Wie jetzt?

Golem.de: „Handy-Pornos sind im Kommen“

Da haben die Jungs von golem.de aber den einen oder anderen unfallträchtigen Wortwitz ausgelassen, wie auch die Kollegen von Seite 4 finden. „Handy-Pornos sind stark im Kommen!“ wäre doch wohl das mindeste gewesen. Oder „Handy-Pornos kommen immer öfter!“ Auch „Handy-Pornos kommen schneller!“, wäre eine Alternative gewesen.
Ich persönlich hätte mich allerdings für „Handy-Pornos sind im Kommen, was Birkenstock-Sandalen im Gehen sind.“ stark gemacht.

Tüte aus der Dose

Das „Kondom aus der Spraydose“ scheint heute in aller Munde Tagesgespräch zu sein. U. a. die Gedankensplitter aus dem Gastgewerbe und der Schockwellenreiter weisen auf diese re-vo-lu-tionäre Erfindung hin. Der Hersteller des (hoffentlich FCKW-freien und auch unter veganen Gesichtspunkten unbedenklichen) Lümmeltüten-Sprays hat eine hochinteressante Studie über diverse Größenverhältnisse in Auftrag gegeben, in deren hochbrisanter Ergebnissen ich den wunderschönen Satz
„Die Untersuchung legt offen, dass lediglich für 19,7 Prozent aller Männer ein Standardkondom in Frage kommt.“ entdeckte.
Aufsprüh-Kondome aus der Dose? Ein Standard für 19,7 Prozent? Wir leben in einer großen Zeit!

Ice-Cold Call

„Kann ich bei Ihnen mal den Entscheider für Druckerpatronen sprechen?“ – „Servicebüro Müller, wer ist denn bei Ihnen der Inhaber?“ – „Hier ist das Telepower-Team, Vertriebspartner von Voodoofone, was halten Sie denn davon, wenn wir Ihre Telefonrechnung mal schnell halbieren?“
Bisher ist mir dazu nur „Ich hab das gleiche Kaltakquise-Seminar besucht wie Sie. Ihre Eröffnung ist Scheiße.“ eingefallen. Beendet zuverlässig das Gespräch, aber stinkt natürlich monumental ab im Vergleich zu dieser ultimativen Rache an allen merkbefreiten Cold-Callern. Vor dem Anklicken des Links bitte die Kaffetasse absetzen und einen Toilettenbesuch in Erwägung ziehen. Mich hat’s aus dem Stuhl gehauen. Gefunden bei Dings, herzlichen Dank, you made my week!

Peinlich!

Ein Beitrag bei Spaß mit der Bahn hat mich darauf gebracht, mal meine Statistiken durchzuforsten, dabei hab ich folgendes entdeckt: Bei der Google-Suche nach „Kochrezepte von Richterin Salesch“ ist meine Seite die numero uno. Ist das peinlich! Und wer ist wieder schuld? Effjott natürlich! Und dieser Eintrag macht’s natürlich noch schlimmer…

Unmenschlich, aber Daum!

BZ Berlin – Daum: 3 Stunden Vollgas-Rede:
Die Spieler staunen nicht schlecht, als plötzlich Christoph Daum in der Kabine steht. Und dann geht’s los. Daum schwört die Krisen-Kölner geschlagene drei Stunden auf die Mission Aufstieg ein! Erst um 21.12 Uhr verlässt der Zampano seinen neuen, alten Arbeitsplatz, den er schon seit seiner Arbeit von 1986 bis 1990 kennt.

Um Himmelswillen! Christoph Daums Methoden waren ja immer schon etwas eigenwillig, aber jetzt erreicht er Grenzbereiche, in denen sich Motivationskunst und Menschenrechte in einer Grauzone begegnen. Ich als Spieler würde jedenfalls auf dem Platz alles geben und gern mehrfach über meine Schmerzgrenze, gern auch über die Schmerzgrenze meines Gegners zu gehen, nur um mir nicht wieder drei endlose Stunden lang dieses angelesene Psycho-Gequalle anhören zu müssen. Darüber, inwieweit eine dreistündige Daum-Ansprache noch mit geltendem Recht (versuchte Körperverletzung, Missbrauch von Schutzbefohlenen etc.) in Einklang zu bringen ist, werden die Gerichte entscheiden müssen.

Monumentale Aufgabe

Das wäre eines der anspruchsvollsten Projekte überhaupt. Eine Aufgabe, die die Kraft eines Titanen, die Leidensfähigkeit eines Sysiphos und die Geduld und das pädagogische Geschick einer Schwester Maria erfordert: Effjott das Internet erklären:

Post von Wagner: Liebes Internet, – Bild.T-Online.de:
Das Internet hat kein Gewissen.
Es ist eine Datenbank. Das Internet ist nicht menschlich.
Sebastian B. hat das Internet mit einem Menschen verwechselt. Das war sein großer Fehler. Im Internet sind wir alle leblose Puppen, synthetische Produkte. Einem Menschen wird man auf seinen Weg zum Bäcker begegnen, aber niemals im Internet.

Es scheint dringend nötig zu sein.

Expertenmeinung

Kampf gegen Aids: Vatikan hält päpstliche Kondom-Studie unter Verschluss – Wissenschaft – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:
„‚Gemäß dem Wunsch von Benedikt haben wir den Gebrauch von Kondomen sorgfältig untersucht, sowohl aus wissenschaftlicher wie auch aus moralischer Sicht‘, sagte Baragàn in einer Pressekonferenz. Die Studie solle jedoch nicht veröffentlicht werden. Erst müsse geklärt werden, ob über die Verwendung von Kondomen überhaupt neu entschieden werden müsse. Baràgan erklärte vielsagend, das Gesundheitsministerium des Vatikans habe ‚alle Aspekte‘ in die Untersuchung einbezogen.“

Das würde mich jetzt doch interessieren, wie die vatikanischen Experten (Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen? „Seine Heiligkeit Papst Benedikt hat heute Kardinal London aus Paris zum Experten des Heiligen Stuhls für Kondome aller Art ernannt. Kardinal London ist für diese Ausgabe hervorragend qualifiziert, weil er als Jugendlicher in der väterlichen Gaststätte mal einen Präservativ-Automaten von weitem gesehen hat“? Oder nimmt man doch „richtige“ Experten? „Eyh, Luigi, mach mal Pause! Der Chef will dich sprechen. Du sollst ihm noch mal erklären, wie Lümmeltüten funktionieren“ – „Was denn, schon wieder? Das ist jetzt das fünfte Mal diese Woche!“) „alle Aspekte“ in ihre Untersuchung miteinbezogen haben. Die Dinger mit Wasser gefüllt und von der höchsten Zinne von Castel Gandolfo runterplatschen lassen, um dann zu dem Ergebnis zu kommen, das die Dinger nix taugen, weil Gläubige in von Dürrekatastrophen geplagten Gebieten keine Verwendung für sie haben. Oder so. Vermutlich eine ausgesprochen weise Entscheidung, diese hochbrisante Studie unter Verschluß zu halten. Wenn man ein heißes Eisen mit Gummihandschuhen anfasst, dann wird’s ganz schön klebrig.

Wer spricht?

Streit um sprechende Vagina – Kölner Stadt-Anzeiger

„Die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz will nicht auf der Bühne des Hamburger Thalia-Theaters als sprechende Vagina dargestellt werden.“

Vollstes Verständnis. Wer möchte das schon?
„Eine entsprechende Szene in Nicolas Stemanns Inszenierung des Jelinek-Stück ‚Ulrike Maria Stuart‘ empfinde sie als ‚würdelos‘ und ‚Verdinglichung‘, sagte die in Wien lebende Autorin. Es werde suggeriert, ‚meine Person und meine Arbeit als Autorin seien ein kopfloses Sprechen aus dem weiblichen Sexualorgan‘.“
Aha, verstehe auch das. Frau Streeruwitz möchte aus einem anderen Organ heraus sprechen. Die Milz böte sich an.
„…Streeruwitz, die 5000 Euro Schadenersatz fordert …“
Ab hier wird’s jedoch ein wenig merkwürdig. Das ausgerechnet Frau Streeruwitz den Wert Ihrer langjährigen „Arbeit als Autorin“ (übrigens meiner Meinung nach durchaus zutreffend) mit lediglich 5000 Euro beziffert, ist das eigentlich Bizarre am ganzen Sachverhalt.

Prima verstellt!

Es ist zwar erst wenige Wochen her, aber beinahe schon vergessen: Wir durften eine einmalige, hinreißende, ergreifende, wunderbare Fussballweltmeisterschaft in unserem Land veranstalten. Und dabei ist es uns gelungen, mit einigen angeblichen Vorurteilen aufzuräumen, die die Welt uns Deutschen gegenüber hatte. Überrascht stellten Menschen aus aller Herren Länder fest, dass die Deutschen gar nicht so pingelig, pedantisch, humorlos und nervtötend penibel, wie sie immer dachten. Im Gegenteil, die Deutschen waren locker, lässig, improvisationsfreudig und vor allen Dingen, sie nahmen sich selber nicht so ernst und wichtig.
Wenn ich mir angucke, was in den Online Foren zu den SPIEGEL-Rätselwochen so abgeht, kann ich nur sagen: Wir haben uns prima verstellt.