Splitterbrötchen (MLVII)

„Soweit ich weiß, reicht es nicht aus, mit unbewegtem Gesicht zu lügen. Jeder, der beim Poker ein schlechtes Blatt hat, kriegt das hin. Die eine Möglichkeit, richtig zu lügen, ist kunstvoll die Wahrheit zu sagen, aber nicht die ganze. Bei der anderen Möglichkeit muss man auch die Wahrheit sagen, es ist aber schwieriger: Sag die Wahrheit, vielleicht sogar die ganze Wahrheit, aber tu das ohne jede Überzeugung, sodass deine Zuhörer denken, dass du lügst.“ Robert A. Heinlein

Wenn im Fernsehen nur noch Sachen laufen, die Sie schon kennen oder die Sie nicht mögen, liegt’s vielleicht nicht am Programmdirektor, sondern an Ihnen.

Skepsis kann Lebensqualität kosten. Ich tippe seit Montag auf einer preiswerten ergonomischen Tastatur und frage mich seitdem, warum ich so ein Teil nicht schon viel früher angeschafft habe. Nach zwei Stunden Ein- und Umgewöhnung (Profi-Tipp:Augen zumachen!) tippt sich’s ungeheuer bequem und entspannt.

Thriller-Freunden empfehle ich dringend Andreas Pflügers schon in den letzten Splitterbrötchen erwähnten Roman „Kälter“. Das ist ein handwerklich perfekter Thriller, spannend, atmosphärisch dicht und mit einem einigermaßen unvergesslichen Personal ausgestattet. Ich kenne keinen besseren deutschen Thriller.

Erstaunliche Folge der Künstlichen Unintelligenz: Schüler halten ihnen präseentierte echte Kunstwerke für KI-Fakes, weil „ein Mensch kann so etwas nicht schaffen.“

Die 6. Staffel vom „letzten Bullen“ fertig angeschaut. Die Stärken und Schwächen der 1. bis 4. Staffel tauchen wieder auf1, die Schwächen fallen einem jedoch wegen der billigen Machart besonders auf. Die mehrfach verwendeten Locations, das Polizeirevier, dass eine notdürftig umgebaute Feuerwache ist, die Billig-Instrumental-Mucke statt der ollen Hits, die das Geschehen süffisant konterkarierten,,, so charmebolzig kann Henning Baum gar nicht agieren, um diese uncharmante Billigheimer-Produktion wieder wettzumachen. Ärgerliche Sache, auch wenn ein paar schöne Momente dabei sind.

  1. Über die unsägliche 5. Stafel und den komplett überflüssigen Kinofilm decken wir mal den Mantel des Schweigens.

Ein Gedanke zu „Splitterbrötchen (MLVII)

  1. „Billigheimer-Produktion“.
    Yepp — wer sich einen Tatort mit Kressin oder Haferkamp zu Gemüte führt, weiß, was gemeint ist.
    Unambitionierte Vorgestzte, im engen Finanzkorsett machen unambitionierte Billig-Sendungen, in den unter Chargen wird derweil (eventuell zähneknirschend) mit gemacht und keiner traut sich zu sagen „für dieses Budget kann nur Billigdreck produziert werden, da mache ich nicht mit“ Das nennt man dann Abwärtsspirale (bis niemand mehr zuschaut).

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