Splitterbrötchen (DCCXCVII)

Wer versucht, die Fehler aus der Geschichte zu tilgen, wird nicht aus ihnen lernen können.

Man darf eine U-Bahnstation (und eine Straße) nicht nach dem russischen Komponisten Glinka nennen, weil der ein Antisemit war? Korrekt. Solch eine Benamung sollte wirklich nicht sein. Und jetzt reden wir mal über den Richard-Wagner-Platz.

Gesellschaftlicher und kulinarischer Wochenhöhepunkt fielen zusammen: Die Skatrunde spielte zum ersten Mal seit Februar(!) wieder in Bestbesetzung. In der Spielpause stärkte ich mich im Hugo mit ausgezeichnetem Chili-Huhn, Salat und Knoblauchbrot.

Der Bau einer perfekten Welt muss zwingend am fortlaufenden Aktualisierungsbedarf des Bauplans scheitern.

Da hat sich Robert Habeck aber mal ein schönes Pferdefoto gegönnt! Vielleicht hätte ihm jemand sagen sollen, dass die Fans von „…reitet für Deutschland“ nicht mehr wählen können und die von „Bibi und Tina“ noch nicht wählen dürfen.

Splitterbrötchen (DCCXCVI)

Manchmal muss man einfach seine verdammte Pflicht und Schludrigkeit tun.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: ein wunderbares, wie immer perfekt gegrilltes Hüftsteak im Hugo an der Bundesallee, einem Wohlfühl-Restaurant der Sternenkreuzer-Klasse. Was hab ich den Laden während der Kontakteinschränkungen1 vermisst!

Runner-Up aus der häuslichen Klöppelei: Ein Orangen-Olivenöl, dass es bei Ullrich in der Schloßstraße zum Selberzapfen gibt. Ein kleiner Schwupp davon auf eine Kugel Eis… sagenhaft.

Twitterspaß 1
Jannis Schakarian stellte die Aufgabe: Beschreibe deinen Lieblingsfilm so langweilig wie möglich.
„Kneipier trifft seine Ex wieder und spannt sie ihrem Neuen aus.“ war meine Antwort
Hat vielleicht wer Lust, in dem Kommentaren mitzuspielen?

Soso, John Wayne, der mit der „Let’s go home, Debbie“-Szene in „The Searchers“ anti-rassistische Filmgeschichte geschrieben hat, ist jetzt also als Rassist anzusehen. Weil er anno 1971 in einem Playboy-Interview irgendwelchen Unfug erzählt hat. Wenn wir anfangen, das Ernst zu nehmen, was in den 60er, 70er Jahren im Playboy erzählt worden ist, dann können wir gleich einen Bulldozzer losschicken, um den Hollywood Walk of Fame zu planieren.

Dass etwas so unsinnig ist, das es gar nicht funktionieren kann, bedeutet noch lange nicht, dass man es nicht ausprobieren sollte.

Irritation bei der Siegerehrung des Pokalfinales: Warum müssen die Spieler den schweren Pokal selber stemmen? Warum gibt es keinen Trophy Assistant?

Wenn ihr, liebe Menschen beim Tagesspiegel, wirklich an einer Antwort auf die in eurer Headline „Warum nicht mal ein veganes Tattoo stechen lassen?“ gestellte Frage interessiert seid: Nein. Wirklich nicht. Aus vielerlei Gründen.

Hubertus Heil zieht mitten in der größten Rezession der Geschichte die Hartz4-Schrauben wieder an, Frau Högl wirbt mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht entschlossen um Jungwähler und der ehemalige Pop-Beauftragte covert Fury in the Slaughterhouse. Ist das jetzt irgendwas mit versteckter Kamera oder doch die SPD?

Herr Heil führt Hartz4-Sanktionen wieder ein, Frau Högl will die Wehrpflicht wieder einführen und Sigmar Gabriel sorgt für Fury in the Slaughterhouse. Ganz ofensichtlich läuft bei der SPD das „Projekt 4,9“.

Twitterspaß 2
Social Media, historisch. 

Ich fange an, Desinfektionsmittel am Geruch unterscheiden zu können. Im Tomasa Lichterfelde nehmen sie das gleiche wie im Superfit Steglitz.

Früher: Besuch kommt an, man steht aus dem Sessel auf, geht zur Tür, wickelt Händeschütteln, evtl. Begrüßungskuss und Beimmantelausziehenundaufhängenbehilflichsein nebst begleitendem Smalltalk ab, geht zurück zum Sessel und nimmt wieder Platz.
Jetzt: Besuch kommt an, man bleibt sitzen, grüßt winkend und wirkt dabei nicht unhöflich sondern verantwortungsvoll.
Ich will jetzt nicht sagen, dass Corona auch gute Seiten hat, aber…

Was vom kulinarischen Wochenhöhepunkt übrig blieb.

Splitterbrötchen (DCCXCV)

Wer dem Menschen das Recht, sich zu irren, abspricht, nimmt ihm jede Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. Wir lernen nur durch unsere Fehler.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein Drei-Gang, zu dem die beste, geduldigste Gemahlin von allen ins „Le Bon Mori“ eingeladen hatte. Wie man an meiner Speisenfolge (Fischsuppe, Boudin Noir, Orangen-Creme-Brulée) sehen kann, wird dort die klassische Bistro-Küche gepflegt. Man tut das sehr, sehr gut.

Runner-Up waren exzellente Matjes von der Ullrich-Fischtheke, dazu gab’s gebratenen Kohlrabi und Speckstippe.

Hey, ihr Virus-Weicheier und Korona-Quengler! Kurze Info von einem Mann, der seit frühester Kindheit mit diversen Atemwegserkrankungen zu kämpfen hatte und hat: Von einem Stückchen Stoff vor Mund und Nase bekommt man keine Atemnot.

Bei o.g. Franzosen gelang mir – zweifelsohne inspiriert von der Frankophilie des Ladens – der sprachübergreifende Wortwitz: „Un verre de l’eau?“ – „Kenn ick, da hat Napoleon verloren!“

Man verändert Menschen nicht, indem man ihnen ein schlechtes Gewissen macht.

Wirklich, Groupon? Ein Schreibtisch-Modell namens „Heini“? Kann ich davon ausgehen, dass es sich um einen Nachbau des Schreibtischs handelt, an dem Heini Kamke begann, als Volontär für den E.W. zu arbeiten?

Welt-Idee für ein Bollywood-Musical mit einem Hund in der Hauptrolle: „Come Home, Mango-Lassi!“

Ist der Gipfel der Idiotie erreicht, wenn jemand die Abstimmung über die Wiederholung(!) einer TV-Sendung manipuliert? Ich fürchte nicht. In Sachen Idiotie geht immer noch was.

Wer die Beteiligung an einem Diskurs einschränkt, geht immer das Risiko ein, wertvolle Beiträge zum Thema zu verhindern. Betroffene haben weder grundsätzlich recht noch automatisch die besten Ideen.

In den Räumen des „Le Bon Mori“ war übrigens früher mal eine Kreuzberger Bierstampe. In die bin ich vor fast vierzig Jahren gelegentlich in Anwaltstalar nebst Stehkragen und angeklebtem Bart gerannt, um einen Kollegen, der sich zwischen zwei Auftritten im Hebbel-Theater dort ein paar Bierchen gönnte, eilends zur Bühne zu eskortieren.

Überleben ist nicht unbedingt leben.

 

Splitterbrötchen (DCCXCIV)

Wir sind Karstadt.

Über die anlässlich einer missratenen Eierspeise geprägte Redewendung: „Infames Dotterngezücht!“ empfand ich einen gewissen Stolz.

Er kann nicht sagen, was er genau gemacht hat. Er kann nicht genau sagen, was er dafür bekommen hat. Er kann nicht genau sagen, wer Reisen und Speisen bezahlt hat. Doch Philipp ist ein ehrenwerter Mann!

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: die Wiedereröffnung der Taverna Pigasos, unseres Gegenüber-Griechen. Wir feierten traditionell mit Knoblauchbrot, Gyros, Souvlaki und Ouzo aufs Haus. Yamas, Tolli!

Die Corona-Warn-App hatte ich mir ein bisschen spektakulärer vorgestellt. Warum gibt’s keine coolen Sounds (Sirenen o.ä.) und Animationen (Blaulicht, aggressiv herumhopsendes Virus)? Da wäre mehr möglich gewesen.

Für die Zitty habe ich jahrelang geschrieben und ins Radio-Mikrofon gesprochen. Das liegt zwar schon ein Weilchen zurück, aber trotzdem. Seit ich erfahren habe, dass Schluss ist, habe ich einen Trauerkloß im Hals.

Die erschütternde Neuigkeit der Woche: Kant war Rassist! Was soll nun werden? Und was wird erst werden, wenn diejenigen, die Kant nun in die Mülltonne der Geistesgeschichte treten wollen, herausbekommen, dass sie selbst von Rassisten abstammen? Au weh, das wird bitter.

Sir Michael in a nutshell:

Splitterbrötchen (DCCXCIII)

„Vom Winde verweht“ wurde vorübergehend aus dem Streaming-Angebot von HBO gestrichen, das gleiche machte die BBC mit der „The Germans“-Folge („Don’t mention the war!“) von „Fawlty Towers“. Beide Kunstwerke sollen demnächst wieder zugänglich gemacht werden, allerdings mit „einordnender Kommentierung“ Vielleicht sollte man John Cleese mit den Einordnungen betrauen. Keiner macht es besser.

Masken bieten hervorragende Möglichkeiten, Menschen sinnfrei zu klassifizieren: „Sind Sie Linkshänger oder Rechtshänger?“

Die Website der Firma Augustus Intelligence, bei der Philip Amthor Aktienoptionen und einen Direktorposten inne hat, ist sehr instruktiv. Oder vielmehr nicht. Da stehen nur eine handvoll Job-Angebote und ein paar extrem allgemein gehaltene Besinnungsaufsätze zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Ein Startup, dass auf der eigenen Homepage noch nicht mal ansatzweise Geschäftsanbahnung betreibt, ist schon ein bisschen merkwürdig.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren sardische Gnocchi mit einer Sauce aus Avocado, Guanciale, Weißwein und Parmesan, ein herausragendes Pasta-Gericht, das uns liebe Freunde servierten. Da hab ich natürlich nicht fotografiert, dafür gibt’s den Runner-Up im Bild. Melanzani Parmigiana beim Lieblings-Italiener. Vorneweg ein Vitello tonnato, damit’s nicht zu vegetarisch wird, als Weinbegleitung ausgezeichneter Primitivo und ein nicht zu feiner Grappa als Rausschmeißer. So lässt sich’s leben.

Flatrates killen Wörter. Sehr bedroht sind aktuell „Ortsgespräch“ und „Ferngespräch“.

Fa. ebay sollte dringend mal die Suchfunktion überarbeiten. Wenn man „wertvolle Antiquitäten billig Schnäppchen“ eingibt, kommt alles mögliche, nicht aber preiswerte Antiquitäten, die man gewinnbringend weiterverkaufen kann.

Aus dem Checkpoint vom Tagesspiegel: „In der Schlange an einer Supermarkt-Fleischtheke in Bochum soll ein 48-Jähriger einem 53-Jährigen mit zwei Kilo Rinderfilet ins Gesicht geschlagen haben. Anlass für die Attacke war laut Polizei ein angeblich zu geringer Mindestabstand gewesen.“
Sind die doof in Bochum? Man nimmt doch nicht das Filet vom Rind, sondern die Kotelette-Reihe vom Schwein. Die ist deutlich preiswerter und schmerzhafter.

Splitterbrötchen (DCCXCII)

Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Werbung. Jeder muss Geld verdienen. Aber „Ohrenschmalz einfach entfernen“ mit aussagekräftigem Foto musste nun wirklich nicht sein.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war überraschend gutes Essen im Yorckschlösschen. Ich hatte gebackenen Schafskäse mit Tomatensalat, so eine gute, sämige Vinaigrette ist hierzustadts die Ausnahme, nicht die Regel. Wegen des ausgezeichneten, perfekt gebratenen Hüftsteaks, das die beste, geduldigste Gemahlin von allen sich einverleibte, werden wir bald wiederkommen. Das will dann ich verspeisen.

Dass nur Tele 5 zum 75. Geburtstag von RWF Filme von ihm ins Programm genommen hat, ist schon ziemlich arm. Ich hätte zum Beispiel gern seine Serie „Acht Stunden sind kein Tag“ mal wiedergesehen.

Nike Wagner sagte in einem Interview: „Die Heimat sitzt tief. Und wenn es nur die Bratwürste sind.“ Frau Wagner hat Recht.

Zum ersten mal einen Sascha-Lobo-Podcast angehört. Abgesehen vom Inhalt hat der Mann Betonungen drauf wie ein Lehrer aus der Feuerzangenbowle…

Das Drecks-Virus beginnt, zur Normalität zu werden. Man arrangiert sich.

Splitterbrötchen (DCCXCI)

Hieß Warburg eigentlich früher mal Istburg? #tempuswitz

Ist ein Machtvakuum wirklich etwas Schlimmes? Oder doch eine Chance, mal kurz darüber nachzudenken, wie man die Leere füllen könnte, personell und inhaltlich?

Pestarzt hat offensichtlich einen ähnlich strukturierten Gaumen wie ich. Das freut mich sehr.

Über Eschwege ist nur der Himmel.

An dieser dussligen Expertendebatte über Experten ist Micky Maus schuld. Viele leidenschaftlich diskutierende Mitbürger haben ihren Wissenschaftsbegriff nämlich aus diesen Heften bezogen. Dort wird, wenn ein neues, unbekanntes Phänomen auftaucht, auch ein Wissenschaftler wie Daniel Düsentrieb zu Rate gezogen, der das neue Phänomen sofort perfekt erklärt. Wissenschaftler, die erst aufwendig an einer neuen Materie herumforschen, Experimente machen, Studien diskutieren und das ganze Pipapo machen müssen, wirken im Vergleich  natürlich wie ahnungslose Trottel, die noch nicht mal dem Helferlein von Düsentrieb das Wasser reichen können. Kleiner Denkanstoß für Julian „Dem Chefredaktör ist nichts zu schwör“ Reichelt: Neue Phänomene, die jemand sofort erklären kann, können nicht neu sein.

Große Sorge, dass meine Heimatstadt sich vorschnell der emanzipatorischen Moderne öffnet.

Auch durch Wiederholung bekommt die unsinnige Behauptung, man könne durch digitale Angebote neue Zielgruppen erschließen, keinerlei Sinn. Wenn jemand keine Renaissance-Musik mag, wird er sie auch nicht anhören wollen, wenn er sie downloaden kann. Der Freund anspruchsvoller Literatur wird an Jerry Cotton auch im E-Book-Format keinen Gefallen finden.  Wer meint, ich hätte jetzt noch einen dritten Vergleich anfügen müssen, um die Argumentation abzurunden, hat natürlich recht. Mir ist aber keiner eingefallen.

An dieser Stelle unterbreche ich die heutige Ausgabe der Splitterbrötchen für eine persönliche Nachricht an einen anderen Blogger, der keine Mails mehr empfangen will und kann, in seinen Blogbeiträgen (Kommentare natürlich abgeschaltet) trotzdem direkte Fragen stellt und diesen Widerspruch problemlos aushält: „Scharf anbraten bedeutet nicht immer scharf anbraten. Volle Pulle anbraten und dann Temperatur runterdrehen muss man eigentlich nur bei Steakzeugs, das man nicht durchbraten will. Das eigentliche Scharf-Anbrat-Ergebnis, die lecker Knusperkruste, erreicht man ebenso durch längeres Anbraten (zehn Minuten plus) bei etwas mehr als mittlerer Hitze und gelegentlichem Wenden. Wenn man vorher noch die Haut der Rübenwurst an ein paar Stellen ein bisschen angepiekst hat, so dass das Fett austreten kann, bleibt sie auch in der Pfanne heil. Aber Backofen (am Besten Grillfunktion) geht natürlich auch.“ Ende der persönlichen Durchsage.

Wenn kaltes Bier das Herz erwärmt…

Splitterbrötchen (DCCXC)

Sich über ein Stückchen Stoff aufzuregen, das man aus Rücksichtnahme beim Einkaufen und im ÖPNV vor Mund und Nase trägt, ist übelste Ressourcenverschwendung.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein Essen bei Stelzeneder, zu dem die beste, geduldigste Gemahlin von allen die liebe Facebook-Freundin Thea und mich eingeladen hatte. Letztlich ist Stelzeneder ein vollkommen unspektakuläres Wirtshaus, aber die Freundlichkeit der Bedienung und der perfekte Umgang der Küche mit angenehmen Deftigkeiten wie meinem Schafskäse-Omelette machen es zu einer kleinen gastronomischen Sensation.

Rassistische Werbung bei VW? In der Tat kann man den Clip als rassistisch verstehen, aber Werbung? Wie soll mich derart wirrer Scheißdreck dazu bringen, ein Auto zu kaufen?

Sollten wir nicht gelegentlich über die unkontrollierte Macht der Versicherungsgesellschaften reden?

Vermutlich der wildromantischste Ort Berlins: der Biergarten auf der Marienhöhe. Nicht zuletzt, weil man der wilden Romantik mit Urquell vom Fass auf die Sprünge helfen kann. Ja, Urquell, nach wie vor eins meiner Lieblingsbiere. Geht mir mit dem bitteren Craft-Zeugs weg, ich hatte noch keins im Glas, das mir wirklich geschmeckt hätte.

Warum steh ich eigentlich nicht in der Zeitung, wenn ich grausamen Unfug von mir gebe? Weil ich Fleisch esse und damit koche? Werde ich diskriminiert?

Wenn man Meinungsäußerungen, die nur auf Selbstdarstellung und Rechthaberei abzielen und keine Hilfestellung bei der Krisenbewältigung anbieten, einfach ignoriert, lebt man entspannter und hat wieder ausreichend Zeit für wertvolle Lektüre.

 

 

Splitterbrötchen (DCCXXXIX)

Wie kann man es nicht spannend finden, Wissenschaftlern beim Lernen zuschauen zu dürfen?

Fußball ohne am Spielfeldrand schimpfende Menschen ist wertlos.

Der Freitag war ein Feiertag: das Hochfahren der Gastronomie begann und bescherte mir zwei kulinarische Höhepunkte. Zuerst Bier vom Fass im Amarcord

…nach einem flinken Lokalwechsel dann wunderbares Filetto Gorgonzola beim Lieblingsitaliener

…und beides gezapft, zubereitet und serviert mit der liebevollen Zugewandheit geschätzter Gastronomen, die ich in den vergangenen zwei Monaten wirklich schmerzlich vermisst habe. Das war nicht nur Labsal für den Gaumen, das war Futter für die Seele. Es kann so weitergehen.

Hier soll vermutlich eine Pop-Up-Konzerthalle für die Toten Hosen entstehen.

Wann, wenn nicht jetzt wäre endlich die Stunde der Theaterwissenschaft gekommen? Jetzt, mitten in der Corona-Krise, könnten die Theaterwissenschaftler doch erklären, warum Theater via youtube oder Podcast oder Zoom nicht funktioniert. Warum Fußball ohne Publikum ein emotionsfreies Rumgerenne auf dem Rasen ist. Was dieses Spannungsfeld ausmacht, das entsteht, wenn Akteure und Menschen, die ihnen zuschauen, gemeinsam Zeit gestalten und sich gegenseitig auf eine ansonsten nicht erreichbare Wahrnehmungsebene bringen. Darum geht’s doch bei der Theaterwissenschaft. Wo bleiben die Wortmeldungen? Eigentlich müssten sie jetzt doch Wichtiges zu sagen haben, die Theaterwissenschaftler. Und nicht den anderen Scharlatanen kampflos das Feld überlassen.

Wer nur sich selbst als Maßstab kennt, ist natürlich häufig überfordert.

 

 

Splitterbrötchen (DCCXXXVIII)

Irgendeinem Medizingeschwurbel entnommen, dass jedes Glas Bier oder Wein angeblich das Leben um 6 Minuten verkürzt. Bin also – über den Daumen gepeilt – irgendwann vor 1930 gestorben.

Eine Verschwörung, die von geistigen Kanalratten wie Soost oder Hildmann aufgedeckt werden kann? Ernsthaft?

Die Wortkreation der Woche ist natürlich „infektionsschutzfeindlich“.

Auf Twitter brachte mich Ringo Trutschke mit dieser 1350 geführten Lockerungsdiskussion zum Lachen: „Die Pest ist auch nicht schlimmer als Fleckfieber“ „Warum dürfen Steinmetze öffnen, Hufschmiede aber nicht?“ „Hexenverbrennungen können ja ohne Zuschauer stattfinden“ „Trinkstuben sind systemrelevant“ „Viele Erkrankte über 30 wären eh bald gestorben“

Wein und Etikett brachten Podersdorfer Sonne in den Corona-Alltag.

Der Drang des Menschen zur Freiheit ist größer als der zur Vernunft. Die Entscheidung, ob das gut oder schlecht ist, überfordert mich.

Herausgefunden, warum Neil Dudgeon als Barnaby niemals an John Nettles heranreichen wird: Er vergisst immer wieder, „von der CID Causton“ zu sagen. Geht gar nicht!

Immer wieder erstaunlich, wie viel Aufmerksamkeit man mit offensiv vorgetragener Idiotie generieren kann. Beinahe könnte man glauben, die Medien hätten auf dieser Basis ein Geschäftsmodell entwickelt.

Am 15.5. beginnt man, die Berliner Gastronomie wieder hochzufahren. Wir haben für 18 Uhr beim Lieblingsitaliener reserviert. Ich zähle die Stunden.