Splitterbrötchen (CCXLIII)

Diese Woche markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Literatur-Rezeption. Das oft gehörte Statement, Lyrik sei out und kein Mensch würde mehr Gedichte lesen, ist endgültig als Ammenmärchen entlarvt worden.

Und das nächste Ammenmärchen: das eingestanzte „Edelstahl rostfrei“ in unserem vor ca. 15 Jahren bei einem Kaffeeröster erstandenen Spargeltopf. Der Induktionsherd mag ihn nicht erhitzen. Ist wohl doch kein Edelstahl.

Bei „Falsch-Etikettierung“ sind wir dann auch schon bei der gegenwärtigen Urheberrechtsdebatte. Die ist gar keine, hier wird nicht über das Urheberrecht debattiert (was auch nicht notwendig ist, das bestehende Urheberrecht funktioniert auch in Internet-Zeiten ganz ausgezeichnet), sondern über das Verwertungsrecht bzw. die Geschäftsmodelle der Verwertungsindustrie. Und darüber muss man nicht debattieren. Was mit Leuten geschieht, die in Zeiten des Umbruchs am Status Quo festhalten wollen, zeigt die Geschichte (Ha! Super-elegant ausgeleiertes Gorbatschow-Zitat vermieden!).

Heute vor zehn Jahren hab ich die letzte Zigarette ausgemacht.

Für das Lern-Erlebnis der Woche danke ich Fa. amazon. Aus einer ihrer Buch-Anpreisungen habe ich erst erfahren, dass es ihn gibt, diesen „heutigen hochkompetitiven Post-Crash-Bewerbermarkt“.

Und dann kommen wir zum Ausgangspunkt zurück und fragen: Ist das wirklich ein Gedicht, was Grass da geschrieben hat? Die Antwort finden wir im Zitat der Woche, für das wir Sibylle Lewitscharoff zu danken haben, die der FAZ sagte:  „Wenn der Grass-Text ein Gedicht sein soll, dann habe ich gerade nach Verzehr einer Forelle mit Hilfe von zwei, drei melodischen Fürzen eine neue Matthäus-Passion komponiert.“

Frohe Ostern!

 

5 thoughts on “Splitterbrötchen (CCXLIII)”

  1. du hast den topf positiv getestet und er geht dennoch nicht?
    mal sehen, was mich da noch erwartet, in bälde bin ich auch auf induktion. was mich schmerzt, daß ich meinen uralt alessi pasta topf nicht mehr gebrauchen kann (ging auch für spargel), die deutschen nudeltöpfe sind grottenhässlich.
    klasse was frau lewitscharoff da eingefallen ist.
    kann man nur auf die schippe nehmen, das mit dem ollen dödel.

  2. Nee, auf dem Topf stand „Edelstahl rostfrei“, und ich dachte, dass er dann automatisch induktionsgeeignet ist. Und als ich ihn dann zum ersten Mal auf dem I-Herd benutzen wollte, ging er nicht.
    Aus einem Kommentar bei Google-Plus hab ich aber mittlerweile erfahren, dass Edelstahl nicht unbedingt induktionsgeeignet sein muss. Da muss im Topfboden zusätzlich ein ferromagnetischer Kern aus anderem Material sein, damit er funktioniert. Naja, jetzt haben wir einen neuen Spargeltopf.

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