Splitterbrötchen (DCCCLXXXVII)

Seit ich einmal an einem „Kongress deutscher Theaterautoren“ teilgenommen und dabei vor beinahe allen anderen Kongressteilnehmern komplett den Respekt verloren habe, meide ich Berufsverbände und ihre Veranstaltungen wie der Teufel das Weihwasser. Deniz Yücel scheint jetzt eine ähnliche Entscheidung getroffen zu haben.

Große Freude, als nach einem Zoom-Update auf meinem etwas betagten Rechner plötzlich die virtuellen Hintergründe funktionierten.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war das wunderbare Knoblauch-Steak im Hugo.am Stadtpark WIlmersdorf, zu dem die liebe Nichte eingeladen hatte.

Aus der taz: „Das Theater Basel … führt bewusst weniger Inszenierungen pro Spielzeit auf. Damit werden nicht nur längere Probenprozesse ermöglicht, sondern auch die zur Selbstorganisation notwendigen Räume geschaffen, so Jörg Pohl, Mitglied des Basler Leitungsteams.“ Warum spart man die lästigen Aufführungen nicht gleich ganz ein? Dann könnte man sich endlich voll auf die Selbstorganisation konzentrieren und müsste keinerlei Rücksicht auf die sowieso ausbleibenden Zuschauer nehmen. Win-Win-Situation!

Die große Freude über die Zoom-Hintergründe wurde etwas getrübt: Ich musste feststellen, dass keiner meiner 12 Kursteilnehmer mit Rick Blaines Gin-Joint etwas anfangen konnte. Mein Lieblingsfilm ist endgültig museal geworden.

 

2 Gedanken zu „Splitterbrötchen (DCCCLXXXVII)

    • Ihre Jungs sind – aus meiner Sicht – lobenswerte Ausnahmen. Die meisten Menschen unter 30, die mir derzeit begegnen, können mit Filmen, die zwischen 1930 und 1960 entstanden sind, tatsächlich wenig bis nichts mehr anfangen. Was ja irgendwo auch okay ist, mir kamen als junger Mensch die UFA-Musicals, die meine Mutter vergöttert hatte, ja auch hoffnungslos verstaubt vor. Alles gut, also. Wobei „I came to Casablanca for the waters.“ – „But we’re in the desert!“ – „I was misinformed.“ für mich immer der größte Filmdialog aller Zeiten bleiben wird.

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