Splitterbrötchen (DCCCVIII)

Say Yes to Pernod!

Sag mal, Matthias, für diesen Anruf solltest du dich wirklich schämen: „Hallo, Friede! Tut mir leid, dass ich dir diese Nachricht überbringen muss, aber deine Enkel stecken diesmal wirklich in der Scheiße. Wir brauchen jede Menge Aktein, um sie da raus zu holen, aber pronto!“

Auf Twitter staunend mehrere Diskussionen überflogen, in denen ernsthaft diskutiert wurde, ob man anderen Menschen prinzipiell Höflichkeit schuldig sei. Darüber muss man doch nicht diskutieren. Natürlich nicht, ihr Knalldeppen!

Das weltweite Alleinstellungsmerkmal des FC Bayern München ist, dass er jederzeit in der Lage ist, auch aus vollkommen nebensächlichen Deppen-Partien wie dem Supercup-Finale heraus atemberaubendes Drama zu kreieren. In Siegen und in Niederlagen. Nobody does it better  than FC Hollywood.

Die kulinarische Entdeckung der Woche: Ich mag sonst kein dunkles Bier, aber dieses ist extrem süffig. Viel Spaß im Glas. Und wieder kein Craft-Bier.

Aus Bewerbungsgesprächen für das „Sommerhaus der Stars“: „Was machen Sie beruflich?“ – „Ich bin Tortenflüsterer.“

Splitterbrötchen (DCCCVII)

„Der Film ist nicht wirklich gut.“ whatsappte ich am Donnerstag, als ich aus „Tenet“ kam. Vielleicht war das vorschnell, vielleicht auch ungerecht. Nachdem ich eine Weile über den Film nachgedacht und eine der Erklärbär-Seiten im Internet aufgesucht hatte, fing er plötzlich an, mir besser zu gefallen. Ich hab mich wirklich lange nicht mehr so intensiv mit einem Film auseinandergesetzt (auseinander setzen müssen!) wie mit Nolans Neuestem. Was wiederum für ihn spricht. Aber: Ist ein Film, für den man eine Gebrauchsanweisung benötigt1, wirklich gut?

Deutlich einfacher gestrickt war „Gemini Man“, den ich gestreamt habe. Jerry Bruckheimer sorgt dafür, dass Will Smith sich endlich selbst verprügeln darf. Wurde Zeit, war amüsant.

Für den kulinarischen Wochenhöhepunkt sorgte mal wieder das Mare Monte: Tagliata vom Rinderfilet. Leider müssen wir uns um unseren Lieblings-Italiener Sorgen machen. Am Freitagabend um 19 Uhr saßen im – vor Corona verlässlich gut gefüllten – Restaurant drei Leute drinnen und (inkl. uns zwei) fünf Leute draußen. Wie die Gastronomie so über den Corona-Winter kommen soll, weiß ich nicht.

In der letzten Zeit sehe ich in Zeitschriften und auf Plakatwänden immer häufiger Werbung für mit irgendwelchen Obstsorten aromatisierten Gin. Was ist eigentlich gegen Gin einzuwenden, der nach Gin schmeckt?

Der Tagesspiegel hat z. T. 40 Jahre alte Kinderhörspiele als gesellschaftliche Gefahr ausgemacht. Bei der TKKG und den 3 ??? würden „männliche Machtfantasien“ ausgelebt. Als nächster ist wohl Kalle Blomquist fällig, der alte Sexist.

Apropos Bruckheimer: „Deja Vu“ ist – auch im Vergleich zu „Tenet“ – nach wie vor der beste Zeitverbiegungs-Film.

Während der Woche bekam ich mit, wie jemand auf Facebook Twitter als „Doofland“ bezeichnete. Angesichts der jüngsten Aufregung um Lisa Eckhart oder gar den humoristischen Grobmotoriker Somuncu ist diese Bezeichnung gerechtfertigt. Die Turbo-Empörten scheinen das Jahrtausende alte Konzept „Ein Mensch spielt eine Rolle“ nicht verstehen zu können oder zu wollen.

Kultureller Wochenhöhepunkt war die Lektüre von Robert Harris‘ neuem Roman, „V2“. Wie der Kerl mit ganz wenigen Sätzen Atmosphäre schaffen kann, ist bewunderungswürdig.

Splitterbrötchen (DCCCVI)

Was nicht jeder weiß: Der berühmte Superheld „Elevator Man“ hat schon in seiner Jugend unter dem Namen „Liftboy“ gegen das Verbrechen gekämpft.

Bestürzende Kontext.Werbung: „Werde Präsident und gewinne den 3. Weltkrieg! Spiele kostenlos!“ Möglicherweise hat Donald Trump sich genau auf diese Anzeige gemeldet…

Fantastisch: An der Haustür ein Paket angenommen. Von da direkt wieder an den Rechner gegangen. Und die E-Mail, die mir mitteilte, dass mein Paket geliefert worden ist, war schon vor mir da! Fortschritt mir rasender Geschwindigkeit!

Am letzten Sonntag holte ein eher durchschnittlicher „Tatort“ aus Wien hierzulande mehr Zuschauer als ein parallel ausgestrahltes Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft. Die „Nations League“ scheint noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein.

Den kulinarischen Wochenhöhepunkt habe ich vergessen zu fotografieren: Klassischer Tafelspitz aus eigener Herstellung mit Röstkartoffeln, Rahmspinat und Semmelkren. Zum Trost gibt’s den Runner-Up: Pfifferlinge mit Rührei, die man mir im Zehlendorfer Hof auf den Teller gepackt hat.

Franz Beckenbauer ist 75 Jahre alt geworden. Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen: Ich durfte diesem begnadeten Techniker und Strategen von 1975 bis 1977 im Stadion zusehen. Ich habe nie einen eleganteren, kompletteren Spieler gesehen.

Die Sehnsucht nach angenehm gestalteten gastronomischen Innenräumen (fier das „Fellini“ in der Crellestr.) wächst.

Falls jemand bei unserem Bundesliga-Tippspiel mitmachen möchte: Hier geht’s lang. Aber schnell, „Doppelpass“ fängt gleich an.

Mrs. Peel, Sie durften nicht gehen. Sie werden doch noch gebraucht!

 

Splitterbrötchen (DCCCV)

„Q, was empfehlen Sie 007, um den feindlichen Agenten im Parterre auszuschalten?“ – „Ein Erdgeschoss.“

Über den Checkpoint-Newsletter vom Tagesspiegel bekomme ich täglich einen Post des Projekts @wasihrnichtseht zu sehen: Schwarze Menschen berichten über den Alltagsrassismus, den sie hierzulande täglich erleben. Mein Eindruck ist zwiespältig. Verharmlost man nicht gerade den Rassismus, wenn man jede Diskriminierung, jede Gedankenlosigkeit und jeden danebengegangen Scherz zu Rassismus umdefiniert? Wenn plötzlich alle zu potenziellen Rassisten gemacht werden, können sich die tatsächlichen Arschlöcher ganz prima verstecken.

Zwei kulinarische Wochenhöhepunkte. Nummer 1 eröffnete die Woche am Sonntagabend, ein geplättetes Huhn, ohne Umschweife mit Knoblauch, Gemüse und griechischem Olivenöl eine Stunde lang1 im Ofen gebraten. Nummer 2 war ein neues, wild-großporiges Brot von Bäcker Junge, der „Sylter Genusslaib“. Trotz des dämlichen Namens sehr empfehlenswert.

Auf Twitter macht ich bei einer Art Orakel mit. Die ersten drei Worte, die man aus diesem Buchstabensalat herauspickt, sollen das Jahr 2021 für den Teilnehmenden definieren. Nun, 2021 wird für mich englisch und durch Wine, Fury und Butter definiert. Das könnt spannend werden.

Manche derben Kalauer erschließen dem geneigten Publikum ihr lyrisches Potenzial erst nach einigen Augenblicken. Lautes Vorlesen hilft.

Als ob es keinen linken Populismus gäbe.

Und hier noch schnell das Interview der Woche:

 

Apropos derbe: Über Quelle Internet erfahre ich,dass Detlef D.Soost wohl einen Podcast herausgibt, der „SoostDasLeben“ heißt. Ein derartiger Grad von Schmerzfreiheit kann eigentlich nur mit chemischen Mitteln erreicht werden.

Splitterbrötchen (DCCCIV)

Hätte Sartre Social Media noch kennengelernt, hätte er mit Sicherheit differenziert und „Die Hölle, das ist die Friedenau-Online-Gruppe auf Facebook“ geschrieben.

Kultureller Wochenhöhepunkt Nr. 1 war das Streamen von Chazelles Weltraum-Oper „Aufbruch zum Mond“ mit Gosling als Neil Armstrong. Hab mich schwarz geärgert, dieses Bildergewitter nicht im Kino angesehen zu haben. Und war erstaunt, dass der Film Armstrongs Religiosität beinahe komplett ausgespart hat.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine perfekt gegrillte und filetierte Dorade im La Marianna.

In diesem – in Gänze lesenswerten –  Artikel liefert Cory Doctorow eine interessante Erklärung für den Erfolg der auch abstrusesten Verschwörungstheorien: „What if the trauma of living through real conspiracies all around us — conspiracies among wealthy people, their lobbyists, and lawmakers to bury inconvenient facts and evidence of wrongdoing (these conspiracies are commonly known as “corruption”) — is making people vulnerable to conspiracy theories?“

Alles will wohl überlegt sein, sogar der Kauf eines Nasenhaarschneiders.

Kultureller Wochenhöhepunkt Nr. 2 war das Nachholen von „Atomic Blonde“ im TV, einer herrlichen, sehr stylishen Agenten-Alberei. Und ein Berlin-Film!

Der Tweet der Woche stammt von Macaulay Culkin.

Kultureller Wochenhöhepunkt Nr. 3 war die Lektüre von Sam Wassons „The Big Goodbye„, eine Art „Making of“ von „Chinatown“. Ich kenne wenige Bücher, in denen der kreative Prozess als Gemeinschaftsleistung so gut beschrieben wird.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Polizei beim Auflösen von linken und rechten Demonstrationen ein wenig differenziert.

Splitterbrötchen (DCCCIII)

Das Ausschalten aktuell nicht benötigter Leuchtmittel ist auch ein schönes Hobby.

Wenn man merkt, dass Themen, über die man gerade nachdenkt, immer seltener im öffentlichen Diskurs auftauchen… wird man dann älter, schrullig oder beides?

Zur Vorbereitung auf das heutige Champions-League-Finale habe sich seit Donnerstag früh meinen Tee aus dem FCB-Becher1 getrunken. Ich habe also das meine getan, jetzt ist die Mannschaft gefordert!

Wenn zwei Parteipolitiker gegeneinander um ein Mandat kandidieren, dann ist das etwas vollkommen Normales. Der Zirkus, den Tagesspiegel und Co. da gerade veranstalten, ist so bizarr wie dämlich.

Kulinarisch war die Woche französisch geprägt, am Geburtstag der besten, geduldigsten Gemahlin von allen gab’s Steak Frites im Hugo, zwei Tage später erlebten wir den kulinarischen Wochenhöhepunkt im „Pastis“ in Friedenau, einen tollen Viergang, mit Krabbencocktail als Amuse Bouche, getrüffelter Artischockencreme…

,,,gebratenem Wolfsbarschfilet an Risotto, Perlhuhnbrust mit Pfifferlingen und Mangoldflan und einem Himbeer-Schoko-Nougat-Tartelett, perfekt gemachte, authentische Brasserieküche. Uns ging’s gut.

Ein Interview mit Laschet gesehen. Der Mann kommt rüber wie ein Hoteldirektor, der weiß, das sein Laden Scheiße ist, aber trotzdem versucht, Zimmer zu verkaufen.

Aus der ungeliebten Abteilung „Corona hat vielleicht auch gute Seiten“: Durch die von den Kontaktbeschränkungen verursachte Bewegungslosigkeit bin ich meine Achillessehnen-Beschwerden tatsächlich komplett losgeworden.

Eins meiner immer wieder gelesenen Lieblingsbücher, einer meiner Lieblingsfilme, jetzt evendöll eine neue Lieblingsserie? Auf alle Fälle scheint im Oktober das Disney-Plus-Abo fällig zu werden.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass irgendjemand jemals auf die Idee käme, mich als „Aktivisten“ zu bezeichnen: Das letzte, was du sehen wirst, wird das Mündungsfeuer meiner Pumpgun sein, Baby.

Leseempfehlung: New Yorks prekäre Zukunft nach Corona. Ich bin nicht ganz so pessimistisch. Die immensen Selbstheilungskräfte dieser großartigen Stadt werden immer wieder unterschätzt.

Apropos großartige Stadt, apropos französisch…

 

 

Splitterbrötchen (DCCCII)

Der Duden hat „Niethose“ gestrichen. Das versteh ich ja noch, das sagt ja niemand mehr. Aber „Hackenporsche“? Sagt wirklich niemand mehr „Hackenporsche“?

Rüdiger Rudolph erklärte auf Twitter faktenorientiert und präzise das Ferienende: „Ich möchte die Kultusministerien und den Senat für Bildung in Schutz nehmen. Für mich kam als Schüler das Ende der Sommerferien auch immer überraschend. #Schulstart #Schuloeffnung

Schockierende Erkenntnis beim umpfzichsten Anschauen von „Der Clou“1: Niemand benutzt mehr das schöne Wort „Schießeisen2„. Warum wird derzeit auf dieses treffliche(!) Wort verzichtet, ohne einen adäquaten Ersatz geschaffen zu haben?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein „Guilty Pleasure“, eine mit Weichkäse3 gefüllte Pleskavica im Dalmacija in der Feuerbachstr.Nach Foodie-Snob-Maßstäben vermutlich eine Katastrophe, aber der Kombination aus rohen Zwiebeln, zermanschten Pommes und heißem ausgetretenem Bouletten-Fett kann und will ich nicht widerstehen. Boah, war das lecker! Bald wieder!

Schöne Lese-und-Versteh-Herausforderung: „Dragonerareal“.

Wie nennt man eigentlich eine männliche Schreckschraube? Schreckschrauber?

Jedes Jahr nehme ich mir vor, weniger Wein zu kaufen. Das klappt erstaunlich gut, denn ich kaufe immer nur ganz wenig mehr Wein als im Vorjahr. Maximal ein bis zwei Kisten. Keinesfalls mehr als fünf. Höchstens sieben. Oder acht.

Eine genaue sporthistorische Untersuchung und Analyse der Wirkungsmacht des Assistenztrainers bei der WM 2014 ist überfällig.

Stimmungsaufheller gefällig?

Splitterbrötchen (DCCCI)

Der Lentsch ist ein perfider Mensch. Jetzt hat er mich auch noch zum Etikettentrinker gemacht.

Wer Lisa Eckhart Antisemitismus unterstellt, wird auch Helmut Qualtinger für einen Nazi halten.

Ich muss Fa. Google dankbar sein für diese Dokumentation des aktuellen geistigen Volksvermögens. Da Christian Drosten angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle die Bevölkerung zum Mitdenken aufgefordert hat, sind wir wohl verloren.

Kulinarischer und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war ein schöner Abend mit Freunden im Friedenauer „Miteinander„. Speise- und Weinkarte hätten zwar ruhig ein paar österreichische Positionen mehr vertragen, aber mein Hauptgericht (ZIegenkäseschnitzel mit Beilagenänderung) hat ausgezeichnet geschmeckt, der Blaufränkisch stand gut im Glas und der Service hatte soviel Humor, dass ich meinen Spaß hatte. Mehr braucht’s doch nicht, um mir einen schönen Abend zu bereiten.

Verblüffende Erkenntnis: Ich muss heilfroh sein, dass ich seit Jahren nicht mehr für Theater und Kabarett schreibe und dass meine alten Sachen nicht mehr gespielt werden. Ich käme vermutlich aus dem Shitstorm gar nicht mehr heraus.

 

Splitterbrötchen (DCCC)

Selbst für Insider ist der Ort, an dem die beste geduldigste Gemahlin von allen und ich in diesem Jahr unseren Urlaub verbrachten, praktisch nicht zu erraten.

Okay, einen kleinen Hinweis gebe ich: Have Speckbrot, will travel.

Wenig Erstaunen über die Corona-Demonstranten in Berlin. Dass Menschen Demonstrationen ausschließlich zur Selbstvergewisserung benutzen ist ja nun nichts neues. „Bürger, lass das glotzen sein, komm zu uns und reih dich ein!“ ist so was von  1970. Aber, wo wir bei 1970 sind: Damals hätte man eine erkleckliche Menge Drogen benötigt, um die Wirklichkeit dermaßen effektiv ausblenden zu können wie die Covidioten gestern.

Unverhoffte Inspiration für eine Grabstein-Inschrift.

Auf Twitter habe ich mich sehr über eine Idee von Judah Friedlander gefreut: „‚Wer wird Millionär‘ wäre eine bessere Show, wenn die Kandidaten ausschließlich Milliardäre wären.“

youtube-Spaß der Woche: Tracey Ullman parodiert Angela Merkel. Die Einstigesdroge:

Okay, etwas hat mich gestern bei der Corona-Demo doch ein wenig in Erstaunen versetzt: Wo waren eigentlich die Wasserwerfer? Bei Demonstrationen mit linken Inhalten stehen die bereits Stunden vor Anfang der Demo mit laufendem Motor an der Strecke und werden bei der geringsten Provokation sofort eingesetzt, Wo war eigentlich gestern das „schwere Gerät“? Hatte der zuständige Polizeiobermeister den Garagenschlüssel verlegt?

Diese Werbung für den trefflichen Heurigen „Fabian“ haben die Inhaber direkt an der Bushaltestelle in Podersdorf platziert, wo man auf den Bus Richtung Heimat warten muss. Sie spiegelte perfekt meine Gemütslage beim Verlassen des Lieblingsorts wieder. Ich wollte da nicht weg.

Und Jubiläen mit runden Zahlen gehen mir immer noch am Arsch vorbei.

Splitterbrötchen (DCCXCIX)

Die Zeit vermeldete diese Woche ein Allzeit-Auflagenhoch. Offenbar gibt es ein riesiges Publikum für rassismuskritische Frühbildung in Groß-Flottbek.

Gestern fiel mir auf, dass jetzt ja irgendwie Olympische Sommerspiele hätten sein sollen oder gewesen sein sollen worden sein oder wie. Hat die irgendjemand vermisst? Ich jedenfalls nicht. Kaum zu glauben, dass das mal ein Sportereignis war, das mich wochenlang vor dem TV festhielt.

Wieso glauben Menschen, die sich politisch links verorten, ihre Ziele mit Humorlosigkeit, Besserwisserei und übergriffigem Moralisieren durchsetzen zu können? Sollte man nicht doch mal wieder versuchen, die Menschen für etwas zu begeistern?

Am Freitagabend voller Entzücken auf arte das 1981er Simon and Garfunkel-Konzert im Central Park angeschaut. Ein Jahr später haben sie den gleichen Set in der Waldbühne gespielt, da haben die beste, geduldigste Gemahlin von allen und ich vor Ort zugehört. Es hat Strippen geregnet, aber davon haben wir nichts gemerkt, was vor allen Dingen an der außerirdischen Stimme von Art Garfunkel lag. Mit diesem Tenor konnte er Menschen auf den Mond schießen. Ganz erstaunlich, wo das Fachblatt  „Rolling Stone“ Garfunkel auf der Liste der „100 besten Sänger aller Zeiten“ platziert…

Das ist also Platz 86. Bob Dylan steht übrigens auf Platz 7. Ich sag dazu mal weiter nix.

Falls sich jemand wundert, warum die Mühlen der Justiz derzeit augenscheinlich viel zu langsam mahlen (Hildmann, NSU 2.0): Auch das ist der Preis, der für Wolfgang Schäubles schwarze Null zu zahlen ist. Wer Polizei und Justiz finanziell nicht so ausstattet, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können, spart Rechtsradikalismus herbei.

Das ZEIT-geschichtlich wirklich Erstaunliche ist ja nicht, dass die ZEIT mit den durchgeknallten Sicherungen einer Kita-Leiterin Kasse macht, sondern dass man einen Journalisten beschäftigt, der den Lesern diesen ganzen Schmonzes ohne eine einzige kritische Nachfrage serviert.