Splitterbrötchen (DCCCI)

Der Lentsch ist ein perfider Mensch. Jetzt hat er mich auch noch zum Etikettentrinker gemacht.

Wer Lisa Eckhart Antisemitismus unterstellt, wird auch Helmut Qualtinger für einen Nazi halten.

Ich muss Fa. Google dankbar sein für diese Dokumentation des aktuellen geistigen Volksvermögens. Da Christian Drosten angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle die Bevölkerung zum Mitdenken aufgefordert hat, sind wir wohl verloren.

Kulinarischer und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war ein schöner Abend mit Freunden im Friedenauer „Miteinander„. Speise- und Weinkarte hätten zwar ruhig ein paar österreichische Positionen mehr vertragen, aber mein Hauptgericht (ZIegenkäseschnitzel mit Beilagenänderung) hat ausgezeichnet geschmeckt, der Blaufränkisch stand gut im Glas und der Service hatte soviel Humor, dass ich meinen Spaß hatte. Mehr braucht’s doch nicht, um mir einen schönen Abend zu bereiten.

Verblüffende Erkenntnis: Ich muss heilfroh sein, dass ich seit Jahren nicht mehr für Theater und Kabarett schreibe und dass meine alten Sachen nicht mehr gespielt werden. Ich käme vermutlich aus dem Shitstorm gar nicht mehr heraus.

 

2 Gedanken zu „Splitterbrötchen (DCCCI)

  1. Aber Qualtinger machte Satire. Die Eckhart macht bloß dümmliche Witze. Man beachte den Unterschied.
    (Auch über Qualtinger erhitzten sich seinerzeit die Gemüter. Hieß halt noch nicht Shitstorm damals.)

  2. Beide Kabarettisten, sowohl Qualtinger als auch Eckkhart, sind in andere Rollen geschlüpft, um Menschen im Publikum den Spiegel vorzuhalten. Genausowenig wie Qualtinger als „Herr Karl“ ein Nazi war, ist Lisa Eckhart jemand, der dümmliche Witze macht. Sie mokiert sich haargenau über die Menschen, die über diese Witze lachen. Diese Doppelbödigkeit ist m. E. in allen ihren Nummern gegenwärtig.

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