Splitterbrötchen (DCXII)

Wer in die Politik geht, tut das aus zwei Gründen: Wille zur Macht und Showmanship. Überzeugungen sind optional.

Konservative Jung-Politiker aus Hessen machten diese Woche  Schlagzeilen, weil sie auf Berlin-Besuch bei einem feuchtfröhlichen Abend einen Wehrmachts-Oldie gesungen haben. Auswendig, wie man dem Video entnehmen kann, sie singen dieses Lied wohl öfter. Eine Jugend, die, wenn sie provozieren will, auf textlich und musikalisch limitiertes Liedgut ihrer Großväter zurückgreifen muss, tut mir leid.

Eine Schöneberger Kantinenwirtin über ihren stets gesprächsbereiten Lebenspartner: „Wenn der mal stirbt, dann muss ich dem noch mit dem Spaten auf die Schnute geben, dass da endlich Ruhe ist.“

„Es ist mir wurscht“ auf französisch: „Ça la mi!“

T-Shirt-Idee; „Unterschätze niemals einen alten Mann, der T-Shirts mit sinnfreien Slogans trägt.“

Wer dennoch wegen seiner Überzeugungen in die Politik geht, dem werden sie in den ersten zwei Jahren Parteiarbeit abgewöhnt. Wer danach noch auf ihnen beharrt, wird in den Journalismus entsorgt, wo wirksamere Instrumente der Überzeugungsentsorgung eingesetzt werden. Die wenigen Menschen, die jetzt noch auf ihren Idealen bestehen, verdammen sich selbst zu absoluter Wirkungslosigkeit, in dem sie zum Kabarett gehen.

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