Splitterbrötchen (DCCCXXXVI)

Mit der Headline „Im Comic wäre er der Superschurke“1 – gelang SpOn ein Meilenstein des Politik-Journalismus. Infantiler und gleichzeitig belehrender geht es vermutlich nicht.

Früher oder später musste es passieren, diese Woche ist es passiert: Jemand hat mich als „netten Opa“ charakterisiert. Danke für nichts, Grünschnabel!

Nettes Gedankenspiel auf Twitter: Wie lange hätte man gelebt, wenn man im 15. Jahrhundert geboren worden wäre, also bevor es die moderne Medizin gab? Mich hätte vermutlich schon mit 15 der schwere Verlauf beim Pfeifferschen Drüsenfieber aus dem Spiel genommen.

Unfotografierter kulinarischer Wochenhöhepunkt war – natürlich – der erste weiße Spargel (ohne Firlefanz gedämpft, mit Butter) aus dem Umland, von unserem Lieblingsspargelstand neben dem Jugo in der Feuerbachstraße. Ich verstehe alle Menschen, die Spargel für ein überschätztes Gemüse halten. Nur Spargel, der am Tag  der Zubereitung gestochen wurde, ist geschmackliche Champions League.

Schulbusfahrer(!) erkranken und sterben an Corona, während die Konservativen eine Notbremse für die Schulen ab Inzidenz 200 festlegen, um sich in Ruhe ihren Machtkämpfen widmen zu können. Und die Sozialdemokratie? Wolfgang Thierse im Phönix-Interview: „Wir haben einen Teil der Arbeiterschaft schon verloren … Wenn wir Volkspartei bleiben wollen … müssen wir nicht nur auf die Minderheitsgruppen schauen … sondern soziale und ökonomische Fragen ins Zentrum stellen.“ Sagt jemand, der kräftig mitgeholfen hat, der „Arbeiterschaft“ Hartz IV aufs Auge zu drücken. Was Wählerverachtung angeht, unterscheiden sich CDU und SPD nur noch marginal.

Nach über 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit Kino und Film habe ich mich diese Woche durchgerungen, endlich mal eine Filmkunst-Zeitschrift zu abonnieren. Nachdem ich die letzten sechs Ausgaben durchgelesen habe, kann ich sagen: Ich bereue  meine Entscheidung für die „Sigi Götz Entertainment“ keine Sekunde lang. Hervorragendes Druckwerk!

  1. Markus Söder war gemeint.

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