Butte aux Cailles, je t’aime!

Es gibt tatsächlich in Paris noch Orte, die aussehen wie die Kulisse aus einem alten französischen Schwarzweiß-Film.
Passage Barrault
Kopfsteinpflaster, hölzerne Fensterläden und eine Architektur, die sich eher am 19. denn am 20. Jahrhundert orientiert. Eigentlich müsste hier jeden Augenblick der junge Jean Gabin um die Ecke biegen, Schiebermütze auf dem Kopf, Gauloise im Mundwinkel, Stangenbrot in einem, „jeune fille“ im andern Arm. Aber das wäre ja ein Klischee. Und Klischees gibt’s nur noch an magischen Orten.
Fensterladen
Ein solch magischer Ort ist das kleine Arbeiterviertel Butte aux Cailles im 13. Arrondissement. Butte aux Cailles liegt um die Ecke vom Place de l’Italie und besteht nur aus ein paar verwinkelten Straßen um einen Hügel herum, auf dem am 21. November 1783 die Montgolfiére nach ihrem ersten freien Flug gelandet ist. Während der Pariser Kommune gab es die „Fédérés de la Butte aux Cailles“, denen es mehrfach gelungen ist, die fortschrittsfeindlichen Regierungstruppen zurückzuschlagen.
Wallace Brunnen
Heute ist es – zumindest tagsüber – deutlich friedfertiger in Butte aux Cailles. Man stellt die Stühle hoch, wischt die Fußböden und freut sich schon auf Chris Kurbjuhn, der mit seiner lieben Frau am Abend zum Essen kommen und sicher wieder eine Flasche des leckeren Muscadet bestellen wird.
Gladines tagsueber
Tagsüber ist hier wirklich nicht viel los. Ein paar kleine Galerien, ein Mini-Museum zu Ehren der Kommune, eine Wäscherei und eine Boulangerie, deren Angebot hier mit einem Achselzucken akzeptiert wird, während es in Berlin vermutlich für stadtweite Aufregung sorgen würde. Tagsüber tut man gut daran, sich den zahllosen anderen Sehenswürdigkeiten von Paris zu widmen. In deren Dunstkreis sollte man sich jedoch auf einen kleinen Imbiß beschränken, denn spätestens wenn das Licht um St. Anne-de-la-Butte-aux-Cailles weicher wird und die Dämmerung hereinbricht …
Kirche
… sollte man wieder das Kopfsteinpflaster unter den Sohlen spüren. Wenn die Leuchtreklamen der Kneipen und kleinen Restaurants zu strahlen beginnen, sollte man seinen Aperitif nehmen und sich ein Restaurant für sein Abendessen aussuchen. Über Essen und Trinken an diesem verträumt-traumhaften Ort berichte ich demnächst.
Chez Merle

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