wird Millionär‘ wäre eine bessere Show, wenn die Kandidaten ausschließlich Milliardäre wären.“

youtube-Spaß der Woche: Tracey Ullman parodiert Angela Merkel. Die Einstigesdroge:

Okay, etwas hat mich gestern bei der Corona-Demo doch ein wenig in Erstaunen versetzt: Wo waren eigentlich die Wasserwerfer? Bei Demonstrationen mit linken Inhalten stehen die bereits Stunden vor Anfang der Demo mit laufendem Motor an der Strecke und werden bei der geringsten Provokation sofort eingesetzt, Wo war eigentlich gestern das „schwere Gerät“? Hatte der zuständige Polizeiobermeister den Garagenschlüssel verlegt?

Diese Werbung für den trefflichen Heurigen „Fabian“ haben die Inhaber direkt an der Bushaltestelle in Podersdorf platziert, wo man auf den Bus Richtung Heimat warten muss. Sie spiegelte perfekt meine Gemütslage beim Verlassen des Lieblingsorts wieder. Ich wollte da nicht weg.

Und Jubiläen mit runden Zahlen gehen mir immer noch am Arsch vorbei.

Splitterbrötchen (DCCXCIX)

Die Zeit vermeldete diese Woche ein Allzeit-Auflagenhoch. Offenbar gibt es ein riesiges Publikum für rassismuskritische Frühbildung in Groß-Flottbek.

Gestern fiel mir auf, dass jetzt ja irgendwie Olympische Sommerspiele hätten sein sollen oder gewesen sein sollen worden sein oder wie. Hat die irgendjemand vermisst? Ich jedenfalls nicht. Kaum zu glauben, dass das mal ein Sportereignis war, das mich wochenlang vor dem TV festhielt.

Wieso glauben Menschen, die sich politisch links verorten, ihre Ziele mit Humorlosigkeit, Besserwisserei und übergriffigem Moralisieren durchsetzen zu können? Sollte man nicht doch mal wieder versuchen, die Menschen für etwas zu begeistern?

Am Freitagabend voller Entzücken auf arte das 1981er Simon and Garfunkel-Konzert im Central Park angeschaut. Ein Jahr später haben sie den gleichen Set in der Waldbühne gespielt, da haben die beste, geduldigste Gemahlin von allen und ich vor Ort zugehört. Es hat Strippen geregnet, aber davon haben wir nichts gemerkt, was vor allen Dingen an der außerirdischen Stimme von Art Garfunkel lag. Mit diesem Tenor konnte er Menschen auf den Mond schießen. Ganz erstaunlich, wo das Fachblatt  „Rolling Stone“ Garfunkel auf der Liste der „100 besten Sänger aller Zeiten“ platziert…

Das ist also Platz 86. Bob Dylan steht übrigens auf Platz 7. Ich sag dazu mal weiter nix.

Falls sich jemand wundert, warum die Mühlen der Justiz derzeit augenscheinlich viel zu langsam mahlen (Hildmann, NSU 2.0): Auch das ist der Preis, der für Wolfgang Schäubles schwarze Null zu zahlen ist. Wer Polizei und Justiz finanziell nicht so ausstattet, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können, spart Rechtsradikalismus herbei.

Das ZEIT-geschichtlich wirklich Erstaunliche ist ja nicht, dass die ZEIT mit den durchgeknallten Sicherungen einer Kita-Leiterin Kasse macht, sondern dass man einen Journalisten beschäftigt, der den Lesern diesen ganzen Schmonzes ohne eine einzige kritische Nachfrage serviert.