Splitterbrötchen (CCXXXI)

Falls es noch jemand nicht mitbekommen hat: Auf der Facebook-Seite des Schlosspark-Theaters tobt ein Shitstorm. Dieter Hallervorden (!) und seinem  Theater wird Rassismus vorgeworfen, weil dort ein weißer Schauspieler mit dunkler Schminke im Gesicht einen Schwarzen spielt. Um mir Klarheit über die Positionen zu verschaffen, postete ich einen Link zu einem Video dorthin, indem Laurence Olivier als Othello1 zu sehen ist, und fragte die Empörten, ob das auch rassistisch sei. Warum war ich nur überrascht, als das umgehend bejaht wurde?

Übrigens ist Oliviers Buch „On Acting“ meines Erachtens immer noch das beste, wahrhaftigste Buch, was über den Theaterberuf geschrieben wurde. Schlägt z. B. den eitlen Quatsch von Stanislawski um Längen.

Vor Menschen, die die Freiheit der Kunst geringschätzen, sollte muss man Angst haben. Meist bleibt es nicht bei bloßen Ideen, die auf dem Altar der Befindlichkeit geopfert werden.

Empörungs-Weltmeister aber bleiben die ZEIT-Online-Lebensart-Diskutanten: Sieben Seiten Kommentarschlacht um ein Rezept für Makkaroni-Auflauf! Das kriegen nur Top-Profis hin.

  1. Franco Zeffirelli nannte Oliviers Othello „eine Anthologie von allem, was in den letzten dreihundert Jahren über Schauspielerei herausgefunden wurde“

Ein Gedanke zu „Splitterbrötchen (CCXXXI)

  1. Grotesk das Ganze.
    Rassistisch wäre einzig gewesen, wenn Dieter Hallervorden
    einen schwarzen Schauspieler „aus Gründen“ abgelehnt hätte.
    Aber nu hatte er einfach keinen gefunden und da drehen die ihm einen Strick draus? Wie dämlich.
    Ich finde auch doof, daß Negerküsse heute Schaumküsse heißen müssen.
    PC auf die Spitze getrieben, und Shitstorm trifft’s.

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