Splitterbrötchen (CMXV)

Wenn etwas außerhalb von Twitter kein Skandal ist, dann ist es kein Skandal.

Wenn man von jemandem als „außergewöhnlich kreativ“ bezeichnet wird, ist Vorsicht angebracht. Meistens ist „außergewöhnlich kreativ“ nur eine Umschreibung für „Ich versteh überhaupt nicht, was der Typ macht und find das auch ziemlich doof, aber ich will mal lieber höflich sein.“

Perlen der Dialogkunst: „‚Romeo und Julia‘ ist keine Romanze. Das sind nur zwei dumme Kinder, die am Ende draufgehen.“ (Godfather of Harlem1)

Die Schändlichkeit perfekt analysiert:

Wobei ich selber über mein Desinteresse an diesem Turnier vehement staune.

Was nicht jeder weiß: Man ist nicht auf der Welt, um recht zu haben.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine mit Schafskäse gefüllte Pljeskavica mit delikat-deftigen Bohnen im „Kadena„, das uns in beängstigender Geschwindigkeit ans Herz wächst.

Perlen der Dialogkunst: „Sie wissen ja: Das Rad dreht sich noch, aber der Hamster ist tot.“ (Best Exotic Marigold Hotel)

Zum ersten Mal seit Monaten wieder ein Escape Game gespielt, ein grandioser Spaß, den wir uns hoffentlich in naher Zukunft öfter gönnen werden. „Das Geisterschiff“ kann ich sehr empfehlen: clever und fair konstruierte Rätsel, sehr atmosphärische Kulisse.

Beinahe wurde das Escape Game noch von einer Trouvaille der Berliner Café-Kultur getoppt, als wir anschließend in „Ralf’s Tortenatelier“ entspannten: Klassische Konditorei, die eher in die Richtung von „Mutterns Kuchen“ geht, keine Designer-Törtchen sondern bodenständiger Birnenkuchen, sehr guter Espresso und – vor allen Dingen – ein gesprächs- und blödelbereiter Inhaber, das machte fast so viel Spaß wie das Escape-Game. Schade, dass die Verkehrsanbindung zwischen Friedenau und Schnöselauer Berg suboptimale 60 Minuten Fahrzeit vorsieht, sonst würde ich mich dort täglich einfinden. Trotz des Apostrophs.

Den Gipfel der Schmerzfreiheit erreichte ich, als ich diese Woche auf Facebook dem Drehbuchautor von „Das Wunder von Bern“ den emotionalen Gehalt von Fußballweltmeisterschaften erklärte.

Letztlich sind Infantino und diese Scheichs doch arme Würstchen. Ich meine, hätte Al Capone wegen ein paar bunter Armbinden so einen Aufriss gemacht?

Splitterbrötchen (CMXIV)

Vorsicht! XXL-Ausgabe!

Immer öfter höre ich die Smalltalk-Frage „Arbeiten Sie eigentlich noch?“ Ich mag diese Frage ü-ber-haupt nicht  und lasse bei der Antwort meiner angeborenen Pampigkeit freien Lauf.

Was genau wird am 30.11.2023 exakt um 21:16 mit dem Sauerkraut in diesem Beutel passieren? Ich kann es kaum abwarten!

Der kulinarische Wochenhöhepunkt war der in den letzten Splitterbrötchen erwähnte, aus den Einkäufen in der Weidelandfarm zusammengeklöppelte Gulasch. Zwischen dem Geschmack dieses Rindfleischs und dem, was unter „Gulasch“ in der Supermarkttheke rumdümpelt, liegen Welten.

Ich verstehe nichts von Kunst, aber ich weiß, was mir gefällt. Jugendstil.

Ist es ein Maulwurf? Ist es eine Blindschleiche? Nein, es ist Fielman!

Im Münster-Tatort war plötzlich Psycho-Tanja aus dem „Letzten Bullen“ zu sehen. Das ist vermutlich diese kulturelle Aneignung, von der jetzt alle reden.

Aus der Abteilung „Lebenslanges Lernen“: „Quafftide“ ist ein englisches Wort aus dem 16. Jahrhundert. Es bedeutet „Zeit für einen Drink!“ Gutes Wort.

Die SPD versucht es jetzt mit schonungsloser Ehrlichkeit:

Menschen, die nicht rechnen können, prügeln auf einen Taschenrechner ein wie auf einen Feind.

Der Mann der Woche:

Perlen der Dialogkunst: „Seine Hoheit haben ihre Feder nie gezügelt.“ Der Privatsekretär der Queen über Edward VII. als Tagebuchschreiber („The Crown“)

Ich habe nie verstanden, warum es in der Berliner Spielbank nicht wenigstens einen Boulette-Tisch gibt.

Ist es nicht ganz bemerkenswert, in welch tiefer Talkshow-Versenkung der Deutsche Ethik-Rat wieder verschwunden ist? Erinnert mich mittlerweile stark an diesen Gutenberg-Editor hier in WordPress: Jeder kennt ihn, keiner will mehr was mit ihm zu tun haben.

Jede Staffel von „The Crown“ hat mindestens eine Folge, die mich total vom Hocker haut. In Staffel 5 ist das Folge 6, „Ipantjew House“.

Splitterbrötchen (CMXIII)

Ich dachte, ich hätte schon alles gesehen, aber dann kam ein künstlicher Weihnachtsbaum mit „True Needle“-Technologie.

Seit zwei Wochen habe ich in verschiedenen Berliner Tageszeitungen verschiedene Artikel über die „Gänse-Krise“ in der Gastronomie gelesen. Die Viecher sind dieses Jahr zu teuer, müssen von der Karte genommen werden, weil die Kunden die teuren Gänse nicht mehr bezahlen können und wollen. Schlimm. Ganz schlimm. Am Freitag wollten die geduldigste, beste Gemahlin von allen und ich in Friedrichshagen vor der Videonnale noch was essen – und schafften eine Tischreservierung erst im dritten Lokal: „Tut uns leid, wir sind bis auf den letzten Platz besetzt, heute ist bei uns Martins-Gans-Essen.“ Die früher mal als „Qualitätsmedien“ bezeichneten Zeitungen dürfen sich über die stetig sinkende Akzeptanz nicht beschweren: Wenn man die Lebensrealität der Leser nicht mehr abbildet, hat man eben weniger Leser.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren fluffige und gleichzeitig knusprige(!) Spinatknödel auf Karotten-Wirsing-Rahm im Landgasthof Rieben, einem sehr empfehlenswerten Ausflugslokal: freundliche, heitere Atmosphäre, kleine (!) Karte, ausgezeichnete bürgerliche Küche und sehr gute (für Brandenburg geradezu  sensationelle) Weinauswahl.

Maximal rücksichtslose Schlagfertigkeit bewies ich diese Woche, als ich die auf Twitter gestellte Frage nach dem besten Song von „The Police“ mit „Lalü-Lala!“ beantwortete.

Falls sich jetzt irgendjemand vollkommen zurecht fragt, wie es uns nach Rieben verschlagen konnte: die „Weidelandfarm“ bzw. deren Hofladen hatte uns angelockt. Die ausgezeichnete, in Gläsern eingeweckte „Bullion“ hat bereits unsere samstagabendliche Bohnensuppe bereichert, der frische „Edelgulasch vom Rind“ könnte heute für den nächsten kulinarischen Wochenhöhepunkt sorgen, im Tiefkühler warten Short-Ribs und dann war da noch ein Glas mit Herz-Ragout… Ich hätte nie für möglich gehalten, dass Rieben soviel aufregendes bereithält.

Samstagabend-Unterhaltung war die FIFA-Doku auf Netflix. Ich kannte das meiste ja schon, aber mal konzentriert dargeboten zu bekommen, was Slippery Sepp und seine Korrumpels so alles durchgezogen haben, erstaunt dann doch wieder. Starke Empfehlung also, trotz kleiner faktischer Unschärfen: Die Mitglieder des Exekutiv-Komitees haben ihre Stimmen meistens nicht verkauft, sondern versteigert.

Ich mag beim derzeit wechselseitig abgenickten Elon-Musk-Bashing nicht mitmachen. Der Mann ist Unternehmer, und man kann ihm nicht vorwerfen, dass er wie einer denkt, nämlich so:

Musk hat mit Twitter eine Firma übernommen, die seit Jahren massive Verluste einfährt. Deshalb verändert er Dinge und nimmt dabei in Kauf, Fehler zu machen. Befremdlich sind nicht Musks – zugegeben möglicherweise verzweifelte – Veränderungsversuche, befremdlich sind User, die darauf bestehen, dass bei einem Verluste schreibenden Gratis-Dienst alles so bleiben soll, wie es ist.

Wenn jemand etwas über Freundschaft erfahren, bestens unterhalten und schwer erschüttert werden will, dann lese er „Mayflies“ von Andrew O’Hagan (skandalöserweise nicht auf deutsch erschienen).

Splitterbrötchen (CMXII)

Ich fürchte, bei sehr vielen „Aktivisten“ steht eher die Selbstdarstellung als das Erreichen ihrer Ziele im Vordergrund. „Was verboten ist, das macht uns gerade scharf“ gilt auch  und erst recht für autoritär vorgetragene Forderungen nach Weltverbesserung. Dass die vollkommen idiotische Debatte über Winnetou und Karl May zu einem stark steigenden Interesse an May und seinen Büchern führen würde, war wirklich abzusehen. Den Bamberger Karl-May-Verlag freut’s. Vielleicht greif ich ja auch mal wieder ins Regal…

Das sind übrigens die Bücher, die ich vor 60 Jahren gelesen habe. Meine liebe Schwester hat sie aufgehoben.

Der Mail-Betreff „Verpassen Sie nicht den Einstieg in die Vorweihnachtszeit“ ist von geradezu betörender Idiotie.

Das Foto vom kulinarischen Wochenhöhepunkt lasse ich mal weg, Blutwurst in einem stark abgedunkelten Restaurant zu fotografieren übersteigt meine knipserischen Fähigkeiten entschieden. Wie dem auch sei „Boudin Noir“ mit Kartoffelpüree und Äpfeln habe ich schon oft gegessen, aber noch nie so gut wie im „La Fontaine“ in Zehlendorf, in das die beste, geduldigste Gemahlin von allen eingeladen hatte. Das war verdammt nahe an der Perfektion, aromatische Blutwurst (NICHT vom Benser, sondern laut Service aus Frankreich importiert), herrlich buttriges Kartoffelpüree und süßsäuerlich in Rotwein geschmorte Äpfel… das war die Referenzversion eines Lieblingsessens, sensationell.

Ich liebe irische Extremsportarten.

Kultureller Wochenhöhepunkt war die Vorbereitung einer fürs kommende Frühjahr geplanten Reise…

Es ist vollkommen sinnlos, sich über Milliardäre aufzuregen, die ihre Spielzeuge kaputt machen. Die dürfen das.

Splitterbrötchen (CMXI)

Menschen, die „Ich mach hier nur meine Arbeit!“ sagen, tun meist haargenau das nicht.

Oftmals ist nicht Gruppendruck das Problem, sondern, dass man sich von Gruppen unter Druck setzen lässt, die einem eigentlich egal sein sollten.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt – neben diversen ungebrühten, groben Bratwürsten, war ein Panade-zerstörendes, höchst delikates Schmandschnitzel an exzellenten Bratkartoffeln im „Goldenen Engel“ mit korrespondierender Klosterbräu-Begleitung.

Man muss doch nicht aus allem eine Kampfsportart machen!

Splitterbrötchen (CMX)

„Auch in Wien schwindet das Publikum, dabei prunken die dortigen Bühnen mit hervorragenden Inszenierungen“, zitiert der Perlentaucher einen Bezahlschrankenartikel von Helmut Mauró in der SZ. Wenn das Publikum wegbleibt, können die Inszenierungen so hervorragend nicht sein. Das Publikum entscheidet, niemand sonst. Und das ist gut so.

Der Twitter-Spaß der Woche kam diesmal von Facebook:

Der Bundeskanzler zieht es vor, sein Verhalten in Sachen Cum-Ex und sein Betreiben des Verkaufs von Teilen des Hamburger Hafens nicht öffentlich zu erklären. Folglich überlässt er es einfachen Bürgern wie mir, sich selbst einen Reim auf sein Handeln zu machen. Was nicht wirklich schwer ist. Klar ist, dass er seinen Amtseid („Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“) nicht Ernst nimmt. Unklar ist, ob er korrupt bis auf die Knochen oder erpressbar ist. Andere Möglichkeiten sehe ich nicht.

Der kulinarische Wochenhöhepunkt waren selbstgeklöppelte Tagliatelle mit Seeteufel in Safran-Tomatensauce. Das Tellerfoto sah aber nicht so doll aus, deshalb zeig ich lieber die Pizza mit Scampi und extra Knoblauch von Daniele.

Einige Male habe ich jetzt wieder Kurse in Präsenz gegeben, was nach zweieinhalb Jahren Zoom, BigBlueButton etc. ein Riesenspaß war. Zumindest teilweise. Unverkennbar ist aber auch, dass die Lockdowns, der virtuelle Unterricht und die damit verbundenen Nebengeräusche bei vielen Teilnehmern massive soziale Schäden hervorgerufen haben. Ich bin mir sicher, dass wir mit den Folgen der Maßnahmen gegen das Virus länger zu tun haben werden als mit den Folgen des Virus selbst.

Zwei Menschengruppen, die augenscheinlich das Konzept „Pragmatisches Regierungshandeln“ nicht verstehen:
a) Dauerempörte Twitteruser
b) Einige Regierungsmitglieder

Sehr ärgerlich: Es gibt eine Serie mit Jeff Goldblum, „Raines“ aus 2007, die man hierzulande weder streamen noch auf DVD anschauen kann. Sehr, sehr ärgerlich.

Splitterbrötchen (CMIX)

Isch finde Riberys Karriörefinissement voreilisch. Er könnte doch bei ‚ertha noch einen  printemps renouvelable oder quelque chose comme ca örläbän! Vive le Fronck!

Was nicht jeder weiß: Das Anlügen von Narkoseärzten oder Strafverteidigern gereicht meist nicht zum eigenen Vorteil.

Einmal musste es ja geschehen, einmal musste der Berliner Salon „Fön-X“ den Titel „Friseur mit dem beknacktesten Kalauer im Namen überhaupt“ abgeben. Der aktuelle Spitzenreiter, der sich auch dank eines überflüssigen, kreuzdämlich gesetztem Deppenapostrophs an die Spitze gesetzt hat, ist in Bamberg ansässig: „Haar’Em“.

Erneut komme ich nicht umhin, Peter Glaser zu preisen:

Ich finde, die Abscheulichkeiten von Harvey Weinstein dürfen keinesfalls in Vergessenheit geraten. Vielleicht könnte man etwas Unangenehmes nach ihm benennen, zum Beispiel diesen ekligen, kristallinen Rückstand in Weingläsern?

Nun gut, ich würde Tomatensuppe aus der Dose auch nicht essen,. Aber warum sollte man sie über schöne Gemälde kippen? Wäre es nicht besser, sie über störende Personen wie Richard David Precht zu kippen?

Verzweifelte Jugendliche fordern einen Pringles-Preisdeckel.

Was soll das für ein Buch sein, „Emma Nudel Micron“?

Gekränkte Eitelkeit wird als Energiequelle sträflich unterschätzt.

Was auch nicht jeder weiß: Die in Word von den meisten Benutzern nur selten benützte Einrücktaste dient nicht dazu, Reservisten in die Kasernen zu beordern.

Ich würde gern eine Ausbildung zum zertifizierten Furzkissen-Sommelier machen. Hat jemand Infos?

Dinge, über die sich außerhalb von Twitter niemand aufregt, existieren nicht.

Vor zehn Tagen habe ich mich mit Covid-19 infiziert, gestern könnte ich mich nach mildem Verlauf freitesten. Endlich kann das lästige Händewaschen nach dem Toilettengang wieder entfallen.

 

 

 

 

Splitterbrötchen (CMVIII)

Vorsicht! XXL-Ausgabe upcoming!

Aus der Abteilung „offensives Altern“: Alternativen, an die man sich nicht erinnern kann, sind keine.

Binz ist einfach wunderschön. Auch im fahlen Herbst. Trotz der vielen Vorschriften.

Ich hab ja auch Lieblingsalben, die ich seit Jahrzehnten wieder und wieder höre, aber die Notwendigkeit, mir von denen eine Special Edition mit umpfzig verschiedenen Abmischungen zu kaufen, entgeht mir beinahe komplett.

Influencer, die in Norddeutschland versuchen, „Labs-cause“ zu bestellen, gibt es da belastbare Zahlen?

Der Norden trinkt anders.

Jan Fleischhauer ist mir diese Woche endgültig unheimlich geworden. Nach zwei zustimmungsfähigen Kolumnen hat er jetzt auch noch eine brauchbare Humordefinition rausgehauen: “Humor entsteht aus dem Gefühl der Unzulänglichkeit, sein Quellgebiet ist nicht das Gewisse,sondern der Abgrund des Absurden. Deshalb bleibt er auch allen Menschen, die zu hundert Prozent von ihrer Sache überzeugt sind, verschlossen.” (zitiert nach Marcel Peithmann)

Kulinarischer Wochenhöhepunkt aus Fremdproduktion: forsch gebratenes Hamburger Schnitzel aus „Omas Küche“ in Binz – eigentlich ein Event-Gastronomie-Alptraum, aber der Service war authentisch gut gelaunt und die Küche hat sehr, sehr gut gearbeitet: uns hat’s gefallen. Old School muss man mögen.

Absolut fahrlässige FeWo-Deko: „Also, bei Ihrem Kamin ist ja wohl der Abzug defekt. Als wir ihn angemacht haben, war in Nullkommanix die Bude verqualmt, und dann kam auch noch die Feuerwehr!“

Und da haben wir auch schon die nächste Pipeline-Sprengung, diesmal in Binz, im Brunnen an der Normaluhr. Nimmt dieser Irrsinn denn nie ein Ende? Und warum wird das von den sogenannten Qualitätsmedien verschwiegen?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt aus Eigenproduktion: Seelachsfilet mit Senfsauce und sensationellem ofengeröstetem Wirsing nach Petras Mann.

Die Duolingo-App anherrschen: „Sprechen Sie gefälligst deutsch! Sie sind in diesem Handy nur zu Gast!“

Wenn ein Geistlicher ein Verbrechen begeht und anschließend abhaut, ist das dann Pfarrerflucht? Entschuldigen Sie vielmals.

Beim Kiezschreiber das schöne Schimpfwort „Rhabarberschorlendepp“ gefunden. „Brötchen-über-dem-Ausguss-Aufschneider“ bleibt aber nach wie vor das Invektiv, das es zu toppen gilt.

Neuer, faszinierender und aufsehenerregender Beitrag in meiner vielbeachteten Foto-Serie „Die beste, geduldigste Gemahlin von allen fotografiert Dinge“. Diesmal: Dünengras, oder wie das heißt.

Wenn man „effektvolles Scheitern“ nicht grundsätzlich als wählbare Option in die Überlegungen miteinbezieht, macht man etwas falsch.

Der Twitter-Lacher der Woche:

Was nicht jeder weiß: Man kann die Genesung von einer Krankheit nicht beschleunigen, indem man seinen Gesundheitszustand in die sozialen Netzwerke postet.

Enttäuschend: Trotz kühler Witterung fuhr auf Rügen kein Skilift. Personalmangel?

Splitterbrötchen (CMVII)

Um einen Autor wirklich zu verstehen, ist es immer hilfreich, die Orte zu besuchen, an denen er lebt und inspiriert wird. Nachdem ich in dieser Woche vier Tage bei einem Bildungsträger in Prenzlauer Berg gearbeitet habe, kann ich die farbenfrohen Rants aus dem Maschinenraum noch besser verstehen und einordnen. Die diesem Bezirk innewohnende Maßstäbe setzende Schnöseligkeit macht etwas mit einem.

Intarsien war irgend so eine römische Provinz, da bin ich mir ganz sicher.

Was nicht jeder weiß: Wenn man einen gescheiten Rausch anstrebt, sollte man alkoholfreies Bier meiden. Auch das Patentrezept „Milch durch Schnaps ersetzen“ hat sich in dieser Hinsicht bewährt.

Die Qualitätsmedien machen`s einem wirklich nicht leicht. Seit Monaten weiß man, das Volksfeste steil ansteigende Corona-Inzidenzen zur Folge haben. Anfang Juli war in meiner nordhessischen Heimatstadt Johannisfest, eine Woche später hatte der Werra-Meißner-Kreis die höchste Inzidenz deutschlandweit. Warum vermeldet man jetzt die wegen dem Oktoberfest heraufschnellenden Zahlen immer noch als überraschende Neuigkeit?

Beim Rennen um den kulinarischen Wochenhöhepunkt setzte sich gegen härteste Konkurrenz – u.a. Bauernfrühstück im Tegernseer Tönnchen, erstes Backfischbrötchen an der Ostsee – ein Drei-Gang-Menü in der Strandhalle Binz durch…

… was wegen der einmaligen Atmosphäre dieses Orts nicht verwunderlich ist. Aber natürlich auch, weil man hier verlässlich genau so kocht, wie ich es liebe: ungekünstelt, einfach, trotzdem einfallsreich. Sonntagsessen eben. Diesmal gab’s…

… geräucherte Lachsstreifen mit Kartoffelmousse und Matjes-Sauce, Dorsch unter der Kartoffelkruste und ein crunchiges Schokotörtchen.

Hömma, Netflix, „Die Kaiserin“? Ernsthaft? Die junge Sissi in Wien? Wie soll das gehen, ohne Meinrad?

Wenn man im Urlaub ist, fühlt sich Schlangestehen beim Bäcker auf einmal richtig gut an.

Beim nächsten Köln-Besuch wird Prof. Creys Vorgehensweise ausprobiert:

Perlen der Dialogkunst: „Abgesehen von der Landung der Hindenburg bei Gewitter ist das wohl die beschissenste Idee, die man haben kann.“ („Die Verlegerin„)

Geheimdiplomatie muss geheim bleiben, das ist eine Binsenweisheit. Trotzdem würde es mich beruhigen zu wissen, dass sie derzeit stattfindet. Daran habe ich nämlich Zweifel, seit ich las, dass beim Begräbnis Gorbatschows nur der Stellvertreter des deutschen Botschafters vorbeigeschaut hat. Funktionierende Außenministerien nehmen solche Anlässe gerade in Krisenzeiten gerne wahr, um ein paar Hochkaräter vorbeizuschicken, die diskret die Lage sondieren und versuchen, hinter den Kulissen was in Bewegung zu bringen. Ist wohl nicht passiert. Find ich schade. Haltungsturnen allein ist keine Politik.

Splitterbrötchen (CMVI)

Mehrfach in den sozialen Netzwerken gesehen: Menschen, die allen Ernstes fragen, ob es okay ist, „jetzt schon“ die Heizung aufzudrehen. Liebe Leute, man macht die Heizung an, wenn einem kalt ist. Nicht, wenn irgendwelche Twitter-Kumpel das für richtig halten.

Macht Konservatismus süchtig? Ich muss Jan Fleischhauer schon wieder zustimmen. Das wird langsam zur bedenklichen Gewohnheit.

Hm, das ist wirklich eine knifflige Frage, liebe SpOn-Redakteure. Wäre „Ihre Kinder sind zu laut!“ vielleicht eine Möglichkeit?

Man trifft doch immer wieder auf Leute, die glauben, dass man automatisch den Inhalt eines Buchs kennt, wenn man es gekauft hat.

Den kulinarischen Wochenhöhepunkt teilen sich diesmal zwei Gerichte, beide nicht wirklich perfekt, aber doch von bestem Geschmack. Zum einen…

…selbstgeklöppelte Kabeljaufilets in Senfbutter auf dreimal aufgewärmtem Wirsingkohl, eine Spezialität für Kenner, zum anderen …

… Bratkartoffeln mit Pfifferlingen in der Heimat der Skatrunde, dem Hoppegarten. Ziemlich lieblos angerichtet, aber sehr schmackhaft.

Was nicht jeder weiß: Man muss ein Word-Dokument nicht ausdrucken und einscannen, um ein PDF daraus zu machen. Man kann es auch einfach vom Bildschirm abfotografiren, und die JPG in eine PDF umwandeln. Das spart Papier.

Marcel Peithmann hat hundertprozentig recht. Das einzige Ziel im Leben, das ich noch habe, ist zu verhindern, dass mir dieser Satz entfleucht.

Peter Glasers erster Computer. Und meiner auch.

Menschen, die aus allem eine moralische Frage machen, haben meist mit Moral gar nichts am Hut.