Hat denn niemand gesehen, was auf der UEFA (!)-Auswechseltafel stand, als Ancelotti gestern den infamen Matchwinner Pippo Inzaghi aus- und Gilardino einwechselte? 9 – 11. 9 -11! Nine – Eleven! Das kann kein Zufall gewesen sein! Hinter dem Sieg des AC Milan steckt eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes, und Al Qaida zieht wieder die Fäden. Quo vadis, Fußball?
[tags]Fußball, Verschwörungstheorie, Italien, Gehirnimplosion, Ungeheuer![/tags]
Archiv des Autors: Chris Kurbjuhn
Garagenwagen
Gerade habe ich bei Stefan Niggemeier gelesen, dass Stefan Aust sich jetzt auch als Autotester versucht: Fa. Audi hat ihm für ein paar Tage den neuen R8 zur Verfügung gestellt, und die WamS sowie die nichtkorrumpierbare Öffentlichkeit nehmen Anstoß, dass der Chef des SPIEGEL nicht nur gratis und franko mit dem ultrateuren Überholspur-Räumer aus Ingolstadt durch die Gegend gurken durfte, sondern auch noch die Automatikversion derselben zur Verfügung gestellt bekam, nach dem er bei seinem ersten Testwagen Kupplung und Getriebe ruiniert vermutlich eine Spur zu sportlich geschaltet hatte.
Aust selber findet nichts dabei, dass er „gelegentlich zu Testzwecken für ein paar Tage neue Automodelle verschiedener Hersteller zur Probe“ fährt, denn er hält es „richtig und notwendig, dass auch Chefredakteure sich mit Produkten der deutschen Industrie befassen.“ (Zitate aus der WamS) In anderen Blogs und Kolumnen wird hingegen glashart seine Unabhängigkeit in Frage gestellt.
Das hat mich ins Nachdenken gebracht. Ich selber verzichte seit Jahren freiwillig und gern auf ein Auto. Den Stress mit Stau und Parkplatzsuche im Berliner Großstadtverkehr muss ich mir nicht antun, und weite Strecken fahre ich viel lieber mit der Bahn. Statt stundenlang am Lenkrad zu drehen kann man ein wenig lesen, ein wenig arbeiten, sich gelegentlich die Beine vertreten oder zu einem völlig überteuerten Preis diese ulkigen Nürnberger Rostbratwürstchen aus der Folie kaufen. Bei den PS-Giganten meines erweiterten Bekanntenkreises stößt diese Vorliebe günstigstenfalls auf Unverständnis, meistens jedoch auf Unglauben („Dem habense wohl die Pappe jeklemmt!“).
Und da frage ich mich jetzt, was wäre, wenn ich Oberpropeller eines bekannten Nachrichtenmagazins wäre und plötzlich die Firma Audi bei mir anriefe und fragte: „Hömma Stefan, Chris, uns sind gerade die Testfahrer ausgegangen, wir brauchen dringend jemanden, der mit unserer neuen Mörderbrumme durch die Gegend rockt, kannst du nicht einspringen? Kost dich keinen Teuro! Beinzingeld kann, muss aber nicht.“ Was sollte ich antworten?
„Nee, danke, ich fahr wirklich lieber Bahn?“ Wenn schon meine Freunde mir nicht glauben, was wäre dann bei Audi los? „Der arrogante Schnösel von Aust Kurbjuhn will unseren R8 nicht testen. Wartet angeblich lieber stundenlang auf verspätete ICEs und schaltet sein Handy in der Ruhezone aus, dass ich nicht lache! Das vergessen wir nicht, auf mehrseitige Anzeigenstrecken kann der feine Herr jetzt eine ganze Weile warten!“
Also, eine ehrliche Absage könnte ich mir schon aus Gründen der Fürsorgepflicht für meine Belegschaft nicht leisten. Dann unter einem Vorwand ablehnen? Ja, unter welchem denn? Ledersitzallergie? Traumatische Erlebnisse auf dem Schulhof beim Autoquartett? Unfug! Oder die Ingolstädter ganz nassforsch abbügeln? „Ich bin zu schnell für Ihre Autos!“ Nein, nein, nein!
Am besten wäre es, ein solches Angebot stillschweigend anzunehmen, mit dem Wagen aber nicht zu fahren, sondern ihn einfach in die Garage zu stellen und nach ein paar Tagen wieder zurückzugeben. Das wäre in meinen Augen die sicherste und sauberste Lösung.
Und genau das hat Aust auch getan. Der WamS sagte er: „Ich bin allerdings nur wenig zum Fahren gekommen, deswegen stand der Wagen in der Tat die meiste Zeit in der Garage.“ Also bitte, wo ist da ein Problem?
[Tags]Aust, Spiegel, gehirnalbern, Korrumpeldeppen, Ungeheuer![/tags]
links for 2007-05-22
-
„Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.“ – Grandios!
Worscht with a View
Man kann gegen Nordhessen und seine nordhessischen Bewohner vieles sagen, was man will, aber zwei Dinge gibt es im Werratal, die wahrhaft unvergleichlich sind: die märchenhaft schöne Landschaft und die Ahle Worscht, eine luftgetrocknete Mettwurst von außergewöhnlicher Delikatesse. Letzte Woche entdeckte ich einen Ort, der beides – Landschaft und Wurst – nachgerade magisch miteinander vermählt: die Brettljause.
Die Brettljause liegt am Hohen Meißner, auf einer Terrasse vor der – zur Zeit in Renovierung befindlichen – Traditionsgaststätte Schwalbenthal.
Und die Brettljause ist eigentlich nur eine kleine Hütte mit einem kleinen Biergarten.

Doch wenn man sich auf einer der Bänke niedergelassen hat, und runter ins Werratal guckt …

… und der nette Herr aus der Hütte dann eine großzügige Portion Ahle Worscht aus Hausschlachtung (!) von absolut überirdischer Qualität vor einen hinstellt …
… dann ist man mit sich, mit der Welt und sogar mit den nordhessischen Klotzköppen derart im Reinen, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Ab sofort gehört die „Brettljausen“ (im Sommer nur Samstags und Sonntags geöffnet) zum Pflichtprogramm bei Heimatbesuchen.
Hermsdorf bei Nacht 21.05.07
Der Kinderclub Hermsdorf im Wendekreis der Dose des Dawg von irgendwas.
[tags]Hermsdorf, S-Bahn, Nacht[/tags]
links for 2007-05-21
-
Den werde ich vermissen…
Hört mal, ihr Fuzzies von Kabel Deutschland…
eben hat mich eine kreuzdämliche Trulla („Spreche ich mit Herrn Kurbjuhn, Christopher?“ – „Ja.“ – „Wunderbar, Herr Christopher!“) aus einem eurer Call-Center angerufen und folgenden bedeutungsvollen Dialog mit mir geführt:
„Sie zahlen doch 29,90 im Monat für Internet und Telefon. Und ich kann Ihnen ein Angebot machen, da zahlen Sie für Internet und Telefon und eine Telefonflatrate fürs Festnetz nur 19,90 Euro im Monat. Da sparen Sie 10 Euro im Monat! Was sagen Sie dazu?“ – „Das kenn ich aus ihrem Prospekt, das ist doch nur in den ersten 3 Monaten 10 Euro billiger, dann kostet’s 39,90 und ist zehn Euro teurer als mein derzeitiges Paket.“ – „Ja, aber bei meinem Angebot ist doch die Flatrate dabei. Ins ganze Festnetz der Deutschen Telekom!“ – „Und ich hab derzeit ein Paket mit 500 Freiminuten ins Festnetz für 2,99 im Monat, die hab ich aber noch nie abtelefoniert. Das ist immer noch billiger als ihre 39,90 Euro.“ – „Wieviel zahlen Sie denn jetzt im Monat?“ – „32 und ein paar zerquetschte. Für Telefon, Internet und 500 Freiminuten.“ – „Bei der Deutschen Telekom.“ – „Nein. Bei Ihnen. Ich bin seit einem Jahr Kunde BEI IHNEN!“ – „Sie wollen also nicht zehn Euro im Monat sparen?“
An dieser Stelle sah ich mich – meines Blutdrucks zuliebe – genötigt, dass Gespräch mit Eurer gehirnamputier mental stark herausgeforderten Mitarbeiterin abzubrechen.
Wenn ihr Möchtegern-Heuschrecken schon versuchen müßt, mich mit einer total plumpen Bauernfängerei dämlich über den Tisch zu ziehen, dann versucht es wenigstens mit einem Trick, der zumindest eine kleine geistige Herausforderung darstellt. Und mit einem Shyster, der einen IQ hat, der den einer Butterblume geringfügig übertrifft. Einen solchen Versuch wie eben betrachte ich als eine Beleidigung meiner Intelligenz.
Noch einmal und ich bin weg. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ihr das überhaupt versteht, ihr Butterblümchen.
[tags]Kabel Deutschland, Halsabschneider, Denk-Kräppel, Gehirnmissbrauch, Call-Center-Nutten, Marketingdeppen, Ungeheuer![/tags]
Wer jetzt ab wann?

Das wird jetzt leider nicht ganz klar, lieber Parkplatzordnungsdienst im beschaulichen Rotenburg an der Fulda. Einzig dem Sparkassenangestellten kann die Bedeutung eures Schildes Mumpe sein, der fährt einfach drauf und trollt sich egal wie spätestens um 18 Uhr, aber wir Normalsterblichen müssen uns fragen: Ist dies nicht doch ein öffentlicher Parkplatz, den nur die Sparkassenangestellten um 18 Uhr verlassen müssen?
[tags]Schilder, Parkplatz, Unfug[/tags]
Fernwirkung

Auf der Rückseite der Reeperbahn wird heute von einem Franken berichtet,, der durch seine Anwesenheit bzw. seine bloße Gedankenkraft das Verletzungspech von Fußballprofis steuern kann. Eine ähnliche Fernwirkung hatten ich und mein Fernseher auf die Karriere des späten Boris Becker.
1995 wurde ich auf das Phänomen aufmerksam. Ich verfolgte Beckers Halbfinale gegen Agassi, und als er zwei Sätze kläglich verdattelt hatte und auch im dritten chancenlos schien, drehte ich entnervt den Fernseher ab und ging mit der geduldigsten Gemahlin von allen essen. Gute zwei Stunden später kamen wir zurück, ich drehte den Fernseher wieder an und erfuhr fassungslos, dass der chancenlose Boris das Match doch noch gedreht und ich eins der klassischen Becker-Matches überhaupt verpasst hatte. Das sollte mir nicht nochmal passieren, schwor ich mir, als ich am nächsten Tag Beckers Finale gegen Sampras einschaltete. Tatsächlich gewann Becker den ersten Satz im Tie-Break, verlor dann die Sätze Zwo und Drei relativ schnell und glatt und sah im vierten Satz auch überhaupt nicht gut aus. Aber diesmal blieb ich vorm Fernseher kleben! Nochmal würde ich den „Come-Becker“ nicht verpassen. Ich überwand Zweifel und bohrende Hungergefühle und durfte erleben, wie Becker nach vollkommen chancenlosem Beginn… ebenso chancenlos den ganzen Satz, das Match und damit das Turnier vergeigte.
Nun ja, das wäre alles nicht der Rede wert, wenn sich das oben geschilderte nicht für den Rest von Beckers Karriere fortgesetzt hätte. Wann immer ich Becker zusah, verlor er seine Matches, meist sogar schmählich. Wenn ich nicht vor dem Fernseher saß, gewann er ausnahmslos, meistens in triumphalen, bildschönen Matches. Wenn ich ihn beobachte und er – natürlich – auf die Verliererstraße geriet, genügte es, wenn ich den Fernseher ausschaltete, um Boris Rückkehr ins Match und seinen relativ kommoden Sieg zu sichern.
Oft konnte ich Beckers Spiel sogar durch das bloße Verlassen des Fernsehzimmers beeinflussen. Während ich zusah, produzierte Boris unforced errors in Serie, haderte mit sich und der ganzen Welt. Entnervt ging ich ins Arbeitszimmer, um mal kurz die Emails zu checken. Nach fünf Minuten rief die geduldigste Gemahlin von allen: „Komm schnell, er hat sich gefangen!“ Ich eilte zurück ins Wohnzimmer, und Becker machte prompt einen Doppelfehler.
Tragischerweise versagte meine Fernwirkung ausgerechnet im letzten Match von Beckers Karriere, im Viertelfinale 99 gegen Patrick Rafter. Natürlich guckte ich nicht zu. Nicht nur dass, ich hatte sogar sämtliche Fernseher unseres Haushalts in Reparatur gebracht, obwohl sie gar nicht kaputt waren. Man sollte mir nicht nachsagen können, dass ich nicht alles versucht hätte. Aber es hat nicht gereicht, Becker ging – möglicherweise durch den Samenraub in der Wäschekammer zu sehr geschwächt – gegen den vormals sympathischen Rafter sang- und klanglos unter, wie ich später aus dem Radio (Ich hatte mich während des Matches selbstverständlich fernab von allen Kommunikationskanälen aufgehalten) erfahren musste.
Mein Einfluss auf Becker scheint übrigens bis auf den heutigen Tag fort zu bestehen. Wann immer er als Experte für Sonstwas vor eine Fernsehkamera tritt, redet er einen derart grandiosen Unfug zusammen, dass es einem die Socken auszieht und die Zehennägel aufrollt. Wenn ich zugucke. Wenn ich nicht geguckt hab, sagt man mir hinterher meist, dass Boris ganz sympathisch rübergekommen ist.
Foto von strickr
[tags]Sport, Tennis, Becker, Fernsehen, Todesstrahlen, PSI, Weltherrschaft[/tags]
Wowi 2.0
blog.plazes.com » Berlin´s mayor Klaus Wowereit is now plazing himself
We can’t keep it secret anymore: Yes, it’s true – Klaus Wowereit, the mayor of Berlin just became a Plazes-User.
Was für eine wundervolle Nachricht! Klaus Wowereit hat das Internetz entdeckt, und sich für den unglaublich praktischen, außergewöhnlich sinnhaften Dienst „Plazes“ entschieden. Wenn man sich Klaus Wowereits Profil auf Plazes anguckt, kann man sehen, wo unser Regierender sich gerade aufhält: zuhause in Wilmersdorf, im Büro, auf einem Empfang, bei einem Kochevent, im Büro, auf einer schicken Dienstreise, bei Udo Walz, im Büro, zum Tee bei Desirée Nick oder im Büro sonstwo…
Ich bin begeistert. Wowereit hat das Web 2.0 wahr- und angenommen. Oder, wie Horst Schroth es auszudrücken pflegt: „Wer überall und jederzeit erreichbar sein muss, gehört gewiss zum Personal.“
via Peter Turi
[tags]Wowereit, Berlin, Plazes, Modernitätskrampf, Nullcheckung, Ungeheuer![/tags]


