Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass es nachts in Hermsdorf furchtbar einsam sein kann?
Archiv des Autors: Chris Kurbjuhn
Sensation bei SPIEGEL Online: Glücksbringer für Dichter entdeckt!
Was, liebe Freunde von SPOn, soll das bitte sein, ein Dramulett? Ist das so’n Medaillon, das olle Shakespeare sich um den Hals gehängt hat, bevor er zum Gänsekiel gegriffen hat? Oder eher eine Hasenpfote, die ein SPOn-Autor befingert, weil er dringend Glück braucht, wenn er Fremdwörter verwendet?
[tags]Spiegel, Halbbildung, Ungeheuer![/tags]
Mitten ins Herz
Wie leicht es sein kann, sich mit einer knackigen Headline und einem – zugegebenermaßen äußerst kenntnisreichen – Artikel in mein Fußballerherz zu schreiben, demonstriert heute Achim Achilles mit souveräner Leichtigkeit.
SPIEGEL Online: S04 – die Uschis vom Revier
Nie war es leichter, Meister zu werden als in dieser Saison. Das hätte Preußen Münster ja sogar fertig gebracht, mit der alten Truppe, mit Tybussek, Eiteljörge und Lulka. Doch Chancen nutzen, das tut man nicht bei Blau und Weiß. Lieber flennen.
Tybussek, Eiteljörge und Lulka. Titanen, die auf Erden wandelten.
[tags]Fußball, Schalke, Preußen, Münster, Spiegel[/tags]
Extrawurst von der Post
Nicole fordert: Stoppt endlich den Schummel-Grand-Prix! – Bild.T-Online.de
Was für eine herbe Enttäuschung! 7,38 Millionen TV-Zuschauer schalteten am Samstagabend beim „Eurovision Song Contest“ ein – und waren empört über die unverdiente Punkte-Pleite von Roger Cicero (36).
Hunderte Briefe verärgerter Leser gingen bei BILD ein.
Super, Diekmann, dass die Leute die BILD als Plattform nutzen, um sich Luft zu machen. Nur – wie haben Sie die Post dazu bekommen, ihnen diese Waschkörbe voller Unmut am Sonntag zuzustellen? Oder wo haben Sie am Montag früh die ganzen Briefe her?
[tags]Bild, Eurovision, Zwangslügner, kreuzdämlich, Ungeheuer![/tags]
Betrug!
Eurovision Song Contest 2007: „Beste Band der Welt“ entpuppt sich als schlechter Verlierer – Kultur – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
Die Punktevergabe war das Thema am Tag danach: „Da muss sich etwas ändern, ich weiß nur noch nicht was“, kommentierte der deutsche Moderator des Grand Prix, Peter Urban. 19 der 21 abstimmenden Länder Osteuropas gaben einem ehemaligen sozialistischen Bruder die Höchstwertung.
Der serbische Siegertitel „Molitva“ (Gebet) von Marija Serifovic erhielt von allen ehemaligen jugoslawischen Republiken – Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Slowenien und Mazedonien – zwölf Punkte; allerdings stimmten auch viele westliche Länder für die Ballade.
Natürlich. Weil nicht nur der Osten, sondern – vermutlich versehentlich – auch der Westen für einen typischen Grand-Prix-Schmachtfetzen gestimmt hat, muss das Punktesystem überdacht werden. Geht ja nicht, dass jeder abstimmt, wie ihm das passt. Demokratie? Schtonk! Wir müssen sofort anfangen, über die zeitige Vermeidung solcher nachzudenken. Der BND muss sofort sämtliche mp3-Player östlich der Oder auslesen und auswerten dürfen. Bundestrojaner in alle serbischen Tonstudios! Jeder Osteuropäer, der eine Gitarre halten kann, wird 3 Monate vor dem nächsten Eurovision Song Contest in Präventionshaft genommen. Wolfgang Schäuble, übernehmen Sie!
[tags]Eurovision, Schäuble, Schlagerterrorismus, Demokratieabwehr, Ungeheuer![/tags]
Grand Prix
Anlässlich des heute stattfindenden Grand Prix Eurovison de la Chanson (hat hier irgendwer „European Song Contest“ gerufen?) möchte ich mit einem kleinen youtube-Video an einen meiner ewigen Grand Prix-Favoriten aus deutscher Fertigung erinnern: Die 1974er „Sommermelodie“, gewohnt geschmeidig von Jutta Gusenburger und Nobert Maria Berger Cindy und Bert vorgetragen.
Man weiß nicht, was man an dieser Jahrhundertnummer mehr bewundern soll: Die unglaublich originelle Melodie? Berts Hosen? Cindys Kleid Überwurf Umhang Tagesdecke Kleid? Oder den blitzsauber geschlechtlich getrennten Background-Chor, der sich furztrocken und wie aus dem Ei gepellt bemüht, das in ihn gesetzte Vertrauen irgendwie zu rechtfertigen.
Große Fußstapfen, in die Roger Cicero da zu treten versucht! Man kann nur „Alles Gute“ wünschen.
[tags]Cindy, Bert, Eurovision, Schlagerterrorismus[/tags]
links for 2007-05-12
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Dehydrate for the Environment!
G-EZ-auner

Wieso erreicht man diese schleimigen, hinterlistigen, unbescholtene Bürger mit unberechtigten Forderungen gängelnden Abzocker, die das ethisch-moralische Niveau eines Pantoffeltierchens mühelos zu unterbieten in der Lage sind, eigentlich nur unter einer gebührenpflichtigen Telefon- und Faxnummer? Ist der Griff in Bürgers Tasche zur dermaßen lieben Gewohnheit geworden, dass man selbst für die Falschauskünfte, die man am Telefon gern gibt, noch Gebühren erheben möchte? Ist Gebührenfreiheit für die GEZ zur ungebührlichen Belastung geworden?
[tags]Sittenverfall, Gebührenmafia, Hütchenspiel, Dummdreistigkeitsrekordversuch, Ungeheuer![/tags]
Abgrund!
Die neuen Telefonbücher sind da! Eigentlich ein Grund zu überschäumender Freude, andererseits…

Verbirgt sich hinter dieser scheinbar harmlosen Werbung eine geradezu unglaubliche Geschichte? Wie kommen 30 % neue Inhalte in ein Telefonbuch? Wurde tatsächlich fast ein Drittel der Berliner Bevölkerung heimlich ausgetauscht?
[tags]Telefonbuch, Telekom, Marketingunfug, Werberquatsch, Ungeheuer![/tags]
Die gnadenlose Beiz
Das ist einfach ein geniales Lokal, wo du auf dem Heimweg zwischen Büro und Zuhause einfach einkehren kannst. Eine Wirtschaft für den Alltag, aber ist das wirklich Alltag, wenn du reinkommst und hinterm tresen dieses riesige, wunderschöne Rück-Buffet siehst, aus einer Zeit, als Möbeltischler noch stolz auf die künstlerische Qualität ihrer Produkte sein konnten. Aber egal, du bist nicht hier, weil du in Weltschmerz machen oder gegen Ikea polemisieren willst, du willst auch nicht den alten Sack raushängen lassen, der früher alles besser fand, du bist hier, weil du dich gemütlich hinhocken und was gescheites essen und trinken willst.
Also entscheidest du dich, wo du dich hinhocken willst, vorne, an die blankgescheuerten Tische, oder ins hintere Zimmer, wo die Tische weiß eingedeckt sind und die schönen Bilder an den Wänden hängen. Letztlich ist’s wurscht, den vorne und hinten gibt’s die gleichen mordsleckeren Sachen, zuvorderst aus dem Schwabenland. Obwohl… zur Zeit gibt’s da eine sahnige Spargelcreme mit Lachsklößchen, die schmeckt schon äußerst badisch… aber sonst: die Sauren Kutteln, der Wurstsalat, der Zwiebelrostbraten, die Käsespätzle… Die Käsespätzle! Entweder mit Knoblauch oder Schinken, aber egal wie: Weltklasse. Die Nichte Sabine verdrehte die Augen und rief: „Die besten Käsespätzle meines Lebens!“ Und das will was heißen, die junge Dame ist seit Jahren auf Käsespätzlediät. Die Bratkartoffeln und Saucen spielen zu meinem Erstaunen in der Dieter-Kaldewey-Liga mit, und die Kutteln… Was soll ich sagen? Ich spar mir die Worte. Wer die klassisch-säuerliche Zubereitung schätzt, ist hier im Paradies. Wie auch der Weinbeißer, der hier überhaupt keine Chance hat, es bei einem Viertel bewenden zu lassen. Da gibt es ein paar blitzsaubere, stahlige Rieslinge, die zu probieren sind, und da die freundlichen Wirtsleute ein gescheites Lokal machen, ohne Lokalpatrioten zu sein, finden sich neben den im Schwäbischen unvermeidlichen Trollinger/Lemberger (ich bin in einem Stuttgarter Traditionslokal mal nicht weiter bedient worden, weil ich gewagt hatte, Trollinger als „weinähnliches Getränk“ zu bezeichnen) auch ein paar samtige Spätburgunder aus Baden auf der Karte, mit denen man’s gut länger aushalten kann, als man ursprünglich wollte.
Denn das passiert hier regelmäßig: Man kommt immer öfter her und bleibt länger da, als man wollte. Diese Beiz ist gnadenlos. Einmal drin und du bist Stammgast. Wehr dich nicht. Du hast keine Chance. Außer, du machst einen Riesenbogen um Hägeles Antiqua.
[tags]Berlin, Restaurant, Schwaben, Schöneberg, mordslecker[/tags]


